„Für euch! Mit euch! Gemeinsam Kinder und Jugendliche stärken“
(25. April 2026, Darmstadt, SG Arheilgen) Wie können Kinder und Jugendliche wirksam beteiligt werden – und welche Rolle tragen Erwachsene dabei? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Bündnistreffen Safe Kids, zu dem die Sportjugend Hessen am 25. April 2026 nach Darmstadt eingeladen hatte. Vertreter*innen aus Vereinen, Verbänden und Initiativen kamen zusammen, um sich über gesammelte Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele auszutauschen.
Ankommen, Austausch und Eröffnung
Der Tag begann mit einem offenen Ankommen und einem aktivierenden Schreibgespräch, das bereits erste Perspektiven sichtbar machte. Ab 10 Uhr eröffnete die Sportjugend Hessen offiziell das Bündnistreffen und setzte den Rahmen für einen Tag, der ganz im Zeichen von Beteiligung, Empowerment und Demokratiebildung stand.
Interaktiver Input: Kinderrechte als Grundlage demokratischen Handelns
Ein zentraler Impuls kam von Hannah Abels (Makista e. V.), die den sogenannten „Hessen-Check“ zu Kinderrechten vorstellte. Deutlich wurde, dass die Hessische Landesverfassung die Kinderrechte sehr umfassend aufgenommen hat. Kommunen sind verpflichtet, bei Planungen und Vorhaben die Interessen von Kindern und Jugendlichen mitzudenken und sie angemessen zu beteiligen. Kinder- und Jugendbeteiligung kostet Zeit, Geld und Engagement – aber sie ist kein freiwilliges Extra, sondern muss eingefordert und umgesetzt werden. Beteiligung bedeutet, Prozesse zu prüfen, Macht zu teilen und Verantwortung gemeinsam zu tragen.
Hannah Abels machte jedoch klar:
„Es gibt ungleiche Startbedingungen – und es liegt an uns Erwachsenen, diese auszugleichen und uns für die Einzelnen einzusetzen.“
(Hannah Abels, Makista e. V.)
Beteiligung ernst nehmen – Inklusion mitdenken
Anhand von Fallbeispielen schilderte Hannah Abels, dass viele Jugendliche Beteiligungserfahrungen machen, sich aber nicht ernst genommen fühlen. Echte Beteiligung bedeutet daher auch Inklusion mitzudenken, Perspektivwechsel zuzulassen und Räume zu schaffen, in denen junge Menschen ihre Anliegen wirklich einbringen können. Wenn Kinder mit demokratischen Werten und dem Wissen um ihre Rechte aufwachsen, entwickeln sie ein klares Gespür für Grenzen und Ungerechtigkeiten – und den Mut, diese zu benennen.
Empowerment heißt auch, Macht abzugeben
Ein wiederkehrendes Thema war das Empowerment zur Verantwortung. Kinder und Jugendliche identifizieren sich stark mit ihren Projekten und Ideen – gleichzeitig braucht es Erwachsene, die begleiten, unterstützen und Hilfestellung leisten. Empowerment heißt dabei auch Macht abzugeben, Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Diskutiert wurden ebenso ganz praktische Fragen:
- Wo finden wir Fördermittel für unsere Projekte?
- Welche Ämter und Ansprechpartner*innen sind wichtig?
- Wen müssen wir mit ins Boot holen, um gemeinsame Ziele zu erreichen?
Die Bedeutung von Vernetzung und Austausch unter Erwachsenen wurde als zentral hervorgehoben – um voneinander zu lernen und eine kinderrechtsorientierte Vereins- und Verbandskultur zu stärken.
Markt der Möglichkeiten
Die Teilnehmenden konnten an sieben verschiedenen Stationen unterschiedliche Best-Practice-Methoden kennenlernen, um direkten Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufzunehmen und als Ansprechperson sichtbar zu werden. Ein Highlight dabei war das Glücksrad der TSG Rodgau in Verbindung mit dem Wimmelbild, was bei der letzten Veranstaltung des TSG Rodgau richtig gut ankam.
Workshops: Beteiligung praxisnah gedacht
Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden aus verschiedenen Workshops wählen:
- WS 1: LautStark – Praktische Methoden zur Sensibilisierung und Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kindeswohl-Team, Sportjugend Hessen)
- WS 2: Wem gehört die Zukunft? – Was junge Menschen brauchen, um sich gehört und ernst genommen zu fühlen (Hannah Abels, Makista e. V.)
- WS 3: Ansprechbar sein – Zugang zu Kindern und Jugendlichen aktiv gestalten (Sabine Weichert, Sportjugend Hessen)
- WS 4: DemokratieWagen! – Neue Ideen für Beteiligung im Sport (Kindeswohl-Team, Sportjugend Hessen)
In den Workshops wurde deutlich: „Die Jugend“ gibt es nicht. Beteiligungsformate müssen flexibel sein und sich an den Lebenslagen, Interessen und Bedürfnissen junger Menschen orientieren – nicht umgekehrt. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung persönlicher Beziehungen: Die Haltung der verantwortlichen Erwachsenen und das Vertrauen zu Trainer*innen oder Übungsleitungen sind entscheidend für gelingende Beteiligung.
Abschluss und Ausblick
Im gemeinsamen Blitzlicht wurden die Ergebnisse der Workshops gesammelt und der Tag reflektiert. Viele Teilnehmende nahmen konkrete Ideen, neue Kontakte und die Frage mit nach Hause:
Wo wünsche ich mir eine stärkere Kinderrechtekultur – und was kann ich selbst dazu beitragen?
Das Bündnistreffen SAFE KIDS hat gezeigt: Kinder- und Jugendbeteiligung gelingt dort am besten, wo Erwachsene Haltung zeigen, Verantwortung teilen und gemeinsam für die Rechte junger Menschen einstehen.