Aktuelles aus der Sportjugend


Mut ist von zentraler Bedeutung

im Judo und bei Veränderungsprozessen

Beim Leitbild-Workshop brachten sich zahlreiche junge Mitglieder ein

In der Nähe von Fulda ist der Judoclub Petersberg beheimatet. Seit 1999 gibt es den Verein in der jetzigen Form, vorher wurde Judo als eine Abteilung im TV 1909 Petersberg e.V. angeboten. Für die knapp 200 Mitglieder gibt es verschiedene Angebote auf jedem Niveau: von Anfängerkursen bis zur leistungsorientierten Wettkampfgruppe. Im Jahr 2004 baute der JC Petersberg eine eigene Trainingshalle (Dojo) und erfüllte sich und seinen Mitgliedern damit einen großen Traum. Nun kann der Trainings- und Wettkampfbetrieb selbstverantwortlich geplant werden.
Vorstandsmitglied Uwe Quell hörte 2017 vom Projekt „DemoS! – Sport stärkt Demokratie!“ der Sportjugend Hessen. Das Ziel, Beteiligungsmöglichkeiten vor allem junger Menschen zu fördern und dadurch demokratische Strukturen zu stärken, überzeugte ihn und auch die anderen Vorstandsmitglieder. Wegen des Wegzugs zur Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung war es in Petersberg in der Vergangenheit immer schwieriger geworden, Jugendliche und junge Erwachsene für Ämter außerhalb des Sports zu gewinnen. An Motivation und Kompetenz mangelt es den jungen Sportler/-innen stattdessen selten.  

Einfach mal machen – in den Job der Projektleitung kann man hineinwachsen
Zur Übernahme der Projektleitung im Verein meldeten sich gleich drei aktive Mitglieder. „Zu Beginn des Projektes wusste ich persönlich noch nicht so genau, was auf mich zukommen wird. Nach den ersten Gesprächen mit dem Projektteam und unserem Paten wurde allerdings recht schnell klar, dass wir dieses Projekt bei uns im Verein durchführen wollen“, so Katharina Schaub über die Anfänge von DemoS!. Durch die Qualifizierungsmodule und den Austausch mit den jungen Projektleitungen der anderen Vereine konnten sie viel Wissen sammeln und es in ihrer praktischen Arbeit im Verein  anwenden. Für Katharina Schaub und ihren Kollegen Markus Krawczyk hat die Teilnahme an den Qualifizierungsmodulen und der Leitbild AG viel gebracht. Sie fühlen sich sicherer beim Reden vor großen Gruppen und beim Auftreten von Konfliktsituationen gestärkt, zudem haben sie einiges an Know-how zur Gestaltung von Einladungen und Flyern erhalten. Zum Team gehört auch die Studentin Svenja Skúlason, die sich vor allem in der Organisation vor Ort stark eingebracht hat.
Von Anfang an war es den Judoka aus Petersberg wichtig, die gemeinsamen Werte klar nach außen zu vertreten. Bei der Wertediskussion im Rahmen des Leitbildprozesses beriefen sie sich deshalb zum einen auf die zehn zentralen Werte des Judos. Zum anderen wurde konstruktiv über eine starke Positionierung gegenüber Rassismus und Diskriminierung gesprochen, die sich auch im Leitbild widerspiegelt.

Kleine Fortschritte weiter pflegen
Die Befragung der Mitglieder nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zeigte, dass es gar nicht immer eines großen Wurfs bedarf, um die Zufriedenheit zu verbessern. Ein Ergebnis war, dass die vielen Engagierten bei Turnieren und Vereinsveranstaltungen ihre Aufgaben sehr gerne wahrnehmen, sich dafür aber mehr Wertschätzung wünschen. Im August fand ein Sommerfest auf dem Vereinsgelände statt – mit dem Fokus, den vielen Helfer/-innen „Danke!“ zu sagen. Auch für die Jugend wurden neue Formen des Engagements besprochen und getestet. Zum Beispiel wurde ihnen die Möglichkeit angeboten, nach dem Training bei gemeinsamen Essen, Trinken und Kicker spielen neue Ideen zu entwickeln.  

Das Leitbild ist mittlerweile fertiggestellt, die Projektlaufzeit von DemoS! endet im Dezember. Der Veränderungsprozess beim JC Petersberg ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Denn alle Beteiligten sind zu einer ähnliche Erkenntnis gekommen: Für ein aktives, gemeinschaftliches Vereinsleben ist die Beteiligung und das Engagement aller Mitglieder notwendig – unabhängig des Alters oder sportlichen Levels.

Die Judowerte als Grundgerüst für das Leitbild

Der Deutsche Judo-Bund hat zehn zentrale Werte herausgestellt, die durch den Sport auf besondere Weise vermittelt und verstärkt werden können. Der Judoclub aus Petersberg orientiert sich in seinem Leitbild an diesen Werten. Wertschätzung gegenüber Trainingspartner/-innen, Wettkampfgegner/-innen und Übungsleiter/-innen gehört genauso zu diesen Grundsätzen wie Mut und Selbstbeherrschung sich selbst und seinem Können gegenüber. In Petersberg wird auf die Vermittlung dieser Werte ein Schwerpunkt gelegt, in den Trainingseinheiten und dem täglichen Vereinsleben. Ein freundlicher Umgang untereinander hat Priorität.

Die Werte nach innen und außen leben
Dem Judoclub Petersberg ist es wichtig, auch nach außen für die vereinbarten Werte einzustehen. Im Leitbild wird klar formuliert: „Wir sind ein weltoffener und demokratischer Verein, der sich gegen Rassismus und Intoleranz ausspricht“. In Petersberg ist jede/-r eingeladen, das Vereinsleben aktiv mitzugestalten. Gemeinsam geplante Aktivitäten neben dem Trainings- und Turnierbetrieb stärken die Gemeinschaft und ein offenes, freundschaftliches Miteinander. Die vereinbarte Wertebasis gilt dabei als Bezugspunkt für die Vereinsmitglieder, die Teilhabemöglichkeiten für Alle aktiv stärken wollen: „Jeder, der unsere Werte teilt, ist beim Judoclub Petersberg herzlich willkommen.“


Hessischer Landtag in Hand der Sportjugend Hessen

Über 100 Delegierte nutzten die Möglichkeit des Jugendhauptausschusses, sich an der Arbeit der Sportjugend Hessen zu beteiligen.

Im September tagte in Wiesbaden der Jugendhauptausschuss der Sportjugend Hessen. Über 100 Delegierte kamen, um sich über die aktuelle Arbeit zu informieren, sich mit dem Vorstand auszutauschen und über den Haushaltsplan 2020 abzustimmen. Passend zum Tagungsort, dem Hessischen Landtag, stand der Vormittag ganz im Zeichen von „Demokratie, Mitbestimmung und Beteiligung“. Das Impulsreferat hielt Dr. Reiner Becker, Leiter des Demokratiezentrums Hessen.

Demokratisches Handeln in unsicheren Zeiten

Dr. Becker stellte anhand seines gestiegenen Arbeitspensums fest, dass sich die Situation in Deutschland in den letzten zwei Jahren geändert hat, auch wenn sich eigentlich nichts geändert hat. Schon immer gab es z. B. Rechtsextremismus. Doch die Resonanz auf rechtsextreme Thesen hat sich erhöht. Vorurteile werden durch Fake News, Demonstrationen sowie Gewalttaten gebunden.

Die jüngere Generation ist zum ersten Mal damit konfrontiert, für die Demokratie zu kämpfen. Flucht und Migration, Klimawandel und der Trend zum Nationalismus stellen die Demokratie zurzeit auf eine harte Probe. Doch was ist Demokratie?  „Demokratie kann in drei Ebenen unterteilt werden. Die formale Dimension: sie umfasst allgemeinverbindliche Regeln, die prozesshafte Dimension: Demokratie muss immer wieder neu gestaltet werden, die substantielle Demokratie: der unveränderbare Kern unserer Prinzipien, die demokratischen Werte. Und diese dritte Ebene ist für das Fortbestehen der Demokratie entscheidend“, so Dr. Becker.

Am Ende seiner Ausführungen führte Dr. Becker verschiedene Aspekte auf, an denen sich etwas ändern muss. Zum einen ist es notwendig, in globalen Themen (z. B. Klimawandel) dem Trend zum Nationalismus entgegen zu wirken, zum anderen muss ein „mutiger Blick nach vorne“ entwickelt werden und schließlich ist ein „ethisches Konzept des Verzichts“ für ihn zwingend notwendig.

Mitbestimmung und Beteiligung

Drei Workshops standen den Delegierten zur Auswahl. In jedem wurde praxisnah erarbeitet, welche Möglichkeiten der Einzelne/die Einzelne hat, um seinen Anliegen Gehör zu verschaffen. In Anlehnung an den Impulsvortrag wurde in einem Workshop auf die verschiedenen Formen und Orte der Demokratie eingegangen. Demonstrationen, Petitionen, Informationsveranstaltungen, Anträge auf dem Jugendhauptausschuss. All dies sind Möglichkeiten, Themen öffentlich zu machen, für die man brennt.

Im zweiten Workshop standen mögliche Kommunikationskonflikte im eigenen Verein, Verband oder Sportkreis  im Fokus. Den Teilnehmenden wurde eine Methode an die Hand gegeben, wie sie in einen demokratischen Aushandlungsprozess gehen, indem sie den Blick auf die jeweiligen Bedürfnisse der Beteiligten richten und gleichzeitig ihre eigenen Interessen artikulieren. 

In der heutigen Zeit zählt auch der Online-Bereich zu einem Ort der Demokratie. Die richtigen Worte zu finden und sie nach außen unter Zuhilfenahme digitaler Medien zu vertreten, war Inhalt des dritten Workshops.


Das aufblasbare Tampolin im Kinderturnen

Die Flying Bananas lassen die kleinen Teilnehmer schweben

Im September lud die Sportjugend Hessen zusammen mit den Flying Bananas, Mani Schwedler und Christian Pöllath, zu einer Fortbildung ein, an der nicht nur Übungsleiter/-innen teilnahmen, sondern auch deren Kinder. Das natürliche Bedürfnis von Kindern nach Springen - ob auf der Matratze oder dem Trampolin - stand im Fokus der Unterrichtseinheiten.

Von der Matratze zum Trampolin
In Anlehnung an das Lernen des Radfahrens wurden die Teilnehmenden an das richtige Trampolinspringen herangeführt. Während beim Radeln der Weg vom Bobby-Car übers Laufrad zum Fahrrad geht, verläuft er beim Springen vom Matratzenhüpfen übers aufblasbare Kindertrampolin zum Gartentrampolin. Das aufblasbare Trampolin wird von der Unfallkasse Hessen ausdrücklich empfohlen. Es hat einen Corpus aus Kunststoff und das Sprungtuch ist mit zwei Kordeln eingeflochten. Harte, verletzungsträchtige Metallstreben oder Stahlfedern gibt es nicht.

Hüpfspaß – Hüpfspiel – Hüpfsport
Egal welche Form des Trampolins verwendet wird: Es gibt bei allen Sicherheitsregeln und Nutzungshinweise zu beachten, über die die Teilnehmenden in Kenntnis gesetzt wurden. Nach der theoretischen Einführung ging es mit der Praxis weiter. Gemeinsam mit den Kindern lernten die Teilnehmenden sukzessive das Trampolinspringen und wie man das Sprungverhalten von Kindern verbessern kann. Es war eine sehr lebhafte Fortbildung, die durch die Teilnahme der Kinder eine große Bereicherung erlangte.
Zum Abschluss zeigten die beiden Referenten noch einen Zaubertrick und ließen die Kinder nach und nach über dem Trampolin schweben.


Jugend-Road-Show der Sportjugend Hessen gestartet

Mit der Jugend-Road-Show ist eine hessenweite Aktion im Sport gestartet, bei der verschiedene Engagement-Formen von jungen Menschen sichtbar und gleichzeitig weiterentwickelt werden sollen. Bis zum Frühjahr 2021 sind an die zehn verschiedene Stationen geplant. Ziel ist es, die Partizipationsmöglichkeiten von jungen Menschen im Sport, aber auch in regionalen Jugendvertretungen sowie in weiteren gesellschaftlichen Bereichen z. B. jugendgerechte Mediengestaltung und ePartizipation genauer unter die Lupe zu nehmen. Gleichzeitig soll Kindern und Jugendlichen aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten der Mitbestimmung und Beteiligung sie haben.

Erste Station: Hands on Participation - Jugendkongress in Frankfurt
Den Auftakt für die Jugend-Road-Show bildete die Teilnahme von Sportjugend-Vertreter/-innen beim HOP-Jugendkongress des Hessischen Jugendrings. Dort diskutierten junge Menschen bis 27 Jahre die Frage: Was braucht eine erfolgreiche Jugendbeteiligung in Hessen an Rahmenbedingungen und Strukturen? Neben der Sportjugend Hessen, waren Vertreter/-innen anderer Jugendverbände, kommunaler Jugendparlamente, der offenen Jugendarbeit sowie Schüler/-innen-Vertretungen anwesend. Gemeinsam wagten sie im gegenseitigen Austausch einen Blick über den Tellerrand ihrer jeweiligen Beteiligungsformen und -formate hinaus.

Lena Herke, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen, war mit dabei und fand den Kongress einen gelungenen Auftakt für die Jugend-Road-Show: „Der HOP bot engagierten Jugendlichen in Hessen die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und gemeinsam eine starke Stimme in Gesellschaft und Politik darzustellen. So bekommen junge, ehrenamtlich Aktive die Chance, Anerkennung und Wertschätzung für ihr Engagement zu erfahren.“ Weiter führt sie aus: „Diese Veranstaltung war für mich eine tolle Erfahrung, da ich junge Engagierte und deren Themen auch über den Sports hinaus kennengelernt habe und viele aktuelle jugendpolitische Themen von Jugendlichen und Politiker/-innen auf Augenhöhe diskutiert wurden.“

Politische Bildung und Beteiligung im Fokus
Bestimmende Themen beim HOP waren u. a. mehr Angebote der politischen Bildung und die Absenkung des Wahlalters für eine stärkere politische Beteiligung junger Menschen. „Erstmals gab es in Hessen einen landesweiten Kongress, bei dem engagierte junge Menschen aus unterschiedlichen Kontexten zusammenkamen, um sich auszutauschen, Lösungen für aktuelle Problemstellungen im Bereich der Jugendpartizipation zu suchen und Strategien für eine bessere Jugendbeteiligung in Hessen zu finden.“, sagte Constanze Coridaß, stellvertretende Vorsitzende des hjr zur Veranstaltung.

Schirmherr Kai Klose, Minister für Soziales und Integration, resümierte: „Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche mitbestimmen können, wie die Welt und unsere Gesellschaft von morgen aussehen - denn es ist ihre. Für seine Rechte einzutreten und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen ist ein Gewinn für jede Einzelne und jeden Einzelnen genauso wie für alle. Der HOP! Jugendkongress mit Wirkung ist eine hervorragende Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen und Jugend künftig noch wirksamer zu beteiligen. Gerne habe ich deshalb die Schirmherrschaft für diesen Kongress übernommen."

Die Jugend-Road-Show „fährt“ weiter
Die weiteren Stationen der Jugend-Road-Show werden aktuell geplant. Hierbei ist die Einbindung der Jugendvertretungen in den Sportkreisen und Sportfachverbänden ein wichtiger Baustein für die Sportjugend Hessen.


