Aktuelles

FC Kickers Obertshausen ist neuer IdS-Stützpunkt

Mit dem FC Kickers Obertshausen ist ein weiterer Stützpunkt hinzugekommen und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Integration in Hessen. In diesem Jahr sind es rund 80 hessische Vereine, die durch das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) begleitet und gefördert weden. Wichtigstes Ziel ist es, Vorurteile zwischen Menschen abzubauen und Vielfalt und das soziale Miteinander mit Hilfe des Sports zu fördern und zu stärken.

Seit Anfang 2021 ist der FC Kickers Obertshausen nun Stützpunkt und unterstützt aktuell besonders die Kleinen, denn die jungen Spieler*innen haben es wegen der Auswirkungen durch die Pandemie besonders schwer gehabt. Damit die Kinder den Sport nicht wegen ihren Herausforderungen in der Schule ausfallen lassen müssen, bietet der Verein Schüler*innen Hilfe bei den Hausaufgaben und wenn nötig Nachhilfe an. Denn viele Mädchen und Jungen haben für die Schule einiges aufzuholen und zu Hause nicht immer die nötige Unterstützung. Das übernehmen dann junge Lehramtsstudierende, die selbst im Verein spielen und sich darüber hinaus engagieren wollen. Nach den erledigten Hausaufgaben geht es dann für alle unbeschwert ins Training. Und hier gilt es sein Bestes zu geben und als Team zu glänzen.


Erfolgreicher Re-Start: Straßenfußball für Toleranz

Der Fair-Play-Gedanke führt durch das Turnier.

Dieses Jahr rollt endlich wieder der Ball ganz im Sinne des Fair-Play durch Hessen. Die erste Veranstaltung konnte im Mai an der Unterneustädter Schule, einer Grundschule in Kassel, stattfinden. Dank der Initiative der Sportkreisjugend Kassel und der Unterstützung des Fußballvereins CSC 03 Kassel, konnten sich die Kinder über Abwechselung, Spaß und Bewegung freuen. Dabei war neben dem Einhalten der Hygieneregeln für alle faires Verhalten das oberste Gebot. Diskriminierung und Gewalt hatten nichts auf dem Platz zu suchen, ebenso wenig das Meckern gegen Mitspieler-/innen und Schiedsrichter/-innen. Die Kinder zwischen sechs und elf Jahren spielten voller Respekt, mit Elan und spielerischem Ehrgeiz in gemischten Altersgruppen.

Am Ende des Tages waren die Rückmeldungen durchweg positiv, erinnern sich die Lehrer. „Wenn du in die leuchtenden Augen der Kinder schaust, ist das die größte Bestätigung dafür, dass wir uns richtig entschieden haben, in diesen weiterhin unsicheren Pandemiezeiten, das Turnier durchzuführen. Die Dankbarkeit der Kinder ist unglaublich und unbezahlbar.“

Nächste Runde im September
Und weil´s so schön war, können sich Kinder im August und September auf noch weitere Turniere freuen, so in Rotenburg, Darmstadt, Bürstadt und erneut in Kassel.

Die Straßenfußball Turniere für Toleranz hat die Sportjugend Hessen in dieser Form 2015 ins Leben gerufen und in normalen Zeiten finden rund 30 Turniere jeden Sommer statt. Das Angebot richtet sich an Schulen, soziale Einrichtungen und Vereine. Mit seinen mobilen Soccer Sets sorgt die Sportjugend Hessen dafür, dass an unterschiedlichen Orten aus dem Nichts ein Fußballplatz entsteht. Wunsch ist es auf Dauer, diese Turniere ganzjährig anbieten zu können.

Deshalb sucht die Sportjugend Hessen für die Durchführung dieser Fair-Play Turniere weitere Honorarkräfte, die Lust haben, Kinder und Jugendliche zu betreuen, die gerne organisieren und mobil sind.

