Aktuelles aus der Sportjugend


Nachhaltige Sportvereine gesucht

WestDerby Zukunft 2024 Bewerbungsphase gestartet

Die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West (RENN.west) zeichnet zum dritten Mal nachhaltige Sportvereine aus. Die Bewerbungsphase für den WestDerby Zukunftpreis 2024 ist gestartet. In folgenden Kategorien sind Bewerbungen bis zum 12. Juli 2024 möglich:

  • Kleine Vereine (bis zu 300 Mitglieder)
  • Mittelgroße Vereine (301 bis 1.000 Mitglieder)
  • Große Vereine (ab 1.001 Mitglieder)
  • Profi-Vereine (Sonderpreis über Nominierungsverfahren)

Ausgezeichnet werden Vereine jeder Sportart aus Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland, die sich mit eigenen Projekten für soziale, ökologische und/oder wirtschaftliche Nachhaltigkeit engagieren.

Das gibt es zu gewinnen: Pro Kategorie werden zwei Vereine von einer Fachjury für das Finale nominiert. Der jeweils 1. Platz erhält ein Preisgeld von 2.500 Euro, der 2. Platz von 500 Euro. Alle Finalisten können sich auf einer Auszeichnungsfeier im Herbst präsentieren, erhalten ein Kommunikationspaket sowie Promo über die RENN-Kanäle und Zugang zum bundesweiten RENN-Netzwerk.

Mehr Informationen von RENN.west findest Du hier.


Vollversammlung wählt neues Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen

Treffen der Jugendvertreter*innen aus hessischen Sportkreisen und Fachverbänden in Wetzlar

Das neue Vorstandsmitglied Timo Korf
©sjh/Kai Peters

Mit insgesamt sieben Vorstandsmitgliedern, 18 Delegierten aus den hessischen Sportkreisen sowie 17 Delegierten aus den hessischen Fachverbänden waren am 27. April 2024 zahlreiche Jugendvertreter*innen zur außerordentlichen Vollversammlung der Sportjugend Hessen in die Sport- und Bildungsstätte Wetzlar gekommen.

Neben dem obligatorischen Teil der Regularien und der darin eingeschlossenen Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes wurde sich im Rahmen von Workshops über wichtige Arbeitsfelder der Sportjugend Hessen ausgetauscht. Hierzu zählen unter anderem Kindeswohl im Sport, das Kooperationsfeld Sportverein und Kita/Schule sowie Jugendpolitik im Sport und der damit einhergehenden Frage, wie Demokratie gestärkt und Rechtsextremismus entgegengewirkt werden kann. In diesem Zuge wurde der vom Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport geförderte DemokratieWagen erstmalig vorgestellt. Ziel ist es, niedrigschwellig, das Thema Demokratie für junge Menschen altersgerecht zu vermitteln und damit einen Beitrag zur politischen Bildung zu leisten.

Unter den Gästen aus Politik und Sport – davon zehn Ehrengäste – begrüßten die Delegierten zudem Diana Stolz, Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege sowie die ehemalige Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Juliane Kuhlmann. Als Präsidentin des Landessportbundes Hessen (lsbh) bedankte Kuhlmann sich zunächst für das Engagement aller in den Jugendorganisationen der Verbände, Sportkreise und Vereine aktiven Verantwortungsträger*innen und lobte die enge Zusammenarbeit von lsbh und der Sportjugend als eine starke Jugendorganisation, um sich gemeinsam den gesellschaftlich herausfordernden und komplexen Themen unserer Zeit zu widmen. Als Schlagworte fielen etwa die der fortschreitende interne Digitalisierungsprozess sowie die gemeinsam verfolgten Nachhaltigkeitsansätze.

Staatsministerin Diana Stolz
©sjh/Kai Peters

Hessische Sportjugend als wichtiger Motor und Partner

Dies dürfte auch eines der Anliegen von Diana Stolz sein. Nach genau 101 Tagen im Amt als „Neue Ministerin“, wie sie sich selbst bezeichnete, nahm sie nicht nur selbst zum ersten Mal an einer Vollversammlung der Sportjugend Hessen teil, sondern begrüßte die Teilnehmenden ebenfalls mit einer kurzen Rede. Darin betonte sie unter anderem, wie wichtig der Sport für die Gesellschaft ist und sagte: „Die hessische Sportjugend ist ein wichtiger Motor und Partner, um die hessische Kinder- und Jugendarbeit im sportlichen Bereich voranzutreiben“.

Zudem sieht sie eine große Verbindung, die der Sport mit den Themen ihres neu gebildeten Ministeriums hat, und betonte die Rolle des Sports als ein „Grundmanifest für Demokratie“. Im Sport werden gleichermaßen wichtige Werte wie Fairplay und Zusammenhalt vermittelt, wie auch gelernt, zu verlieren und zu gewinnen. Passend dazu überreichte Staatsministerin Stolz einen Förderbescheid in Höhe von 26.000 Euro, um das Projekt "United by football - Vereinsfeste an Schulen zur EURO 2024" umzusetzen. Im Fokus steht die Unterstützung und Initiierung von Kooperationen zwischen Sportvereinen und Ganztagsschule an geeigneten Standorten in Hessen.

Juliane Kuhlmann
©sjh/Kai Peters

Stärkung der Freiwilligendienste als Appell an den Bund

Einen sportpolitischen Appell richtete Juliane Kuhlmann dann in Richtung der Bundesregierung und der Diskussion um die Einführung eines umfassenden Pflichtdienstes und der Kürzungsankündigungen im Bundeshaushalt. „Der Weg in einen Pflichtdienst ist ein Irrweg. Das Gegenteil ist richtig: Es gilt vielmehr die Freiwilligendienste zu stärken und seitens des Bundes auskömmlich zu finanzieren. Die Freiwilligendienste sind nicht nur ein Motor für junges Engagement im hessischen Sport, sondern wirken unterstützend auch auf der Vereinsebene und vor Ort. Unsere Demokratie braucht mehr denn je aktive Unterstützerinnen und Unterstützer – und auch hierzu können die Bildungs- und Engagement-Potenziale der Freiwilligendienste beitragen“, so die lsb h Präsidentin.

Darüber hinaus wies Kuhlmann auf die vielfältigen gesellschaftspolitischen Beiträge des Sports hin – etwa in den Bereichen Integration und Inklusion sowie Demokratiearbeit – und sagte: “Dies alles und noch mehr können wir nur durch die Partnerschaft mit der Politik auf allen Ebenen und mit der Unterstützung der Landespolitik fortführen.“

Malin Hoster
©sjh/Kai Peters

Wertschätzung der Sportjugend

Anknüpfend an die Worte von Juliane Kuhlmann lobte auch deren Nachfolgerin und aktuelle Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Malin Hoster, die enge Zusammenarbeit von Sportjugend und Landessportbund in vielen Bereichen. „Ich glaube, die Anerkennung der Eigenständigkeit und der Unterschiede von Landessportbund und Sportjugend Hessen ist das Fundament für eine konstruktive und enge Zusammenarbeit“, sagte sie und bedankte sich für die Wertschätzung der Sportjugend mit der Vielfalt ihrer Themen.

In Richtung von Staatministerin Diana Stolz griff Hoster einige Punkte aus dem Koalitionsvertrag der Landesregierung auf und freute sich darüber, „dass Sie sehr viel Wert auf die Themen ´Safe Sport` sowie auf Integration und Inklusion legen“. Kritik übte sie hingegen an der Auslegung des Themas eSport – mit der sehr zielführenden Verbindung von Sport und Gesundheit bedarf es einer deutlicheren Abgrenzung von Videospielen und Sport und Bewegung.

Gemeinsam für die Werte des Sports eintreten

Zum Ende ihrer Rede sprach Malin Hoster noch ein Thema an, das den Vorstand der Sportjugend Hessen aktuell sehr intensiv beschäftigt: der Umgang mit Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und der Umgang mit der AfD in Hessen. Um auch mit Blick auf die bevorstehende Europawahl Flagge zeigen zu können, „entwickeln bzw. aktualisieren wir gerade einen Handlungsleitfaden, der uns Sicherheit im Umgang mit der AfD und anderen rechtsextremen Positionen gibt. Entscheidend ist die Prävention und damit die Investition in Bildungsprogramme in unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft“, so Hoster.

Mit einem eindrücklichen Appell in diesem Thema aktiv zu bleiben, verwies sie in Richtung Mitgliedsorganisationen: „Lasst uns gemeinsam unsere Möglichkeiten nutzen, für ein buntes, vielfältiges und demokratisches Hessen und die Werte des Sports einzutreten.“

Der Vorstand der Sportjugend Hessen
©sjh/Kai Peters

Timo Korf zum neuen Vorstandsmitglied gewählt

Ein weiterer Höhepunkt der Außerordentlichen Vollversammlung folgte im zweiten Teil des Tagesprogramms. Mit Timo Korf wurde von den Delegierten einstimmig ein neues Vorstandsmitglied gewählt. Über sich selbst sagt er, dass er nicht nur seit 2013 ein begeisterter Kletterer ist und sich auch sehr für den Fußball begeistert, sondern sich auch für die Themen Gesellschaft und Politik interessiert.

„Wenn dann noch der Sport dazu kommt, bin ich hin und weg. Zudem gefällt der Austausch mit Menschen. Ich denke, dass das alles zusammen ganz gut zu dem Referat Jugend- und Sportpolitik passt, in dem ich jetzt als Teil des Vorstands mitwirken darf“, freut sich der Frankfurter auf seine neue Aufgabe.

Die Vollversammlung ist das höchste Gremium von Hessens größtem Jugendverband, der die Interessen von rund 800.000 jungen Menschen in hessischen Sportvereinen vertritt. Alle drei Jahre wird hier ein neuer Vorstand gewählt. 2025 findet die nächste ordentliche Vollversammlung statt.

Mehr Infos zum Vorstand der Sportjugend Hessen gibt es hier.


Mitglied im Hessischen Bündnis für Nachhaltigkeit

Sportjugend Hessen erhält Urkunde

Foto: ifok/Nicolas Det
Aufnahme ins Hessische Bündnis für Nachhaltigkeit (vlnr: Marvin Scheld, Ilka Meisinger (beide Landjugend Hessen), Katharina Betz (Junges Netzwerk Forst), Staatsminister für Landwirtschaft und Umwelt: Igmar Jung, Mario Machalett (Sportjugend Hessen)

 

(23.4.24/Wiesbaden). Der Hessische Staatsminister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten und Jagd und Heimat hat die Sportjugend Hessen als neues Mitglied in das Hessische Bündnis für Nachhaltigkeit aufgenommen.

