„Näher dran“ Finale in Wetzlar – gefördert von der AOK Hessen
Die Initiative „Näher dran“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Sportjugend Hessen und der AOK. Jedes Jahr wird eine Auswahl hessischer Vereine, die ein besonders integratives Projekt auf die Beine gestellt haben, gewürdigt und mit einem Preisgeld prämiert. Die ausgezeichneten Vereine sind außerdem eingeladen, am Finale der Initiative teilzunehmen und zwei Tage in der Bildungsstätte in Wetzlar zu verbringen. Vom 8. bis 9. April war es in diesem Jahr soweit.
Kennenlernen und ausprobieren!
Nach einer ersten Begrüßung und einem gemeinsamen Mittagessen ging es in die Sporthalle der Bildungsstätte, wo sich Klein und Groß bei gemeinsamen Spielen kennenlernen konnten. Die rund 40 Teilnehmenden aus den Vereinen waren so vielfältig wie ihre Projekte selbst und zeigten eindrucksvoll, welche verbindende Kraft im Sport steckt.
Im Anschluss an das Kennenlernen konnten über drei Stunden verschiedene Aktivangebote der Bildungsstätte ausprobiert werden. Eine Gruppe ging Geocachen, andere versuchten sich an der Kletterwand, beim Kistenstapeln oder beim Bogenschießen. Um 17 Uhr folgte der offizielle Part der Veranstaltung. Vertreterinnen und Vertreter der Vereine stellten ihre Projekte vor und wurden für ihr Engagement ausgezeichnet.
Von Bogenschießen bis Triathlon – die Vereine und ihre Projekte
- Der Schützenverein Nieder-Ohmen berichtete von seinen Bemühungen, ein inklusives Angebot zu schaffen, und wie dafür auch das Gelände weiter umgebaut wird. Mit dem Projekt „Erlebnisse bringen Menschen zusammen“ hat der Verein eine Mietstation für Bogenschießen ins Leben gerufen, die auch vereinsfremden Menschen einen ersten Zugang zur Sportart ermöglicht.
- Der ACT Kassel wurde erneut für das Projekt „Open Sunday“ ausgezeichnet. Jeden Sonntag öffnet der Verein seine Türen für Mitglieder und Nichtmitglieder und schafft so ein niedrigschwelliges Angebot für Kinder und Jugendliche aller sozialen Herkünfte. Der Verein stellt Betreuung, einen organisatorischen Rahmen und Sportgeräte, während die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden können, wie sie aktiv sein möchten. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.
- Die SG Eder rund um Integrationscoach Theo stellte das Konzept „Sport gewinnt – Sport integriert“ vor. Zweimal pro Woche bietet der Verein ein offenes Futsaltraining an, das sich vor allem an Geflüchtete richtet. Das gemeinsame Spiel hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt entwickelt und ist ein Ort des Austauschs geworden. Durch das gute Netzwerk der Coaches können zudem Kontakte vermittelt werden, die den Teilnehmenden im Alltag helfen.
Der TTC Langen hat sich mit einem integrativen Tischtennisprojekt beworben. Auch hier ging es darum, ein niedrigschwelliges Angebot zu schaffen, um sich in der Sportart ausprobieren zu können. Über ein Wochenende hinweg können Kinder und Jugendliche ohne Anmeldung in die Halle kommen und auf jedem Niveau spielen. Anfängerinnen und Anfänger werden dabei besonders von den erfahrenen Jugendspielerinnen und Jugendspielern unterstützt, die Tipps zu Technik und Spiel geben. So entsteht eine enge Verbindung zwischen Verein und neuen Interessierten. - Auch die Kooperation „Triathlon für Integration“ der Sportjugend Frankfurt und dem Verein Bildungsgabe wurde ausgezeichnet. Eine Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, im Jahr 2029 am Ironman in Frankfurt teilzunehmen. Ohne Vorerfahrung und mit begrenzten Mitteln für Ausrüstung ist rund um dieses Ziel eine starke Gemeinschaft entstanden, die sich bewusst in einer Disziplin beweisen möchte, in der Menschen wie sie bislang unterrepräsentiert sind. Dafür trainieren sie mehrmals pro Woche gemeinsam und entwickeln sich Schritt für Schritt weiter.
Mit dabei war Susanne Sattler von der AOK Hessen sowie unser Vorstandsmitglied Julia Ess. Beide dankten den Teilnehmenden für ihr beeindruckendes Engagement und überreichten die Zertifikate. Die Präsentationen der Vereine machten erneut deutlich, was im Breitensport möglich ist, wenn sich Ehrenamtliche dafür einsetzen, Sport für alle zugänglich zu machen.
Workshops und Austausch
Am zweiten Tag des Finales fanden am Vormittag zwei Workshops statt. Zunächst stand das Thema Projektentwicklung im Fokus. In Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmenden an ersten Konzepten für eigene Projekte. Dafür wurden die Vereine bewusst gemischt, sodass unterschiedliche Perspektiven zusammenkamen. Ein Beispiel war die Idee eines integrativen Schwimmkurses für Menschen, die bislang keinen Zugang zum Schwimmen hatten. Gemeinsam wurden Ideen, Ziele und Voraussetzungen erarbeitet und in der Gruppe reflektiert. Auch wenn die Konzepte noch am Anfang standen, bot der Workshop eine gute Grundlage für weitere Projekte im Verein.
Der zweite Workshop und gleichzeitig letzte Programmpunkt widmete sich dem Thema Kindeswohl im Sport. Gemeinsam wurde über Kinderrechte sowie über Erwartungen und Wünsche im Sport gesprochen. Zusätzlich lagen Informationsmaterialien zur Mitnahme in die Vereine bereit.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen endete die Veranstaltung gegen 13 Uhr. Zwei intensive und inspirierende Tage in der Bildungsstätte gingen damit zu Ende. Auch für 2026 sind Vereine erneut herzlich eingeladen sich mit Projekten für eine Förderung der AOK Hessen zu bewerben!