Mit der Förderung wird das Präventionsprojekt „KonsenS! – Konfliktmanagement im Sport“ der Sportjugend Hessen für den Zeitraum 2025 bis 2027 aus dem Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ unterstützt.
KonsenS - Konfliktmanagement im Sport
Aktuelle Befunde aus Sozialforschung, Demokratieforschung und Geschlechterforschung zeigen, dass junge Männer* zunehmend in Spannungsfeldern leben, die sie emotional, sozial und politisch herausfordern (Achour et al., 2025; Wippermann, 2024). Die Omnikrise wie die Klimakrise, Demokratiekrise, Comeback der Kriege, und auch Identitätskrisen im Kontext Feminismus und einhergehende Erwartungen an moderne vs. traditionelle Männlichkeit erzeugen Unsicherheiten, die auch im Sport zur Geltung kommen.
Insofern wird dieser Bedarf aufgegriffen, in dem Gesprächsräume für Jungen* und Männer* geöffnet werden, um über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Im Projekt soll ein ein KonsenS! erreicht werden, dass ein kritisch-konstruktives Sprechen über Männlichkeiten im Sport notwendig und richtig ist. KonsenS! möchte für Verhaltensmuster und Bedürfnisse, die hinter Männlichkeiten stecken, sensibilisieren.
Sportvereine sind wichtige Akteure in der Präventionsarbeit
Innenminister Roman Poseck betonte bei der Bescheidübergabe:
„Extremismusprävention ist von entscheidender Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die Stabilität unserer Demokratie. Neben der konsequenten Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität durch unsere Sicherheitsbehörden kommt der Präventionsarbeit, der Demokratieförderung und der Deradikalisierung eine herausragende Bedeutung zu. Das Landesprogramm ‚Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus‘ ist hierfür ein wesentlicher Baustein.
Die hessischen Sportvereine sind ein besonders wichtiger Partner für die Präventionsarbeit und in der Vermittlung von Werten, die im Sport gelebt werden . In den Vereinen kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Sie erleben Gemeinschaft, übernehmen Verantwortung und lernen, Konflikte auszutragen. Konflikte gehören zu einer pluralistischen Gesellschaft dazu. Entscheidend ist, dass sie gewaltfrei und konstruktiv gelöst werden.
Das Projekt ‚KonsenS! – Konfliktmanagement im Sport‘ setzt genau hier an. Es unterstützt Vereine und Verbände dabei, Konflikte frühzeitig zu erkennen, angemessen zu bearbeiten und nachhaltig aufzuarbeiten. Damit werden nicht nur konkrete Konfliktlagen entschärft, sondern auch Strukturen gestärkt und demokratische Kompetenzen gefördert. Besonders wichtig ist dabei auch die Auseinandersetzung mit Rollenbildern und Konfliktverhalten, etwa im Hinblick auf Männlichkeitsnormen.
Mit der heutigen Förderung stärken wir gezielt die Präventionsarbeit im hessischen Sport und leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Vielfalt, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Ich danke der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen e. V. für ihr Engagement und freue mich, dieses wichtige Projekt unterstützen zu können.“
Red' mal mit den Jungs als Motto
Timo Korf, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen, sagte abschließend:
„Als begeisterter Fußballspieler weiß ich, wie prägend der Umgang miteinander in der Kabine ist. Dort entstehen Gemeinschaft, Selbstvertrauen und Orientierung, aber auch das "Sprüche klopfen" gehört dazu. Gerade im Sport können Jungen und Männer lernen, fair mit Konflikten umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und füreinander einzustehen. Wir möchten im Projekt ins Gespräch kommen, ganz nach dem Motto "Red’ mal mit den Jungs“. Diese Form der Jugendarbeit und – speziell Jungenarbeit im Fußball – leistet einen zentralen Beitrag, um starke Persönlichkeiten und ein demokratisches Miteinander zu fördern. Mit diesem Format schaffen wir einen neuen Bildungsraum, der Jungen und Männer stärkt und ihnen Raum für Dialog und Zusammenhalt gibt.“
Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“
Die Hessische Landesregierung hat im Jahr 2015 das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ etabliert. Zum 1. Juli 2025 startete die bereits dritte Förderperiode. In dieser werden bis Ende 2029 über 100 Projekte und Maßnahmen in den Bereichen Demokratieförderung, politische Bildung, Antisemitismusprävention sowie Beratungsangebote für Rechtsextremismus, Linksextremismus und Islamismus gefördert.