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Ehrenamt als ein Ort des Ankommens

Wie der Sportverein eine verbindende Kraft sein kann und gleichzeitig Bewegung fördert.

Ehrenamt als ein Ort des Ankommens 

Wie der Sportverein eine verbindende Kraft sein kann und gleichzeitig Bewegung fördert 

Anders als vielleicht erwartet, sind die Mitglieder der Sportvereine auf dem Land genau so häufig in den Übungsleitungs-Ausbildungen vertreten, wie jene aus den Ballungsgebieten. Das zeugt von einer guten Struktur und beweist, was für eine bindende Kraft ein Sportverein auf die Menschen hat. Sicher sind die Nachwuchsprobleme gerade in Vereinsführung nach wie vor groß. Das Interesse an einer Ausbildung zu einer lizenzierten Übungsleiterin dagegen ist ungebrochen. Viele unserer Teilnehmenden erzählen, dass sie mit dem Training angefangen haben, weil sie angesprochen wurden oder weil sie ihre eigenen Kinder im Sportverein angemeldet haben. Wenn die Idee erst einmal eingepflanzt ist, werden daraus schnell konkrete Überlegungen und ehe sie sich versehen, beginnen sie mit dem Training von Kindern und Jugendlichen. 

Soziale Interaktion: Old but gold 

Wenn es aber nicht so läuft, hilft es, diejenigen, die sich im Verein engagieren, zu fragen, warum sie zur Trainerin wurden. Die Sportjugend Hessen hat ihre Ausbildungsteilnehmerinnen genau das gefragt. Zahlreiche Erzählungen zeigen, dass die direkte, persönliche Ansprache das Mittel der Wahl ist. Wer persönlich angesprochen wird, wird gesehen, darf sich geschmeichelt fühlen und hat direkt einen ersten Anker zu den Menschen, die den Verein am Ende ausmachen. Dass das Trainieren von Kindern und Jugendlichen Spaß macht und zu viel Anerkennung in der Gemeinschaft führt, stellten alle Gefragten schnell fest. Es lenkt von Alltagssorgen ab und verschiebt den Fokus vom eigenen Kosmos in die soziale Welt drumherum.  

Engagement im Tandem 

Eine Idee, die auch einige schilderten, ist die von dem Trainerinnen-Tandem. Zwei Menschen leiten gemeinsam eine Gruppe. Das scheint im ersten Moment die Lücke zu verdoppeln, da nun sogar zwei statt einer Person benötigt werden, birgt aber viele Vorteile, die diesen vermeintlichen Nachteil wettmachen. Für zwei Menschen ist es leichter, weil sie sich die Verantwortung teilen können. Sie können sich auch gegenseitig vertreten und stützen, wenn es mal zu Unstimmigkeiten mit den Eltern oder den Kindern kommt. Vielleicht gibt es z. B. Eltern in eurem Verein, die sich sagen: „Ja, mit der oder dem würde ich durchaus eine Trainingsgruppe übernehmen.“ 

Probieren geht über Studieren 

Der erste Schritt zur Trainerin ist und darf intuitiv sein. Um in einem Sportverein ein Bewegungsangebot anzubieten, ist es nicht zwingend notwendig, eine ÜL-C Lizenz zu besitzen. Die Vereinsvorsitzende muss es der Person zutrauen und sie gewissermaßen mit dem Training beauftragen. Die Trainerin selbst muss nicht einmal Mitglied in dem Verein sein. Die Motivation, eine Ausbildung zur lizenzierten Übungsleiterin zu beginnen, entsteht mit der Zeit von ganz allein. Eine Gruppe von Kindern oder Jugendlichen regelmäßig anzuleiten kann mitunter herausfordernd sein. Eine Ausbildung mit Gleichgesinnten hilft und gibt Sicherheit. 

Vorteile im ländlichen Raum 

Auf dem Land ist es vielleicht sogar etwas einfacher als Trainerin zu beginnen, weil es leichter ist, auch als Zugezogene aus der Anonymität zu treten. Das gilt nicht nur für die Dorfbewohner*innen, das gilt auch für den Verein selbst, so paradox sich das auch anhören mag. Der erste Schritt, Freiwillige zu gewinnen, liegt darin, von sich als Verein zu erzählen. Die potenziellen Freiwilligen müssen wissen, wie viele und welche Möglichkeiten es im Verein gibt, sich zu engagieren und lassen sich gerne persönlich darauf ansprechen. Wir Menschen lieben es einfach, gefragt zu werden.  

Beim Trikottag auf den Sportverein aufmerksam machen 

Vereinsmitglieder können am 13. Mai für mehr Sichtbarkeit des Vereins und des Engagements sorgen, indem sie ihr Trikot zur Arbeit, zur Schule oder Kindergarten tragen!