Mario Machalett (Geschäftsführer der Sportjugend Hessen) nahm stellvertretend für den Vorstand die Urkunde entgegen:

"Wir freuen uns, als Mitglied im Hessischen Bündnis für Nachhaltigkeit aufgenommen zu werden und für die Nachhaltigkeit im Bereich des Kinder- und Jugendsports in Hessen einzusetzen."

Aufgaben des Bündnisses

Das Bündnis setzt sich aus führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und Gesellschaft zusammen und bildet so eine Vielzahl der im Themenfeld Nachhaltigkeit aktiven Institutionen und Organisationen ab.

Wahl des diesjährigen Schwerpunktthemas: "Jugend und Sport"

Neben dem Austausch im Plenum und einem Bericht zur CO2-neutralen Landesverwaltung wurde das diesjährige Schwerpunktthema gewählt: Zur Wahl standen:

  1. Jugend und Sport
  2. Wissenschaft und Politik

Mit einem Votum von 28 zu 2 Stimmen wurde das Thema "Jugend und Sport" gewählt.

 


Vereinswettbewerb "Sterne des Sports": Jetzt bewerben!

Deutschlands bedeutendste Auszeichnung für gesellschaftliches Engagement von Sportvereinen geht in die 21. Runde

© BVR / DOSB

Endspurt bei den „Sternen des Sports“: Noch bis zum 30. Juni können sich Sportvereine bei dem bundesweiten Vereinswettbewerb „Sternen des Sports“ 2024 bewerben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Volksbanken und Raiffeisenbanken würdigen damit Sportvereine, die sich über ihr sportliches Angebot hinaus besonders gesellschaftlich engagieren.

Was steigert die Gewinnchancen meines Vereins?

Die größten Gewinnchancen haben Sportvereine mit Initiativen aus einzelnen Bereichen – etwa Bildung und Qualifikation oder Demokratieförderung – sowie die tagtägliche Vereinsarbeit wie u.a. Vereinsmanagement, Jugendförderung, Sportvereinsentwicklung, Ehrenamtsförderung oder Mitgliedergewinnung.

Ausgezeichnet werden Sportvereine, die …

  • … aus- und weiterbilden (Bildung & Qualifikation). 
  • … die politische Bildung fürdern (Demokratieförderung). 
  • … innovative Arbeitsweisen nutzen (Digitalisierung). 
  • … auf ehrenamtliches Engagement setzen (Ehrenamtsförderung). 
  • … Groß und Klein erfreuen (Familien). 
  • … für eine gesunde Sache stehen (Gesundheit & Prävention). 
  • … Menschen jeden Geschlechts gleichberechtigt fördern (Gleichstellung & Diversität). 
  • … vorbehaltlos integrieren (Integration & Inklusion). 
  • … den Nachwuchs unterstützen (Kinder & Jugend). 
  • … die Natur und Umwelt schützen (Klima-, Natur- & Umweltschutz). 
  • … Menschen zum Vereinssport motivieren (Mitgliederentwicklung). 
  • … sich um ältere Menschen kümmern(Senior*innen). 
  • … nicht stagnieren, sondern sich entwickeln wollen (Sportvereinsentwicklung). 
  • … auf gute Organisation achten (Vereinsmanagement). 

Ihr fühlt euch mit eurem Sportverein in Hessen angesprochen? Dann bewerbt euch hier!

Ablauf des Wettbewerbs: Broze – Silber – Gold

Könnt ihr euch auf lokaler Ebene (Bronze) gegen die Mitbewerber durchsetzen und holt euch auch den Sieg auf Landesebene (Silber), qualifiziert ihr euch automatisch für das Bundesfinale und konkurrieren dort um den „Großen Stern des Sports“ in Gold 2024.

Die Finalisten erwartet bei der Preisverleihung des „Großen Stern des Sports in Gold“ im Januar 2025 in Berlin eine Ehrung auf höchster Ebene. Der bundesweit erstplatzierte Sportverein erhält neben dem Gold-Pokal ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Einfache Teilnahme dank digitalisiertem Bewerbungsverfahren

Die Teilnahme am Wettbewerb „Sterne des Sports“ ist denkbar einfach – wie die Online-Bewerbung funktioniert, wird auf der Crowdfunding-Plattform „Viele Schaffen mehr“ Schritt für Schritt erklärt. Für die Bewerbung könnt ihr sowohl die Möglichkeit nutzen und euch im Vorab durch Crowdfunding eine finanzielle Unterstützung generieren oder euch auch ohne Finanzierungsbedarf direkt bewerben.

Entscheidend für eine erfolgreiche Bewerbung ist einzig die Qualität des Engagements sowie der Bewerbung selbst – je detaillierter ihr die Bewerbungskriterien ausfüllt, desto größer sind eure Chancen, erfolgreich nach den Sternen zu greifen. Alle Sportvereine haben die gleichen Chancen zu gewinnen.

Worauf wartet ihr?

Bewerbt euch mit eurem Sportverein noch bis zum 30. Juni 2024 und bringt den goldenen Stern nach Hessen!

Hier geht´s zur Anmeldung!


Weitere Informationen zu den „Sternen des Sports“ 2024 findet ihr hier. www.sterne-des-sports.de. Darüber hinaus gibt es vielfältige Impressionen, Tipps und Infos über die „Sterne des Sports“ auf den Social-Media-Kanälen @sportdeutschland und dem Community-Kanal @sternedessports. Hier stellen auch teilnehmende Sportvereine, Volksbanken Raiffeisenbanken und Sportverbände unmittelbar ihre Projekte vor und liefern Einblicke in die Wettbewerbsteilnahme vor und hinter den Kulissen.


Jugend gestaltet die sportliche Zukunft

Deine Perspektive im Ehrenamt

Stellt Ihr Euch auch manchmal eine der folgenden Fragen in Eurem Sportkreis, Verband oder Verein:

  • Wie können wir den Übergang zwischen ausscheidenden Ehrenamtlichen gut gestalten und wie finden wir qualifizierten Nachwuchs?
  • Welche Ideen und Ansätze könnten wir angehen, um die Motivation junger Menschen zu steigern, sich ehrenamtlich im Sport zu engagieren?
  • Wie können wir spezifische Themen innerhalb des Ehrenamts in unserer Organisation aktiv umsetzen?
  • Wie kann ich mein Ehrenamt erfolgreich in meinen persönlichen Lebensalltag integrieren?
  • Welche Strategien könnten mir dabei helfen, eine ausgewogene Balance zwischen Engagement und persönlichen Verpflichtungen zu finden?
  • Wir laden Euch als Team oder Dich als Einzelperson herzlich ein mit unseren ausgebildeten Berater*innen Eure / Deine Fragen anzugehen!

Dazu nutzen wir die systemische Beratung als Werkzeug, um individuelle Lösungen in den unterschiedlichsten Fragestellungen im Ehrenamt zu finden.
Egal, ob Konflikte, Hemmnisse oder Zukunftssorgen: Alle Themen im Zusammenhang mit Deinem Engagement oder Eurer Jugendarbeit im Sportkreis, Sportverband oder Sportverein sind hier richtig!

Hast du Bock?
Dann schick uns einfach das ausgefüllte Antragsformular an:
DBuse@remove-this.sportjugend-hessen.de

Während wir für Euch eine*n Berater*in suchen, erhaltet Ihr einen Fragebogen, um erste Themen zu identifizieren, die Euch beschäftigen und in der Beratung ihren Platz finden sollen. Sobald wir eine*n Berater*in für Euch haben vereinbart Ihr individuelle Termine und könnt bis zu 8 LE (= 6 Stunden) Beratung beanspruchen.
Dieses Beratungsangebot bietet eine einzigartige Chance, Ehrenamt im Sport aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und Deine / Eure innovativen Lösungen zu entwickeln. Wir freuen uns, Euch dabei zu begleiten, die Zukunft Deines / Eures Engagements zu gestalten.


Treffen der Sprecherinnen und Sprecher der Freiwilligendienstleistenden im Sport

Ein Wochenende zum Vernetzen und Austauschen

Insgesamt 50 Freiwilligendienstleistende aus
dem Sport in ganz Deutschland kamen zusammen.

Was bewegt uns und unsere Generation? Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen Treffens der Sprecherinnen und Sprecher der Bundesländer und Spitzenverbände, das bereits seit 2015 jährlich stattfindet. Insgesamt 50 Freiwilligendienstleistende aus dem Sport, die in ganz Deutschland verteilt sind, kamen für ein Wochenende zusammen und nutzten die Möglichkeit, sich bundesweit zu vernetzen und einzubringen. Unter ihnen waren auch drei Sprecher aus Hessen. 

Dieses Jahr fand das Treffen vom 16. bis zum 18. Februar drei Tage lang in Naumburg an der Saale, der Geburtsstadt von Friedrich Nietzsche, statt. Das Programm hielt dabei eine große Vielfalt an Inhalten, Aktivitäten und Spaß bereit – angefangen beim Kennenlernen der Bundesländer und Trägersysteme über eine Stadtrallye in der traditionsreichen Altstadt von Naumburg bis hin zu mehreren Workshopeinheiten zu den Themen Mental Health, Umgang mit Social Media, Demokratie und Mitbestimmung sowie Wertschätzung und Unterstützung. 

Erfolgreiche Arbeit in Kleingruppen 

In Kleingruppen aufgeteilt erarbeiteten die Freiwilligen in offenen und selbstmoderierten Arbeitsphasen verschiedene Standpunkte zu einzelnen Schwerpunktthemen. Im Ergebnis standen etwa bei der Gruppe "Demokratie und Mitbestimmung" die Forderungen nach einer Stärkung der Sichtbarkeit der Demokratie in den Freiwilligendiensten sowie einer Umstrukturierung des Seminars "politische Bildung".  

Die Gruppe "Mental Health" thematisierte indes die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, welche immer mehr an Beachtung gewinnt. Entsprechend formulierten sie den Wunsch nach Weiterbildungen der Anleitenden in den Einsatzstellen, nach einer Ansprechstelle im jeweiligen Programm-Träger sowie Seminareinheiten zu den Themen Handydetox, Achtsamkeit und Naturerfahrung. 

