„Bei uns passiert so etwas nicht“
Schutzkonzepte für mehr Sicherheit im Kinder- und Jugendsport.
„Bei uns passiert so etwas nicht!“ - Ein Satz, den man häufig hört, wenn es um Gewalt oder Grenzverletzungen im Sport geht. Oft gut gemeint kann diese Einstellung schwere Folgen haben, wenn es darum geht Warnsignale zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Nähe, Vertrauen und eine starke Gemeinschaft zeichnet Vereinsarbeit aus, doch trotz dieser Verbundenheit ist es wichtig sensibilisiert für die Möglichkeit von missbräuchlichem Verhalten im eigenen Verein zu sein. Er vermittelt Nähe, Vertrauen und eine starke Gemeinschaft – Eigenschaften, die viele im Verein auszeichnen. Doch genau dieses Vertrauen kann dazu führen, dass Warnsignale übersehen werden. Und das geschieht nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Verbundenheit.
Nähe schützt doch, oder nicht?
Vor allem in kleinen Vereinen herrscht das Gefühl: „Hier kennt jeder jeden. Wir würden sofort merken, wenn etwas nicht stimmt.“ Nähe, Vertrautheit und langjährige Beziehungen können dazu führen, dass Warnsignale übersehen werden. Das passiert nicht aus Absicht, sondern aus Verbundenheit. Wer sich vertraut, stellt weniger infrage, man möchte niemandem etwas unterstellen. Schon gar nicht Menschen, die man langjährig kennt. Auch Betroffene sprechen in kleinen Orten oft nicht über Erlebtes, aus Angst vor sozialen Folgen.
Vertrauen ist das Fundament – Schutzkonzepte ein gutes Gerüst
Das soll nicht heißen, dass Vereine unsichere Orte sind. Vielmehr geht es darum, sich gut aufzustellen, und Haltung zu zeigen, indem Vereine aktiv durch Maßnahmen ihre Schwächsten schützen – die Kinder! Ein Schutzkonzept nimmt Vereinen nichts weg. Es schafft kein Misstrauen, sondern stärkt die Gemeinschaft und bietet Anlass, über Haltungen und Strukturen ins Gespräch zu kommen.
Was wird im Schutzkonzept festgelegt?
Im Schutzkonzept werden alle Vereinbarungen und Maßnahmen festgelegt, die gemeinsam im Verein erarbeitet wurden, um Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Missbrauch im Sport zu schützen. Dort werden die Zuständigkeiten klar geregelt, Ansprechpersonen benannt, und bei Verdachtsfall Handlungswege aufgezeigt. Die Grenzen und Umgangsformen im Verein werden durch gezielte Kommunikation intern als auch extern sichtbar gemacht und damit eine Kultur des Hinsehens gefördert. Ein Schutzkonzept sorgt dafür, dass das, was im Verein ohnehin wichtig ist, Fairness, Vertrauen, Miteinander, auch im Ernstfall trägt.
Gerade Vereine im ländlichen Raum profitieren davon. Denn gute Strukturen entlasten Ehrenamtliche und geben allen Beteiligten Sicherheit.
Gemeinsam statt allein – unsere kostenfreie Unterstützung für Vereine
Niemand muss den Prozess allein gehen und das Rad neu erfinden. Die Sportjugend Hessen begleitet Vereine kostenlos bei der Entwicklung oder Weiterentwicklung ihres Schutzkonzepts. Praxisnah, verständlich und angepasst an die jeweiligen Möglichkeiten und zeitlichen Ressourcen der Verantwortlichen.
Was Vereine erwartet
Mit einer individuellen Beratung, direkt abgestimmt auf den Verein unterstützt das Kindeswohl-Team bei der Einführung des Schutzkonzeptes. Durch Reflexion bestehender Strukturen werden Handlungsempfehlungen erarbeitet und konkrete Impulse für Prävention und Intervention eingebracht. Gemeinsam sollen leicht umsetzbare Schritte geplant werden, die individuell von den Vereinen angepasst werden können.
Unser Ziel ist, eine Kultur des Hinsehens zu schaffen, in der sich alle sicher fühlen können.
Interesse an einer Begleitung?
Weitere Infos und Ansprechpersonen unter www.kindeswohl-im-sport.de.
Die Kolleginnen freuen sich auf den Austausch und unterstützen gerne!