Weitere Infos:
Markus Wehenkel, Sportjugend Hessen
Tel.: 069/6789-406, E-Mail: MWehenkel@remove-this.sportjugend-hessen.de


Neues Fortbildungskonzept in freier Natur

Sport-Coaches auf Wandertour

Die Folgen der Pandemie haben schon zu manch einer guten Idee geführt. Zum Beispiel neue Formate bei den Fortbildungen. Ende Juni trafen sich 25 Sport-Coaches im Rheingau zu ihrer jährlichen Fortbildung, diesmal eingebettet in eine Wanderung bei strahlendem Wetter.

Unter freiem Himmel fühlten sich alle Teilnehmer/innen sicher und entspannt. In vielen Gesprächen während des Wanderns fand ein intensiver Austausch über individuelle Erfahrungen und Projektideen statt. Im Laufe der Zeit hat sich die Tätigkeit eines Sport-Coaches im Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“, finanziert vom Hessischen Ministerium des Innern und Sport, grundlegend gewandelt. Ging es am Anfang darum, für Geflüchtete Bewegungsangebote zu schaffen und ihnen so dass Ankommen zu erleichtern, liegt der Schwerpunkt mittlerweile auf Netzwerkarbeit. Es gilt, Sportvereine und Geflüchtete nicht nur auf dem Sportplatz zusammenzubringen, sondern die Motivation der Geflüchteten zu nutzen und sie für ein freiwilliges Engagement zu gewinnen.
Dass dies geling,t zeigt die Teilnahme von sieben Geflüchteten, die mittlerweile selbst als Sport-Coach aktiv sind.

Grenzen und Heimat
Neben dem Austausch machten sich die Teilnehmer/innen Gedanken um das Thema Heimat. Geologieprofessor Eckardt Stein, Sport-Coach in Riedstadt, erklärte die Geschichte des Rheingaus. Ein besonders interessanter Aspekt in Bezug auf Grenzen und Heimat ist die Tatsache, dass dieser vor 200 Millionen Jahren noch südlich des Äquators lag. Ein gutes Beispiel, das verdeutlicht, wie Grenzen willkürlich sind und dass sie von Menschen gezogen werden.
Darauf aufbauend wurde die Bedeutung dieses Wissens für die interkulturelle Arbeit diskutiert und welche Unterschiede der Begriff „Heimat“ bei Menschen mit Fluchterfahrung mit sich bringt. Anhand solcher Leitfragen wurden unterschiedliche Perspektiven gedacht und Erfahrungen in der eigenen Biographie ausgetauscht. Dies führte in Verbindung mit strahlendem Sonnenschein zu einer anderen Art von Fortbildung, die nach den Rückmeldungen der Teilnehmer/innen gerne wiederholt werden kann.


Der Traum von den Olympischen Spielen

Mit Hilfe von „Integration durch Sport“ ist das Ziel erreicht

Wael Shueb – beliebter Trainer, toller Lehrer, erfolgreicher Athlet (Foto: Johannes Koenig)

Wael Shueb hat sein Ziel erreicht. Er wird an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Der aus Syrien stammende Karatekämpfer tritt für das Olympia-Flüchtlingsteam an. Vorbereitet hat er sich auf dieses besondere Ereignis im Sportzentrum Eppertshausen.

Sport ist ein Meister der Integration
Sein Trainer Professor Dr. Ernes Erko Kalac ist selbst 1998 als Kriegsflüchtling nach Deutschland gekommen. Ursprünglich stammt der Sportwissenschaftler und Karateka aus Montengro. Zwischenzeitlich war er als Integrationsbotschafter des DOSB aktiv und ist zudem Gründer und Vorsitzender des Gesundheits- und Kampfsportvereins Lotus Eppertshausen. Der Verein – langjähriger Stützpunkt des Programms „Integration durch Sport“ - ist in den letzten Jahren auch zu Wael Shuebs sportlicher Heimat geworden.