Auch der Spaß kam nicht zu kurz 

Alle Forderungen und Wünsche aus den Gruppen wurden in einer Videobotschaft festgehalten, die vom DSJ-Vorstand und Bundestutorat sowie seinen angeschlossenen Trägern aufgegriffen und ausgewertet werden sollen. Zudem wurde vom DSJ-Vorstandsmitglied Julian Lagemann die Wahl eines achtköpfigen "Kontaktteams" durchgeführt, das ausdrücklich die erarbeiteten Ziele zur Verbesserung der Freiwilligendienste durchsetzen möchte. 

Schließlich kam auch der Spaß nicht zu kurz. Während die bunt gestalteten Abendprogramme Sportwettkämpfe und Tanzchoreografien boten, gab es bei schönstem Sonnenschein eine Stadtrallye in der Altstadt von Naumburg, in der unter anderem in der Straßenbahn getanzt werden musste. Die Gemeinschaft und der gemeinsame Wille, sich für eine gute Sache zu engagieren, machten das Wochenende unvergesslich. 

Allgemeine Infos zum FSJ sowie zur Bewerbung und möglichen Einsatzstellen findet ihr hier.


Einladung zur außerordentlichen Vollversammlung der Sportjugend Hessen

26. - 27. April 2024 in der Sport- und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen Friedenstraße 99, 35578 Wetzlar

(Durch den Rücktritt eines Vorstandsmitglieds steht die Neubesetzung einer Position im Vorstand der Sportjugend Hessen aus. Mit Beschluss des Vorstandes am 09. März 2024 lädt die Sportjugend daher zu einer außerordentlichen Vollversammlung ein. Wie in unserer Jugendordnung in § 9 festgehalten, können Wahlen nur auf Vollversammlungen stattfinden. Um den Vorstand so schnell wie möglich wieder komplett zu haben, ist diese außerordentliche Vollversammlung notwendig. Bis auf die Wahl gibt es sonst keine weiteren Auswirkungen auf das Programm des Wochenendes.

Bereits am Freitagabend, 26. April 2024 möchten wir in alter Tradition mit Euch in Bewegung kommen, indem wir unsere neuen Aktivangebote der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar ausprobieren. Übernachtungsmöglichkeiten in der Sport- und Bildungsstätte haben wir ausreichend reserviert. Wir freuen uns auf die gemeinsame Bewegung und unseren Austausch zwischendurch oder im Nachgang.


Außerordentliche VV
Am Samstagmorgen wird es für alle Delegierten in zwei Workshopphasen die Möglichkeit geben, die Arbeit der Sportjugend Hessen mit ausgewählten Referaten kennenzulernen, wichtige Infos und Impulse für die eigene Arbeit im Sportkreis oder Verband mitzunehmen und sich Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern. Wir wollen Euch an den laufenden Entwicklungen in den Referaten teilhaben lassen und diese auch auf Bedarfe der Mitgliedsorganisationen anpassen. Folgende Themen werden vertreten sein: Kooperationsfeld Sportverein und Kita/Schule, Freiwilligendienste im Sport, Kindeswohl, Vielfalt im Sport, Demokratiestärkung sowie das neue Pilotprojekt Sportcoaches+.

Der Regularienteil startet um 14.00 Uhr. Eure Beiträge und Eure Beteiligung sind uns dabei besonders wichtig, insbesondere auch bei der Wahl des neuen Vorstands der Sportjugend Hessen. Jeweils drei beauftragte Delegierte pro Sportkreis- und Verbandsjugend sind auf unserer außerordentlichen Vollversammlung stimmberechtigt.

Themenvorschläge und Anträge für den Regularienteil können auch von Euch eingebracht werden. Diese müssen spätestens am 29.03.2024 in der Geschäftsstelle eingegangen sein. Später eingehende Anträge können nur bei Vorliegen einer Dringlichkeit behandelt werden, über diese entscheidet die außerordentliche Vollversammlung.

Folgenden Ablauf haben wir für Samstag, 27.04.2024 geplant:

10.00 Uhr Begrüßung und Workshopphase

13.00 Uhr Mittagessen und Pause

14.00 Uhr Regularien mit u.a.

  • Berichten aus der aktuellen Arbeit der Sportjugend Hessen
  • Jahresrechnung 2023
  • Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes

17.00 Uhr voraussichtliches Ende


Um uns die Vorbereitungen zu erleichtern, bitten wir Euch um schnelle Rückmeldung über diesen Link zur Anmeldung. Die Tagungsunterlagen und die ausführliche Tagesordnung werden zwei Wochen vorher zugesandt. Die Jahresrechnung 2023 haben wir Euch bereits jetzt zu Eurer Information beigefügt.
Wir bieten Euch auf dem folgenden Padlet zur Bildung von Fahrgemeinschaften eine Plattform, um Euch gemeinsam zu organisieren. Schaut im Sinne der Nachhaltigkeit gerne dort hinein und vernetzt Euch oder nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel.
Wir hoffen, dass Ihr Lust bekommen habt, dabei zu sein und Euch zu beteiligen. Wir freuen uns auf Euch!

Die Delegierten werden um eine rechtzeitige Rückmeldung gebeten, um den inhaltlichen und organisatorischen Rahmen vorbereiten zu können. Weitere Infos und Anmeldung über: Luna Langkamm, Tel.: 069/67896908, E-Mail: JHA@remove-this.sportjugend-hessen.de

Zeigs uns - Und komm in unsere Hall of Fame

(04.04.2024) In über 7.500 Sportvereinen in Hessen engagieren sich zahllose Jugendliche ehrenamtlich. Bestimmt auch in Eurem. Diese  Freiwilligen machen ein funktionierendes Vereinsleben möglich. Sie sind die Zukunft des hessischen Vereinssports.
 
Mit unserer Kampagne "Zeigsuns" wollen wir ihr Engagement sichtbar machen.
Wir wollen Danke sagen! Und andere Jugendliche begeistern, sich ebenfalls einzubringen.
 
Ganz gleich, ob z. B. als Trainer, Schiedsrichter oder Jugendwart:
Jede und jeder Freiwillige unter 27 aus Eurem Sportverein kann bei unserer Kampagne mitmachen.
Wir stellen sie und ihre Leidenschaft vor mit einem Post auf unserer Instagram Seite:

www.instagram.com/zeigsuns

Wer mitmachen möchte schickt uns einfach ein Foto und den Grund,
warum sie oder er sich engagiert per Direct Message über unseren ZEIGSUNS Instagram Kanal oder per Mail an presse@sportjugend-hessen.de
 
Wenn Ihr uns weiter unterstützen möchtet:

  • Folgt uns auf Instagram
  • Nutzt den Hashtag #zeigsuns
  • Kommentiert
  • Taggt uns
  • Repostet unseren Content


Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch mit Euch!


Ehrung für die Preisträgerinnen und Preisträger der AOK-Initiative „NäherDran“ mit dem Integrationspreis 2023

Anerkennung für herausragende und ausgezeichnete Integrationsarbeit in Hessen

Preisträger des Integrationspreises 2023 der AOK-Initiative NäherDran (v.l.nach rechts: 3. Platz: TG Obertshausen, 1. Platz Deutscher Alpenverein, Sektion Gießen-Oberhessen und Platz zwei Ponydrome Kassel mit Susanne Sattler (7. v.l., AOK-Hessen); Schirmherr Dirk Köhler (5. V.l.) und Ronny Schulz (3. V.r.; Sportjugend Hessen).
Preisträger des Integrationspreises 2023 der AOK-Initiative NäherDran

Wetzlar, 27. März 2024 – Schirmherr Dirk Köhler (RSV Lahn-Dill) und Susanne Sattler von der AOK Hessen haben heute im Rahmen des NäherDran-Finales der Sportjugend Hessen den ersten drei Sportorganisationen die Integrationspreise für 2023 verliehen. Die Veranstaltung fand in der Sport- und Bildungsstätte in Wetzlar statt. Die Initiative, eine Kooperation zwischen der AOK Hessen und der Sportjugend Hessen, unterstützt Sportvereine und -kreise sowie Fachverbände in ihrer Integrationsarbeit. Dabei geht es um die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen sowie die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Partizipation junger Menschen und der Stärkung demokratischer Prozesse. 

Den ersten Preis, mit 3.000 Euro datiert, erhält der Deutsche Alpenverein mit der Sektion Gießen-Oberhessen, die sich in besonders hohem Maße für die Integration junger Menschen aus Förderschulen und Werkstätten im Klettern und Bouldern einsetzt. Über Platz zwei und ein Preisgeld von 2.500 Euro freut sich Ponydrome Kassel. Der Verein bietet Reittherapie für traumatisierte Kinder mit Gewalterfahrungen an. Die TG Obersthausen mit ihrem Projekt „Bunte Bande – Sport goes Inklusion" erhält eine Preisgeldsumme von 2.000 Euro. Der Verein hat für Kinder, unabhängig von ihrer Behinderung oder Migrationshintergrund, ein wöchentliches psychomotorisches und sportartübergreifendes Bewegungs- und Spielangebot eingerichtet. Von den 12 Organisationen, die eine Grundförderung in Höhe von 1.000 Euro erhielten, nutzten der SV Nieder- Ohmen, die Sportjugend Bergstraße, der ITTV Frankfurt und der TTC Langen die Chance mit Kinder- und Jugendgruppen am NäherDran Finale teilzunehmen und neben der Preisverleihung zwei aktive Tage in der Sport- und Bildungsstätte zu erleben.   

„Diese Prämierungen sind wichtig, um Leuchtturmprojekte im Bereich Inklusion in Hessen sichtbar zu machen. Die ausgezeichneten Projekte tragen dazu bei, soziale Barrieren abzubauen und die Vielfalt in der Sportlandschaft in Hessen auszubauen und zu stärken“, so Susanne Sattler von der AOK Hessen.

Die Preisträgerinnen und -preisträger sowie ihre Vereinsgruppen erlebten neben einem Aktivprogramm und Teambuildings-Angeboten einen spannenden Vormittag mit dem RSV Lahn-Dill, der 14-facher deutscher Meister im Rollstuhlbasketball ist. 

Malin Hoster, Vorstandsvorsitzende der Sportjugend Hessen, freut sich über die rege Teilnahme: 

„Die Vielfalt im Sport ist nicht nur eine Stärke, sondern auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Mit der Initiative 'Näher Dran' setzen wir uns aktiv für die Entwicklung von inklusiven Sportangeboten ein, die Menschen unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder sozialer Lage zusammenbringt. Dieser Integrationspreis ist eine Anerkennung für all jene, die mit Leidenschaft und Engagement daran arbeiten, unsere Gemeinschaft näher zusammenzubringen.“  

Initiative wird fortgesetzt 

Zusätzlich zur finanziellen Förderung bietet die Initiative "Näher Dran" kostenfreie Bildungs- und Bewegungsbausteine für hessische Sportvereine, Sportkreise und -verbände an. Diese Bausteine ermöglichen es den Organisationen, soziale Themen aufzugreifen und erste Schritte in Richtung Integration zu setzen. Die Palette reicht von Workshops zu Inklusion über Bewegungskurse für interkulturelle Gruppen bis hin zu Maßnahmen zur Förderung von Engagement. Der Online-Katalog bietet jährlich bis zu 30 verschiedene Bausteine.

