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KonsenS! - Konfliktmanagement im Sport

Das Projekt „KonsenS! – Konfliktmanagement im Sport“ unterstützt Spieler*innen, Schiedsrichter*innen, Trainer*innen, Sportrichter*innen im Fußball dabei, rechtzeitig geschlechtsspezifische Verhaltensweisen zu reflektieren, um Konflikte möglichst zu vermeiden oder sachlich zu klären.

Jugend- und Sportpolitik

Überall, wo sich Menschen begegnen, gibt es Raum für Konflikte und Auseinandersetzungen. Menschen sind vielfältig, haben unterschiedliche Hintergründe, Erfahrungen und Erwartungen. Entsprechend unvermeidbar ist es, dass diese Unterschiede hin und wieder im Gegensatz zueinanderstehen und ein Konflikt entsteht. Oft wird „Konflikt“ per se negativ konnotiert, dabei sind Konflikte auch Treiber für Entwicklung und wichtig, um gesellschaftliches Zusammenleben zu organisieren.

Konflikten im Sport begegnen statt ihnen ausweichen

Entscheidend ist, nicht Konflikten aus dem Weg zu gehen – wichtig ist der richtige Umgang mit ihnen. Wer Konflikte ignoriert, Differenzen keinen Raum gibt, richtet dadurch oft mehr Schaden an, als wenn man einem Konflikt frühzeitig begegnet. Im Sport bedeutet das im schlimmsten Fall körperliche Auseinandersetzungen, die oftmals hätten vermieden werden können, wenn frühzeitig der richtige Umgang mit dem Konflikt gefunden worden wäre. Konflikte entstehen selten im Moment der Eskalation selbst, und darin liegt eben auch das Potenzial für Prävention.

Fußball besonders als Konfliktfeld

Während es in jedem Sport Konflikte gibt, nimmt der Männer-Fußball doch eine besonders dominante Rolle ein, was gewaltsame Konflikte angeht – gerade im Amateurbereich. Der Fußball als populärste deutsche Sportart ist ein Abbild der Gesellschaft und auch ihrer geschlechterspezifischen Rollenbilder; diesen gilt es im Konfliktmanagement zu begegnen. Aktuelle Befunde aus der Sozialforschung zeigen, dass junge Männer zunehmend in Spannungsfeldern leben, die sie sozial, emotional und politisch herausfordern.

„Red mal mit den Jungs“ – Begegnung auf Augenhöhe

Hier setzt das Projekt KonsenS! mit einem dialogorientierten Ansatz an. Es sollen Gesprächsräume entstehen, in denen junge Männer niedrigschwellig über Bedürfnisse, Rollenbilder und Verhalten sprechen können. Statt von oben herab soll mit den Jungs selbst darüber gesprochen werden, welche Erwartungen sie empfinden und welchen Blick sie auf Konflikte im Sport haben. Dabei geht es gerade auch um die vermeintlich „kleinen Konflikte“, die sonst oft mit Sätzen wie „das gehört halt dazu“ und „sei keine Memme““ abgetan werden. Gemeinsam soll eine Sensibilität für Verhaltensmuster, die hinter Männlichkeiten stecken und Konflikte befeuern, geschaffen werden. Gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen und eine Sprache, die diese transportiert, müssen im Rahmen von Konfliktprävention thematisiert werden.

Jugendsport als Chance

Timo Korf, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen, unterstreicht die Bedeutung von Kommunikation und Beziehungsebene im Sportalltag: 

„Als begeisterter Fußballspieler weiß ich, wie prägend der Umgang miteinander in der Kabine ist. Dort entstehen Gemeinschaft, Selbstvertrauen und Orientierung, aber auch das ‚Sprüche klopfen‘ gehört dazu. Gerade im Sport können Jungen und Männer lernen, fair mit Konflikten umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und füreinander einzustehen. Wir möchten im Projekt ins Gespräch kommen, ganz nach dem Motto ‚Red’ mal mit den Jungs‘.“

An kaum einem anderen Ort erreicht man so viele Kinder und Jugendliche wie im Fußballverein. Sport existiert nicht in einem Vakuum, sondern bietet das Potenzial, frühzeitig gesellschaftliche Veränderung anzustoßen und junge Menschen im Umgang mit geschlechterspezifischen Erwartungen zu stärken.

Das Projekt KonsenS! wird vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz im Rahmen des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ gefördert.

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