Die Jugend-Road-Show ist ein Projekt der Sportjugend Hessen im Handlungsfeld „Förderung jungen Engagements“ und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und aus Mitteln des Kinder- und Jugendplanes des Bundes (KJP).


Jugendhauptausschuss II 2019 im Hessischen Landtag

Der Vorstand der Sportjugend Hessen trifft sich mit den Jugendvertreterinnen und -vertretern der hessischen Sportkreise und -verbände am 21.09.2019 satzungsgemäß zum zweiten Jugendhauptausschuss. Passend zum Arbeitsschwerpunkt „Demokratieförderung von jungen Menschen“ freut sich der Vorstand, dieses Mal im Hessischen Landtag in Wiesbaden zu Gast zu sein.

An diesem zentralen Ort der parlamentarischen Demokratie wirft die Sportjugend Hessen gemeinsam mit den Delegierten einen Blick darauf, wo man im Alltag auf demokratische Prozesse stößt, wie souverän Streit- und Diskussionsgespräche geführt sowie gemeinsam tragbare Lösungen ausgehandelt werden können und welche Möglichkeiten es neben den turnusmäßigen Wahlen gibt, um auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen.

In einem kurzen Impulsvortrag wird Dr. Reiner Becker, Leiter des Demokratiezentrums Hessen, verschiedene Orte und Situationen demokratischen Handelns aufzeigen. Diese werden in drei anschließenden Workshops näher beleuchtet und Möglichkeiten des Handelns aufgezeigt.

Nach einer Führung durch den Landtag beginnt um 14.15 Uhr der Regularienteil, in dem der Vorstand aus seiner aktuellen Arbeit informiert und mit den Delegierten wichtige Themen bespricht.


Junge Frauen machen MI(N)T

Die Teilnehmerinnen sind vertieft in den Bau eines Solarhubschraubers

Kaum hatten die Sommerferien begonnen, nutzten bereits nahezu 100 Schülerinnen aus Hessen ihre freie Zeit, um neue praxisorientierte Einblicke in den Arbeitsalltag einer Chemielaborantin, Mechatronikerin, Elektronikerin und vieler anderer MINT-Ausbildungsberufe zu erhalten. Genau dies ist neben zahlreichen Sport- und Freizeitaktivitäten bei den MINT Girls Camps möglich.

MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.  Studien prognostizieren einen steigenden Bedarf an Fachkräften in diesen Bereichen, gleichzeitig sind Frauen hier deutlich unterrepräsentiert, obwohl gute Beschäftigungschancen bestehen.

Die MINT Girls Camps wollen junge Frauen für die naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungsberufe begeistern und gleichzeitig die Perspektiven und Bedürfnisse junger Frauen geschlechtersensibel und gezielt in den Fokus nehmen. Zurück geht das Projekt auf die Initiative des Hessischen Ministeriums für Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Durchgeführt wird es von der Sportjugend Hessen im Landesportbund Hessen e.V. und ihrem Kooperationspartner Provadis.

Obwohl MINT-Themen unter anderem durch die Digitalisierung sowie erneuerbare Energien stetig Einzug in unseren Alltag erhalten, ist MINT als berufliche Perspektive in vielen Köpfen noch nicht ganz angekommen. So sind die Mädchen am Ende eines Camps oftmals überrascht, welche Möglichkeiten und Chancen ihnen dieser Bereich bietet.

Innerhalb des Camp-Konzeptes kommt der praktischen Berufsorientierung eine zentrale Bedeutung zu, hierfür trägt Provadis die Verantwortung und kooperiert dabei mit zahlreichen regionalen Unternehmen und Schulen. Für die Camps öffnen die Unternehmen ihre Werkstätten und Labore, um verschiedene MINT-Themen und -Berufe praktisch erfahrbar zu machen. Dabei entstehen eigene Werkstücke die mit nach Hause genommen werden dürfen. Bei SMA in Kassel haben die Teilnehmerinnen z. B. eine LED-Lampe mit Farbsteuerung hergestellt, in Frankfurt wurde ein Roboter gebaut und programmiert und in Wiesbaden bei InfraServ entstand ein Solarhubschrauber während des Camps.

Das Camp-Programm beinhaltet aber noch viel mehr. Ab dem Nachmittag übernehmen Teamerinnen der Sportjugend Hessen die Ausgestaltung des weiteren Tages. Das Angebot beinhaltete sportliche Aktivitäten, Teambuilding-Events und Workshops zur persönlichen Weiterentwicklung. Ein Fokus liegt dabei auf der Rolle der Frau im (Berufs-)Leben und das Erkennen eigener Perspektiven. Nicht zuletzt gibt es Möglichkeiten, sich informell auszutauschen sowie die gemeinsamen Erfahrungen zu vertiefen. Am Ende der Woche können  die Teilnehmerinnen Berufsberatern und Berufsberaterinnen der Agentur für Arbeit ihre Fragen bzgl. ihrer weiteren beruflichen Möglichkeiten stellen. Insbesondere für Mädchen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen oder noch nicht wissen, wo es hingehen soll, kann die Teilnahme entscheidende Impulse und Erkenntnisse für die eigene berufliche Orientierung liefern.

Dank der Förderung durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW), den Europäischen Sozialfond sowie der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit liegt der Eigenbetrag für die Teilnehmerinnen lediglich bei 50 Euro inklusive Übernachtung und Verpflegung.

Für die letzten freien Plätze in den Herbstferien können sich interessierte Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren aus Hessen unter www.mint-girls-camps.de noch anmelden.


Starke Beteiligung in Steinbach

Beim Leitbildworkshop waren alle Teilnehmenden konzentriert bei der Sache

Die Stadt Steinbach hat eine heterogene Bevölkerungsstruktur. In direkter Nachbarschaft zu Frankfurt leben dort etwas mehr als 10.000 Einwohner mit sehr unterschiedlichen Einkommensniveaus, Altersstrukturen und Muttersprachen zusammen. Die Turn- und Spielvereinigung Steinbach 1885 e.V. bildet diese Diversität ab. Der größte Sportverein der Stadt bietet seinen 900 Mitgliedern ein vielfältiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten – neben sportlichen Aktivitäten im Freizeit- wie Leistungssport gibt es kulturelle und musikalische Angebote für Jung und Alt.

Auch an großem ehrenamtlichem Engagement mangelt es in Steinbach nicht. Die Vorsitzende Heike Schwab erkannte Mitte 2017 sofort die Potentiale, die ihrem Verein eine Teilnahme an dem Projekt „DemoS! – Sport stärkt Demokratie“ bieten konnte. Nach einem gemeinsamen Treffen mit dem Partnerverein FSV Steinbach war sie mit weiteren Vertretern ihres Vereins zugegen und danach sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Denn die Verantwortlichen der TuS hatten zu der Zeit Bedenken, ob wirklich alle Mitglieder des Vereins durch die offiziellen Strukturen repräsentiert werden. Ihnen war es ein Anliegen, die soziale und gesellschaftliche Ausrichtung des Vereins zu schärfen und junge Menschen stärker in das Vereinsleben einzubeziehen. Um langfristig ein Verein für Alle zu bleiben, bewarb sich die TuS Steinbach als Modellverein.

Qualifiziert und engagiert – die vereinsinternen Projektleiter sind wichtige Akteure im Prozess

Vor allem die Verbesserung und der Ausbau von Beteiligungsmöglichkeiten für junge Steinbacher lagen den vereinsinternen Projektleitern am Herzen. Maron Hofmann und Patrick Thomsen (bei Projektstart 19 und 22 Jahre alt) wollten mithelfen, die Vereinsstrukturen dahingehend zu verbessern, dass junge Menschen Lust haben, sich in der Gemeinschaft zu engagieren und dort Formate vorfinden, die ihnen die Teilhabe erleichtern. Dafür konzipierten die jungen Projektleiter eine breite Umfrage unter den Mitgliedern der TuS und führten sie durch.

In einer modularen Qualifizierungsreihe wurde den Projektleitern außerdem Wissen beispielsweise zu Sozialraumanalyse und Kommunikation vermittelt. „Sicherer im Umgang mit Konflikten“ sei er durch die Seminare geworden, so Maron rückblickend. Außerdem habe sich sein Bewusstsein für Diskriminierung und Mobbing geschärft.    

Breite Beteiligung beim Leitbildworkshop

Mitte August 2018 schließlich fand in Steinbach der große Leitbildworkshop statt. Neben den Projektleitern und Vorstandsmitgliedern nahmen viele weitere Akteure teil – Sporttreibende, Übungsleitungen sowie externe Engagierte rund um den Verein; außerdem Familienangehörige und Sportkreisdelegierte. Einen Tag lang erarbeiteten die Teilnehmenden die Grundsätze für das Leitbild des Vereins. „Ein Aha Moment kam für mich im ersten Leitbildworkshop, als wir offen diskutiert haben, was unseren Verein ausmacht. Dabei kamen Sachen zu Tage, die mir so noch gar nicht bewusst gewesen sind“, so beschreibt Richard Pestinger, der als Freiwilligendienstleistender Anfang 2018 zum Team dazu kam, im Rückblick den Workshop.

Das Leitbild ist fertig – der Prozess noch lange nicht am Ende

Mittlerweile ist der Text des Leitbildes fertig geschrieben und veröffentlicht. Der Veränderungsprozess innerhalb des Vereins geht jetzt so richtig los. Das Leitbild hilft bei der Klärung von Werten und Grundsätzen, für die man bei der TuS Steinbach eintritt. Nun geht es an die Umsetzung und Weiterarbeit mit dem Wertekonsens.

Neue Beteiligungsformate für junge Mitglieder zu schaffen steht dabei ganz oben auf der Agenda. Kürzlich trafen sich Kinder und Jugendliche verschiedener Abteilungen zum „Chill & Grill“, es ging ums Kennenlernen und die Planung gemeinsamer Aktivitäten. Auch die Gründung eines Juniorteams schreitet voran und wird von Maron und Patrick begleitet.


Integrationsfestival zeigt Vielfalt des Sports

Trampolinfitness, Handballshow, Kindertanz und Sportler, die bei den Olympischen Spielen starten werden. Das 10. Hessische Integrationsfestival zeigte, welche Vielfalt der organisierte Sport bietet. Eingebettet in die 2. Lorscher Sportmesse bot die Sportjugend Hessen fast acht Stunden Mitmachprogramm und Talkrunden.

Sportler im Gespräch

Welche integrative Kraft hat der Sport? Dieser Frage stellten sich auf dem Podium Landrat Christian Engelhardt und der Lorscher Bürgermeister Christian Schönung als Vertreter der Politik. Auch die Vertreter des organisierten Sports, Ralf-Rainer Klatt (Vizepräsident Landessportbund Hessen) und Sadia Biladama (Vorstand Sportjugend Hessen), beteiligten sich an der Talkrunde. Sie alle lobten die Arbeit der Ehrenamtlichen, die in den unterschiedlichen Sportarten vielen Menschen eine Anlaufstelle und soziale Heimat geben. Es wurde deutlich, dass der größten Freiwilligenorganisation „Sportverein“ eine ganz besondere Rolle und Aufgabe bei der Integration von Menschen zukommt. Zahlreiche Programme und Projekte belegen dies und so feiert z. B. auch das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ dieses Jahr bereits sein 30-jähriges Jubiläum.

Das Landesprogramm „Sport & Flüchtlinge“ ist ebenfalls ein leuchtendes Beispiel. Dragoslav Stepanovic, Botschafter des Programms, lobte die Arbeit der über 300 aktiven Sport-Coaches. Diese bringen in über 220 hessischen Städten und Gemeinden Sportvereine und Geflüchtete zusammen. „Gemischte Mannschaften, ein paar Deutsche, ein paar Migranten. So müssen alle reden, so lernt man die Sprache“, so erklärte Dragoslav Stepanovic mit ganz einfachen Worten, wie für ihn Integration funktioniert.

In der letzten Talkrunde waren Wael Shueb und Erko Kalac die Gesprächspartner. Die beiden lernten sich 2015 beim Integrationsfestival in Neu-Anspach kennen, der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Inzwischen unterstützt Erko Kalac den für das Flüchtlingsteam des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nominierten Wael Shueb bei seiner Vorbereitung. Für den Karatekämpfer ist die Teilnahme an den Spielen in Tokio 2020 der absolute Karrierehöhepunkt. Seinen eigenen Weg als Flüchtling beschreibt Erko Kalac im bald erscheinenden Buch „Faszination und integrative Kraft des Sports - Geschichte eines Geflüchteten“, welches er in Lorsch offiziell vorstellte.

Vereine in Aktion

Auf der Bühne wurden u. a. Gardetanz, Kampfsport und Hip Hop präsentiert. Die insgesamt zehn Lorscher Sportvereine zeigten bei ihrer Sportmesse, wie vielfältig die Sportmöglichkeiten in der Stadt an der Bergstraße sind. Ergänzt durch die Roadshow der Rhein-Neckar-Löwen und Mitmachangebote der Sportjugend Hessen, hatten mehr als 600 Besucher viele Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Die Gäste kamen dabei aus ganz Hessen. Mit dabei der Sportkreis Vogelsberg, der mit einem Reisebus anreiste.

Fitness und Zumba zum Abschluss

Am Abend ging es dann noch einmal richtig zur Sache. Die aus Lorsch stammende Mareike Spaleck, bekannt als TV-Fitnesscoach der Show „The biggest loser“, brachte die Festivalbesucher zum Schwitzen. Bei „Jumping Fitness“  konnten viele Aktive selbst erleben, wie sich auf einem Trampolin effektiv trainieren lässt. Wem das nicht genügte, konnte sich anschließend beim Zumba noch weiter auspowern. So wurde am Ende allen deutlich, gemeinsamer Sport verbindet und Vielfalt bereichert.


NäherDran-Integrationspreise für engagierte Sportvereine

Die vier erstplatzierten Vereine wurden beim Integrationsfest in Babenhausen für ihre innovativen und kreativen Projektanträge mit dem NäherDran-Integrationspreis ausgezeichnet

Im Rahmen des Integrationssportfestes in Babenhausen an der Joachim-Schumann-Schule haben die AOK Hessen und die Sportjugend Hessen den NäherDran-Integrationspreis verliehen. Insgesamt 33 Sportvereine hatten kreative und innovative Projektanträge zu Integration, Inklusion, sozialer Teilhabe oder Beteiligung von Kindern und Jugendlichen eingereicht. Eine gemeinsam besetzte Jury wählte 17 Sportvereine aus, die eine finanzielle Förderung erhalten.

„Mit den Themen unserer NäherDran-Initiative liegen wir genau richtig. Die Erweiterung um Projekte zur Partizipation junger Menschen im Verein hat zu einer weiteren Bereicherung beigetragen“, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen. Der erste Platz wurde dem FV Biebrich zuerkannt. Er bietet in den Herbstferien ein Real-Madrid-Fußball-Camp für Geschwister von lebensverkürzt erkrankten und trauernden Kindern an. Platz zwei ging an die Frankfurter Spatzen SKV 2018. Die interkulturelle Musical-Abteilung des Vereins wird zukünftig um eine weitere Gruppe erweitert, die sich dem brasilianischen Kampf-Tanz Capoeira widmet.