„Die Nominierung von Wael für die Olympischen Spiele bedeutet uns allen im Verein sehr viel und wir unterstützen ihn, wo es nur geht“, jubelt Kalac. „Es herrscht eine gute, aufgeregte Stimmung und alle sind stolz darüber, dass Wael in Tokio zum Teil auch den GKV Lotus e.V. repräsentieren wird.“

Kommunikation mittels Karate
Im Ort war Wael Shueb in einem Flüchtlingshaus untergebracht: „Ich verstand damals überhaupt nichts“, erzählt er nach dem Fernsehinterview in bestem Deutsch. Hinzu kam, dass er ohne Deutschkenntnisse auch weitgehend zur Untätigkeit und zum Herumsitzen verurteilt war. Schnell wurde ihm klar, dass sich das ändern musste. Abhilfe gab es unter anderem von Monique, einer gebürtigen Französin, die in Neu-Anspach ehrenamtlich Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge gab. Zusammen mit seiner Betreuerin gab sie ihm den Tipp, zum Integrationsfestival zu gehen und sich dort Ernes Erko Kalac vorzustellen.

„Das hat er dann auch getan und so sind wir ins Gespräch gekommen. Da wir beide die Leidenschaft des Karatekampfes teilen und einen Migrations- und Fluchthintergrund haben, hatten wir sofort eine gute Gesprächsgrundlage,“ erinnert sich Kalac an ihr erstes Treffen. „Gleichzeitig ist mir beim gemeinsamen Sporttreiben sofort aufgefallen, dass er ein ausgezeichneter Kämpfer ist. Also habe ich ihn nach Eppertshausen eingeladen.“

Unterstützung von Anfang an
Und so nimmt der Werdegang von Wael Shueb seinen Lauf. Der Verein besorgt ihm eine Wohnung und setzt ihn als Trainer ein. Ein weiterer Schritt ist die Vermittlung einer Arbeitsstelle im Fitnessstudio. Sein deutsch wird immer besser und sein Alltag erhält eine Struktur. Für sein eigenes Training kommt ihm vor allem die kurze Distanz zwischen seiner Wohnung, dem Arbeitsplatz und der Trainingsstätte zu Gute.
„Wael hat schon in Syrien davon geträumt sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Diesen Wunsch haben wir von Anfang an stark unterstützt denn ich konnte sehen, dass er auch die nötige Qualität hat. Nehla Osman, eine Anwältin aus unserem Verein, hat sich um seine Anerkennung und das Bleiberecht gekümmert. Ich habe Kontakt mit dem IOC sowie dem DOSB aufgenommen. Es ist mir gelungen, dass Wael seit Juni 2019 IOC-Stipendiat ist. Das war eine optimale Voraussetzung, damit er sich intensiv auf seine Nominierung konzentrieren konnte“, so Ernes Erko Kalac. “Jetzt haben wir das Ziel erreicht und es heißt nur noch Daumen drücken“.


Netzwektreffen Mai 2021

Präsentationen von Matthias Kornes (ballgewinn.de)

Wie überleben wir Covid im Verein - 1 - (pdf)

Wie überleben wir Covid im Verein - 2- (pdf)


Fit für die Vielfalt 4.0

Die Sportjugend Hessen hat ihr Fortbildungsangebot „Fit für die Vielfalt“ immer wieder die gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst, so auch 2021.
Aktuell besteht die Fortbildung aus den Themenfeldern „Kultur, Prägung und Identität“, „Wahrnehmung, Kommunikation und Sprache“, Werte und Konflikte“, „Gefühle, Irritation und Fremdheit“ und „Demokratie und Partizipation“.
„Bisher waren die Inhalte hauptsächlich interkulturell geprägt“, so die zuständige Bildungsreferentin Annamaria Peter. „Doch Vielfalt heute bedeutet viel mehr als das. Auch soziale Herkunft, sexuelle Orientierung, Genderidentität sowie Fragestellungen rund um die Inklusion spielen eine Rolle. Uns ist es wichtig, dass alle jungen Menschen auch im Sport ihren Platz finden und ihre Vielfalt leben können, ohne diskriminiert zu werden.“

