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Gießener SV ist 100. Partner im Bündnis Safe Kids

50.000 Euro mehr für Kindeswohl im Sport

Kindeswohl Bündnis Safe Kids

Mit dem Gießener SV hat sich am 23. September die 100. Sportorganisation dem Bündnis Safe Kids angeschlossen. Die Sportjugend Hessen gründete das Bündnis 2023, um Schutz, Förderung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Sport langfristig zu verankern. Sportbeauftragte Dr. Ann Kathrin Linsenhoff überreichte stellvertretend für die Staatsministerin gleich zwei Förderbescheide, darunter auch eine Mittelerhöhung um 50.000 Euro für weitere Maßnahmen zur Umsetzung für das Kindeswohl im Sport in Hessen.

„Gewalt darf im Sport keinen Platz haben. Verantwortlich dafür sind die Vereine und Verbände. Das SPORTLAND HESSEN möchte sie mit dem Programm ‚Kindeswohl im Sport‘ dabei bestmöglich unterstützen: mit Weiterbildung vor Ort, klaren Regeln und nützlichen Hinweisen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wir wollen landesweit eine aufgeklärte Kultur des Hinsehens und Hinhörens etablieren, wo berechtigte Sorgen ernst genommen und Hilferufe niemals abgewiesen werden“, sagte die Beauftragte in der Sporthalle der Gießener Theodor-Litt-Schule.

Malin Hoster, Vorstandsvorsitzende der Sportjugend Hessen, dankte dem Gießener SV sowie den mittlerweile 100 Bündnispartnern und den zahlreichen Ansprechpersonen im Kindeswohl für ihr Engagement: 

„Mit dem Bündnis Safe Kids haben wir ein Netzwerk geschaffen, in dem sich Vereine, Sportkreise und Fachverbände gemeinsam für das Kindeswohl einsetzen. Es geht um Prävention und Schutz, aber genauso um Beteiligung, Kinderrechte und darum, voneinander zu lernen und die Qualität unserer Arbeit gemeinsam weiterzuentwickeln“, so Hoster.

Jürgen Boldt, 1. Vorsitzender des Gießener SV, dankte der Sportjugend Hessen für die unbürokratischen, zielführenden Beratungs- und Beteiligungsformate und hob die Vernetzungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bündnis Safe Kids hervor: 

„Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Sportamt und Wildwasser und freuen uns, mit weiteren Organisationen innerhalb des Bündnisses in den Austausch zu kommen.“

Die neue RSG-Gruppe im Gießener SV präsentierte einen kleinen Show-Auftritt, danach stand mit der Volleyball-Jugendmannschaft ein Zuspieltraining an, bei dem sowohl die Sportbeauftragte Linsenhoff als auch der Geschäftsführer der SJH, Mario Machalett mitmachten und sich den Ball mit den Jugendlichen zuspielten.

Safe Kids – ein bundesweites Leuchtturmprojekt für den Kinderschutz im Sport

Die Sportjugend Hessen wird auch über die Landesgrenzen hinaus als Vorreiterin für Kindeswohl im Sport gesehen. Bereits seit 2019 unterstützt sie Vereine im Themenfeld Kinderschutz, Kinderrechte und Beteiligung. Viele Sportorganisationen aus anderen Bundesländern profitieren von vorhandenen Materialien und Broschüren sowie von Hilfestellungen für Engagierte in den Sportvereinen.

„Denn am Ende müssen Schutzkonzepte gelebt und weiterentwickelt werden. Menschen müssen sensibilisiert und qualifiziert werden. Und vor allem müssen Kinder und Jugendliche immer wieder gefragt werden: Wie geht es Euch bei uns? Was braucht Ihr? Was können wir besser machen?“, verdeutlichte Hoster und dankte dem Gießener SV sowie allen Ansprechpersonen in den Vereinen für ihr Engagement.