Mehr Menschen in Bewegung

Den dritten Platz teilen sich zwei Vereine. Die Turnerschaft 1882 Klein-Krotzenburg setzt auf die Beteiligung von jungen Menschen. Ein Team junger Frauen wird drei besondere Angebote für junge Mitglieder des Vereins organisieren. Der TSV Nassau Beilstein möchte in seinem Projekt Natur und Sport Menschen mit Migrationsgeschichte und Handicap zusammenbringen. Die Plätze eins bis drei werden mit 3.000, 2.500 und 2.000 Euro gefördert. Die anderen 13 ausgezeichneten Vereine erhalten jeweils eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1.000 Euro. „Dieses nicht selbstverständliche Engagement all dieser Vereine bringt uns als Gesellschaft weiter und damit auch mehr Menschen buchstäblich in Bewegung. Denn regelmäßiger Sport, erst recht in der Gruppe, ist die beste Prävention“, meint Anke Josten, verantwortlich für Marketing und Produktmanagement bei der AOK Hessen.

Mit dem Blasrohr auf den Rollstuhl

Die knapp 1.000 Schülerinnen und Schüler der Joachim-Schumann-Schule freuten sich einen Vormittag lang über ein umfangreiches Angebot an Sport- und Bewegungsmöglichkeiten, das von der Sportjugend Hessen organisiert wurde. Ziel des Festes war es, die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren sowie Toleranz als Motor der Integration spielerisch erfahrbar zu machen. In Klassentandems absolvierten die Jahrgänge 5 bis 10 einen vier Stationen umfassenden Paralympics-Wettkampf. Punkte konnten beim Sitzvolleyball, beim Goalball, beim Team-Tennis und beim Blasrohr-Schießen-Rollstuhl-Biathlon gesammelt werden. Für Dirk Köhler vom RSV Lahn-Dill war es eine runde Veranstaltung. Der bekannte Rollstuhlbasketballer ist Schirmherr von NäherDran und somit auch Teil der Jury: „Diesen Tag werden die Kids nicht so schnell vergessen. Doch am Wichtigsten ist, dass die Vereine in ihrer Arbeit bestätigt werden, sich gewürdigt fühlen, denn auch das wollen wir mit NäherDran erreichen.“

Kisten stapeln und Müsli treten

Parallel dazu fand ein „Straßenhandball für Toleranz“-Turnier statt. Besondere FairPlay-Regeln sorgten für die Möglichkeit, als geschlechtsheterogene Mannschaft durch faires, teamgerechtes Verhalten Extrapunkte zu sammeln und damit die Spiele für sich zu entscheiden. Außerdem waren auf dem Schulhof und in der Sporthalle weitere sportliche Angebote wie Seilrutsche, Riesenschaukel oder Kistenstapeln aufgebaut. Auch zahlreiche Sportvereine aus der Region nutzten die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Insgesamt konnten sich die Schülerinnen und Schüler an diesem Vormittag an ca. 40 Stationen aktiv beteiligen. Für regen Zulauf sorgte das Müslifahrrad der AOK Hessen war. Die Kinder und Jugendlichen konnten sich ihre Müslimischung persönlich „erradeln“ und später mit allerlei gesunden und natürlichen Zutaten anreichern.


30 Tage – 30 Jahre Integration durch Sport

Instagram-Challenge #idsinhessen

Das Programm Integration durch Sport feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Vom einstigen Projekt „Sport für alle“ hat es sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil im Sport entwickelt. Die Sportjugend Hessen war von Beginn an eine der Organisationen, die sich dem Thema angenommen hat. Nun soll im Rahmen einer Instagram-Challenge, die vom 17.08. bis zum 15.09.2019 stattfinden wird, auf die Bedeutung von Integration in und durch Sport aufmerksam gemacht werden.

Alle Sportvereine sind aufgerufen, sich an der Challenge „30 Tage – 30 Jahre Integration durch Sport“ zu beteiligen und eigene Beiträge in ihren Social Media Kanälen von Facebook und Instagram veröffentlichen. Dabei soll das Motto: Wir leben Integration durch Sport, weil …. auf den Fotos zum Ausdruck gebracht werden. Alle Posts sind mit dem Hashtag #idsinhessen zu versehen, damit die Vielfalt in der hessischen Sportlandschaft gebündelt gefunden werden kann.

Die Sportjugend Hessen selbst wird 30 Tage lang auf ihrem Instagram Channel #sportjugendhessen Beiträge einstellen. Sie zeigen, wie bunt die Sportjugend ist, wer sich an Integration durch Sport beteiligt und was das Programm für sie bedeutet.
Gleich mit dem Starttermin setzt die Sportjugend ein Zeichen. An diesem Tag findet in Lorsch (Bergstraße) das 10. Hessische Integrationsfestival, das Festival des Sports, statt.


Kinderolympiade jubiliert

Am 14. Mai fand zum 10. Mal die Kinderolympiade auf dem Gelände der Sport- und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen statt. Die zehnjährige Zusammenarbeit von Sportjugend, der Stadt Wetzlar und der Käthe-Kollwitz-Schule entstand aus einem bundesweiten Städtewettbewerb im Breitensport "Mission Olympic" heraus. Bei der Jubiläumsveranstaltung waren wieder über 480 Wetzlarer Kindergartenkinder und Erzieher/innen sportlich unterwegs. Die "Schulabgänger" konnten zwar kein olympisches Gold gewinnen, dafür erhielt jede Gruppe eine Schatzkiste und der Kiga mit der schönsten Fahne Freikarten für das Schwimmbad. Betreut wurden die verschiedenen Stationen von den Studierenden der Käthe-Kollwitz-Schule. Mitarbeiterinnen des Arbeitskreises Zahngesundheit vom Gesundheitsamtes des Lahn-Dill-Kreises erklärten wie man richtig Zähne putzt und jedes Kind durfte eine Zahnbürste mit nach Hause nehmen. An der Pausenstation wurde frisches Obst und Gemüse vom Küchenteam der Bildungsstätte angeboten. Für alle Fälle war der Schulsanitätsdienst des Roten Kreuzes vor Ort. Und Clown Ichmael sorgte wie immer mit seinen Späßen und Aktionen für gute Laune.


Projektmanagement leicht gemacht

Praktische Erfahrungen der Freiwilligen

Spaß und Vertrauen - Akrobatik in der Grundschule (Foto: Sportjugend Hessen)

Das Bildungsjahr 2018/19 der Freiwilligendienste geht langsam auf die Zielgrade. Ende August sind die zwölf Monate im FSJ bzw. BFD absolviert und für die jungen Menschen beginnt ein neuer Lebensabschnitt.
Neben dem vielen Erfahrungen im Kinder- und Jugendtraining haben die Freiwilligen auch Erfahrungen im Projektmanagement sammeln können. Denn ein Teil des Freiwilligendienstes besteht darin, im Laufe des Jahres ein eigenständiges Projekt in der Einsatzstelle durchzuführen. Meist handelt es sich dabei um ein sportpraktisches Projekt. Einige entscheiden sich auch dafür, konzeptionell zu arbeiten oder beschäftigen sich mit Themen wie Umweltschutz oder Ernährung.

Drei Projekteaus dem aktuellen Bildungsjahr, die stellvertretend für ganze Bandbreite stehen:

Hoch hinaus
Sarah Tuffentsammer hat für ihren Verein, der SKV Büttelborn, einen Ausflug in den Kletterwald in Darmstadt organisiert. Im Juni ging es mit 30 Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren mit dem Reisebus los. Vor Ort gab es für alle eine Sicherheitseinweisung, in der das richtige Anlegen der Ausrüstung und das Ein- und Aushaken beim Klettern vorgestellt wurde. Nach anfänglicher Skepsis waren alle Kinder schnell begeistert und genossen den Tag in den Bäumen.

Vereinsangebot erweitert
Dominic-Pascal Falkenstein vom TAV 1890 Eppertshausen hat mit seinem Projekt eine Akrobatik-AG in der Grundschule aufgebaut. Sein Projekt lief über mehrere Wochen als fester Bestandteil des Schulangebotes und wurde für alle Kinder der Stefan-Gruber-Schule geöffnet. Die Akrobatik-AG will Kindern helfen, ihre die sozialen wie physischen Qualitäten zu stärken und weiterzuentwickeln. Dabei stehen der Spaß am Sport und das Vertrauen in die eigenen Stärken sowie in die der Turnpartner im Vordergrund.

Sport im Wandel der Zeit
Daniele Fontana hat sich einige Sporttrends der letzten Jahrzehnte für sein Projekt beim TV Erfelden vorgenommen. Angefangen hat der von ihm konzipierte Sporttag mit dem Trimm-Dich-Pfad. Die rund 60 Teilnehmer jeder Altersklasse versuchten sich in Hockwende, Sit-ups und Klimmzügen. Neben diesem Trend aus den 70ern stellte Daniele auch Aerobic, Rope-Skipping, Zumba sowie Parcours vor. Neben dem Ziel, einen aktiven und abwechslungsreichen Tag zu erleben, hofft der Verein, durch solche Aktionen auch weitere Mitglieder zu gewinnen.


Es ist immer was los beim Ruf Kriftel e.V.

Der Leitbildprozess gab Raum und Motivation für neue Ideen

Der Leitbildworkshop des RuF Kriftel fand natürlich mit Pferd statt (Foto: Ankea Metzker/ amgrafik)

Eine einsame Fliege gleitet faul und lässig durch die Luft, im Hintergrund hört man ein Pferd wiehern und das monotone Klappern der Hufe auf dem Boden ist allgegenwärtig. Durch das große Eingangstor betritt man das Vereinsgelände des Reit- und Fahrvereins Kriftel, aus den beiden Voltigierhallen dringen Kommandos und Lachen, hier üben Gruppen unterschiedlichen Alters ihre akrobatischen Abläufe auf einem der 22 Schulpferde des Vereins ein. Mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen begrüßt Gudrun Reuter - die gute Seele des Vereins - jeden, der die Stube des Reit- und Fahrverein Kriftel betritt und das passiert oft, denn auf dem Gelände des Vereins ist viel Betrieb. Die Tiere, insgesamt gibt es mehr als 40 Pferde auf der Anlage, brauchen ständige Pflege und die Mitglieder kümmern sich aufopferungsvoll. Durch die Fenster der Stube sieht man auf den vereinseigenen Reitparcours mit den vielen Hindernissen, Rufe spornen Pferd und Reiterin zum Sprung an. Es ist immer was los beim RuF Kriftel.

Mehr Teilhabe für junge Menschen
Im Sommer 2017 fand das Projekt DemoS! einen sehr gut strukturierten Sportverein vor, indem effizient gearbeitet wird. Wie bei vielen Vereinen verteilt sich die Last der Aufgaben jedoch auf wenige Schultern. Die Verantwortlichen fürchteten damals, mittel- bis langfristig mit den Aufgaben überlastet zu sein. Die Hoffnung war unter anderem, dass der partizipative Prozess der Leitbildentwicklung die Kommunikation zwischen Mitgliedern und Vorstand verbessert und mehr Menschen für die Vereinsarbeit begeistert werden.

Insbesondere junge Menschen standen dabei im Fokus, denn von den etwa 460 Mitgliedern sind ca. 85 % Kinder und Jugendliche. So war es ein absoluter Glücksgriff, dass im September 2017 Charlotte Drews und Annika Rieger (damals 19 und 20 Jahre alt) als vereinsinterne Projektleitungen (VPL) gewonnen werden konnten. Beide leiten das Projekt in ihrem RuF bis heute. Sie erhielten dafür eine umfassende Qualifizierung zu Themen wie Konfliktbearbeitung, Kommunikation und Vielfalt und eine kleine Aufwandsentschädigung, von der sie die Hälfte an den Verein spenden.
„In den Qualifizierungen gab es für mich eine Reihe kleiner Aha-Momente - immer dann, wenn man die behandelte Theorie auf seinen Verein übertragen konnte“, so Annika im Rückblick auf die fünf Workshopmodule. Ihre neue Rolle im Verein und die Teilnahme an den Modulen mussten beide mit Ausbildung, Studium und dem Nebenjob vereinen. Der Aufwand der zusätzlichen Arbeit hat sich aber gelohnt. Charlotte erklärt: „Ich gehe mit weniger Vorurteilen in Konfliktsituationen und versuche immer alle Meinungen und Standpunkte nachzuvollziehen“.

Durch das neue Leitbild: ein ganzheitlicher Blick auf den Sport und das Tier
An einem sonnigen Herbsttag im Oktober 2018 findet der Leitbild-Workshop des RuF Kriftel e.V. statt. Die anfängliche Nervosität der beiden VPL und der Vorstandsvorsitzenden Gabriele Bentscheck verfliegt schnell. Denn sie und das Team vom Projekt DemoS! können an diesem Tag fast 50 Mitglieder, Interessierte und Partner zum Leitbild-Workshop begrüßen, ein großer Teil von ihnen sind junge Menschen. So viele hat keiner der DemoS!-Vereine aktivieren können.

Seit dem Workshop hat sich einiges getan. Dort diskutierte der Verein zu den eigenen Werten und der eigenen Identität. Das Leitbild wurde daraufhin erstellt und veröffentlicht und es gibt „einige Projekte zur Verbesserung des Vereins, die ins Laufen gekommen sind“, so Charlotte. So zum Beispiel die vereinseigene Weiterbildung „Pferdekompass“ und neue Vorhaben mit dem Jugendvorstand.
Ihre Kollegin Annika bemerkt dazu: „Im Laufe des Leitbild-Workshops hat sich gezeigt, dass doch mehr Mitglieder als gedacht am Vereinsleben interessiert sind und auch an dessen Gestaltung mitwirken wollen. Selbst jüngere Mitglieder haben tolle Ideen gehabt und von der gemeinsamen Arbeit unterschiedlicher Generationen und Altersgruppen profitiert jeder!“.


Ein Verein, ein Team

Ein Leitbild für Mensch und Tier

Auf dem Weg zum Leitbild (Foto: Sportjugend Hessen)

Die Modellvereine bei DemoS! sind alle auf ihre Weise besonders. Der RuF Kriftel e.V. nimmt eine zusätzliche Ausnahmerolle ein. Im Gegensatz zu den anderen Vereinen ist das „Sportgerät“ beim Reitclub aus dem Vordertaunus lebendig. Der besondere Stellenwert der Pferde findet im Leitbild speziell Erwähnung. „Wir fördern den Sportler und seinen Sportpartner Pferd ihren jeweiligen Fähigkeiten entsprechend“ und „Unser Ziel ist es, durch gut ausgebildete Trainer eine hohe und faire Trainingsqualität für Pferd und Mensch zu garantieren“ sind zwei der Sätze, durch die die Bedeutung des Pferdes als Partner betont wird.

Ehrenamtliches Engagement ist unverzichtbar
„Die Freude am Pferd verbindet in unserem Verein Junge und Alte, Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten und Herkunft“. Dem Verein ist es wichtig, preiswerte Sportangebote zu ermöglichen, obwohl die Unterbringung der Pferde und die Pflege der Anlage entsprechend aufwändig und teuer sind. Das dadurch notwendige, große Engagement vieler Ehrenamtlicher wird im Leitbild besonders hervorgehoben. „Wir fördern die Gemeinschaft in und zwischen den Abteilungen und sind hilfsbereit, auch über den Sport hinaus“. Ein Verein, ein Team!