Neben der Klärung von Begrifflichkeiten werden in den Fortbildungen mit praktischen Übungen Vorurteile spielerisch und in geschützter Runde aufgedeckt und reflektiert. Dabei wird mit der Pluralität der eigenen Identität, der eigenen Haltung, dem Wertesystem und der Gruppenzugehörigkeit gearbeitet. Es gilt zu entdecken, dass jede*r mehr ist als das was man auf den ersten Blick sieht. Darüber hinaus wird ein sensibler Umgang mit den vielfältigen Lebenswelten aller Mitmenschen und ein reflektierter Umgang mit den eigenen Vorurteilen geübt.

Die Fortbildungen der Sportjugend Hessen finden in den Bildungsstätten Frankfurt, Wetzlar sowie im Camp Edersee statt, werden aber auch digital angeboten. Sie sind Teil der Übungsleiterausbildung, können aber auch als vereins- oder verbandsinterne Fortbildung gebucht werden – entweder als kompaktes mehrstündiges Modul, als eintägige Fortbildung oder als mehrtägiges Seminar.

Die nächste Fortbildung ist als zweiteiliges digitales Seminar am 8.5.21 und 5.6.21 geplant. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Weitere Informationen bei:
Peter Schreiber, Telefon: 05635 992615; E-Mail: PSchreiber@remove-this.sportjugend-hessen.de


Teamgeist überzeugt

20 neue Übungsleiter*innen ausgebildet

Wie alles begann… im Oktober 2019 in Obertshausen (Foto: Benjamin Sonsalla

Interkulturell, dezentral und digital: Die Interkulturelle ÜL C-Ausbildung im Sportkreises Offenbach haben Anfang März 20 Personen mit Erfolg abschließen können und starten nun – passend zur bevorstehenden Öffnung der Vereine – in den sportlichen Alltag.
Miriam Seib, Integrationskoordinatorin des Sportkreises, hat die Ausbildung begleitet und ist stolz auf das Durchhaltevermögen und den Teamgeist der Teilnehmenden. Nicht ganz einfach in Corona-Zeiten, denn die vielbeschworene Digitalisierung war nicht immer barrierefrei.
Auf mögliche sprachliche Hindernisse und ökonomische Benachteiligung wird in den Interkulturellen ÜL-Ausbildungen große Rücksicht genommen. Digitale Formate mit all ihren Einschränkungen stellten deshalb die Beteiligten vor enorme Herausforderungen: Gestik, Mimik, sportpraktische Übungen und nicht zuletzt die elektronische Ausrüstung mussten entsprechend angepasst werden. Jedoch wurden alle Hürden sportlich gemeistert, so dass nicht nur die neuen Lizenzen, sondern auch der Teamgeist und der starke Zusammenhalt der Gruppe gefeiert werden konnten.
Alle Beteiligten haben einmal mehr bewiesen, wie bereichernd es sein kann, die Werte des Sports gemeinsam zu leben, und eindrucksvoll gezeigt, wie man trotz Kontaktbeschränkungen als Team zusammenhalten kann.

Informationen zu Interkulturellen ÜL C-Ausbildungen:
Annamaria Peter, Tel.: 069/6789-440, E-Mail: APeter@sportjugend-hessen.de


Andere Zeiten, neue Angebote

Das Programm „Willkommen im Sport“ fördert 30 Sportvereine

Integration durch Sport
Auch das ist Vereinsarbeit: Hausaufgabenhilfe

Was haben Vereinstandems, Sprachförderung, Schwimmkurse und Futsal gemeinsam? Ganz einfach: Das Programm „Willkommen im Sport“, das sich zum Ziel gesetzt hat, Geflüchtete in Deutschland im Sinne einer Willkommenskultur an Sport- und Bewegungsangebote heranzuführen, eint sie. Es wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Die Sportjugend Hessen bearbeitet diese Aufgabe in ihrem Referat Integration. Dadurch, dass dort das Projekt „Willkommen im Sport“, das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ sowie das Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ ineinandergreifen, können alle strukturfördernd auf kommunaler Ebene wirken.