„Kindeswohl im Sport“: Mehr als 18.000 Menschen landesweit erreicht

Seit 2019 fördert die Hessische Landesregierung das Projekt „Kindeswohl im Sport“ der Sportjugend Hessen. Vor Ort in den Sportkreisen, bei den Verbänden und Vereinen wurden bereits mehr als 1.200 Präventionsseminare durchgeführt, mit denen mehr als 18.000 Personen erreicht wurden. Allein im Jahr 2026 wird das Team der Sportjugend bis zu 250 Veranstaltungen landesweit anbieten. Ziel ist es vor allem, Verantwortliche in hessischen Sportvereinen und -verbänden weiterzubilden und zu qualifizieren. Dazu gehören beispielsweise die Etablierung von Mindeststandards, die Kinder und Jugendliche besser schützen können, eine klare Positionierung des Vorstands, die Benennung von Ansprechpersonen im Verein oder die standardisierte Einsicht in das sogenannte „erweiterte Führungszeugnis“, bevor neue Übungsleiterinnen und Übungsleiter oder Trainerinnen und Trainer eingesetzt werden. Die Sportjugend berät Betroffene, ihre Angehörigen oder Vereinsvertreter auch bei Verdachtsfällen, zum Beispiel bei Vernachlässigung oder Gewalt. Rund 100 Fälle werden jährlich von den Expertinnen aufgenommen und bei Bedarf gemeinsam mit weiteren zivilen Beratungsträgern bis hin zu den Strafverfolgungsbehörden bearbeitet.

100. Partnerschaft im Bündnis Safe Kids: Starkes Netzwerk für das SPORTLAND HESSEN

Mit dem Bündnis Safe Kids erhalten Sportorganisationen seit 2023 Unterstützung und vor allem auch Anerkennung für ihr Engagement im Kindeswohl. Zentraler Gedanke des Bündnisses ist die enge Vernetzung unter den Sportorganisationen und der Transfer von Fachwissen. Das Bündnis Safe Kids hat dabei insbesondere die Ansprechpersonen und Kindeswohlbeauftragten in Hessen im Blick. Es bringt zudem wichtige Akteure in Hessen zusammen: Engagierte aus Vereinen, Sportkreisen und Fachverbänden mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Fachberatungsstellen und der Jugendhilfe, weiteren Expertinnen und Experten sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern.

Unter dem diesjährigen Motto „Für Euch! Mit Euch!“ bietet das Bündnis engagierten Menschen landesweit mit Infoabenden, Social-Media-Aktionen und zwei großen Bündnistreffen ein wertvolles Netzwerk und eine dauerhafte Plattform für den Austausch rund um das Thema Kindeswohl in Hessen.

Zentrum für Safe Sport e. V. (ZfSS)

Das Land Hessen nimmt beim Thema Safe Sport bundesweit eine herausgehobene Rolle ein. Traditionell steht der Länderausschuss für Integrität der Sportministerkonferenz (SMK) unter hessischer Leitung.

Mit der Gründung des Trägervereins des Zentrums für Safe Sport e. V. (ZfSS) im Bundeskanzleramt in Berlin im Juli 2026 wurde ein bedeutender Meilenstein zur Etablierung der unabhängigen Institution zum Schutz von Betroffenen erreicht. Mit der zunächst vom Bund finanzierten Einrichtung entsteht in Kassel erstmals eine bundesweite Adresse für Maßnahmen zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung interpersonaler Gewalt im Sport.

„Das SPORTLAND HESSEN versteht sich als bundesweiter Partner des organisierten Sports. Wir versuchen gemeinsam mit den Sportlerinnen und Sportlern, aber auch mit den Vereinen und Verbänden Antworten zu finden, wie wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene bestmöglich schützen können. Deshalb verstärken wir unser hessisches Engagement für die Prävention mit mehr Mitteln für ‚Kindeswohl im Sport‘ und sind zugleich Knotenpunkt für Deutschland, wenn es darum geht, die wichtigen Regeln für Safe Sport nicht nur zu verbreiten, sondern auch im ZfSS durchzusetzen“, erläuterte die Sportbeauftragte Ann Kathrin Linsenhoff.

Das ZfSS wird als unabhängige Einrichtung bundesweit Ansprech-, Beratungs- und Untersuchungsfunktionen übernehmen. Parallel treibt der Deutsche Olympische Sportbund die Implementierung eines „Safe Sport Codes“ in allen Mitgliedsorganisationen bis spätestens 2028 voran – ein Regelwerk, um Gewalt im Sport zu bekämpfen und sanktionieren zu können.

Weitere Informationen zum Kindeswohl im Sport in Hessen:www.kindeswohl-im-sport.de 

Infos zum Bündnis ‚Safe Kids‘

Das nächste Bündnistreffen findet am 28. Oktober in der Sport- und Bildungsstätte in Wetzlar statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.