Die kleine und die große Politik

Ökologische Bildung im Sport ist Thema des Eurocamps 2019 der Sportjugend Hessen

Das traditionelle Eurocamp der Sportjugend Hessen findet dieser Tage in Wetzlar statt. Die Sport- und Bildungsstätte der Sportjugend ist für gut zehn Tage Herberge für 76 junge Menschen aus sechs verschiedenen europäischen Ländern. Die Teilnehmenden aus Russland, Tschechien, Italien, Spanien, Frankreich und Hessen haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einer harmonischen Gruppe zusammengefunden.

International geht es auf dem Gelände der Bildungsstätte zu. Als Kommunikationsmittel Nummer eins setzt die Sportjugend Hessen auf gemeinsames Sporttreiben. An drei Tagen werden z. B. kleine Turniere im Fußball, Volleyball und Tischtennis durchgeführt. Aber auch Kanutouren und Waldexkursionen tragen dazu bei, dass die Verständigung schnell reibungslos funktioniert.

Neben dem Sport lernen die Teilnehmenden auch viel über die politische Situation, regionaltypische Spiele und Musik in den unterschiedlichen europäischen Ländern. Jeden Abend stellen die Jugendlichen ein anderes (Heimat-)Land und seine Besonderheiten vor.

Das diesjährige Programm steht unter dem Thema: Ökologische Bildung im Sport – Chancen und Hemmnisse. Die jungen Leute sind aufgerufen, sich mit den ökologischen Problemen in ihren Ländern auseinander zu setzen. Wo gibt es Auffälligkeiten und wie sehen diese aus? Auf Landkarten werden entsprechende Markierungen und Anmerkungen vorgenommen, die anschließend gemeinsam diskutiert werden. Es wird festgestellt, dass sich die ökologischen Probleme in den europäischen Ländern ähneln.

Letztendlich beschäftigen sich alle mit der Frage „Was kann der Sport tun, um zu einer Verbesserung der derzeitigen Brennpunkte wie Klimawandel, Müllberge, Wasserverschmutzung beizutragen?“. Über 100 Punkte halten die Teilnehmenden zu Dingen fest, die sie zum einen selbst in die Hand nehmen können um umweltbewusster zu agieren, zum anderen was andere, wie z. B. die Politik, die Wirtschaft, den Transport oder auch die Erziehung in Angriff nehmen müssen.

Über die Woche verteilt finden Workshops statt, die alle dazu anregen, sich mit ihrer Umwelt unter ökologischen Gesichtspunkten auseinanderzusetzen. Vor allem der Aspekt der Wiederverwendung von alten Dingen (z. B. Upcycling) sowie der Einsatz von Naturmaterialien stehen dabei im Fokus. So werden Jeans aufgepeppt, Traumfänger gebastelt oder Ketten hergestellt.

Zum Abschluss tauschen sich die Teilnehmenden mit Vertretern der Fridays for Future Initiative von Wetzlar aus. Welche Ziele verfolgen die Teilnehmer der Demonstrationen? Welche Erfolge haben sie bereits erlangt? Wie kann die Bewegung weiter in Europa verbreitet werden, um mehr ihrer Ziele zu erreichen? Viele Fragen und noch mehr Antworten, die die jungen Menschen mit nach Hause nehmen werden.


Ausbildung Vereinsmanagement in der Jugendarbeit abgeschlossen

Mitte Juni haben die Teilnehmer/-innen der Ausbildung „Vereinsmanagement in der Jugendarbeit“ in der Bildungsstätte der Sportjugend Hessen in Wetzlar ihre Qualifikation erfolgreich abgeschlossen und ihre Zertifikate sowie die offiziellen, bundesweit gültigen DOSB-Lizenzen „Jugendleiter-/in“ mit nach Hause genommen.

Projekte – das Kernstück der Ausbildung
Zu Beginn der Ausbildung werden an zwei Wochenenden die wichtigsten Grundlagen zur Jugendarbeit vermittelt. Themen wie Jugendbeteiligung, Projektplanung, Arbeiten im Team, soziale Kompetenzen, Kindeswohl und Jugendschutz gehören dabei genauso zum Programm wie Öffentlichkeitsarbeit, Sportversicherung und finanzielle Förderung von Jugendarbeit. Kernstück der 60stündigen Ausbildung sind die Projekte der Lehrgangsteilnehmer/-innen, die sie in ihren Vereinen und Verbänden planen und durchführen. Unterstützt und begleitet werden sie dabei vom Ausbildungsteam. Die Präsentation der Projekte vor der Ausbildungsgruppe bildet den Abschluss. In einer Art Kolloquium werden offene Fragen sowie Knackpunkte diskutiert. Gemeinsam wird nach Lösungen für aufgetretene Probleme gesucht. Die gewonnenen Erkenntnisse sowie Erfahrungen sind dabei sehr wichtig. Sie können in die Planung und Durchführung künftiger Jugendprojekte mit einfließen.

Ganz unterschiedliche Projektideen
So verschieden die Voraussetzungen und Problemlagen in den Vereinen und Verbänden sind, so unterschiedlich sind auch die Projektideen der Teilnehmenden. Entstanden sind z. B. die Gründung eines Jugendteams inkl. der Entwicklung einer Jugendordnung, eine Jugendfahrt zum Flutlicht-Skifahren, ein Sport- und Spieltag als Junior-Team-Projekt, die Entwicklung eines Leitfadens zur Jugendbeteiligung im Verein und ein Tagesausflug für Vereinskinder und ihre Freunde ins Kletterzentrum.
Alle Projekte, die im Rahmen der Ausbildung durchgeführt werden, sind auf Beteiligung von Kindern Jugendlichen angelegt und häufig wichtige Initialzündungen für die mittel- und langfristige Weiterentwicklung der Jugendarbeit in den betreffenden Vereinen und Verbänden.

Die Termine der nächsten Ausbildung


Gemeinsame Aktionen für Nord- und Osthessen

Sportkreisjugenden vereinbaren Zusammenarbeit bis 2021

Die Vereinbarung zur regionalen Zusammenarbeit wird unterzeichnet

Vertreter aus den Sportkreisjugenden Werra-Meißner, Fulda-Hünfeld, Hersfeld-Rotenburg, Schwalm- Eder, Waldeck-Frankenberg und Region Kassel trafen sich im Juni zum zweiten Mal, um an der geplanten Kooperation weiterzuarbeiten. Gemeinsames Ziel ist es, vermehrt Angebote für die Region auf die Beine zu stellen.

Grundstein wurde auf dem Sensenstein gelegt
Ein erstes Treffen fand bereits im Dezember statt, in dessen Rahmen erste Projektideen entworfen und ein Zeitplan erarbeitet wurde. Erstes Ziel war die Verfassung einer schriftlichen Vereinbarung, die in Zukunft die Zusammenarbeit regeln soll. Der Jugendwart der Sportjugend Region Kassel, Amadeus Itzenhäuser, nahm die Vorbereitung hierfür federführend in die Hand. Er entwickelte einen ersten Entwurf, den er mit der Sportjugend Hessen sowie den anderen Sportkreisen abstimmte.

Unterzeichnung der Vereinbarung und Planung von Projekten
Anfang Juni war es soweit und die gemeinsame Vereinbarung wurde von den Sportkreisjugenden unterzeichnet. Welche Ziele verfolgt, wie Aktionen geplant und finanziert und wie die teilnehmenden Sportkreisjugenden zukünftig auf den Regionalkonferenzen zusammen arbeiten werden, steht nun fest. Ein erstes gemeinsames Projekt wird die Organisation einer Skifreizeit in den Winterferien 2019/2020 sein. Weitere Angebote, die angedacht sind, sind: ein Outdoorcamp in den Alpen im Sommer 2020 sowie der Besuch eines sportlichen Großevents im europäischen Raum im Sommer 2021. Auf der nächsten Regionalkonferenz im Dezember wird an diesen Ideen weitergearbeitet.



Werte des Sports

Wir sind nicht neutral...

Das Projekt DemoS!-Sport stärkt Demokratie wirkt nicht nur in den sechs Modellvereinen sondern auch in anderen Strukturen der Sportjugend Hessen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kampagne „Wir sind nicht neutral…“, mit der auf aktuelle politische und soziale Themen aufmerksam gemacht wird. Denn Sportverbände sind zwar parteipolitisch, aber nicht politisch neutral. Die Sportjugend Hessen setzt sich für Demokratie und Menschenrechte ein und wendet sich klar gegen Rassismus und spaltende Tendenzen. Ende Juni erschien hierzu z. B. ein Beitrag in den Sozialen Medien zum Anlass des Weltflüchtlingstags.   

Ein lebendiger Schwerpunkt
Die Kampagne fügt sich ein in eine Reihe von Vorhaben der Sportjugend Hessen, die die Förderung von Menschenrechten und Demokratie zum Ziel haben. Im Rahmen des Schwerpunktthemas Demokratieförderung wurde die AG Demokratie gegründet, die die Referate bei der Umsetzung der Inhalte unterstützt. Das Projektteam von DemoS! – Sport stärkt Demokratie unterstützt die Kolleg/-innen dabei, Themen wie Kinderrechte, Partizipation und Menschenrechtsbildung vermehrt in Veranstaltungen und Projekten zu integrieren.



Leitbilder nutzen - Zukunft in Vereinen gestalten

Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen

Das Projekt „DemoS! – Sport stärkt Demokratie“, der Sportjugend Hessen setzt sich für Teilhabe- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in Sportvereinen ein. Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, im Gespräch mit den Projektmitarbeitenden Alexandra Faulhaber und Nico Miculic.

Beschreibe uns doch bitte Deinen persönlichen „DemoS! Aha-Moment“.
Immer, wenn ein Projekt, das sich als Konzeption auf dem Papier interessant liest, tatsächlich in die Umsetzung geht, ist das bei mir mit etwas Aufregung verbunden. Wird das, was wir uns im stillen Kämmerlein überlegt haben, in der Praxis auch Bestand haben oder nur ein Papiertiger bleiben? Auch bei DemoS!-Sport stärkt Demokratie war ich sehr gespannt, denn Leitbilder in den Vereinen zu erstellen, fand ich ein tolles, aber auch ambitioniertes Vorhaben. Als ich die fertigen Leitbilder zu lesen bekam und   die Menschen getroffen habe, die diese in einem sehr partizipativen Prozess ausgearbeitet hatten, war das mein absoluter Aha-Moment. Die theoretische Idee war mit Leben gefüllt worden. Und ich fand es beeindruckend zu lesen, wie sich die Beteiligten der einzelnen Vereine mit ihren Werten auseinandergesetzt und ganz individuell niedergeschrieben haben, wofür sie als Verein stehen. Zum Beispiel Wertschätzung, Offenheit oder soziales Engagement vor Ort, was ich persönlich sehr wichtig finde.

Hat DemoS! in die Sportjugend hinein gewirkt?
Auf jeden Fall. Wir haben durch das Projekt ganz viel gelernt, vor allem über demokratische Prozesse und die Bedeutung von Alltagsdemokratie. Durch die positiven Erfahrungen mit DemoS!-Sport stärkt Demokratie und den beteiligten Vereinen wurden wir dazu inspiriert, Demokratieförderung als ein Schwerpunktthema in unser Arbeitsprogramm aufzunehmen. Wir beleuchten die Abläufe einmal quer durch den Verband, beteiligen mehr Menschen an Entscheidungen und wollen in unserer Verbandsarbeit noch stärker demokratisches Miteinander leben.

Wie schätzt du allgemein die Wirkung von Leitbildern auf die Arbeit von Sportvereinen ein?
Ein Leitbild zu formulieren bedeutet, sich intensiv mit den Menschen auseinanderzusetzen, die in einem Verein aktiv sind. Durch diesen partizipativen Prozess wächst in meinen Augen auch das Potential, sich zu engagieren, gerade bei jungen Menschen. Viele Vereine sind historisch gewachsen, teilweise gibt es eingefahrene Strukturen. Wenn man diese aufbricht, indem man Jung und Alt mitnimmt und fragt, „Wofür wollen wir stehen?“, „Wie soll unser Verein in der Zukunft aussehen?“; das öffnet die Augen dafür, dass man etwas bewegen und verändern kann. Für mich ist das auch eine wunderbare Basis für neues Engagement.


Ein Projekt und seine Geschichten

Modellvereine im Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie

Übergabe der Zertifikate an die Projektleitungen der Vereine (Foto: amgrafik)

„Mehr Achtsamkeit auf demokratische Werte“, das habe das Projekt DemoS!-Sport stärkt Demokratie bei ihr bewirkt, sagt Gabriele Bentscheck vom RuF Kriftel e.V. Sie ist Vorsitzende in einem der Modellvereine, die das Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie! der Sportjugend Hessen seit 2017 bei der Umsetzung des partizipativen, demokratischen Prozesses begleitet.

Junge Menschen für Engagement gewonnen
Ein zentrales Thema, das alle Modellvereine von Anfang an bewegte, ist die Einbeziehung junger Menschen. Zu den wichtigsten Akteur/-innen im Projekt zählen daher die vereinsinternen Projektleitungen. Diese engagierten Personen zwischen 19 und 38 Jahren sind die Schnittstelle zwischen Projekt und Verein. Sie durchliefen von September 2017 bis April 2018 eine modulare, an den Prozess angepasste Qualifizierung. „Was mir heute noch hilft, sind die Seminare zu Themen wie Konflikte, Konfliktstadien und ihre Bewältigung“, so fasst Richard Pestinger von der TuS Steinbach die Qualifizierung zusammen. Neben einer Aufwandsentschädigung für die vereinsinternen Projektleitungen stehen Sachmittel zur Verfügung, um  konkrete Maßnahmen vor Ort umzusetzen. Damit werden unter anderem Werbematerialien erstellt, Fahrtkosten erstattet oder gemeinschaftliche Veranstaltungen durchgeführt.
Zu Beginn des Projekts wurden in allen Modellvereinen Leitbild-AGs gegründet. Hier trafen sich alle, die am Prozess interessiert waren und sich austauschen wollten. Rebecca Ladner vom TSV Griedel dazu: „Die AG in unserem Verein hat viel Vorarbeit für die Erstellung des Leitbilds geleistet. Ein kleines Team, das sehr effektiv gearbeitet hat.“ Einen großen Anteil am Projekterfolg war der Tatsache geschuldet, dass in den Leitbild-AGs nicht nur die üblichen Engagierten zu finden waren, sondern auch jene, die vorher gar nicht oder nur zu einem geringen Teil an der Vereinsarbeit beteiligt waren.

Expert/-innen in jedem Verein
Eine wesentliche Erkenntnis des Projekts ist: Wer Menschen mitnehmen will, muss sie fragen und einbeziehen. In den Modellvereinen machten sich junge Menschen auf eine kleine Forschungsreise, sie erstellten Fragebögen und führten Interviews. Katharina Schaub vom Judoclub Petersberg beschreibt diesen Effekt so: „Durch das Ausfüllen der Fragebögen hatten alle Mitglieder die Möglichkeit ihre Wünsche und Anliegen zu äußern.“ Bei diesem Arbeitsschritt waren die Mitglieder der Leitbild-AG mit ihren individuellen Fertigkeiten gefragt. So unterstützte beim TV Babenhausen ein IT-affines Mitglied beispielsweise bei der Erstellung einer Onlineumfrage. Durch den leicht zugänglichen Fragebogen nahmen mehr als 400 Mitglieder an der Umfrage teil – ein großer Erkenntnisgewinn für den Verein.