30 hessische Sportvereine haben 2020 haben daran mitgewirkt und entsprechende Maßnahmen angeboten. Sie konnten mit insgesamt 60.000,- Euro gefördert werden.

Vereinstandems
Einer der Schwerpunkte war, so genannte Vielfaltstandems in den Sportvereinen zu etablieren. Analog zu den Sport-Coach-Tandems in den Kommunen können Vereinstandems entstehen: Idealerweise soll ein Mensch mit Fluchtbiographie mit einer schon länger vor Ort lebenden Person ein Tandem bilden und damit neue Kontakte für den Sportverein in die Geflüchteten-Community ebnen. Eine Win-Win-Situation, da dadurch nachhaltige Zusammenarbeit gefestigt werden kann. Auch wenn durch die Pandemie etliches verhindert wurde, so waren die neun Tandems außerordentlich erfolgreich und können als Modell für weitere Vorhaben auftreten.

Sport und Sprache
Das kreative Potenzial der Verbindung von Sport und Sprache ist eine der Möglichkeiten, um die Integrationskraft des Sportes aufzuzeigen. Über das Programm „Willkommen im Sport“ können Sprachförderungskurse den interkulturellen ÜL-C-Ausbildungen vorgeschaltet werden. Ein Pilotprojekt im südhessischen Rodgau unterstützt Vorschulkinder, die noch sprachliche Lücken haben. Dafür wurde ein kommunales Bildungsnetzwerk etabliert, in dem die Sportvereine eine wichtige Rolle in der psychomotorisch basierten Sprachförderung einnehmen.

Sport+X
Einfallsreich waren die Vereine, als es darum ging, in Zeiten von pandemiebedingten Einschränkungen Angebote für Geflüchtete bereitzustellen. Einige Schwimm- und Radlernkurse konnten stattfinden, wenn auch nicht in so großer Anzahl, wie geplant. Angebote im Gesundheitssport fanden größtenteils online statt. Neue Räume – jenseits der digitalen Welt – wurden (wieder-)entdeckt: Treffen in der Natur, um gemeinsam Sport zu treiben, sich fit zu halten für die individuelle Sportart, waren angesagt von der Bergstraße bis Waldeck-Frankenberg. Und was verbirgt sich hinter Sport+X? Sportvereine sind nicht nur ein Integrationsmotor, sondern auch in bestimmt Situationen Alltagshelfer. Ehrenamtliche Arbeit erstreckte sich in den Vereinen auf die Unterstützung bei Behördengängen, auf Hausaufgabenhilfe, die derzeit wichtiger denn je ist, und auf Hilfe bei Fragen zu Ausbildung und Beruf. Empowerment und Hilfe zur Selbsthilfe konnten erfolgreich gefördert werden.

Eine Erfolgsgeschichte
Die vielfältige Vernetzungsarbeit, die das Integrationsteam der Sportjugend Hessen im kommunalen Raum vorantreiben wollte, musste 2020 vor die Monitore verlagert werden. Jedoch findet die Arbeit an den Runden Tischen in den Städten und Gemeinden sowie Netzwerktreffen in den Sportkreisen mit Partnern aus Migrantenorganisationen, Wohlfahrtsarbeit und Politik statt; tragfähige Strukturen sind bereits entwickelt. Hier wurden und werden Vorhaben geplant und realisiert, die die Teilhabe von Geflüchteten in unserer Willkommensgesellschaft ermöglichen.
Von den Erfahrungen derjenigen Sportvereine, die 2020 am Projekt „Willkommen im Sport“ partizipiert haben, können alle anderen Vereine profitieren. Das Programm wird fortgesetzt.