Ab jetzt können sich Vereine mit integrativen Projekten für den NäherDran-Integrationspreis 2024 bewerben. Mehr Informationen zu „Näher Dran“ sind unter https://naeherdran.aok-erleben.de/ zu finden.

Alle Preisträger*innen auf einen Blick

Für weitere Informationen und Anfragen wenden Sie sich bitte an:

Sportjugend Hessen 
Ronny Schulz 
Tel. 0561 73 903 42 
naeherdran@sportjugend-hessen.de 

 

 

 


Camp Edersee für die Saison 2024 bereit – nur noch wenige freie Termine

Die Jugendbildungsstätte „Sport-, Natur- und Erlebniscamp Edersee“ der Sportjugend Hessen erwacht aus der Winter(un)ruhe

Teamer*innen im Niedrigseilparcours mit der Übung “Peterchens Mondfahrt“
Teamer*innen im Niedrigseilparcours mit der Übung “Peterchens Mondfahrt“

In den Wintermonaten ist das Camp Edersee für Übernachtungsgäste geschlossen. Dies ist für die Mitarbeitenden einerseits die Zeit, sich von der zurückliegenden Saison zu erholen und neue Kraft für die kommende Saison zu tanken. Andererseits wird die Zeit genutzt, notwendige Reparaturen und Sanierungen durchzuführen sowie Ideen und neue Konzepte für die Bildungsarbeit zu entwickeln. 

Der Schwerpunkt bei den Sanierungen lag diesmal bei den Unterkünften. Im Haupthaus wurden neue LED-Leuchten eingesetzt, um den Stromverbrauch weiter zu senken und gleichzeitig adäquates Licht für die verschiedensten Bedürfnisse bereitzustellen. Bei der Indoor-Kletterwand wurden alle Griffe gereinigt und neue Routen geschraubt. 

Bundesfreiwillige entwickelten nachhaltige Aktionen 

Die Bundesfreiwilligen des Camps, Joris Blum und Paula Kremer, haben hervorragende Projektideen mit eingebracht und über den Winter umgesetzt. Paula entwickelte während ihres BFD ein Actionbound für das Camp, eine Art interaktiver Guide mit Fragen und digitaler Schatzsuche. Joris hat sich den Aktivbaustein „Seifenkistenbau“ vorgenommen und die Bausätze durch den Einsatz nachhaltigerer Materialien so zusammengestellt, dass sie in Zukunft weniger reparaturanfällig sind. Die Kinder und Jugendlichen werden vor allem von der neuen Lenkung profitieren, da nun das Befahren des Parcours auf dem Sportplatz für die Präsentation der individuell gestalteten Seifenkisten reibungsloser zu bewältigen ist.  

Von Seilläufern und Rettungsschwimmern 

Die diesjährige Auftaktveranstaltung für die Teamer*innen vom 23.-25.02.2024 stand ganz im Zeichen des neuen Niedrigseilparcours. Dieser wurde im November 2023 mit Hilfe der Teamer*innen ehrenamtlich und unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit neu konzipiert und gebaut. Damit der neue Niedrigseilgarten auch sinnvoll in die bestehenden Programmbausteine und Komplettprogramme, wie Team & Vertrauen“ oder „Sport & Action“ eingebunden werden kann, gab es für die angehenden Teamer*innen eine angeleitete Fortbildung von Dominik Masche, einem Experten für Niedrig- und Hochseilgartennutzung.  Die pädagogische Koordination am Camp Edersee, Romy Backhaus, war begeistert von der Neugestaltung: „Der Parcours bietet viele Möglichkeiten und flexible Erweiterungen, etwa durch die Nutzung von zusätzlichen Slacklines. Vor allem aber sind die Stahlseile nun auf einer sinnvollen Höhe angebracht, die es auch kleineren Kindern ermöglicht, den Niedrigseilgarten zu nutzen“. 

Am Sonntag absolvierten die 12 Teamer*innen des Camps die Rettungsschwimmprüfung im Schwimmbad in Korbach. „Jetzt muss nur noch der Wasserstand des Edersees etwas steigen. Dann können wir auch mit unseren Kanu- und Bootsbauprogrammen gut vorbereitet in die Saison starten. Es wird auch Zeit, dass wieder Kinder und Jugendliche diesen Ort zum Leben erwecken“, freute sich Backhaus. 

 

Es gibt noch wenige freie Termine für eine Vereinsfreizeit:  

17.05.-20.05.2024 

24.05.-26.05.2024 

07.06.-09.06.2024 

In den Sommerferien 

07.08.-12.08.2024 

16.08.-25.08.2024 

Buchungsanfragen: 

Tel. 0 56 35 99 26 12 

E-Mail: Edersee@remove-this.sportjugend-hessen.de 

Oder auf https://www.sportjugend-hessen.de/camp-edersee/buchungsanfrage/ 

Holger Gertel/Sabine Weichert 

 


Sommer, Sonne, Edersee 

Dankeschön-Wochenende für unsere Engagierten

Festivalparty | Sommer, Sonne, Edersee 2023
Dankeschön-Wochenende für unsere Engagierten

Um sich bei den vielen engagierten Menschen rund um die Sportjugend Hessen zu bedanken, laden wir alle Engagierten vom 14. - 16.06.2024 ins Sport-, Natur- und Erlebniscamp am Edersee ein. 

Vielfältiges Engagement zusammenbringen 

Nach dem so erfolgreichen letzten Jahr mit vielen Engagierten, neuen Ideen und viel Austausch wollen wir auch dieses Jahr wieder zu einem gemeinsamen Wochenende einladen. Wir möchten alle Engagierten aus den verschiedenen Bereichen der Sportjugend untereinander vernetzen und Möglichkeiten aufzeigen, welche Wege bei der Sportjugend möglich sind. In entspannter Atmosphäre des Sport-, Natur- und Erlebniscamps Edersee haben wir ein vielfältiges, kreatives und sportliches Programm geplant, wollen wir erste Schritte der gemeinsamen Arbeit für die nächsten Jahre angehen, uns inhaltlich austauschen sowie Euer vielfältiges wunderbares Engagement feiern.  

Camp Edersee – du musst dort gewesen sein... 

Für alle, die unser Camp noch nicht kennen: Unser Camp am Edersee liegt am Rande des Nationalparks Kellerwald-Edersee und bietet unzählige Aktions- und Entspannungsmöglichkeiten. Freut Euch auf Fackelkanutouren, Bogenschießen, Alpakatouren, Grillen am Lagerfeuer und viele weitere Outdooraktivitäten. Eins ist sicher, es ist für alle etwas dabei. Außerdem bietet das Camp ein Beachvolleyballfeld, einen großen Sportplatz, ein großes Haupthaus und vieles mehr.   

Wir freuen uns auf Euch!  

Euer Team der Sportjugend Hessen  

Kosten:
Für Euch fallen keine Kosten an.   

Anmeldung: Da wir nur begrenzte Plätze haben, meldet Euch bitte bis zum 01.06.2024 hier an oder verwendet den QR-Code anbei.


Schule fertig und was jetzt?

Freiwilligendienst im Sport als Orientierungsjahr nutzen und ein Baukasten an Fähigkeiten mit ins weitere Berufsleben mitnehmen

Die beiden Bundesfreiwilligen aus Wetzlar: Niklas Boldt (links) und Sascha Hoffmann (rechts)
Die beiden Bundesfreiwilligen aus Wetzlar: Niklas Boldt (links) und Sascha Hoffmann (rechts)

Einige tausend junge Menschen schließen gerade ihre Schulausbildung ab und stellen sich die Frage, was sie nach der Schule machen wollen. Manche sind sich unschlüssig, ob ein Studium oder eine Ausbildung das richtige ist. Genau dann kann ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Sport Orientierung bieten.

Projektarbeit und Vereinsorganisationen mit Sportbezug kennenlernen

Die helfende Mitarbeit von Freiwilligen im Sport ist sehr willkommen. In Sportvereinen kann man den Trainer*innen bei ihrer Arbeit mit Kinder- und Jugendgruppen assistieren und später auch selbstständig (unter Aufsicht) das Training durchführen. In Projekten, wie z. B. Ferienspiele, Jugendfreizeiten oder sozialen Angeboten erhalten die Freiwilligen in ihren Einsatzbereiche einen umfangreichen Einblick.

Sinnvolle Orientierungsphase

Für die Freiwilligen bietet sich die ausgezeichnete Möglichkeit, sich berufsmäßig zu orientieren, Erfahrungen zu sammeln, sich weiterzubilden, die eigene Teamfähigkeit zu erproben und sich damit fit für die weitere Ausbildung, ein Studium oder den späteren Beruf zu machen und dabei auch noch jede Menge Spaß bei der Tätigkeit zu haben.

Um die gestellten Aufgaben und Anforderung in den Einsatzstellen möglichst kompetent absolvieren zu können, nehmen die Freiwilligen an mindestens 25 Bildungstagen teil und erwerben darin auch eine komplette Übungsleiter*innen-Lizenz Breitensport Profil Kinder und Jugendliche.

Als finanzielle Anerkennung erhalten sie ein monatliches Taschengeld von 320 Euro. Der Start des nächsten Durchgangs ist zum 1.08. oder 01.9.2024 möglich und dauert 12 Monate. Seit dem 1. März können Interessierte sich für einen Freiwilligendienst im Sport bewerben.

Digitales Bewerbungsplattform

Die Bewerbung läuft über die Internetseite www.sportjugend-hessen.de/freiwilligendienste/. Hier ist das Bewerbungstool „FWDM“ mit einer Karte auf der alle in Hessen im Sport anerkannten Einsatzstellen zu sehen, über das man sich bei den Wunscheinsatzorten bewerben kann.