Ein Leitbild gibt Orientierung
In den vergangenen Monaten haben die Modellvereine ihre Leitbilder gemeinschaftlich erarbeitet. Auch nach der Fertigstellung beschäftigen sie sich nun weiterhin mit den aufgeworfenen Fragen. Welche Bedeutung ein Leitbild haben kann, formuliert die Vorsitzende von Lich Basketball, Annette Gümbel: „Ich bin mir sicher, dass wir Lich Basketballer für viele, viele Jahre von diesem Leitbildprozess profitieren werden, weil wir unsere Vereinsziele auch abseits des Sportfeldes definiert und gemeinsam erarbeitet haben.“

Die vielen spannenden Situationen, persönlichen Erlebnisse und natürlich die Vereinsleitbilder werden in den nächsten Ausgaben von Sport in Hessen vorgestellt. Die beteiligten Menschen aus dem Modellvereinen werden von ihren Hochs und Tiefs eines solchen Prozesses berichten und hoffentlich andere Vereine dazu anregen, ihr eigenes Leitbild zu erstellen.



Fördermittel beantragen

Sportjugend unterstützt Kooperationen zwischen Sportvereinen und Kitas

Um Bewegungsmangel, ungünstigem Ernährungsverhalten und sich stark verändernden Lebensumständen bei Kindern im Vorschulalter wirkungsvoll begegnen zu können, setzt die Sportjugend Hessen auf die Bewegungskompetenz der Vereine. Mit der Initiative „Mehr Bewegung in den Kindergarten“ unterstützt sie die Kooperation zwischen Sportvereinen und Kitas.

Erfolgreiche Kooperationen
Die Vereine übernehmen dabei die wichtige Aufgabe, in Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen die Bewegungsangebote für die Kindergartenkinder zu verbessern. Entweder kommen dazu qualifizierte Übungsleiter/innen aus dem Verein in die Kitas, oder genau umgekehrt, d. h. das Bewegungsangebot findet in den Räumlichkeiten des Vereins statt. Von der Zusammenarbeit profitieren beide Partner: Die Einrichtungen erhalten ein verbessertes Bewegungsangebot unter kompetenter Anleitung, die Vereine stellen ihre Kompetenz in diesem Bereich dar, können ihr Angebot ausweiten und neue Zielgruppen gewinnen.

Wie funktioniert die Teilnahme?
Kita und Sportverein einigen sich auf mindestens zwei Bewegungsstunden in der Woche. Anschließend reichen sie eine entsprechende Bewerbung mit dem Antragsformular bei der Sportjugend Hessen ein. Das Formular kann auf unserer Internetseite abgerufen oder bei unserer Geschäftsstelle angefordert werden. Zentraler Bestandteil der Initiative ist ein Zuschuss zum Übungsleiter/-innen-Honorar von bis zu 1.200 Euro, verteilt auf drei Jahre. Daneben finden Beratungen der Kooperationspartner statt und es gibt ein Angebot an vergünstigten Fortbildungen. Für das Kindergartenjahr 2019/2020 sind noch nicht alle Fördermittel abgerufen. Der Antragsschluss dafür ist der 31. Juli.

 

Beratung und Information: Sportjugend Hessen, Klaus Lehn, Tel.: 06151/ 6062398, E-Mail: KLehn@sportjugend-hessen.de.


Menschenrechtsbasierte Flüchtlingspolitik

Sportjugend Hessen unterzeichnet Forderungen an Bundeskanzlerin Merkel

Als größter hessischer Jugendverband tritt die Sportjugend Hessen mit ihrer Unterschrift für eine menschenrechtsbasierte Flüchtlingspolitik ein und fordert deren Neuausrichtung sowohl auf deutscher als auch europäischer Ebene. „In unserer Jugendordnung steht, dass wir uns zu den Grundsätzen der Menschenrechte bekennen. Die Lage auf dem Mittelmeer ist für uns menschenunwürdig, schlicht katastrophal. Von daher haben wir als Vorstand beschlossen, den Brief mit zu unterzeichnen“, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen.

PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen (MSF), Amnesty International, Sea-Watch, Seebrücke, Diakonie, Caritas, der Paritätische, Brot für die Welt, der Deutsche Gewerkschaftsbund und viele andere zivilgesellschaftliche Organisationen haben den Brief bereits unterschrieben und die Liste der Unterzeichner wird länger. Der Sport ist bisher selten vertreten. „Wir würden uns freuen, wenn sich das ändert und sich noch mehr Sportorganisationen dem Brief anschließen“, stellt Juliane Kuhlmann fest. „Der Sport wird oft in Verbindung mit Werten wie Fair Play, Völkerverständigung und Teamgeist gebracht. Mit unserer Unterschrift treten wir für deren Einhaltung auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen ein“, ergänzt Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen und zuständig für den Bereich Sport und Flüchtlinge.

Seit 2016 engagiert sich die Sportjugend Hessen mit dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ für eine gute Willkommenskultur und Integration von Geflüchteten in Hessen. Drei der teilnehmenden Gemeinden, Kassel, Marburg und Wiesbaden haben sich bereits mit der SEEBRÜCKE solidarisch erklärt und in die Liste „Sicherer Hafen“ aufnehmen lassen.


Betroffenen zuhören – Kindeswohl im Sport stärken

Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen unterstützen den Aufruf der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland im Kontext Sport

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland hat einen Aufruf im Kontext Sport gestartet. Der Aufruf richtet sich explizit an Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuellem Missbrauch im Sport ausgesetzt waren.
Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen sehen den Aufruf als wichtigen Beitrag an, damit das Thema im organisierten Sport stärker Beachtung findet. Neben dem Beratungsangebot der Sportjugend Hessen gibt es mit der Kommission eine unabhängige Stelle, an die sich Betroffene von sexualisierter Gewalt wenden können. Dabei gilt vor allem eins: zuhören! Hierdurch erhalten wir weitere Erkenntnisse für die Prävention von sexualisierter Gewalt im Kinder- und Jugendsport. Bereits jetzt haben Präventionsmaßnahmen bei uns einen hohen Stellenwert und können in Zukunft noch besser umgesetzt werden. Ebenso wie wir hat der Aufruf zudem den Blick auf den Kampf gegen sexuelle Belästigung und Gewalt im Erwachsenensport im Blick.   

Breites Beratungsangebot
Das Beratungsangebot der Sportjugend Hessen umfasst den gesamten Themenbereich Kindeswohlgefährdung im Sport und ist damit breit aufgestellt. Neben (Verdachts-)Fällen von sexualisierter Gewalt sowie psychischer und körperlicher Gewalt im Sport können sich Betroffene sowie Eltern, Vorstände, Trainer/innen etc. auch bei Mobbing, Diskriminierungen, Rassismus, schwierigen Vereinskonflikten, Drogenmissbrauch, Suizid(gefahr) etc. bei der Sportjugend Hessen melden.
Im letzten Jahr hat es eine Verdopplung der Fallberatungen gegeben. Wir gehen davon aus, dass dies ein Ergebnis der gestiegenen Sensibilität für das Wohl von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen ist und es nicht vermehrt zu Vorfällen kommt. Unserem gemeinsames Ziel, eine Kultur des Hinsehens zu schaffen, scheinen wir ein Stück näher zu kommen. Hinsehen heißt für uns aber nicht „mit Argusaugen beobachten“, denn wir möchten im Verein nicht gegenseitiges Misstrauen, sondern das Vertrauen untereinander stärken.

Betroffene stärken
Der Aufruf der Unabhängigen Kommission ergänzt das Angebot der Sportjugend Hessen hervorragend, da sich Betroffene eher selten bei uns melden – insbesondere nicht Erwachsene, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt in ihrem Verein erlebt haben. Betroffene leiden nicht selten ihr ganzes Leben unter den Folgen und empfinden große Scham, über ihr Leid zu sprechen. Eine unabhängige Stelle, die nicht mit dem Sport verbunden ist, kann sie ermutigen sich zu öffnen.

Kindeswohl ist ein Schutzrecht
Bei der letzten Landtagswahl haben die Bürger/innen entschieden, die Kinderrechte in die Hessische Verfassung aufzunehmen. Kindeswohl im Sport ist somit nun auch neben der UN-Kinderrechtskonvention auf der Landesebene rechtlich verankert. Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt und Diskriminierungen, sie müssen gefördert und beteiligt werden - auch im Sportverein.

Kindeswohl im Sportalltag
Was brauchen Kinder, um sich in unserem Verein wohl zu fühlen? Anhand dieser einfachen Frage können Vereinsverantwortliche oder Trainer/innen mit „ihren“ Eltern und Kindern gemeinsam Ideen für ihre Sportstunden, Trainingslager oder außersportliche Zusammenkünfte sammeln. Bei der Vereinbarung von Regeln für den Umgang miteinander kann der Verhaltenskodex des Landessportbund Hessen eine Hilfe für Trainer/innen sein.

Kinderrechte des Sports
Die Sportjugend Hessen und die Deutsche Sportjugend (dsj) sind zurzeit dabei, Kinderrechte des Sports zu erarbeiten. Hierbei werden auch Themen wie „kindgerechte Wettkämpfe“ umfassender formuliert und ein „kindgerechter Leistungssport“ eine Rolle spielen. Beim europäischen Projekt VOICE, an dem sich die dsj als nationale Partnerin beteiligt hat, wurde Betroffenen aus dem Sport eine Stimme gegeben. Es wurde deutlich, welche Auswirkungen Hochleistungssport neben Formen sexualisierter Gewalt bei Kindern und Jugendlichen noch haben kann. Als Stichworte fielen unter anderem Ernährung, Hunger, Drill.

Betroffenenperspektive stärken
Kommt es zu Fällen von Kindeswohlgefährdung, wird in Deutschland – und auch im Sport – den Tätern viel Aufmerksamkeit gegeben. Selbstverständlich müssen Täter bestraft werden, aber Betroffene brauchen mehr Beachtung und Gehör. Dafür machen sich Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen zusammen mit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierten Kindesmissbrauchs stark.

Kontakt Beratungsstelle Sportjugend:
ARibler@remove-this.sportjugend-hessen.de; Beratungstelefon: 01590/1319098 (auf Wunsch anonym)
Kontakt Unabhängige Kommission:
www.aufarbeitungskommission.de/sport¸ Telefon: 0800/4030040 (kostenfrei und anonym)
Informationen und Materialien:
www.kindeswohl-im-sport.de


Jugendpolitik entdeckt!

Ein jugendpolitischer Kommentar des hjr zum Koalitionsvertrag der Landesregierung

Der Koalitionsvertrag von CDU und Bündnis90/Die Grünen weckt in seiner Präambel keine hohen jugendpolitischen Erwartungen. Eher im Gegenteil: Dort, wo aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen beschrieben werden, kommen Jugendliche als Adressaten von Politik nicht vor. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn man sich die Mühe macht, den kompletten Koalitionsvertrag nach Jugendthemen zu durchsuchen. An zahlreichen Stellen wird deutlich, dass sich die Koalition verpflichtet hat, Politik für Jugendliche zu gestalten. In diesem Stil wurden zahlreiche Jugendthemen gesetzt.

Wiederentdeckung der politischen Bildung
Im Koalitionsvertrag ist die politische Bildung als zentraler Baustein zur Weiterentwicklung einer demokratischen Gesellschaft klar definiert. Sie soll zum Verständnis politischer Prozesse sowie zu politischer Urteilsfähigkeit beitragen und dadurch Teilhabe ermöglichen. Hier werden besonders die historisch-politische Bildung und die Zielgruppe benachteiligter Jugendlicher hervorgehoben. Außerdem soll die außerschulische politische Bildung stärker unterstützt werden.

Mit diesen Impulsen setzt die Landesregierung aus Sicht des Hessischen Jugendrings (hjr) die richtigen Akzente: Eine Ausweitung der (außerschulischen) Angebote und die Öffnung für neue Zielgruppen.  Dies sind zentrale Forderungen, die der hjr schon seit längerem stellt.
Worauf der hjr achten wird: Politische Bildung darf nicht zur Demokratie-Erziehung mit Wertekunde verkürzt werden. Sie muss Gesellschaft als wandel- und gestaltbar darstellen, die kritische Auseinandersetzung mit Machtstrukturen ermöglichen und zu eigenem politischem Handeln befähigen.

Kinder- und Jugendrechte umsetzen
Die Koalition wertet die Kinderrechte weiter auf und plant die Umsetzung der Kinder- und Jugendrechtecharta. 2020 soll das „Jahr der Rechte für alle Kinder“ werden. Außerdem soll ein hessisches Jugendmonitoring eingeführt werden.

Mit diesen Vorhaben entwickelt die Landesregierung die Kinderrechtethematik engagiert weiter und betritt mit dem Jugendmonitoring sogar jugendpolitisches Neuland.
Der Hessische Jugendring bietet an die Einführung eines hessischen Jugendmonitorings und die Weiterentwicklung engagiert unterstützen.

Ehrenamt wird zur Regierungssache
Ehrenamt ist essentiell für unsere Gesellschaft. Deshalb hat die Koalition in ihrem Vertrag formuliert, die Rahmenbedingungen, die Anerkennung und die Sichtbarkeit von ehrenamtlichem Engagement zu verbessern. Besonders das Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll gefördert werden. Es ist geplant, die Ehrenamts-Card auch an Jugendleiter/-innen auszustellen, um so den Einstieg ins Ehrenamt für junge Menschen zu erleichtern. Ein „Landesnetzwerk Ehrenamt“ soll die Maßnahmen der Ehrenamtsförderung bündeln.

Ehrenamt in Jugendverbänden gilt als nachhaltiger Einstieg in lebenslanges Engagement. Der hjr bewertet daher den breiten Blick auf das Thema Ehrenamt im Koalitionsvertrag sehr positiv.
Er sieht sich als die Jugendorganisation, die die Erfahrungen der Jugendverbände in das „Landesnetzwerk Ehrenamt“ gerne miteinbringt. Der hjr setzt sich für konkrete Veränderungen ein z. B. für prüfungsfreie Ferien an Hochschulen, damit Studierende bei Freizeiten und Zeltlagern ehrenamtlich Kinder und Jugendliche betreuen können.

Ab sofort wird partizipiert
Für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen benennt der Koalitionsvertrag drei konkrete Handlungsfelder. Auf Landesebene ist die Schaffung einer Online-Beteiligungsplattform für Jugendliche geplant. Im kommunalen Raum soll der Ausbau von Jugendparlamenten unterstützt werden. In Schulen soll die Mitbestimmung und die Arbeit der Schüler/-innenvertretungen gestärkt werden.
 
Der Hessische Jugendring begrüßt diese Vorhaben und sieht neue Impulse für eine landesweite Jugendbeteiligung. Was ihm dazu einfällt: Jugendbeteiligung ist ein wichtiger Baustein für eine gute Jugendpolitik. Dass sich junge Menschen politisch beteiligen wollen und können, zeigen aktuell die „Fridays for future“-Demonstrationen sehr eindrücklich. Mit dem Jugendbeteiligungskongress „HOP“ am 7. September 2019 in Frankfurt liefert der hjr weitere Impulse, so dass diese von der Landesregierung in ihre Jugendbeteiligungsstrategie einbezogen werden können.

Die Koalition hat sich viel vorgenommen und dabei explizit an Kinder, Jugendliche und jungen Menschen gedacht. Auch über diese vier zentralen Felder hinaus steht einiges auf der jugendpolitischen To-do-Liste der Regierung. Der Hessische Jugendring kündigt hiermit seine Mitarbeit an und wird darauf achten, dass unterwegs nichts verloren geht.