Haben Sie Interesse an dem Projekt, sind Sie an einer Förderung Ihrer Sportangebote interessiert oder wollen wissen, wie sich ein solches Vorhaben umsetzen lässt?
Kontakt:
Referat Integration, Sportjugend Hessen, Tel.: 069-6789-237, E-Mail: ids@sportjugend-hessen.de



Gesucht und gefunden

Sportvereine als Partner der Integrationsarbeit

Vorsicht, schlagfertige Frauen! Die offene Boxsportgruppe „for girls only“ des TSV 1850/09 Korbach mit Chef-Trainer Reinhard Jassmann (re.) bei der Übergabe des IdS-Stützpunkt-Schildes

Die Corona-Krise mitsamt den Begleiterscheinungen (gesperrte Sportstätten, Kontaktverbot, Hygienemaßnahmen u.v.m.) hat den organisierten Sport in seinem durchgetakteten Sportbetrieb mächtig ausgebremst. Es hat aber die Sportvereine der fünf nord- und osthessischen Sportkreise (ohne FD-Hünfeld) nicht davon abgehalten, für die Zeit danach konkrete Überlegungen anzustellen, was im Vereinssport anders, neu, besser, integrativ oder inklusiv laufen kann.

Nach intensiver Werbung über die Homepages der Sportkreise ist es erfreulich, dass sich VfL Bad Wildungen (integrative Sportspiele in Kitas), ESV Jahn Treysa (offene Sportgruppe Leichtathletik für Kinder), TV Schwebda (Tanzangebote für Kinder und Jugendliche), Boxclub Eschwege (Boxen als Breitensport für Alle) und der SV Allendorf (Kampfsport-Schnuppertag für Kids und Teens) erstmals für ein Engagement im DOSB-Bundesprogramm „Integration durch Sport“ in der Sportjugend Hessen beworben haben. Diese Auflistung muss hier und im Folgenden aufgrund der Anzahl neuer und bestehender Stützpunkte für Integration unvollständig bleiben.

Sportvereine: unsere Eckpfeiler
Darüber hinaus sind die in die Regelförderung über fünf Jahre eingebundenen Sportvereine TSV Korbach (offene Sportgruppe Mädchen-/Frauenboxen), TuSpo Borken (offene Sportgruppe Basketball für Mädchen), Eschweger TSV (Jugend-Basketball), Rugby Cassel (Schulsport-AG Rugby) und TV Hersfeld (offene Sportgruppen Gerätturnen für Kinder) weiter im Sinne gelebten Miteinanders jenseits von Kultur, Herkunft, Religion oder Geschlecht im Sport als Stützpunkte für Integration aktiv. Sie werben für Sport im Sportverein nicht nur bei den Neubürgern und Menschen in der dritten oder vierten Migrantengeneration, sondern gehen das Thema Integration auch mit Partnern außerhalb des organisierten Sports (z. B. Einrichtungen sozialer Arbeit, Jugendhäuser, Schulen, Netzwerke für Integration) offensiv an. Sie alle tun dies im Bereich Freizeit- und Breitensport und gewinnen so fortlaufend Interessierte, neue Mitglieder und auch neue Sportarten.
Getreu dem Motto „Sport – im Verein am schönsten" erleben die neuen Mitglieder unserer Gesellschaft hier oft zum ersten Mal das Gefühl, ungeachtet ihrer eigenen Probleme dazu zu gehören und gemeinsam mit Gleichgesinnten das Gleiche tun zu können.