Freiwilligendienst bei der Sportjugend Hessen (SJH)

Auch bei der SJH gibt es drei freie BFD-Stellen, zwei davon in Wetzlar. Die BFD‘lerin Elena berichet von ihren Erfahrenungen:

„Vor allem hat es mir Zeit verschafft, nachzudenken, was ich in Zukunft machen möchte. Das Jahr hat mir aber auch dabei geholfen, nach der Schulzeit nicht in ein Loch zu fallen und mich stattdessen weiterzuentwickeln, viel über mich selbst zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus habe ich viel gelernt, sei es, einen Social Media Beitrag zu erstellen oder eine Jugendreise zu planen."

Mehr Informationen: https://www.sportjugend-hessen.de/freiwilligendienste/

Sabine Weichert

 


Hessens Leuchttürme

Bundesprogramm "Integration durch Sport"

Über das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ werden Vereine in ihrem Engagement für mehr Teilhabe und Partizipation gefördert.

In Hessen sind die Leuchttürme nicht zu übersehen – ganze 150 an der Zahl. Diese finden sich in den Orten, in denen die Sportvereine durch das Programm „Integration durch Sport" (IdS) gefördert werden. Von Babenhausen bis Waldkappel, vom Sportkreis Waldeck-Frankenberg bis zum Sportkreis Odenwald: Im Jahr 2023 wurden durch das Bundesprogramm knapp 350.000 Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Damit werden Vereine im ganzen Land unterstützt, sich interkulturell zu öffnen und mehr Menschen mit Migrationsbiografie für den Vereinssport zu gewinnen.

Finanzielle Unterstützung für engagierte Integrationsarbeit 

„Soziale Integration ist ein komplexes Geschehen, das interkulturelle Kompetenz und strukturelle Öffnung voraussetzt“, bekräftigt Frank Eser, Leiter des Referates „Vielfalt im Sport“ der Sportjugend Hessen. „Über das Programm IdS gelingt es uns, Vereine für die Themen zu sensibilisieren, zu qualifizieren, ihnen Netzwerke zu vermitteln und sie finanziell in ihrer engagierten Arbeit zu unterstützen.“ Gut besuchte Trainingsstunden, stark nachgefragte Hausaufgabenhilfen, ausgebuchte Schwimm- und Radfahrkurse oder Elterntreffs mit Sprachunterricht sind dafür nur einige Beispiele, die das große Integrationspotenzial des Sportes zeigen. Stabile Anker in die Vereine legen zudem die stark nachgefragten interkulturelle Übungsleiter*innen-Ausbildungen.  

Wenn Fair Play, Teamgeist, soziales Miteinander und Zusammenhalt konkret erleb- und erfahrbar werden, kann dies zu einer stabilen Verbundenheit führen. Das gegenseitige Verständnis, kombiniert mit der Möglichkeit, mitzugestalten und teilzuhaben, prägt eine Integration in die Gesellschaft über den Sport hinaus. 

Vielfalt bedeutet Chancen 

Räume schaffen für Begegnungen und soziale Kontakte – das ist dem Deutschen Alpenverein Sektion Marburg (JDAV e.V.) gelungen. Im wöchentlichen Training konnten geflüchtete und sozial benachteiligte Kinder nicht nur neue Bewegungsformen und sportliche Kompetenzen lernen, sondern kamen in der Kletterhalle in einen intensiven Austausch mit den anderen Besuchern. 

Bereits etabliert haben sich die multinationalen und inklusiven Angebote des Internationalen Turn- und Tanzvereins Frankfurt e.V. (ITTV) für Jungen und Mädchen, die Spaß an Bewegung und Tanz haben. Eine neue Erfahrung in 2023 war die Teilnahme an einem internationalen Tanztreffen in Frankreich. Mit dabei waren auch drei jugendliche Übungsleiterinnen, die die inklusive ÜL-Ausbildung der Sportjugend Hessen absolviert haben und sich qualifiziert in die Vereinsarbeit einbringen können.

Freude und Spaß am Sport, verknüpft mit gesellschaftlichem Engagement, gehört zum Selbstverständnis des noch jungen Vereins Pétanque-Sport Bad König e.V. Ausgrenzung ist ein Fremdwort für den kleinen Odenwälder Sportverein. Im Gegenteil: In einer Trainingsgruppe treffen sich sowohl Kinder als auch Senior*innen, Rollstuhlfahrende und Fußgänger*innen. Integration und Inklusion wird hier gelebt und weitergegeben.

Gemeinsame Verantwortung 

Bereits seit 1989 existiert das Programm „Integration durch Sport“. Gefördert wird es durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Es hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und wurde den jeweils aktuellen gesellschaftspolitischen Veränderungen angepasst. Der DOSB verantwortet das Programm und steuert dessen Umsetzung in den einzelnen Bundesländern. 

Integration ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, und jeder Mensch kann einen guten Beitrag zur Verständigung und einem gelingenden Miteinander beitragen. Ganz besonders im Sportverein.

Sabina Berchtold/Sabine Weichert

 

Interesse am Programm „Integration durch Sport“? 

Kontakt: Frank Eser, Feser@sportjugend-hessen.de 

Weitere Infos zum Programm "Integration durch Sport"

Mehr Infos zum Thema Vielfalt im Sport

 


"Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis" 2024

Auszeichnung für herausragendes sportliches und soziales Engagement einer*s Schüler*in

(20.02.2024) Jede hessische Schule mit Abschlussjahrgängen kann bis zum 30. April 2024 einen Vorschlag bei der Sportjugend Hessen einreichen. Vereine können den jeweiligen Schulen geeignete Kandidaten/innen empfehlen.

Seit 2003 verleihen der Landessportbund Hessen und die Sportjugend in Abstimmung mit dem Kultusministerium die Medaille an die Abschlußjahrgänge von Real-, Haupt-, Förder- und Gesamtschulen. Damit soll in allen Schulformen die Bedeutung von Sport und Bewegung in der Schule gefördert werden. Geehrt wird pro Schule ein/e Schüler/in, die/der sich auf dem Gebiet des Schulsports hervorgetan hat. Dazu gehören nicht nur überdurchschnittliche sportliche Leistungen, sondern ebenso soziales Engagement, vorbildliches Verhalten und der Nachweis über ein Engagement in einem Sportverein.

Gesamtschulen mit Abschlussjahrgängen in der Sekundarstufe 1 und 2 können je eine*n geeignete*n Preisträger*in pro Abschlussform vorschlagen. Voraussetzung ist, dass die/der Schüler*in die Schule verlässt. Damit sollen besonders Schüler/innen mit Real- und Hauptschulabschlüssen eine größere Chance gegenüber den Abiturient/innen erhalten, den Preis zu bekommen.

Dieser hessische Schulsportpreis ist nach dem französischen Sportpädagogen und Gründer der Olympischen Bewegung der Neuzeit, Pierre de Coubertin (1863 – 1937) benannt. Damit soll herausragendes sportliches wie soziales Engagement von jungen Menschen gewürdigt werden. Mit der Namensgebung der Auszeichnung sollen die der olympischen Idee innewohnenden sportpädagogischen Werte (ganzheitliche Bildung, Fair Play, persönliche Vervollkommnung über die sportliche Leistung, soziales Verhalten) für den Schulsport gewürdigt werden. Der Preis besteht aus einer Medaille sowie einer Urkunde.

Bewerbungsunterlagen können hier heruntergeladen werden.

Mehr Infos zum "Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis" 2024


Verantwortung übernehmen - Für die Werte des Sports

Ein jugendpolitischer Appell

(15.01.2024) Die Werte im Kinder- und Jugendsport basieren auf den Kinder- und Menschenrechten. Damit eng verbunden sind die Achtung der Menschenwürde sowie Fairplay, Teilhabe, Vielfalt und Inklusion als wichtige Grundpfeiler des Sports. Menschenfeindliche und rechtsextreme Positionen verstoßen gegen die Werte des Sports.

Wir stehen ein:

…für eine demokratische Gesellschaft und einen offenen Sport für Alle.
Demokratisches Denken und Handeln sowie die Teilhabe aller Menschen ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. Der Sport mit seiner gesellschaftlichen Kraft trägt positiv dazu bei. Wir verwehren uns gegen die zunehmenden Versuche der AfD und anderer rechtsextremer Akteure, die Strukturen des Sports und Sportvereine für nationalistische und ausgrenzende Zwecke zu instrumentalisieren.

…für ein gemeinsames Handeln gegen Rechtextremismus.
Den Stellungnahmen von DOSB und dsj gegen Rechtsextremismus, insbesondere #sportmitcourage, schließen wir uns ausdrücklich an und stehen im Austausch mit den anderen Landessportjugenden. Wir unterstützen Aktionen gegen Rechtsextremismus.

…für alle Menschen in den hessischen Sportvereinen.
Alle Menschen in Hessen, in Sportvereinen und Jugendmannschaften, als Kolleg*innen, Freund*innen, Bekannte und Nachbarn verdienen Respekt und Anerkennung. Wir verurteilen die aktuellen Pläne der AfD-Fraktion im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises zur Schaffung eines sogenannten „Remigrationsbeauftragten“. Das ist menschenverachtend, spaltend und tritt gesellschaftliche Programme des Sports, z.B. „Integration durch Sport“ und „Sport integriert Hessen“ mit Füßen.

…für die Verantwortung aus der deutschen NS-Diktatur.
Die Sportjugend Hessen übernimmt mit weiteren Jugendverbänden Verantwortung und zieht Lehren aus der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Gleichschaltung, Verfolgung Andersdenkender, Vernichtungslager und die Ermordung von Millionen Menschen dürfen sich nie wiederholen. Den aktuellen Äußerungen führender AfD-Politiker*innen, Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland zu deportieren, verurteilen wir auf das Schärfste und zeigen die „Rote Karte - Platzverweis“.

Wir appellieren:

…an uns Alle. 
Lasst uns für demokratische Werte aktiv und laut bleiben, denn jetzt und in Zukunft ist gemeinschaftliches Handeln jeder einzelnen Person gefragt. Nehmt angemessen an Demonstrationen und Protestaktionen teil, um dauerhaft zu verdeutlichen, dass Rechtsextremismus in Deutschland keinen Platz hat. Widersprecht rassistischen und diskriminierenden Äußerungen und Handlungen - in euren Vereinen und außerhalb des Sports. 

…an unsere Mitgliedsorganisationen.
Gestaltet weiterhin die Sportvereine als Orte der Begegnung und des Zusammenhalts, in denen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Familiengeschichte, ihrer körperlichen Verfasstheit, ihres Glaubens, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität zusammenkommen, um gemeinsam Sport zu treiben und Gemeinschaft zu erleben. Ein Verein, der sich gegen menschenfeindliche Positionen äußert, schützt Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind und stärkt Menschen, die sich für eine vielfältige und offene Gesellschaft engagieren.