Der hjr ist die Arbeitsgemeinschaft von 31 landesweiten Jugendverbänden in Hessen. Dazu gehören z. B. die Jugendfeuerwehr, die evangelische und katholische Jugend, die Gewerkschaftsjugend, die DLRG-Jugend, die Naturschutzjugend und die Sportjugend Hessen.


Es ist Zeit, gemeinsam zu handeln

Hessisches Bündnis für eine nachhaltige, demokratische Gesellschaft vorbereitet

Die Sportjugend Hessen hat zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und dem Kinderrechte-Verein Makista e.V. zur Entwicklungskonferenz für ein „Hessisches Bündnis für eine nachhaltige, demokratische Gesellschaft“ eingeladen. Rund 60 Expert/innen aus unterschiedlichen Bereichen der politischen und demokratischen Bildungsarbeit kamen in der Sportschule Frankfurt zusammen.

Wozu ein Bündnis?
Die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, in der demokratische Errungenschaften stärker denn je hinterfragt werden, der Klimawandel massenhaft zum Protest von jungen Leuten führt und der politische Diskurs sich bedenklich in Richtung (rechts-)populistischer Positionen verschiebt, hatte die Initiatoren dazu veranlasst diese Einladung auszusprechen. Auf der Entwicklungskonferenz wurde über die genaue thematische Ausrichtung des Bündnisses diskutiert. Hierbei wurden die Kinder- und Menschenrechte in den Fokus gerückt. Auch ging es um die Fragen, welche Funktion(en) das Bündnis haben könnte und wer alles mitmacht. Soll es „nur“ ein Netzwerk zum Austausch sein? Oder ein politisches Bündnis? Sollen staatliche Institutionen beteiligt werden oder nicht?

Schnell zeichnete sich ab: Das Bündnis soll ein Bündnis der Zivilgesellschaft sein. Durch die Expertisen der Kolleg/innen aus den verschiedenen Fachrichtungen sollen gemeinsame Positionen erarbeitet und - ggf. kampagnenartig - verbreitet werden. Die verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die dem Bündnis beitreten, wollen mit starker Stimme für gemeinsame Ziele streiten. Staatliche Institutionen sind eingeladen diese Positionen und Diskussionsanregungen aufzunehmen und mit dem Bündnis ins Gespräch zu kommen.

Demokratielernen als Verbandsentwicklung
Der Arbeitsschwerpunkt „Demokratielernen als Verbandsentwicklung“, den der Vorstand der Sportjugend Hessen beschlossen hat, ist Ausdruck dieses Prozesses. Daraus resultierte, dass das DemoS!-Team der Sportjugend Hessen die Entwicklungskonferenz für das Bündnis gemeinsam mit den Initiatoren DeGeDe und Makista e.V. durchgeführt und finanziert hat. „DemoS!“ ist eines der Projekte, die im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Inneren gefördert werden.

Bündnis bietet Reflektion und Qualifizierung
Die Entwicklungskonferenz hat gezeigt, welche Expertisen die engagierten Kolleg/-innen aus den Bereichen der schulischen und außerschulischen politischen Bildung mitbringen. Die Mitgliedschaft im Bündnis soll helfen, die Arbeit der Sportjugend Hessen weiter zu qualifizieren.  

Wer kann alles beim Bündnis mitmachen?
Nach der erfolgreichen Entwicklungskonferenz soll am 20.11.2019 in der Sport und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen in Wetzlar das Bündnis gegründet werden. Alle zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Hessen sind herzlich eingeladen dem Bündnis beizutreten!


Vermehrt bezahlte Freistellung für ehrenamtliches Engagement

Verdopplung der Antragszahlen in den letzten zehn Jahren

In den Wochen vor den Sommerferien steigt die Anzahl der Freistellungsanträge für die in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Ehrenamtlichen. Grund dafür sind die zahlreichen Kinder- und Jugendreisen, Ferienspiele, Sportaustausche usw., die ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich wären. Im Jahr 2018 wurden allein im Sport 2.276 Beschäftigte für 9.223 Arbeitstage freigestellt. Die Zunahme von bezahlten Freistellungen hält seit dem Jahr 2000 unvermindert an und hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Nach dem Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJGB) können sich alle bei privaten Arbeitgebern beschäftigten Personen über 16 Jahren bis zu 12 Tage im Jahr bezahlt von ihrer Arbeit freistellen lassen. Die Arbeitgeber bekommen dafür eine weitgehende Kostenerstattung vom Land Hessen. Die Freistellung wird in der Regel auch im öffentlichen Dienst gewährt.

Die bezahlte Freistellung gibt es nicht nur für die Tätigkeit als Jugendleiter/in oder -betreuer/in. Man kann sie ebenso für die Teilnahme an Aus- und Fortbildung im Rahmen des Jugendsports, für die Teilnahme an Tagungen und Seminaren der Hessischen Jugendverbände sowie der öffentlichen Jugendhilfe beantragen. Damit der Antrag formal korrekt ist, muss er von dem jeweiligen Veranstalter unterzeichnet werden. Der Verein, Sportkreis oder Verband bestätigt mit seiner Unterschrift, dass es sich um eine Jugendmaßnahme im Sinne des Gesetzes handelt. Anschließend muss die Sportjugend Hessen den Antrag befürworten. Aufgrund der notwendigen Formalien sind eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema Freistellung und die Absprache mit dem Arbeitgeber ratsam.


Wie verbreitet ist sexueller Missbrauch im Sport?

Angelika Ribler, Sportjugend Hessen, diskutierte gemeinsam mit Jan Holze, Vorsitzender Deutsche Sportjugend und Dr. Bettina Rulofs, Soziologin, Deutsche Sporthochschule, darüber wie verbreitet sexueller Missbrauch im Sport ist. Moderiert wurde das Gespräch von Gregor Papsch, SWR2.

Sport fördert Fairness, Toleranz und Mitmenschlichkeit, erklären uns Politiker und Sportfunktionäre, und jeder der rund 90tausend Fußball-, Schwimm- oder Leichtathletikvereine in Deutschland will mehr sein als nur ein Verein, nämlich Ort gegenseitigen Respekts und familiärer Geborgenheit. Dass ausgerechnet hier immer mehr Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs ans Licht kommen, wird dagegen konsequent beschwiegen. Dabei zeigen neuere Untersuchungen, dass es gerade im Sport immer wieder zu Übergriffen kommt. Jetzt will die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs das Tabuthema aufarbeiten. Seit vergangener Woche können sich Betroffene melden und von ihren Erfahrungen berichten. Was macht den Sport besonders anfällig für sexuelle Übergriffe? Welche Bereitschaft zeigen die Verbände, sich ihrer Missbrauchsgeschichte zu stellen? Und was können Vereine präventiv tun, damit Eltern sich nicht sorgen müssen?

Die Diskussion kann hier angehört werden.

Quelle: SWR2 Forum


„Mit tollen Ideen und großem Einsatz engagiert“

(Foto: Angelika Stehle)

Der Hessische Innen- und Sportminister Peter Beuth hat in Wiesbaden das Dr. Horst Schmidt-Jugendsport-Stipendium an fünf Sportler aus Langen, Darmstadt, Wehrheim, Dreieich und Kassel verliehen. Die Stipendien sind mit je 2.000 Euro dotiert und gehen an junge Ehrenamtliche, die noch im Studium oder in der Ausbildung sind und sich in ihren Sportvereinen für andere einsetzen. 

Ehrenamt im Sport stärken

„Mit unserer Sportpolitik wollen wir auch das Ehrenamt im Sport stärken. Das Dr. Horst Schmidt-Stipendium ist deshalb ein Meilenstein in der Anerkennungskultur unseres Landes. Mit ihm fördern wir ehrenamtliches Engagement junger Frauen und Männer, die sich im Sportbereich mit tollen Ideen und großem Einsatz herausragend engagieren. Unsere Stipendiaten übernehmen als Übungsleiter und Trainer Verantwortung für den Nachwuchs und begleiten sie oft über viele Jahre in den Vereinen. Dabei vermitteln sie noch viel mehr als Fitness und sportliche Fertigkeiten: Sie tragen dafür Sorge, dass junge Menschen von Kindesbeinen an die Werte von Fairness, Teamgeist und sozialem Miteinander mit auf den Weg bekommen“, so Peter Beuth.

Fester Platz in der Sportförderpolitik

Das Dr.-Horst-Schmidt-Stipendium erinnert an den ehemaligen Hessischen Sozialminister Dr. Horst Schmidt, der von 1969 bis zu seinem tragischen Unfalltod im Oktober 1976 dem hessischen Kabinett angehörte. Das Förderprogramm hat einen festen Platz in der Sportförderpolitik der Hessischen Landesregierung und ist Teil einer Anerkennungskultur für ehrenamtlich aktive junge Frauen und Männer.

Die Stipendiaten 2019

Sandra Ellinghausen, Langen
Die Lehramtsstudentin Sandra Ellinghausen engagiert sich innerhalb der Leichtathletikabteilung des TV 1862 Langen e.V. als Assistenztrainerin der U8, U10, U11 und U12, sowie als Co-Trainerin und Leiterin der Trainingsgruppe U14. Die Inhaberin der C-Trainer-Lizenz Leistungssport hat eine Grundausbildung als Kampfrichterin absolviert und arbeitet neben ihrer intensiven Trainerinnentätigkeit im Wettkampfausschuss mit.

Cedric Guthier, Darmstadt
Der 23-jährige Leichtathlet Cedric Gutier ist im Vorstand der TSG Bad König aktiv.  Als Mitglied im Hessischen D-Kader Orientierungslauf nahm er bereits an zahlreichen Weltcuprunden in Europa teil. Der 23-jährige Student der Umweltingenieurswissenschaften leitet zusätzlich an der TU Darmstadt Unisportkurse im Orientierungslauf. Cedric Guthier hat eine Ausbildung zur Jugend-Leiter-Card absolviert.

Johanna Pierags, Wehrheim
Johanna Pierags hat sich ganz dem Handball verschrieben. Sie ist aktive Spielerin bei der SG Wehrheim/Obernhain e.V., Trainerin (C-Lizenz) der weiblichen Handball-Hessenauswahl des Jahrgangs 2004, Leiterin des jährlichen Handballjugendcamps und darüber hinaus als Jugendsprecherin des Hessischen Handball-Verbandes ehrenamtlich aktiv. Ein Bundesfreiwilligenjahr absolvierte sie ebenfalls beim Hessischen Handball-Verband e.V. Zurzeit studiert Johanna Pierags International Sports Management in Bad Homburg.

Robin Ruff, Dreieich
Der Darmstädter Student ist Vorsitzender des 1. Sprendlinger Judo Verein e.V. sowie Abteilungsleiter Ju-Jutsu. Die B-Lizenz zum Übungsleiter, Schwerpunkt Gewaltprävention, sowie eine Prüferlizenz Ju-Jutsu und eine Jugendleiterausbildung hat er absolviert, wovon vor allem der Nachwuchs des Sprendlinger Judo Vereins profitiert.

Tobias Stang, Kassel
Der aktive Leichtathlet der Melsunger Turngemeinde 1861 nimmt regelmäßig bei Hessischen und Deutschen Meisterschaften teil. Sein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte er im Sport. Als Übungsleiter für Nichtschwimmerkurse und Leichtathletik, ehrenamtlicher Betreuer bei Kinderferienspielen und Jugendcamps, als Jugendwart der Sportjugend Schwalm-Eder und als Mitglied Juniorteam der Sportjugend Hessen engagiert sich der Student der Wirtschaftspädagogik (Kassel) über das eigentliche Maß hinaus.

Quelle: Hessisches Ministerium des Innern und für Sport


Sportjugend Hessen für Europa und Menschenrechte

Am 26. Mai 2019 ist Europawahl. Die Sportjugend Hessen ruft dazu auf, demokratische Parteien zu wählen, die mit den Werten des Sports und den Menschenrechten vereinbar sind. Fairplay, Vielfalt, Respekt – diese grundlegenden Werte des Sports lassen sich direkt oder indirekt auf die universell gültigen Menschenrechte beziehen. Als Grundlage demokratischer Gesellschaften spielen sie eine besondere Rolle. Weltweit aber auch in der Europäischen Union sind diese Werte heute bedrohter und umkämpfter als noch vor kurzem für möglich gehalten und müssen immer wieder neu erstritten werden.

Gemeinsames Handeln für die Umwelt
Wenn prominente Akteure aus Politik und Öffentlichkeit demonstrierenden jungen Menschen die Mündigkeit  zum Protest absprechen, zeugt das von fehlendem Respekt gegenüber den Protestierenden. In Zeiten, in denen verhandelte Klimaschutzabkommen nachträglich wieder aufgekündigt und wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich in Frage gestellt werden, wird ein gemeinsames Handeln der verschiedensten Stimmen für die Umwelt immer dringlicher. In Europa und weltweit sind die „Fridays for Future“-Demonstrationen ein starkes Beispiel für bunten, kreativen Protest. Die Sportjugend Hessen versteht sich als Vertretung der jungen Menschen und solidarisiert sich mit den Protesten.

Solidarität und Menschenrechte im Sport leben
Fairplay im Sport heißt, zu vereinbarten Regeln im Wettkampf zu stehen und Sport für Alle zu ermöglichen – ohne die Abwertung oder Diskriminierung von Anderen. Im Sinne dieses Fairnessgedankens sind aktuelle Entwicklungen in Europa kritisch zu betrachten. Wo flüchtenden Menschen Hilfe verweigert und die Seenotrettung kriminalisiert wird, werden Menschenrechte in Frage gestellt. Neben dem Recht auf Freizügigkeit und Auswanderung sichert Artikel 3 allen Menschen das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit zu. Die Verantwortung, diese Rechte zu schützen, liegt auch bei den Institutionen der Europäischen Union. In einer vernetzten, modernen und komplexen Welt kann man sie am besten in einer starken Gemeinschaft tragen. Die Sportjugend Hessen und viele hessische Vereine zeigen durch ihr großes Engagement beispielsweise in den Programmen „Integration durch Sport“ und „Sport und Flüchtlinge“, dass Solidarität und Menschenrechte täglich im Sport gelebt werden.

Die Arbeit von Sportvereinen und -verbänden steht seit Jahren unter dem Siegel des Eintretens für Vielfalt. Inklusion und Integration sind Begriffe, die das Sporttreiben prägen und den gemeinschaftlichen Anspruch in Sportvereinen umfänglich beschreiben. Parteien, die diese Vielfalt  und Pluralität der Gesellschaft aus ihren Programmen verbannt haben, vertreten nicht einen Sport für Alle, sondern rütteln an fundamentalen Bestandteilen des Sports und damit auch an seiner Integrität. Zudem stellen sie den Artikel 1 der Menschenrechte „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ infrage.

Wir sind nicht neutral - demokratisch wählen für Europa
Sozialer Frieden und die Sicherheit aller Menschen sind in Europa im Jahr 2019 nicht überall gewährleistet und nirgendwo unveränderbar garantiert. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 gilt es darum umso mehr, demokratisch zu wählen und den populistischen und spaltenden Tendenzen auf dem Kontinent eine starke Stimme entgegenzustellen.
Die Sportjugend Hessen ist zwar parteipolitisch neutral, aber nicht politisch neutral. Sie setzt sich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ein und wendet sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und nationalistische Tendenzen. Dies gilt sowohl für unsere alltägliche Arbeit, als auch als Vertretung der Sporttreibenden in ganz Hessen. Wir stehen für unsere Werte ein und unterstützen all jene, die diese gleichfalls als Grundgerüst ihres Wirkens verstehen.


