Soccer- und Highlander Games

Ein Projekt der Sportjugend Hessen für geflüchtete junge Männer

Highlander Games

Seit zwei Jahren unterstützt die Sportjugend Hessen das Engagement von Sportvereinen bei der Arbeit mit jungen geflüchteten Männern – besonderen Wert wird auf die Einbindung von unbegleitetem minderjährigem Geflüchtete gelegt. Gerade sie befinden sich in einer psychischen und mentalen Ausnahmesituation und müssen die Herausforderungen der Integration, die als Voraussetzung für ein Aufenthaltsrecht gelten, auf sich allein gestellt meistern.  

Positive Wirkung des Sports
Das Projekt „Soccer- und Highlander Games“ nutzt zum einen die positive Wirkung von Sport für diese Zielgruppe. Erfolgserlebnisse genießen, auf ein sportliches Ziel hinarbeiten, sich körperlich auspowern, Gemeinschaft im Sport erleben und ein gutes Verhältnis zu Ehrgeiz und Fairness, Sieg und Niederlage finden, sind wichtige Lern- und Erlebnismöglichkeiten für diese Zielgruppe und können helfen, körperliche und psychische Stabilität zu fördern.

Gemeinschaft im Verein erleben
Begleitet werden die jungen Männer durch einen Vereinstrainer, der nicht nur für ein gutes und effektives Training sorgt, sondern auch den Weg in die Gemeinschaft des Sportvereins ebnen soll. Er trainiert sie in einer vier- bis sechswöchigen Trainingsphase, zeigt ihnen das Vereinsgelände und macht sie mit gleichaltrigen Vereinsmitgliedern bekannt. So erhalten die Geflüchteten einen Einblick in den Sportverein und  finden Kontakte zu Menschen vor Ort.

Schnuppertag zu Beginn
In der Vorbereitung müssen die Kooperationspartner zueinander finden. Ein interessierter Sportvereine, Flüchtlingsunterkünfte und Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und deren Betreuer und natürlich die Sportjugend Hessen stellen eine geeignete Gruppe zusammen. An einem Schnuppertag werden die Sportangebote vorgestellt und natürlich fleißig ausprobiert, Regeln, Trainingstermine sowie Trainingspläne ausgetauscht.   

Regelmäßiges Training ohne Sprachbarrieren
In Trainingsphase werden regelmäßige Trainingstermine auf dem Vereinsgelände durchgeführt. Hier steht neben dem Training auch Kennenlernen und anschließende Freizeitgestaltung auf dem Programm. Spezielle, von der Sportjugend entwickelte Trainingspläne können von den Trainern unterstützend eingesetzt werden, die mit Hilfe von QR-Codes Trainingsvideos direkt auf das Handy übertragen und direkt zum Nachmachen animieren. So können Sprachschwierigkeiten elegant umgangen werden. Außerdem taugen diese Hilfsmittel auch zum Eigentraining für die besonders Ehrgeizigen.

Abschlussfest mit Abschlussturnieren
Zum Abschluss wird ein großes Vereinsfest gefeiert. In diesem Rahmen werden zwei Turniere mit den Geflüchteten durchgeführt – ein Soccer-Turnier und eine Strongman Challenge in bester Highlander-Manier. Hier werden Baumstämme gestemmt, LKW-Reifen gerollt, schwere Medizinbälle weit geworfen und die Zielgenauigkeit mit einem Wasserbomben-Katapult überprüft. An den Turnieren können auch Vereinsmannschaften und gemischte Teams teilnehmen. Eingerahmt wird das Turnier von vielen Sport- und Spielangeboten, die von allen Besuchern des Festes ausprobiert werden können. Ein internationales Buffet sorgt das leibliche Wohl, Falafel und Bratwurst in friedlicher Koexistenz.   

Integration als Ziel
Was bleibt nach intensiven Wochen? Nicht alle jungen Geflüchteten schaffen den Sprung in den Verein und in eine Vereinsmannschaft. Einige Geflüchtete mussten in den Jahren 2016 und 2017 andere Unterkünfte beziehen, teilweise die Bundesländer wechseln. Andere hat der sportliche Ehrgeiz nicht so gepackt, dass eine dauerhafte Teilhabe im Verein möglich wurde. Einige jedoch sind nun ganz normale Sportkameraden des Vereins geworden – im besten Wortsinn.
Was jedoch dauerhaft bleib, ist die Erfahrung der Begegnung – bei den Geflüchteten, aber auch im Sportverein und seinen Mitgliedern. Und diese Begegnungen sind der erste Schritt gegen Vorurteile, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Ressentiments und gegen Rassismus.

Gefördert durch das Hessische Innenministerium
Das Projekt „Soccer und Highlander Games“ wird gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ des HMdIS und ist Teil des Projekts des Hessischen Jugendrings „Werkstätten für Demokratie“.

AOK Vereinsförderung NäherDran
Interessierte Vereine können dieses Integrationsprojekt im Rahmen der Initiative NäherDran realisieren. Diese Vereinsfördermaßnahme ist als Bildungsbaustein kostenfrei buchbar unter www.sportjugend-hessen.de/naeherdran/bausteine/