…an die demokratischen Parteien und Fraktionen.
Schützt unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, achtet auf die Einhaltung der Kinder- und Menschenrechte und handelt gemeinsam gegen rechtsextreme Ideologien in den Parlamenten auf Landes-, Kreis- und Kommunalebene.

…an unsere europäischen Partnerregionen.
Lasst uns mit den internationalen Jugendbegegnungen weiterhin ein friedliches, solidarisches und offenes Europa erhalten. Damit leisten wir einen wertvollen Betrag für gemeinschaftliches europäisches Denken und gestalten eine demokratische Zukunft für die Jugend.

Vorstand der Sportjugend Hessen
Februar 2024

Der jugendpolitische Appell zum Download


Kampagnenauftakt zum nationalen Holocaust-Gedenktag zur Initiative Nie wieder ist jetzt!

Seit 20 Jahren Erinnerungstag im deutschen Fußball

(15.02.2024) Am Sonntag, den 28. Januar 2024, fand die zentrale Veranstaltung zur diesjährigen Kampagne im Rahmen des Erinnerungstags im deutschen Fußball statt. Der Fanladen St. Pauli und die Initiative NieWieder!“ hatten gemeinsam in den Ballsaal in der Südkurve des Millerntorstadions geladen. Als Mitstreiterin von „!NieWieder“ war die Sportjugend Hessen bei der Organisation der Veranstaltung beteiligt und vor Ort dabei, als auf dem Podium über das Thema „Antisemitismus heute (im Sport)“ diskutiert wurde.

Der „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ jährt sich zum 20. Mal

Die Initiative „!NieWieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ wurde 2004 in Dachau gegründet. Vertreter*innen der Versöhnungskirche Dachau, von Makkabi München und den Löwenfans gegen Rechtsextremismus griffen die Idee von Riccardo Pacifici auf, dem damaligen Sprecher der jüdischen Gemeinde in Rom. Er hatte – vom italienischen Fußball ausgehend – die internationale Fußballfamilie dazu aufgerufen, an den Spieltagen rund um den 27. Januar der während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen zu gedenken. Seit 20 Jahren finden im Rahmen des Erinnerungstags kreative und couragierte Aktionen in zahlreichen Stadien bundesweit statt. !NieWieder ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, ein Netzwerk von Verbündeten, das allen offensteht.

Das diesjährige !Nie Wieder Kampagnenthema „Antisemitismus heute“ ist aktueller denn je

Im Millerntorstadion wurde den Besucher*innen am Sonntag mittag eine abwechslungsreiche Veranstaltung geboten. Der Fanladen St. Pauli und die Initiative !Nie Wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball hatten zur Podiumsdiskussion mit dem Thema „Antisemitismus heute (im Sport)“ eingeladen. Nach der Begrüßung durch Maleen Scheero vom Fanladen St. Pauli übernahm Esin Rager, ehrenamtliche Vizepräsidentin des FC St. Pauli. Im Namen des Vereins betonte Rager die Verantwortung des Sports in gesellschaftspolitischen Diskursen. Es sei wichtig, sich als Sportverein zu positionieren, gegen Populismus, Diskriminierung und extreme Kräfte. Für die Initiative !Nie Wieder begrüßte Alexandra Faulhaber die Anwesenden und stellte das diesjährige Kampagnenthema vor.

Der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 zielte auf die Vernichtung jüdischen Lebens und der Zerstörung des Sicherheitsempfindens der israelischen Bevölkerung und Jüdinnen und Juden weltweit. Bei der anschließenden Militäraktion im Gazastreifen gab es bereits Tausende Tote, Verletzte und Vertriebene; das Leiden in Israel und im Gazastreifen ist grenzenlos. Unmittelbar nach dem 7. Oktober flammte der Antisemitismus weltweit auf, auch in Deutschland. Jüdische Institutionen wurden angegriffen, Jüdinnen und Juden bedroht. Die demokratische Zivilgesellschaft muss sich hierzu positionieren und diejenigen schützen, die bedroht werden, auch im Sport. Ob Banner und Choreos im Fußballstadion oder vor dem Vereinsheim, Solidaritätsaktionen oder die Teilnahme an Demonstrationen – die Werte des Sports zu verteidigen heißt die Demokratie zu schützen.

Vielfältige Perspektiven auf dem Podium

Beim anschließenden Podiumsgespräch wurden vielfältige Perspektiven auf das Thema Antisemitismus dargestellt. Lisa Michajlova, Vorstandsmitglied von Makkabi Deutschland und der Jüdischen Studierendenunion Deutschland, beschreibt ihren Alltag in Israel und speziell in Tel Aviv nach dem 7. Oktober. Das Sicherheitsempfinden der Menschen sei extrem erschüttert worden und auch der Alltag von Jüdinnen und Juden in Deutschland habe sich abrupt verändert. „Jede Woche verabschiede ich Freundinnen und Freunde, ohne zu wissen, ob wir uns wiedersehen werden“, so Michajlova. Stefanie Szczupak teilt die Einschätzung, dass sich die Lebensrealität von Jüdinnen und Juden auch in Deutschland extrem verändert habe. Es sei wichtig, jüdisches Leben in Deutschland bunt, kreativ und vielfältig zu zeigen, um den Bildern und der Erinnerungskultur bezüglich des Holocausts auch etwas lebendiges und zukunftsgewandtes an die Seite zu stellen.

Lennart Onken von der KZ Gedenkstätte Neuengamme ergänzt Muster, Erscheinungsformen und Kontinuitäten von Antisemitismus in Deutschland. In der Kunst- und Kulturszene gebe es immer wieder antisemitische Bilder und Codes, die erkannt werden müssen. Auch bei aktuellen Demonstrationen gegen den Rechtsruck tauchen Banner und Initiativen auf, die den israelischen Staat delegitimieren oder antisemitische Bilder nutzen. Das birgt eine Gefahr nicht nur für Jüdinnen und Juden, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt an sich, da die Menschenwürde Aller zu schützen ist.

Antisemitismus erkennen und aktiv werden

Der Sport als zentraler zivilgesellschaftlicher Akteur trage eine besondere Verantwortung. Hier müsse für gesellschaftliche Werte eingestanden, Vielfalt und Toleranz gelebt werden. Für Sportvereine und Fans hat Lisa Michajlova ganz konkrete Hinweise, wie Antisemitismus im Sport bekämpft werden könne. Auf der einen Seite gibt es seit Herbst 2023 den Meldebutton für Antisemitismus im Sport. Jede und jeder, ob aktive Sportler*in, Zuschauerin oder Fan kann über diesen Button antisemitische Vorfälle im Sport melden und den Button auf der eigene Vereinshomepage einpflegen (weitere Hinweise s.u.). Außerdem gibt es Antidiskriminierungsprojekte im Sport, die für Vereine unter anderem Multiplikator*innenschulungen und Workshops anbieten können, wie das Projekt „Zusammen1“ von Makkabi Deutschland. Vereine sollten Bedarfe an ihre jeweiligen Fachverbände und Landessportbünde herantragen, damit diese entsprechende Angebote machen können.

Der Sport hat eine große Bühne, die Macht und Mittel, die Vielfalt der Gesellschaft zu zeigen und zu schützen – damit das gelingt, müssen alle mitmachen.

Alexandra Faulhaber

Weitere Infos

Meldebutton Antisemitismus:

Der Meldebutton zu Antisemitismus im Sport wird von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) betrieben, zusammen mit Makkabi Deutschland und dem Projekt „Zusammen1“. Gemeldete Vorfälle werden von RIAS weiterbearbeitet und verifiziert. Jeder Verein und Verband kann die Meldefunktion einfach auf der eigenen Homepage integrieren.

Projekt Zusammen1 von Makkabi Deutschland

Projekt „DemoS! – Sport stärkt Demokratie“ der Sportjugend Hessen

 

Für die Werte des Sports – gegen rechtsextreme Positionen

Der Sport in Hessen und bundesweit steht für Miteinander, Fairplay, Menschenwürde, Teilhabe und Integration. Der Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) und die Sportjugend Hessen unterstützen daher die derzeitigen Kundgebungen für Demokratie und gegen die Verbreitung menschenfeindlicher und rechtsextremer Positionen, denn diese verstoßen gegen die Werte des Sports. 

„Die Sportvereine in Hessen sind vielfältig und es kommen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammen. Deswegen wenden wir uns entschieden gegen jede Form von Ausgrenzung und menschenverachtenden Verhaltensweisen“, sagt lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann. 

Die Vorsitzende der Sportjugend Malin Hoster ergänzt: „Wenn rechtsextreme Parteien, Gruppierungen oder Akteure unsere demokratischen Strukturen angreifen, müssen wir gemeinsam aufstehen und laut werden. Wir rufen unsere Vereine sowie alle Sportlerinnen und Sportler ausdrücklich auf, sich an entsprechenden Demonstrationen zu beteiligen und für unsere Werte einzustehen.“ 

Zu den FAQs, was Vereine tun können


Was kann der Verein gegen Rechtsruck unternehmen

FAQs für Vereine

Aktuell engagieren sich viele Menschen und Organisationen gegen rechtsextremes Gedankengut. Sie treten für Menschenrechte und unsere Demokratie ein - und damit für Themen, die für den organisierten Sport zentral sind. Der Wunsch, sich auch öffentlich dafür zu positionieren, ist bei vielen Sportorganisationen groß. Dabei gibt es offene Fragen z.B. Wie können wir uns als Verein gegen Rechtsextremismus positionieren? Dürfen wir uns gegen menschenverachtende Positionen von Parteien z.B. von der AfD aussprechen, obwohl wir parteipolitisch neutral sind?   

Diese FAQ-Sammlung (Frequently Asked Questions = oft gefragte Fragen), bietet erste Informationen und weiterführende Arbeitshilfen für Sportvereine zum Umgang mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Positionen in der Gesellschaft. Hier erhalten Sie Antworten auf Fragen, die derzeit von Sportvereinen, Sportkreisen und Sportfachverbänden an uns herangetragen werden. 

1. Darf ein Sportverein an einer Demonstration teilnehmen? 
Ja, das Recht auf Versammlungsfreiheit gilt auch für Sportvereine. Der Verein muss die allgemeinen Grundrechte beachten, so wie alle anderen Teilnehmenden der Demonstration auch. 