Qualität in der Bildungsarbeit braucht gut qualifizierte Mitarbeiter/innen

Bildungsarbeit
Auch in der Sporthalle ist gute Kommunikation gefragt

Die Bildungsarbeit der Sportjugend Hessen ist bunt und vielfältig. Das Angebot reicht von Aus- und Fortbildungen für Jugend- und Übungsleiter/-innen über Vereinsberatungen und Projektbegleitungen für junge Engagierte in den Vereinen, bis hin zu Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen wie z. B. den Bildungscamps.
Um dieses Bildungs- und Bewegungsangebot realisieren zu können, ist neben dem Einsatz des hauptberuflichen Personals eine große Zahl an nebenberuflichen Mitarbeitenden erforderlich. Sie führen diese Angebote als Honorarkräfte im Auftrag der Sportjugend Hessen durch und sind entscheidend für die Qualität verantwortlich, die vor Ort bei den Zielgruppen ankommt.

Nebenberufliche Mitarbeiter/innen weiterqualifizieren
Diesem Qualitätsaspekt in der Bildungsarbeit widmet sich die Sportjugend Hessen, in Kooperation mit dem Landessportbund Hessen, mit einem neuen Konzept zur Qualifizierung von nebenberuflichen Mitarbeiter/-innen. Im Fokus stehen dabei die Auswahl, Einarbeitung und Fortbildung von Teamer/-innen, Referent/-innen und Berater/-innen.
Die Anforderungen an nebenberuflichen Mitarbeitenden sind in den verschiedenen Einsatzbereichen sehr unterschiedlich. Jemand, der eine Freizeit betreut, braucht, neben seiner persönlichen Eignung, vor allem Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie an der Arbeit im Team. Eine Referentin im Ausbildungsteam muss i.d.R. ein sportpädagogisches Studium und Lehrerfahrungen mitbringen.

Soziale und methodische Kompetenzen wichtig
Die Weiterqualifizierung der Teamer/-innen, Referent/-innen und Berater/-innen durch die Sportjugend Hessen erfolgt vor allem in den Bereichen der sozial-kommunikativen und didaktisch-methodischen Kompetenzen. Aktuell werden Bildungsbausteine für ein flexibles Baukastensystem entwickelt. Dabei arbeiten die verschiedenen Referate der Sportjugend Hessen eng zusammen. Ist der Baukasten fertig, ermöglicht dieser den nebenberuflichen Referent/-innen, ihr regelmäßiges Fortbildungsprogramm individuell zusammenzustellen.
Das Fortbildungsangebot soll Grundlagenmodule und Tagesfortbildungen beinhalten. Dazu gehören u. a. Visualisierung als Aufmerksamkeitssteuerung, Umgang mit Konflikten in der Bildungsarbeit, Methoden der Beteiligung, Auswertung von kooperativen Spielen. Diese Seminare können auch zum Erwerb und zur Verlängerung des DOSB-Ausbilder/-innen-Zertifikates angerechnet werden.

Service für die hessischen Fachverbände
Gleichzeitig können die Referent/-innen, die in den Fachverbänden in den Aus- und Fortbildungen tätig sind, an dem Angebot teilnehmen. Es ist eine weitere Serviceleistung für die Fachverbände, deren sportartspezifische Qualifizierungsmaßnahmen bereits mit Seminarbausteinen z. B. zum Thema Kindeswohl inhaltlich unterstützt werden.


Webinare zum Sport im Ganztag

Qualifizierungsoffensive geht weiter

Im aktuellen Koalitionsvertrag der Hessischen Landesregierung sind eine Vielzahl an Stichworten zu den Themen Schule, Ganztag sowie Zusammenarbeit mit dem organisierten Sport und den Sportvereinen enthalten. Demnach soll u. a. der Ausbau von ganztägig arbeitenden Schulen, die Kooperation mit den Sportvereinen und die Nutzung außerschulischer Lernorte forciert werden. Offen bleibt, ob für die Kooperationsarbeit mit den Sportvereinen die finanzielle Ausstattung verbessert wird. Das wäre wünschenswert, denn die sportartbezogenen- und sportartübergreifenden Kooperationsangebote sind eine wichtige Ergänzung zum Sportunterricht.  
Landesprogramm Schule und Verein – Fördertopf wurde aufgestockt
Den Sportvereinen stellen sich in der Zusammenarbeit mit Schulen Herausforderungen in zwei Bereichen. Die erste ist die Gestaltung der Kooperation mit Anbahnung, Organisation und Finanzierung. Hier sind in erster Linie die Sportkreise gefordert, die Kooperationen vor Ort zu unterstützen bzw. mit den Schulämtern zusammen zu arbeiten. In diesem Bereich gibt es das Landesprogramm „Schule und Verein“ des Hessischen Kultusministeriums, welches seit diesem Schuljahr finanziell aufgestockt wurde. Folglich sind die Chancen, Unterstützung zu erhalten, gestiegen. Es lohnt sich auch außerhalb der Fristen beim zuständigen Schulamt anzurufen und nach freien Kapazitäten zu fragen.

Sport im Ganztag – Angebot unterscheidet sich zum Sport im Verein
Der zweite Bereich ist die attraktive, zielgruppenbezogene und qualifizierte Umsetzung eines Sportangebots im Bereich „Sport im Ganztag“. Dafür sind inhaltliche Konzepte und spezielle Qualifizierungen der Übungsleiter/-innen und Trainer/-innen notwendig, denn zum Teil sind andere Inhalte, Methoden und pädagogische Kompetenzen gefragt als beim Sport im Verein. Das liegt z. B. an der heterogenen Zusammensetzung der Schüler/-innengruppen am Nachmittag. Besondere Qualifikationen werden in den Bereichen Differenzierung, Partizipation, Soziale Kompetenzen, Umgang mit Interkulturalität sowie Methodenvielfalt benötigt. Hier können und müssen sich die Sportfachverbände einbringen.
Mittlerweile gibt es 15 sportartbezogene Orientierungspläne zum Sport im Ganztag, die in Zusammenarbeit der Sportjugend Hessen mit den jeweiligen Sportfachverbänden entstanden sind. Die hessischen Sportfachverbände setzen damit einen bundesweit einmaligen Impuls für die innerverbandliche Weiterentwicklung dieser Thematik. Parallel haben 20 Verbände Fortbildungskonzepte erarbeitet, welche in die Regelarbeit einfließen und einen großen Anteil der jährlich wechselnden Praxismodule als Teile der Aus- und Fortbildung ausmachen.

Qualifizierungsangebote 2019
Auch gibt es die modularisierte Übungsleiterausbildung „Sport im Ganztag“. Die nächsten Termine der beiden Grundlagenmodule sind vom 25.bis 27. Oktober sowie vom 29. November bis 1. Dezember 2019. Zur Ausbildung gehörigen außerdem drei Praxismodule, die aus einem breiten Angebot an Sportarten ausgewählt werden können. Sie können auch als Tagesfortbildung absolviert werden.  

Online-Weiterbildung: Webinar
In 2019 erweitert die Sportjugend Hessen den Kanon der Qualifizierung um sogenannte Webinare zum „Sport im Ganztag“. Das sind ca. zweistündige Online-Seminare, zu denen sich Interessierte von zu Hause per PC oder Handy dazuschalten. Sie können zuhören, Überblickspapiere mitlesen, Fragen stellen und mit den anderen Teilnehmenden ins Gespräch kommen. So ist es möglich, in kurzer Zeit hilfreiche Informationen zu erhalten und drängende Fragen zu klären.
Die ersten beiden Webinare finden am 24. Juni und am 28. August 2019, jeweils von 18 bis 20 Uhr, statt. Interessierte schicken einfach eine kurze E-Mail  und bekommen dann, wiederum per E-Mail, eine Einladung zugeschickt.


Hessenweite Vereinsförderung

NäherDran geht ins zweite Jahre

Soccer- und Highlandgames für Geflüchtete bei der SKG Erfelden oder eine Ausbildung zur Übungsleitung Breitensport für Kinder und Jugendliche beim TSV Korbach – durch „NäherDran“ sind diese Aktivitäten in den vergangenen Monaten ermöglicht worden. Nun geht es ins zweite Jahr. Die Sportjugend Hessen und die AOK Hessen haben ihre Module überarbeitet und rechnen erneut mit starkem Zuspruch von Vereinen.

Neues Angebot an Bildungs- und Bewegungsbausteinen
Über 40 sportartenübergreifende Bewegungs- und Bildungsbausteine wurden 2018 von hessischen Vereinen gebucht. Ein entscheidender Lerneffekt: Nicht alle Angebote der Sportjugend Hessen und der AOK Hessen stießen auf Interesse, während andere auffallend häufig nachgefragt wurden. Deshalb wurde die Liste für die Neuauflage überarbeitet, manches gestrichen, anderes ist hinzugekommen, darunter solche zum Thema Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Für 2019 rechnet Anke Josten, verantwortlich für Marketing und Produktmanagement bei der AOK Hessen, erneut mit einer hohen Nachfrage: „Wir haben durchgängig erfreuliches Feedback von den Vereinen erhalten. Einige von ihnen waren schon länger in den Bereichen Inklusion, Integration und Teilhabe aktiv, andere haben durch NäherDran den entscheidenden Anstoß bekommen.“ Zu den neuen Bausteinen gehören ein Teamwochenende mit erlebnispädagogischen Elementen für junge Menschen oder moderierte Netzwerktreffen, um das Engagement des Nachwuchses auf Touren zu bringen. „Wir wollen nicht nur Vereine und benachteiligte Menschen zusammenbringen, weil soziales Engagement ungemein wertvoll ist, sondern auch den Präventionsgedanken stärken und Menschen in Bewegung bringen“, so Josten zur Intention von „NäherDran“. Eine Anmeldung ist ab sofort wieder möglich.

Eigene Ideen einreichen
„Wir tragen gemeinsam dazu bei, Zugänge zum Sport zu erleichtern, möglichst alle mitzunehmen, und zwar unabhängig davon, ob sie ein Handicap haben, benachteiligt sind oder nicht“, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen. Es gehe vor allem darum, mehr Menschen ins Vereinsleben zu integrieren, damit sie von regelmäßiger Bewegung profitieren. Kreativität und Eigeninitiative belohnt „NäherDran“ dabei zusätzlich. Für vereinseigene Projekte, die als besonders förderungswürdig erachtet werden, wird ein Integrationspreis im Wert von bis zu 3.000,- Euro ausgelobt. Eine wichtige Voraussetzung ist eine konkrete Beschreibung der Zielsetzung und der Maßnahmen, darüber hinaus eine detaillierte Zeit- und Kostenplanung. Bis zu den Sommerferien können ausformulierte Ideen eingereicht werden. „Somit haben die Vereine zwei Monate mehr Zeit als im vergangenen Jahr, das dürfte die Planung für alle enorm erleichtern“, so Kuhlmann weiter. Spätestens im September wird festgelegt, welche Vereine mit einer Unterstützung rechnen können. 2018 hatten sich 31 Sportvereine mit eigenen Ideen angemeldet, insgesamt 13 wurden unterstützt. Darunter war auch der TSG Blau Gold Gießen e. V. mit seinem Gesellschaftstanzkurs für Jugendliche mit und ohne Behinderung. Von dem Betrag wurde dort der Abschlussball finanziert. Beim SV Hainstadt, der sich bereits seit 2012 intensiv mit Inklusion beschäftigt, werden hingegen Kleingeräte für Psychomotorik angeschafft.

Mehr Information gibt es hier.


Einfach, verständlich und klar

Fachtag Einfache Sprache

Wer braucht Einfache Sprache und was ist das überhaupt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich neben- und hauptberufliche Referent-/innen der Sportjugend Hessen, des Landessportbundes Hessen und des Hessischen Fußballverbandes in der Bildungsstätte Wetzlar. Der Fachtag war der Beginn einer wichtigen und notwendigen Entwicklung, die die Teilhabe und Teilnahme vieler in diesem Bereich bislang benachteiligter Menschen ermöglichen kann und die Integration und Inklusion im Sport ein Stück voranbringt.

In Deutschland gibt es 7,5 Mio. funktionale Analphabeten, die zwar Worte und Sätze lesen, aber einen Text nicht in seiner Gänze verstehen können. 13 Mio. Personen mit schwacher Lesekompetenz scheitern an fachlichen Texten, 1 Mio. Menschen lernen Deutsch als Fremdsprache, aber auch jüngere oder alte Menschen können von Einfacher Sprache profitieren.

Bei Einfacher Sprache geht es darum, verständliche Begriffe zu verwenden, kurze Sätze zu formulieren und vor allem sich an der Sprache des Gegenübers zu orientieren. Wortwiederholungen sind gewünscht. Fachbegriffe werden nur verwendet, wenn es wirklich notwendig ist. Inhaltliche Abstriche werden nicht gemacht, gleiche Inhalte werden einfacher vermittelt.

Die Fachreferentin Nikola Poitzmann präsentierte die theoretischen Hintergründe der Thematik und erläuterte der Gruppe die Regeln der Einfachen Sprache. Anschließend wurde das Gelernte umgesetzt. In Kleingruppen übten alle an Texten aus den Lehrmaterialien, formulierten um und kürzten zu lange Sätze.

Do’s und Don’t’s der Einfachen Sprache
Regel: Ziehen Sie Verben vor und vermeiden Sie Substantivierung und Adjektive.
Don’t: Entschuldigen Sie die Verzögerung der Verbuchung Ihrer Überweisung.
Do: Entschuldigen Sie, dass wir jetzt erst Ihre Überweisung verbucht haben.

Regel: Vermeiden Sie wenig bekannte Wörter, machen Sie eine Aussage pro Satz und halten Sie die Sätze einfach.
Don’t: Über ein System aus Blutgefäßen werden Sauerstoff und Nährstoffe im Organismus verteilt sowie Kohlendioxid und andere Stoffwechselprodukte abtransportiert.
Do: Das Blut verteilt Sauerstoff und Nährstoffe im Körper. Kohlendioxyd und andere Stoffwechselprodukte transportieren das Blut ab.

Ein langer Prozess
In der Reflektion wurde deutlich, dass das Überarbeiten von Texten in die Einfache Sprache schwer ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Am ersten Fachtag zum Thema Einfache Sprache ging es vorrangig darum, schriftliche Texte zu bearbeiten und eine Sensibilität für die Thematik zu generieren. Die Planung für eine Folgeveranstaltung, die sich mit dem „vor und mit Menschen reden“ beschäftigen wird, läuft bereits. Dann soll das Referieren nach den Regeln der Einfachen Sprache gelernt und geübt werden. Er wird voraussichtlich im letzten Quartal 2019 stattfinden.


Interkulturelle Übungsleiterausbildungen feiern erfolgreichen Abschluss

Nach einer lernintensiven Ausbildung schlossen zu Beginn des Jahres drei Gruppen erfolgreich die interkulturelle Übungsleiterlizenz der Sportjugend Hessen ab. Insgesamt 36 neue Übungsleiter/innen erhielten am Montagabend die DOSB Lizenz als Übungsleiter C im Breitensport.