Und nach dem Training geht’s weiter
Was macht es für die Sportvereine so interessant, im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ mitzuwirken? Ist es der gesamtgesellschaftliche Auftrag? Denken und agieren Sportvereine bevorzugt in Netzwerken? Können sie vom soziokulturellen Gepäck (u. a. sportliche Vita, Meisterehren, Trainer etc.) der Zugewanderten profitieren? Nachwuchsgewinnung? Locken die Fördergelder? Imageverbesserung? Es ist von allem etwas dabei.

Integration durch Sport – über Jahre gereift
Seit über 30 Jahren werben der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bundesweit und die Sportjugend Hessen mit dem Programm „Integration durch Sport“ landesweit für das soziale Engagement und das gelingende Miteinander im organisierten Sport.
Sportvereine wenden sich bei Interesse an einer aktiven, engagierten und nachhaltigen Arbeit als anerkannter hessischer Stützpunktverein an die Programmleitung in Frankfurt.



Willkommen im Sport

30 hessische Sportvereine erhalten Förderung für ihre Integrationsarbeit

(Foto: K. Friese)

Das bundesweite Projekt „Willkommen im Sport“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Geflüchtete im Sinne einer gelebten Willkommenskultur an Sport- und Bewegungsangebote heranzuführen. Dafür sollen attraktive Angebote möglichst niederschwellig und gleichzeitig zielgruppenorientiert angelegt sein.

Die Sportjugend Hessen bearbeitet diese Aufgabe seit Anfang 2019 in ihrem Referat Integration. Dadurch, dass dort das Projekt „Willkommen im Sport“ und das Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ ineinandergreifen, können beide nachhaltig strukturfördernd auf kommunaler Ebene wirken.

Vom Knüll bis in den Odenwald
Im vergangen Jahr wurden hessenweit 30 Sportvereine in ihrer Integrationsarbeit über das Projekt gefördert. Von Borken über Erfelden bis Wisper haben sich Menschen engagiert, Geflüchteten die Teilhabe am organisierten Sport zu ermöglichen. Die Angebote reichten von offenen Sportgruppen u. a. im Turnen, Tanz und Cricket, über Mitternachtssport bis hin zu stark nachgefragten Schwimm- und Radfahrkursen für Mädchen und Frauen.
Für Mädchen und Frauen spielen diese Empowerment-Angebote eine besondere Rolle. Sie steigern das Selbstwertgefühl und bringen sie mit anderen Frauen in freundschaftlichen Kontakt. In den Schwimmkursen geht es um Gesundheitsförderung, Körperwahrnehmung und natürlich auch um die Kompetenz des Schwimmens in einem passgenauen Setting. Die Radfahrkurse bieten ebenfalls eine Steigerung des Selbstwertgefühls und erschließen den Frauen durch die gewonnene Mobilität einen größeren Bewegungsradius in ihrem Umfeld.

Nicht nur reine Sportkurse zählten zu den geförderten Projekten, auch basisnahe Vereins- und Spielfeste, Feriensportwochen, Hausaufgabenhilfen und Sprachvermittlung. Das Spektrum war dementsprechend bunt und breit.

Hessenweite Vernetzung
Ebenso vielfältig war die Vernetzungsarbeit, die das Integrationsteam der Sportjugend im kommunalen Raum anschieben konnte. Mit Runden Tischen in den Städten und Gemeinden sowie Netzwerktreffen in den Sportkreisen mit Partnern aus Migrantenorganisationen, Wohlfahrtsarbeit und Politik konnten sich tragfähige Strukturen entwickeln, die eine stabile Weiterentwicklung des Projektes garantieren. Hier wurden und werden Vorhaben geplant und realisiert, die die Teilhabe von Geflüchteten in unserer Willkommensgesellschaft ermöglichen.