2. Dürfen Sportvereine und Sportorganisationen zu Kundgebungen und Demonstrationen gegen Rechtsextremismus aufrufen? 
Ja, gemeinnützige (Sport-)Vereine dürfen sich zu (tages-)politischen Themen positionieren und auch zu Kundgebungen gegen Rechtsextremismus aufrufen. Sie sind zwar parteipolitisch neutral, aber nicht gesellschaftspolitisch neutral. Bei den momentanen Kundgebungen wird gegen die Verbreitung menschenfeindlicher Positionen demonstriert, denn diese verstoßen gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung und gegen die Werte des Sports. Sportvereine als Teil unserer Gesellschaft dürfen sich gesellschaftspolitisch äußern und leisten mit ihrer Positionierung einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Demokratie. Die Vereinskultur selbst basiert auf demokratischen Grundwerten, wie mitgestalten, mitentscheiden und mitstreiten. Durch demokratie- und menschenfeindliche Aussagen von Organisationen und Parteien ist unsere Vereins- und Gesellschaftskultur unter Druck, Demonstrationen gegen Rechtsextremismus tragen zum Erhalt unserer offenen Vereinskultur bei. 

3. Wie könnte der Wortlaut des Aufrufs zu einer Demonstration gegen Rechtsextremismus formuliert sein?
“Liebe..., wir, der (Vereinsname) stehen für Respekt, Vielfalt und Fairplay. Wir sind dankbar für unsere vielfältige Sportgemeinschaft. Wir verurteilen alle rassistischen und menschenverachtenden Ideen, Äußerungen und Handlungen und treten diesen entschieden entgegen. Wenn rechtsextreme Parteien, Gruppierungen oder Akteure unsere demokratischen Strukturen angreifen, müssen wir gemeinsam aufstehen und laut werden, denn jetzt ist gemeinschaftliches Handeln jeder einzelnen Person gefragt. Wir rufen euch dazu auf, an der (Veranstaltungsname) teilzunehmen, denn wir sind #dieMehrheit!”  

Hinweis: Auch das Hashtag #SportlebtDemokratie kann verwendet werden?

4.  Ist die Gemeinnützigkeit gefährdet, wenn ein Verein sich politisch äußert?  
Nein, die Gemeinnützigkeit eines Sportvereins ist nicht gefährdet. Ein Sportverein darf sich sport- und gesellschaftspolitisch äußern. Dies gilt auch dann, wenn ein gesellschaftspolitisches Engagement nicht in der Satzung verankert ist.  
Wichtige Fragen zur “Politischen Neutralität des Sports” wurden im Rechtsgutachten von Prof. Dr. Martin Nolte im Auftrag der Deutschen Sportjugend geklärt und sind in mehreren Erklär-Filmen sowie in einer praxisorientierten Broschüre anschaulich erläutert. 

5. Was sagt das Rechtsgutachten zur “Politischen Neutralität des Sports” zu den Möglichkeiten der Positionierung von Sportvereinen?  
(Auszug) “Sportvereine haben das Recht zu gesellschaftspolitischen Positionierungen im Rahmen ihrer Meinungs- und Versammlungsfreiheit aus Art. 5 Abs.1 GG sowie Art. 8 Abs. 1 GG. Das Gemeinnützigkeitsrecht verbietet allerdings allgemeinpolitische Positionierungen sowie parteipolitische Zweckverfolgung.” 

5. Darf ein Sportverein bei der Vereinsanmeldung die politische Parteizugehörigkeit abfragen? 
Nein, diese Abfrage ist nicht zulässig. Zudem darf eine Parteizugehörigkeit nicht als einziger Grund genannt werden, um eine Vereinsmitgliedschaft zu verweigern. Auch eine entsprechende Satzungsregelung ist nicht zulässig.  
Jeder Verein darf selbst entscheiden, welche Personen er aufnimmt und welche nicht. Eine Nichtaufnahme sollte immer inhaltlich begründet werden, z.B. weil bekannt ist, dass diese Person einer rechtsextremen Gruppierung angehört oder rassistische Äußerungen in der Öffentlichkeit gemacht hat usw. 

6. Gibt es eine Positionierung von DOSB und Deutscher Sportjugend (dsj) zum Umgang mit antidemokratischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien, Gruppierungen und Akteuren?  
Ja, diese ist im Positionspapier von DOSB und dsj (2020) zusammengestellt. Unter der Überschrift “Klare Haltung für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft” werden Richtlinien zum Umgang mit antidemokratischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien, Gruppierungen und Akteur*innen erläutert. Die Positionierung umfasst konkrete Umsetzungsmaßnahmen, z.B. gegen eine Einladung von rechtsextremen Akteuren zu Veranstaltungen des DOSB/der dsj, gegen die Besetzung von Gremien mit (Zitat) “Personen, die als Funktionsträger*innen oder aktive Mitglieder von antidemokratischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien oder Gruppierungen erkennbar sind oder sich öffentlich klar gegen die Werte des Sports stellen”. 

7. Ist es zulässig, als Sportverein ein Statement gegen Rechtsextremismus zu veröffentlichen (bspw. ein Banner in der Sporthalle o.ä.)? 
Ja, ein Statement oder eine Positionierung des Vereins ist zulässig. Dies kann durch eine Satzungsergänzung, durch ein Leitbild oder auch durch das Aufhängen eines Banners in der Sporthalle oder vor dem Vereinsheim zum Ausdruck gebracht werden. Sportvereine sind zwar parteipolitisch neutral, aber nicht gesellschaftspolitisch neutral. Sie sind frei bzw. aufgerufen, sich zu positionieren und ggf. auch ihre Mitglieder zu schützen. Rechtsextreme oder rechtspopulistische Akteure, Organisationen oder Gruppierungen verstoßen gegen die Werte des Sports, vor allem gegen den zentralen Wert Vielfalt der Gesellschaft. Sie betrachten bestimmte Teile unserer Gesellschaft als “nicht zugehörig” und möchten diese Menschen ausschließen. 

8. Warum sollten Vereine jetzt Haltung zeigen und sich äußern? 
Indem sich Vereine aktiv gegen Diskriminierung, Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit aussprechen, senden sie eine klare Botschaft und vertreten offen die Werte des Sports.  
Ein Verein, der sich gegen menschenfeindliche Positionen äußert, schützt Menschen innerhalb und außerhalb des Vereins, die von Diskriminierung betroffen sind. Weiter stärkt er Menschen, die sich für eine tolerante und offene Gesellschaft engagieren.

9. Wo gibt es weitere rechtliche Informationen zum Thema “Positionierung gegen Rechtsextremismus/Rechtspopulismus im Sport”? 
Prof. Dr. Martin Nolte hat in einem Rechtswissenschaftlichen Gutachten verschiedene Situationen zusammengestellt, mit denen Sportvereine in diesem Kontext konfrontiert sind.  

10. Wo gibt es weitere inhaltliche Informationen zum Thema “Rechtsextremismus/Rechtspopulismus/Werte des Sports”? 
Weitere Informationen, Erläuterungen etc. sind auf der Seite “Sport mit Courage” der Deutschen Spo rtjugend (dsj) zusammengestellt. 

11. Wo finde ich Aussagen von Landessportbund und Sportjugend Hessen zu ihren Grundsätzen und Werten? 
Programmatische Festlegungen zu Grundsätzen und Werten finden sich vor allem in der Satzung (insbesondere § 6) und der Jugendordnung (insbesondere § 3): https://www.landessportbund-hessen.de/wir-ueber-uns/satzung-und-ordnungen/  

12. Gibt es in Hessen ein Beratungsangebot für Vereine, Sportkreise oder Verbände, die unsicher sind, was sie dürfen und was nicht, oder wie sie das Thema Werte im Sport weiterentwickeln können? 
Die Sportjugend Hessen berät Sportvereine, Sportkreise und -verbände kostenlos und zeitnah bei Fragen im Kontext von:  Demokratie(-feindlichkeit), Rassismus, Behindertenfeindlichkeit, (Rechts-)Extremismus, Aufnahme/Ausschluss von Mitgliedern, wertebasierten Satzungsfragen, Erstellung von Leitbildern 

Ansprechpersonen sind:
Angelika Ribler | ARibler@remove-this.sportjugend-hessen.de und Nico Mikulic | NMikulic@remove-this.sportjugend-hessen.de

 

  

Weitere Link


Bewegter Ganztag mit qualifiziertem Personal

Interview mit Stephan Lüke vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Daniel Illmer

(15.01.2024) Die Sportjugend Hessen trägt maßgeblich dazu bei, dass Sport, Spiel und Bewegung die hessischen Ganztagsangebote prägen. Dr. Daniel Illmer, Leiter des Referats „Jugendbildung und Qualifizierung im Sport“, im Interview.

Online-Redaktion: Beginnen wir vielleicht damit: Sie haben kürzlich den „Bildungsbericht des organisierten Sports in Hessen“ mit herausgegeben. Was beinhaltet er?

Dr. Daniel Illmer: Der Bildungsbericht fasst die Angebote und Aktivitäten sowie das Grundverständnis des organisierten Sports in Hessen für den Bildungsbereich zusammen. Die Bildungsträger im organisierten Sport in Hessen sind der Landessportbund Hessen, die Sportjugend Hessen und die Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen, die mit jeweilig unterschiedlicher Schwerpunktsetzung gemeinsam das Bildungsangebot gestalten.

Der Bildungsbericht ist für uns aus zwei Gründen sehr wichtig. Erstens geht es uns darum, die hohe Bedeutung von Bildung im Sport und vor allem von Bildung durch Sport umfassend und auch zahlenbasiert darzustellen und damit zu zeigen, dass Bildung nicht nur in formalen Settings wie Schulen vermittelt wird, sondern auch in non-formalen oder informellen Settings. Zweitens geht es uns darum, die Vielfalt unserer Angebote und das uns prägende ganzheitliche Bildungsverständnis darzustellen und uns damit als wichtigen Akteur in der Bildungslandschaft Hessens zu verorten.

Online-Redaktion: Sie waren selbst Leistungssportler und sind Sportwissenschaftler– welche Bedeutung hat Sport für Kinder und Jugendliche?

Illmer: Eine sehr große und aus meiner Sicht eine oft unterschätzte Bedeutung. Sport und Bewegung tragen maßgeblich bei zu einem gesunden Aufwachsen und fördern die soziale Interaktion und das Teamwork. Darüber hinaus trägt regelmäßige Bewegung zur Verbesserung der kognitiven Funktionen und des Lernverhaltens bei. Regelmäßige Bewegung führt zu einem subjektiv höheren Wohlbefinden und reduziert maßgeblich Stress. Aber es ist nicht nur Sport und Bewegung an sich, die viele positiven Auswirkungen für Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen haben, es ist vor allem auch das Setting, in dem Sport betrieben wird, das für viele Kinder und Jugendliche eine wichtige Ressource für das Aufwachsen darstellt. Sei es der Sportverein, das Team, in dem man trainiert, oder die Clique, die sich regelmäßig zum Sporttreiben trifft.