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eSports und Kindeswohl

Zwei zentrale Themen beschäftigten die hessischen Jugendvertretungen im Sport

Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, und weitere Delegierte im lockeren Austausch

Am Wochenende tagte in Rüdesheim der Jugendhauptausschuss der Sportjugend Hessen. An die 70 Delegierte kamen, um sich über die aktuelle Arbeit zu informieren, sich mit dem Vorstand auszutauschen und über den Jahresabschluss 2018 abzustimmen. Ein großer Teil der Tagung nahm die Auseinandersetzung mit eSport ein. Die Delegierten erhielten am Vormittag Gelegenheit, sich in zahlreichen praktischen, aber auch theoretischen Workshops ein eigenes Bild zu verschaffen. Unter den Gästen am Nachmittag war auch der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, der diverse Förderbescheide überreichte, unter anderem zwei für neue Projekte im Bereich Kindeswohl.

Innerhalb der Sportorganisationen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Positionen zum Thema eSport. Die Sportjugend Hessen hat sich mit dem Jugendhauptausschuss auf den Weg gemacht, eine eigene Positionierung zu erarbeiten. An mehreren Stationen wurden sportliche Aktivitäten im direkten Vergleich mit der virtuellen Ausführung angeboten. Die Delegierten konnten ausprobieren, Meinungen bilden, Fragen stellen und Informationen zusammentragen. Das Angebot umfasste Longboard und eLongboard, Tennis und eTennis, Fifa und Fußball, aber auch Drohnenzielflug und Zielwurf standen auf dem Programm. Die praktischen Erfahrungen wurden von einem Workshop zur Gründung einer eSport-Abteilung im Verein sowie dem Impulsvortrag zum Phänomen des eSport von Daniel Illmer (DOSB) ergänzt. Damit hat der Vorstand einen Prozess angestoßen, der die Sportjugend Hessen noch einige Zeit begleiten wird, denn offen ist, was die Entwicklungen für die Sportvereine tatsächlich bedeutet.

Intensiver beschäftigen wird sich die Sportjugend Hessen in den kommenden drei Jahren auch mit dem Thema „Kindeswohl“. Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, überreichte der Vorsitzenden der Sportjugend Hessen, Juliane Kuhlmann, Förderbescheide für die Projekte „Kindeswohl-Berater/innen im Hessischen Sport“ und „Kindeswohl im Sport 2019-2022“.Der inhaltliche Fokus soll künftig über den Schutz vor Gefahren hinaus ganzheitlich auf weitere Aspekte des Kindeswohls ausgerichtet werden und sich an den Kinderrechten orientieren. Im Rahmen von „Kindeswohl-Berater/innen im Hessischen Sport“ werden die fünf hessischen Sportinternate und zunächst fünf ausgewählte hessische Fachverbände bei der (Weiter-)Entwicklung von Kindeswohl-Schutzkonzepten zur Verbesserung der Prävention von Kindeswohlgefährdung begleitet und unterstützt. Dazu werden ihnen von der Sportjugend Hessen geschulte Kindeswohl-Berater/innen zur Seite gestellt, die den Prozess individuell und bedarfsgerecht begleiten.

Eine quantitative und qualitative Weiterentwicklung der bisherigen Präventions- und Beratungsarbeit der Sportjugend Hessen im Breitensport soll mit dem Projekt „Kindeswohl im Sport 2019-2022“ erreicht werden. An der Modellphase werden zunächst fünf Sportkreise teilnehmen. Ziel ist die Implementierung von Schutzkonzepten sowie der Aufbau einer dezentralen Präventionsstruktur durch den Einsatz von „Kindeswohl-Beauftragten“ in den Sportkreisen. Individuelle Begleitung und Unterstützung erhalten sie von Kinderschutz-Ansprechpersonen der Sportjugend Hessen.

Projektbeginn ist jeweils der 1. April 2019.


Förderprogramm "Sport für alle Kinder"

Jubiläum für ein deutschlandweit einzigartiges Förderprogramm: Sport für alle Kinder – das Förderprogramm gegen die Folgen von Kinderarmut im Sport – geht in die zehnte Runde. Hessische Sportvereine, Sportkreise und Fachverbände können sich in 2019 erneut um finanzielle Unterstützung für ihr Engagement gegen die Folgen von Kinder- und Jugendarmut bewerben.

Das zentrale Ziel lautet: Wir wollen, dass tatsächlich mehr Kinder aus einkommensschwachen Familien am Vereinsleben teilnehmen. Alle Kinder und Jugendlichen, auch die, deren Familien es sich finanziell nicht leisten können, sollen (weiterhin) im Sportverein aktiv sein können. Dies gilt z. B. für die Kinder in von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien, von Alleinerziehenden oder für minderjährige (begleitete und unbegleitete) Flüchtlinge.

Teilhabe gewährleisten

Über das Programm können z. B. die Anschaffung für den Vereinssport benötigter Kleidung und individueller Ausrüstung, die Teilnahme an besonderen Veranstaltungen wie Trainingslagern, Freizeiten und Ausflügen oder notwendige Fahrtkosten bezuschusst werden. Das Förderprogramm setzt da an, wo die Teilhabe am Vereinsleben aufhört, wenn es am Geld scheitert. Offizieller Antragsschluss ist der 15.03.2019.

Möglich wird diese Förderung durch die Bereitstellung von Mitteln durch das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport sowie durch Spendeneinnahmen und Eigenmittel der Sportjugend Hessen.

Kontakt: Sportjugend Hessen, Brigitte Hermann, Tel.: 06441/979615, E-Mail: Hermann@sportjugend-hessen.de


Demokratiebildung - Nebenberufliches Team aufgestellt

Das Referat Jugend- und Sportpolitik lud eine Gruppe von Nebenberuflern ein, um ein neues Referententeam mit dem Schwerpunkt Demokratiebildung aufzubauen. Gemeinsam mit dem Projektteam DemoS soll es den Arbeitsschwerpunkt der Sportjugend Hessen „Demokratie“ begleiten und mitgestalten.

„Ihr bringt alle ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit und seid Expert/-innen in euren Gebieten, ob es Inklusion, Integration oder die Bildungsarbeit ist. Ihr alle habt Interesse an demokratischer Bildung im Sport.“ mit diesen Worten eröffneten Angelika Ribler und Nico Mikulic das Treffen.

Der Nachmittag des ersten Tages beinhaltete zwei interaktive Workshops zu aktuellen politischen Themen, wie die politische Situation in Europa, Menschenrechte und Teilhabe sowie Beteiligungsmethoden.

Damit die Einsatzfelder für die nebenberuflichen Referent/-innen konkreter ausgestaltet werden konnten, hatten die Organisatoren, die aus den Fachreferaten der Sportjugend Hessen bereits existierenden Ideen, aufbereitet und mitgebracht. Der Sonntag wurde genutzt, diese Projekteideen gemeinsam weiterzuentwickeln. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer/-innen ihr Interesse für spezielle Themen bekunden. Die zukünftigen Einsatzfelder werden unter anderem im Bereich von Teamschulungen der MINT-Girls-Camps oder Workshops für die Freiwilligendienstleistenden sein, aber auch die Entwicklung einer interaktiven Ausstellung für die Bildungsstätten ist geplant.

Die weiteren Schritte sehen die Aufarbeitung der Ergebnisse, die Reflektion mit den hauptberuflichen Kolleg/-innen sowie die Einbindung bei den ersten Einsätzen vor.


Freiwilligendienst beim Hessischen Fußball-Verband bietet Gestaltungsspielraum

Nils Dyck in der Geschäftsstelle des Hessischen Fußballverbands

Nils Dyck absolviert zurzeit sein Freiwilliges Soziales Jahr beim Hessischen Fußball-Verband. Im Gespräch mit Kathrin Schneider berichtet er über seinen Tätigkeitsbereich und seine Ideen, die er gerne im Verband einbringen möchte.

Nils, was war Deine Motivation, Dich nach dem Schulabschluss um ein Freiwilliges Soziales Jahr zu bewerben?

Für mich stand es schon sehr lange fest, nach dem Abitur nicht direkt ein Studium zu beginnen, sondern erst einmal die Praxis zu erleben. Fast ein Jahr vor meinem Abschluss, machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Stelle. Das Angebot des HFV entsprach genau meinen Vorstellungen. Es bietet neben der pädagogischen Arbeit mit den Kindern, auch einen Einblick in die Struktur und Organisation des Verbandes.

Wie gestaltet sich Dein Aufgabenfeld beim HFV?

An erster Stelle bin ich für das Bambini Mobil zuständig. Das Mobil ist bereits seit über 20 Jahren für den HFV an Grundschulen und Kindergärten im Einsatz. Der erste Kontakt läuft meist über einen Fußballverein, der zu Werbezwecken gerne einen spiel- und bewegungsreichen Vormittag an der ortsansässigen Grundschule/Kita organisieren möchte. Dabei versuche ich, die Kinder für das Fußballtraining im Verein zu begeistern. Die Einsätze plane ich selbständig und bereite sie auch inhaltlich vor.

Neben dem Bambini-Mobil bin ich mit aller Hand organisatorische Aufgaben der Jugendabteilung des HFV betreut. Diese erfüllen ein breites Spektrum und reichen von der Teilnehmerverwaltung bei Jugend-Fußballcamps bis hin zum Erstellen von Videoszenen für die C-Lizenz Trainerausbildung. Ein besonderes Highlight war für mich das U21-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden. Hier hatte ich im Voraus ein Gewinnspiel für die Einlaufkinder vorbereitet und betreute diese vor Ort.

Außerdem habe ich an der Klausurtagung des Verbandsjugendausschusses teilgenommen und habe dort mitentscheiden dürfen, welche neuen Projekte im Bereich Schulfußball, also auch im Rahmen meiner Aufgaben als FSJ’ler, umgesetzt werden sollen.

Dir ist bei Deinen Einsätzen aufgefallen, dass die Schulen und Kindergärten das Angebot meist als eine reine „Spielstunde“ nutzen und Du hast eine Idee entwickelt um dies zu ändern.

Richtig, ich würde das Konzept des Bambini-Mobil gerne umgestalten. Die Vereine müssen meiner Ansicht nach stärker miteinbezogen werden, damit eine nachhaltigere Wirkung des Einsatzes erzielt werden kann. Ich möchte nicht nur die Schule oder den Kindergarten besuchen, sondern auch die ortsansässigen Vereine. Zu dem Schnuppertraining werden dann auch die Grundschul- und Kindergartenkinder der näheren Umgebung eingeladen.

Das würde bedeuten, dass Du dann noch mehr in ganz Hessen unterwegs bist. Wie schaffst Du das zeitlich zu organisieren?

In der Tat bedeutet die Umgestaltung des Konzepts einen Mehraufwand für mich, aber mir macht die Arbeit viel Spaß und ich bin davon überzeugt, dass wir auf diesem Wege mehr Kinder erreichen werden. Natürlich verbringe ich dann auch mehr Zeit auf den hessischen Straßen, aber es gibt keine bessere Entschädigung, als zu erleben, wie die Kinder mit viel Spaß dem Ball hinterherlaufen.

Hast Du schon Pläne, wie es für Dich nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr weitergehen wird?

Ich bin zwar erst seit knapp drei Monaten beim HFV, aber ich weiß bereits, dass ich danach weiter mit Kindern zusammenarbeiten möchte. Deshalb nutze ich das FSJ um meine Übungsleiterlizenz Breitensport mit dem Schwerpunkt Kinder/Jugendliche zu bekommen und bin parallel ehrenamtlich als Jugendtrainer beim RSV Büblingshausen aktiv. Ab dem kommenden Wintersemester möchte ich Lehramt studieren.

 

Kathrin Schneider


„Sport & Flüchtlinge“ mit EU-Award ausgezeichnet

Sadia Biladama am Rednerpult. Im Hintergrund das Logo von #BeInclusive EU Sport Awards auf einer Leinwand. Weitere Preisträger stehen auf der Bühne.
Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen, bedankt sich für die Auszeichnung

Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“, das das Hessische Ministerium des Innern und für Sport in Kooperation mit der Sportjugend Hessen durchführt, ist in Brüssel mit dem #BeInclusive Sport Award 2018 der EU ausgezeichnet worden. Die EU würdigt damit den Beitrag des Förderprogramms für die Integration von Flüchtlingen in Hessen. Der #BeInclusive Sport Award wird an Projekte und Initiativen vergeben, die den Sport als Mittel nutzen, um sozial benachteiligten Gruppen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Kriterien sind dabei unter anderem Wirkung und Reichweite der Projekte, ihre Nachhaltigkeit sowie der innovative Ansatz. Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ wurde aus europaweit 111 Bewerbungen als eines der Top 3 - Projekte ausgewählt.

„Wir freuen uns sehr, dass die EU mit dem #BeInclusive Sport Award den bundesweit einmaligen Ansatz von „Sport und Flüchtlinge“ anerkennt und damit die Arbeit insbesondere der Sport-Coaches im Bereich Integration durch Sport für Flüchtlinge würdigt. Ohne das ehrenamtliche Engagement dieser Menschen vor Ort wäre der Erfolg des Förderprogramms nicht möglich.“, sagte der hessische Innenminister Peter Beuth anlässlich der Preisverleihung.

 

„Sport und Flüchtlinge“ wird im Jahr 2019 fortgeführt

Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen und zuständig für diesen Bereich, nahm den Preis in Brüssel stolz entgegen. „Dieser Preis ist sowohl eine Auszeichnung für die intensive Arbeit der Sportjugend als auch für alle Sport-Coaches, die sich in den vergangenen Jahren für die Integration von Geflüchteten eingesetzt haben. Eine Vielzahl geflüchteter Menschen sind mittlerweile fest in Hessens Sportvereinen als Sportler/in, Übungsleiter/in oder Helfer/in eingebunden. Der Preis motiviert uns den nächsten Schritt zu gehen. Mit der Erweiterung des Förderprogramms 2019 um eine 2. Säule werden neue Schwerpunkte gesetzt.", so Biladama. Zukünftig sollen Sport-Coach-Tandems aus vorhandenen Sport-Coaches und neuen Sport-Coaches mit eigener Fluchterfahrung eine noch engere Vernetzung zwischen Sportvereinen und Geflüchteten ermöglichen.

Das Programm „Sport und Flüchtlinge“ wurde 2016 gemeinsam von der Sportjugend Hessen und dem Hessischen Ministerium des Innern und Sport ins Leben gerufen. Das Land Hessen unterstützt damit Sport- und Bewegungsangebote mit Flüchtlingen in den hessischen Städten und Gemeinden und trägt so zu ihrer Integration bei. Das Förderprogramm hat einen Haushaltsansatz von 2,4 Millionen Euro jährlich. Bundesweit sticht es sowohl hinsichtlich seiner Struktur als auch der zur Verfügung gestellten Haushaltmittel hervor. Zentrales Element sind sogenannte Sport-Coaches. Sie fungieren als Netzwerker, die die Interessen der Beteiligten vor Ort im Bereich Flüchtlinge und Sport (Gemeinde, Sportvereine, Asylbetreuung, Flüchtlingsinitiative, Flüchtlinge) bündeln. Über die regelmäßige Teilnahme an speziell auf die Arbeit mit Flüchtlingen ausgerichteten Schulungen der Sportjugend Hessen ist die gleichbleibend hohe Qualität ihrer Arbeit gewährleistet. Derzeit sind rund 300 Sport-Coaches in 250 hessischen Städten und Gemeinden aktiv.