Interkulturelle Öffnung als Gewinn
In der Geflüchtetenarbeit zeigt sich, ebenso wie in der Sozial- und Integrationsarbeit, dass es langfristiger Ansätze bedarf. Dies wird über Ansprechpersonen vor Ort erreicht, die Kontakte in die Communities aufbauen und als Türöffner fungieren können. Integrationsarbeit ist immer auch soziale Arbeit und soziale Arbeit benötigt Vertrauen und Verlässlichkeit.
Da viele Vereine diese Dauerhaftigkeit vor Ort bieten können, konnten sich die meisten ihrer Projekte und Angebote erfolgreich etablieren. Die Übungsleiter/-innen bieten verlässliche Anlaufstellen und gewährleisten eine unkomplizierte, vertrauensvolle Alltagsintegration. Von den erworbenen Erfahrungen derjenigen Sportvereine, die 2019 am Projekt „Willkommen im Sport“ partizipiert haben, können alle anderen Vereine profitieren wie auch sie selbst durch ihre interkulturelle Öffnung.
Die Erfolgsgeschichte wird fortgesetzt.


30 Jahre Integration durch Sport

Der Jahresrückblick

2019 feierte das Bundesprogramm sein 30-jähriges Jubiläum.


30 Tage – 30 Jahre Integration durch Sport

Instagram-Challenge #idsinhessen

#idsinhessen

Das Programm Integration durch Sport feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Vom einstigen Projekt „Sport für alle“ hat es sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil im Sport entwickelt. Die Sportjugend Hessen war von Beginn an eine der Organisationen, die sich dem Thema angenommen hat. Nun soll im Rahmen einer Instagram-Challenge, die vom 17.08. bis zum 15.09.2019 stattfinden wird, auf die Bedeutung von Integration in und durch Sport aufmerksam gemacht werden.

Alle Sportvereine sind aufgerufen, sich an der Challenge „30 Tage – 30 Jahre Integration durch Sport“ zu beteiligen und eigene Beiträge in ihren Social Media Kanälen von Facebook und Instagram veröffentlichen. Dabei soll das Motto: Wir leben Integration durch Sport, weil …. auf den Fotos zum Ausdruck gebracht werden. Alle Posts sind mit dem Hashtag #idsinhessen zu versehen, damit die Vielfalt in der hessischen Sportlandschaft gebündelt gefunden werden kann.

Die Sportjugend Hessen selbst wird 30 Tage lang auf ihrem Instagram Channel #sportjugendhessen Beiträge einstellen. Sie zeigen, wie bunt die Sportjugend ist, wer sich an Integration durch Sport beteiligt und was das Programm für sie bedeutet.
Gleich mit dem Starttermin setzt die Sportjugend ein Zeichen. An diesem Tag findet in Lorsch (Bergstraße) das 10. Hessische Integrationsfestival, das Festival des Sports, statt.


Podcast Halbe Katoffl im Sport

Der Podcast „Halbe Katoffl“ und „Integration durch Sport“ kooperieren anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Bundesprogramms, das vom BMI und BAMF gefördert wird. Die „Halbe-Katoffl-Sport“-Ausgabe erscheint alle vier Wochen, immer Mitte des Monats. Die Serie dreht sich um Menschen mit nichtdeutschen Wurzeln, die vom Sport geprägt wurden und in einigen Fällen auch selbst den Sport prägen. Und natürlich geht es um Integration und Identität – ernste Themen, aber humorvoll, locker und sympathisch vermittelt.

Ivana Jagla ist in Sarajevo geboren, im heutigen Bosnien-Herzegowina. Ihr Vater ist Serbe, ihre Mutter Kroatin. 1987 kam die damals Dreijährige nach Deutschland – kurz bevor in Jugoslawien der Krieg begann. In der dritten Folge der Serie erzählt Ivana Jagla, Basektballerin und Personaltrainerin von ihrem spannenden Leben.

Zum Podcast


30 Jahre "Integration durch Sport"

Das Sondermagazin zum 30-jährigen Bestehen des Bundesprogramms "Integration durch Sport" ist jetzt erschienen: https://bit.ly/2XnwRBr