Online-Redaktion: Wie trägt die Hessische Sportjugend dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche regelmäßig bewegen?

Illmer: Dass sich mehr Kinder und Jugendliche mehr bewegen ist eines unserer zentralen Ziele. Ein wichtiger Hebel dafür ist beispielsweise die Qualifizierung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern, die Gestaltung von Fort-, Aus- und Weiterbildungen für soziale Fachkräfte und für Lehrkräfte. Dann gibt es die Ausbildung von jungen Menschen zu Sportassistent*innen oder Sporthelfer*innen in den Schulen. Gerade Letztere ist eine sehr gute Möglichkeit, mehr Bewegung an Schulen zu implementieren. Wir qualifizieren hier Sportlehrkräfte an Schulen, sodass diese im nächsten Schritt wiederum ausgewählte Schülerinnen und Schüler ausbilden können.

Die Sporthelferinnen und -helfer gestalten dann beispielsweise – nach erfolgreicher Ausbildung – eigenständig bewegte Pausen und motivieren ihre Mitschüler zu mehr Bewegung. Darüber hinaus sind wir grade an Schulen sehr aktiv in der gemeinsamen Gestaltung von Sportfesten und Teamdays auf dem Schulgelände. Hier bieten wir an, gemeinsam mit den örtlichen Sportvereinen einen ganzen Tag unter das Motto Sport und Bewegung zu stellen. Schülerinnen und Schülerinnen und Schüler können während dieser Zeit verschiedene Spiel- und Sportangebote ausprobieren.

Weiterhin sind wir sehr aktiv im Bereich Kindergarten, qualifizieren Fachkräfte der Kindertagesbetreuung, unterstützen die systematische Kooperation von Sportvereinen und Kindergärten und bieten mit dem Qualitätssiegel “Hessischer Bewegungskindergarten” einen evidenzbasierten Qualitätsrahmen. Ein weiteres wichtiges Feld, das auch dazu gehört, wenn wir über regelmäßige Bewegung von Kindern und Jugendlichen sprechen, sind die Themen Integration und Inklusion. Mit dem Ziel, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen entsprechende Angebote vorfinden, arbeiten wir mit zahlreichen Sportvereinen in Hessen an speziellen Programmen und Maßnahmen, um insbesondere diejenigen Kinder und Jugendlichen zu erreichen, die von allein vielleicht nur schwer den Zugang zu Sport und Bewegung finden.

Online-Redaktion: Welche Rolle spielt der organisierte Sport im Ganztag?

Illmer: Der organisierte Sport ist der größte und stärkste außerschulische Partner der Ganztagsschule in Hessen und beteiligt sich mit vielfältigen, qualitativ hochwertigen Bildungs- und Bewegungsformaten an der Umsetzung. Hessens Sportvereine leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Ganztagsangebote und übernehmen Verantwortung. Für die Zukunft wünschen wir uns eine noch bessere Einbindung von Sportvereinen in die Gestaltung von Ganztagsangeboten, eine langfristig angelegte Finanzierung und eine Kooperation auf Augenhöhe.

Online-Redaktion: Zum Sport gehört in Ihren vielfältigen Angeboten auch das Spiel, etwa „Fünf-Minuten-Spiele“ für „wilde Kinder“ oder „Kooperative Abenteuerspiele“. Wie wichtig ist das Spiel?

Illmer: Spielen ist entscheidend und essenziell für Kinder und Jugendliche. „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, hat schon Friedrich Schiller sehr treffend formuliert. Spielen bietet Freiheit und einen Raum zum Entdecken und Ausprobieren. Zum Beispiel von anderen Rollen, von Emotionen und Ausdrucksweisen oder auch von Bewegungsformen. Spiele können auch intentional eingesetzt werden, um zum Beispiel bestimmte Dynamiken oder Verhaltensmuster in einer Gruppe, Klasse oder Mannschaft deutlich werden zu lassen oder um Energie zu wecken beziehungsweise manchmal auch um zu beruhigen. Gleichzeitig stellen wir aber auch fest, dass junge Menschen heute ein signifikant geringeres Spielerepertoire haben, als das noch vor zwanzig Jahren der Fall war. Das heißt, die Vielfalt von insbesondere Bewegungsspielen hat bei jungen Menschen deutlich nachgelassen.

Online-Redaktion: Einige Ihrer Fortbildungsangebote tragen den Zusatz: „Das Praxismodul ist für die Ausbildung ÜL B ‚Sport im Ganztag‘ anrechenbar.“ Was verbirgt sich dahinter?

Illmer: Wir haben die Ausbildung ÜL B “Sport im Ganztag” seit letztem Jahr ausgesetzt und überarbeiten diese im Hinblick auf die vielfältigen Herausforderungen, die mit dem Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung in der Grundschule ab dem Jahr 2026 verbunden sind. Hier sind wir bereits in engem Austausch mit dem Schulsportreferat des Hessischen Kultusministeriums und der Zentralstelle für Schulsport, um ab nächstem Jahr passende zukunftsfähige Qualifizierungsformate auf den Weg zu bringen. Mit unseren Fortbildungen ist es dennoch weiterhin möglich, die Lizenzen zu verlängern.

Online-Redaktion: In den vergangenen Jahren nutzen Sie auch verstärkt Online-Formate, beispielweise „Teambuilding online“. Welche Erfahrungen konnten Sie damit sammeln?

Illmer: Durch die Corona-Maßnahmen im Jahr 2020 und 2021 mussten wir unsere Fortbildungen vermehrt auf Online-Formate umstellen. Viele der Formate haben sich bewährt und wurden von unseren Teilnehmenden sehr gut angenommen. In Zukunft möchten wir den Fokus wieder verstärkt auf Präsenz-Fortbildungen legen, da sich nicht alle Themengebiete mit einer Online-Fortbildung optimal abbilden lassen und da wir auch so etwas wie einen „Nachholbedarf“ feststellen. Einige Online-Formate bleiben aber weiterhin fester Bestandteil unseres Fortbildungsprogramms.

Online-Redaktion: Die Deutsche Sportjugend hat in einem Positionspapier zum Ganztag die Rahmenbedingungen betont. Welche Rahmenbedingungen sind für Sie für Hessen besonders wichtig?

Illmer: Aus unserer Sicht sind vier Perspektiven entscheidend. Erstens, und das hatte ich schon erwähnt, geht es uns um eine strukturelle und gleichberechtigte Einbindung von Sportvereinen in die Gestaltung von Ganztagsangeboten sowie die Schaffung einer langfristigen Finanzierung solcher Kooperationen. Zweitens ist für uns der Aspekt der Fachkräfte im Ganztag entscheidend. Um einen bewegten Ganztag gestalten zu können, braucht es qualifiziertes Personal an den Schulen. Hier sind neue Konzepte notwendig, um Fachkräfte zu finden, entsprechend zu vergüten und um ehrenamtlich Tätigen, die notwendigen Freiräume zu verschaffen.

Drittens ist uns der Aspekt der Infrastruktur sehr wichtig. Ganztagsschulen benötigen eine adäquate, kindgerechte und nachhaltige Infrastruktur – auch und gerade für Bewegung, Spiel und Sport. Viertens setzen wir auf eine zeitliche Begrenzung des Ganztags. Um den wichtigen Stellenwert des vereinsorganisierten Sporttreibens und der außerschulischen Jugendarbeit auch zukünftig zu erhalten, sind zeitliche Begrenzungen der schulischen Ganztagsbetreuung bzw. bei verpflichtender Ganztagschule zu gewährleisten.

Online-Redaktion: Vielen Dank für das Interview!

Autor: Stephan Lüke


Positionspapier der Fokusgruppe „Nachhaltigkeit und Sport im Westen“

Sport gehört in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie!

(25.01.2024) Positionspapier der Fokusgruppe „Nachhaltigkeit und Sport im Westen“: Sport gehört in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie!
21 Expert*innen aus Sport und Nachhaltigkeit wenden sich mit einem gemeinsamen Positionspapier an die Bundesregierung, damit Sport als Akteur, Multiplikator und Motor für Nachhaltige Entwicklung stärker in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen wird.

Auf den knapp 400 Seiten der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) findet der Bereich Sport keine zehn Erwähnungen. Dabei kann der Sport viel für Nachhaltigkeit bewegen. Das wissen auch die 21 Mitglieder der Fokusgruppe „Nachhaltigkeit und Sport im Westen“, die im Rahmen der RENN.west-Kampagne „Ziele brauchen Taten“ im Jahr 2021 gegründet wurde. Die Expert*innen aus den Bereichen Sport und Nachhaltigkeit machen sich nun stark dafür, die Vernachlässigung des Sports als Multiplikator für Nachhaltigkeitsthemen und Initiator von Nachhaltigkeitsaktivitäten gerade zu rücken. Dafür haben sie eine Stellungnahme verfasst, die in den Fortschreibungsprozess der DNS eingebracht wird.

LSB-Vorstand Ilja Waßenhoven erklärt: „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie fortgeschrieben wird. Allerdings sollten der Beitrag und das Potenzial des Sports für nachhaltige Entwicklung in dieser Strategie viel stärker als bisher berücksichtigt werden. Das ist die zentrale Forderung dieses Positionspapiers der Fokusgruppe Nachhaltigkeit und Sport im Westen.“

Positionspapier hebt konkrete Bezüge des Sports zu zentralen Transformationsthemen hervor

Die Stellungnahme verdeutlicht, dass die Politikfelder Sport und Nachhaltigkeit nicht losgelöst voneinander betrachtet werden können. Damit Sport als Treiber der Nachhaltigen Entwicklung und Umsetzungsmotor für die Ziele der DNS seine volle Kraft entfalten kann, brauche es “eine strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit, um Resilienz zu entwickeln und auch in Zukunft seine gesellschaftsrelevanten Funktionen ausführen zu können.”

Zudem zeigt die Stellungnahme ganz konkret auf, welche Beiträge der Sport für die sechs Transformationsbereiche leisten kann, die in der DNS als besonders zentrale Themenfelder der Nachhaltigen Entwicklung ausgewiesen sind.

Das Positionspapier steht hier zum Download bereit.

Liste zur Unterstützung des Positionspapiers "Sport gehört in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie"