Zurück

Männer WM-Finale: Gewalt, Konflikt, Frust

Ein jugendpolitischer Kommentar

Jugend- und Sportpolitik

Das Fußball WM-Finale ist zu Ende, die Spanier sind auf dem Weg, um mit den Fans ihren Sieg zu feiern. Plötzlich greift ein argentinischer Spieler von hinten einen spanischen Spieler an. Statt aufrichtig zu gratulieren, wie man(n) das so machen sollte, ist der eigene Frust und das Ego zu groß. Frust schlägt in Gewalt um. 

Profifußballer schlagen sich auf großer Bühne. Millionen schauen zu, darunter viele Kinder und Jugendliche. Es heißt oft „die Emotionen sind mit ihm durchgegangen“. Doch das ist und darf keine Entschuldigung mehr sein. Die Spieler haben eine Verantwortung und haben vor allem für Kinder und Jugendliche eine Vorbildfunktion.

Schaut man sich diese Szene an, sind die hohen Zahlen von Tätlichkeiten im Amateurbereich nicht verwunderlich. Zwar hat die Gewalt in Spielen laut dem Lagebild Amateurfußball abgenommen, der Unterschied ist dennoch klein und die Dunkelziffer bleibt hoch. Jungen und jungen Männer schauen sich dieses Verhalten schon lange ab. Zu wenig bleibt thematisiert, was ein echtes Vorbild, neben fußballtechnischen Stärken, ausmacht.

Jungen und Männer werden im Verlauf ihres Sportler-Lebens mit Sprüchen wie „Heul nicht rum“, „Steh auf du bist doch ein Mann“ „Du musst dich durchsetzen, egal wie“ „was ein schwuler Pass“ konfrontiert. Sprüche, die eben keinen Platz für Frust und den Umgang damit lassen. Das hat seine Kosten: für die eigene mentale Gesundheit und für andere als Betroffene von Gewalt.

Beliebt bleibt immer der Spieler, der prahlt, sich inszeniert und risikobereit ist. Doch wie wäre es einen Ort zu schaffen, an denen Frust existieren darf, sich in den Arm genommen, getröstet und miteinander gesprochen wird? Anstatt sich zu schlagen und sich „aus Spaß“ zu beleidigen.

Du möchtest an dieser Veränderung mitwirken? Wir auch! Die Sportjugend Hessen hat ein neues Projekt, das Jungen und Männer bei Konflikten stärken möchte.

Jungen und Männer in Konflikten stärken