Aktuelles aus der Sportjugend


Unkompliziert und hilfreich

Soforthilfeprogramm unterstützt von Armut betroffene Kinder und Jugendliche im Verein

(27.01.2023) Die Nachrichten sind alarmierend: Die Armut in Hessen ist wieder einmal gestiegen. Der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes weist aus, dass Hessen bei der Armutsquote im Länderranking vom dritten auf den elften Platz abgerutscht ist. Besonders hart trifft es dabei die Kinder. Jedes fünfte Kind in Hessen ist arm und das hat Konsequenzen.

Kinder aus finanziell schwierigen Lagen sind eher bewegungsärmer als andere. Sie sind auch weniger häufig Mitglied in einem Sportverein. Jedoch nicht nur der Mitgliedsbeitrag kann eine Hürde darstellen, auch ausrüstungsintensive Sportarten werden weniger ausgeübt. Und wenn die Kinder sich weder passende Fußballschuhe leisten können, geschweige die Fahrt zum Wettkampf, ist eine gerechte Teilhabe am Vereinsleben unmöglich.

Sport für alle Kinder
Seit zehn Jahren gibt es das Soforthilfeprogramm der Sportjugend Hessen mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport. Sportorganisationen, die von Armut betroffene Kinder und Jugendlichen im Sport kurzfristig helfen wollen, können unkompliziert eine Förderung anfragen. Zu den konkreten Anlässen zählen die Teilnahme an Veranstaltungen wie Trainingslagern und Freizeiten, die Bezuschussung individueller Sportausrüstungen und die Erstattung von Fahrtkosten zum Training und zu Wettkämpfen. Möglich ist die Beantragung von Beträgen bis max. 150,- Euro und das zweimal pro Kalenderjahr.

„Im vergangenen Jahr konnten wir etlichen Vereinen von Babenhausen bis Kassel die Zuschüsse gewähren und somit vielen Kinder und Jugendlichen die Teilnahme am Sport ermöglichen“, freut sich Julian Blessing, der zuständige Referent der Sportjugend Hessen.

Sponsoren gesucht
Um Sportvereinen weitere Unterstützungsmaßnahmen zu ermöglichen, konzipiert die Sportjugend zurzeit eine Neuauflage des ehemaligen Förderprogramms „Sport für alle Kinder“. Es soll nachhaltiger werden und noch mehr bedürftigen jungen Menschen den Zugang zum Sport ebnen. Gesucht werden noch Unterstützer und Sponsoren für das überarbeitete Programm, denn: „Wir wollen groß denken und handeln.“

Kontakt: Julian Blessing, E-Mail

 


Inklusiv und bewegt

Inklusionslotsinnen und -Lotsen in den Sportkreisen

Inklusionslotsen der Sportjugend Hessen
Engagiert für das Miteinander im Sportverein (v.l.) Sven Rückbeil, Ulrike Gliem, Lea Hüther, Franziska Werner) (Foto: Laura Ebert)

(20.01.2023) Inklusion im Sportverein – das geht! Gemeinsam mit dem Kooperationspartner LVKM Hessen e. V. macht sich die Sportjugend Hessen für Kinder und Jugendlich mit Beeinträchtigungen stark. In fünf Modell-Sportkreisen (Bergstraße, Fulda-Hünfeld, Hochtaunus, Region Kassel und Werra-Meißner) haben speziell ausgebildete Inklusionslots*innen ihre erfolgreiche Arbeit für das Projekt „Mit dir inklusiv im Sport“ im dritten Programmjahr fortgeführt. Sie tragen den Inklusionsgedanken in die Sportvereine, unterstützten junge Menschen dabei, ein für sie geeignetes Sportangebot zu finden und netzwerken erfolgreich mit Partnern vor Ort.

Pionierarbeit in der Region
Im zurückliegenden Jahr wurde einiges an Pionierarbeit geleistet. Sehr positiv lief die Zusammenarbeit mit einer Volkshochschule, die ein Seminar zum Thema Inklusion und Sport in ihr Programm aufgenommen hat. Den engagierten Lotsinnen und Lotsen gelang es mit einem Blick über den Tellerrand, neue Kooperationspartner zu finden. Ob bei regionalen Rehatechnikern, Elterninitiativen, Schulsozialarbeit oder familienunterstützenden Diensten – viele Türen wurden geöffnet, nachhaltige Kooperationen angestoßen und Ideen entwickelt, wie inklusive Sportangebote vor Ort aussehen können. Ulrike Gliem, Lotsin im Sportkreis Bergstraße, betont immer wieder, wie sehr sich der Einsatz lohnt: „Mit Mut zur Veränderung, Offenheit und Kreativität können wir Berührungsängste abbauen und als Vermittler zwischen Beeinträchtigten und Vereinen agieren.“

Neben einer starken Präsenz auf Instagram wurde auch der persönliche Austausch gefördert. Auf große Resonanz stieß eine digitale Infoveranstaltung im Herbst. Mit dem Ziel, das Projekt, die Arbeit der Lots/innen sowie ihre Best Practice-Beispiele einem breiten Publikum vorzustellen, wurden interessierte Übungsleiter/innen, Sportler*innen und Vertreter*innen regionaler Partner zur Diskussion eingeladen. Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass Inklusion für mehr soziale Gerechtigkeit und Vielfalt sorgt und sie weiterhin dafür eintreten werden, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Sport zu ermöglichen.


Rennen, springen und verstecken

Neues von der Initiative „Mehr Bewegung in den Kindergarten“

Inititative Mehr Bewegung in den Kindergarten
Mehr Bewegung in der Kindheit (Foto: Jürgen Lecher)

(17.01.2023) Mit einem Ball den Korb treffen, auf einem am Boden liegenden Seil rückwärtsgehen und einen Hampelmann machen – gemeinsam mit engagierten Übungsleiter*innen aus den Sportvereinen entwickeln die Kindergartenkinder riesige Freude an neuen Bewegungserfahrungen.

Seit 1998 fördert die Sportjugend Hessen, unterstützt vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, mit der Initiative „Mehr Bewegung in den Kindergarten“ die Kooperationen von Kindergärten und Sportvereinen und bietet den Kindern ein zusätzliches Bewegungsangebot an.

Mit diesem übergreifenden Ansatz wird die bewegungsorientierte Betreuung in den Kindergärten verbessert und die Kompetenzen und Ressourcen der beteiligten Kindergärten und Vereine zum Vorteil der Jüngsten genutzt. Mitarbeiter*innen der Kitas werden dafür gezielt von der Sportjugend Hessen qualifiziert. Die Kooperationspartner erhalten Unterstützung im Bereich Beratung, Qualifizierung und finanzieller Förderung in Form einer Starthilfe, die eine kontinuierliche Zusammenarbeit aufbauen soll.

Über 800 Kooperationen sind in dieser Zeit in ganz Hessen entstanden und bis heute haben sich daraus nachhaltige Strukturen ergeben, wovon sowohl die Kindergärten, als auch die Sportvereine profitieren.

Neustart 2023: zeitgerecht und attraktiv
Die harten Erfahrungen aus dem Lockdown haben einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar Bewegungsmöglichkeiten und -erfahrungen für Kinder sind. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird zum Jahresbeginn die Initiative „Mehr Bewegung in den Kindergarten“ neu positioniert.
War bislang aufgrund begrenzter finanzieller Ressourcen für die Kindergärten nur eine einmalige Teilnahme möglich, kann bald jede interessierte Kita mehrmals teilnehmen und sich fördern lassen. Niklas Poellath, für die Initiative verantwortlicher Referent der Sportjugend Hessen, sucht dafür Partnerschaften mit den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten. „Unser Ziel ist es, dass wir jeder Kooperation eine jährliche Fördersumme in Höhe von 700 Euro auszahlen können – und das über einen Zeitraum von drei Jahren.“, so Poellath. Gestartet sind bereits Partnerschaften in den Kreisen Offenbach und Hochtaunus.

Begleitet wird die jeweilige Zusammenarbeit in bewährter Weise mit intensiven Beratungen, Fortbildungsmaßnahmen sowie Auswertungs- und Austauschtreffen.


Teamplayerin, Durchstarter, Wegbereiter

Auftakt der Instagram-Kampagne #ZeigsUns beim „100 Hände…Wochenende“ in Wetzlar

inklusives Juniorteam der Sportjugend Hessen
Match, Satz und Spiel

(12.01.2023) Warum setzt Du dich freiwillig für den Jugendsport in Hessen ein? Diese Frage stellen sich vermutlich viele Engagierte im Sport nach langen Tagen und wenig Zeit zwischen Arbeits- und Sportplatz. Doch sie finden die Antwort schnell in den schönen Momenten gemeinsam mit den sportbegeisterten Kindern und Jugendlichen, die sie fördern und betreuen.

Für diese unzähligen Engagierten (und alle, die es noch werden wollen) wurde die Instagram-Kampagne #ZeigsUns im November 2022 ins Leben gerufen. Die unterschiedlichen Antworten sollen die Triebfeder von Engagierten in den Vereinen, Sportkreisen oder Verbänden zeigen. In echt, im realen Leben.

Mitmachen ist ganz einfach: Ein Bild oder Video an den Instagram-Account @ZeigsUns schicken und ein paar Zeilen über die eigene Motivation schreiben. Die Sportjugend Hessen betreut den Account und verarbeitet das Material professionell zu ansprechendem Inhalt. Allen Engagierten im Sport in Hessen wird damit die Chance gegeben, sich zu zeigen und damit noch sehr viel mehr junge Engagierte zu gewinnen. Damit alle es wissen: Engagement lohnt sich!

Sport, Spaß, Gemeinschaft in der Bildungsstätte Wetzlar
Das freiwillige Engagement junger Menschen steht nicht nur bei der Kampagne #Zeigsuns im Mittelpunkt, sondern auch beim „100 Hände…Wochenende“. Seit sechs Jahren treffen sich junge Engagierte im Herbst zu einem gemeinsamen Wochenende mit viel Sport, Spaß und spannenden Projekten. Ziel ist es, dass sich die Teilnehmenden vernetzen und austauschen, gemeinsame Aktionen planen können und alle eine gute Zeit verbringen.

Glücklich über den Verlauf des „100 Hände…Wochenendes“ ist das gesamte Leitungsteam um Annamaria Peter und Ronny Schulz von der Sportjugend Hessen sowie den nebenberuflichen Teamenden Laura Heckmann und Matthias Ernst. „In diesem Jahr ist es nicht nur gelungen, die bisher vielfältigste Gruppe zu begeistern, sondern auch eine enge Gemeinschaft zu bilden“, freut sich Annamaria Peter mit Stolz. „Die Sport- und Bildungsstätte Wetzlar mit den kurzen Wegen und der idealen Verbindung zwischen Bildung und Sport hat in den letzten Jahren einiges zum Thema Barrierefreiheit verbessert. Das zahlt sich nun aus und auch unsere Teilnehmenden mit verschiedenen Beeinträchtigungen können viel leichter dabei sein und mitmachen“, resümiert Ronny Schulz, der die „100 Hände…Wochenenden“ seit Beginn an begleitet.

Dabeisein, mitmachen
Die Teilnehmenden kamen im November wieder einmal aus ganz Hessen, um das besondere Feeling zu erleben. Von Inklusionssport-Referen*innen über jugendliche Quad-Trainer/innen bis hin zu Organisator*innen von Skifreizeiten waren alle mit Freude dabei. Das Wochenendprogramm war eine bunte Mischung aus Engagement, Beteiligung, Sport und Spaß – alles Elemente, die für nachhaltigen Jugendsport elementar sind.

In gemeinsamen Planungs- und Projektphasen wurden u. a. Jugendfreizeiten geplant, T-Shirts gestaltet und Insektenhotels gebaut. Für #ZeigsUns wurden die ersten Beträge erstellt und damit gleichzeitig der Startschuss der Kampagne gegeben.

Inklusive Sportangebote gehören dazu
Neben dem Engagement bildeten Sport und Bewegung eine enge Verbindung zwischen den Teilnehmenden. In Workshops konnte man inklusive Wasserspiele und ebensolche Schwimmtechniken kennenlernen oder sich mit inklusivem Tennisspielen beschäftigen. Rollstuhl-Hockey stand abends auf dem Programm und brachte viel Vergnügen.
Nach viel Praxis kam die Theorie jedoch nicht zu kurz. Um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ging es in einer informativen Einheit in Kooperation mit Referent/innen von SCHLAU Marburg-Gießen. Begrifflichkeiten wurden geklärt und über Diskriminierungserfahrungen diskutiert. Abschließend führte das Team DemoS! der Sportjugend Hessen durch das neue Modul „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“, das von den Referaten Sport und Jugendpolitik sowie Vielfalt im Sport konzipiert wurde. Hier wurde über die Dimensionen von Vielfalt gesprochen und darüber, was alle dazu beitragen können, um eine inklusivere und diskriminierungsärmere Welt zu gestalten.

Ein Wochenende mit einem breiten Themenspektrum für alle Mutmacher*innen, Wegbegleiter*innen und Durchstarter*innen.

Ab sofort kann man sich zum nächsten „100 Hände…Wochenende“ (27.-29.10.2023 in der Bildungsstätte Wetzlar) anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei, mitmachen können alle Engagierten und Interessierten ab 14 Jahren. www.sportjugend-hessen.de/bildung/fortbildung/terminuebersicht/


Step it up - Jugendfestival!

Beteiligung und junges Engagement fördern

(11.01.2023) Sportvereine aufgemerkt: Die neue Kampagne „Step it up!“ der Sportjugend Hessen bietet ein innovatives Veranstaltungsformat für Jugendliche und junge Erwachsene mit jugendgemäßen Sport- und Erlebnisangeboten.
Step it up! unterstützt Hessens Sportvereine dabei, attraktive Angebote für junge Menschen zu entwickeln und sie gleichzeitig für den Einstieg ins Ehrenamt zu begeistern. Dafür werden kostenfreie Step it up!-Aktionspakete für den Sommer 2023 angeboten. Bewerben kann man sich ab sofort.

Aktionstag Step it up!
Mit Unterstützung der Sportjugend Hessen wird ein bewegter Aktionstag organisiert. Dabei soll sich eine Freifläche, z. B. Sportgelände, Schulhof, Marktplatz, Skatepark, für einen Tag in einen attraktiven Erlebnisraum rund um den Adventure Cube verwandeln.

Jugendfestival Step it up!
Alternativ kann ein zwei- bis dreitägiges Wochenend- bzw. Ferienangebot inkl. Übernachtung und Abendprogramm für die jungen Menschen aus der Region durchgeführt werden. Hierfür wird mit Hilfe der Sportjugend ein Sportgelände für diese Zeit in einen bewegungsorientierten Erlebnisraum umgestaltet und es werden vielfältige Beteiligungs- und Mitwirkungsoptionen geschaffen.

Bewerbungen ab sofort
Umgesetzt werden im Sommer 2023 bis zu zehn Aktionstage sowie bis zu drei Jugendfestivals. Bewerbungen sind über die Internetseite der Sportjugend Hessen möglich. Aus allen Einsendungen wählt die Sportjugend Hessen insgesamt 13 Vereine aus, die Ende Februar für weitere Abstimmungen benachrichtigt werden.
Freddy Lang, verantwortlicher Referent der Sportjugend, ist hoffnungsfroh: „Wir rechnen mit vielen interessierte Vereinen, die sich nicht die Chance entgehen lassen wollen, junge, engagierte Leute für Ihren Verein zu begeistern.“

Die Kampagne wird gefördert vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport.


Neues Bewerbungsmanagement für FSJ und BFD

Digitales Tool erleichtert die Bewerbung für die Freiwilligen im Sport

Auf neuen Wegen zu den Einsatzstellen

(10.01.2023) Die Sportjugend Hessen als Trägerin für die Freiwilligendienste im Sport in Hessen führt in Kürze ein neues digitales Tool ein, über das künftig alle Bewerbungen auf FSJ- oder BFD- Stellen laufen werden.
Zum Erwerb dieses digitalen Systems haben sich im Bundesgebiet acht Landessportjugenden zusammengetan. Mitfinanziert wird die Anschaffung über ein Förderprogramm des Bundes. Ziel ist es, den am Freiwilligendienst Interessierten den Schritt zu Bewerbungen bei den Einsatzstellen zu erleichtern.

Aktuell bewerben sich am Freiwilligendienst Interessierte direkt bei den Einsatzstellen. Dies erfolgt durch Informationen, die im Internet per Suchmaschine oder über Soziale Medien gefunden werden, durch persönliche Weiterempfehlungen oder über die Website der Sportjugend Hessen. Diese Methode ist nicht effektiv, da der Träger, hier die Sportjugend Hessen, keine rückmeldende Information über den Bewerbungsprozess und -stand in den einzelnen Einsatzstellen erhält und damit auch nicht unterstützend tätig werden kann. Die langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass das Engagementpotential junger interessierter Menschen hier nicht ausreichend ausgeschöpft wird. Das soll sich ändern!

Barrieren abbauen
Mit der Einführung des neuen Systems soll gewährleistet werden, eine insgesamt effektivere Bewerbungs- und Vermittlungssituation für am Freiwilligendienst Interessierte zu erreichen und sie ausgehend von ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und Herausforderungen individuell abzuholen. Darüber hinaus werden die Zugänge für junge Menschen mit benachteiligenden Attributen entscheidend verbessert. Das heißt auch, die vorhandenen Barrieren systematisch abzubauen, eine größere Interaktion mit den Bewerber/innen zu gewährleisten und die Interessierten bei ihrem Bewerbungsprozess schon sehr früh seitens der Trägerin individuell begleiten zu können.

Chancen nutzen
Rainer Seel, der die Freiwilligendienste im Sport in Hessen koordiniert, freut sich: „Die Sportjugend Hessen geht mit der Einführung des neuen Systems den erforderlich gewordenen Weg der zunehmenden allgemein-gesellschaftlichen Digitalisierung mit und setzt damit sowohl für junge interessierte Menschen als auch für den organisierten Sport ein wichtiges Zeichen. Insgesamt werden wir diese Digitalisierungschance nutzen und ein im Bewerbungs- und Vermittlungsmanagement digital gut aufgestellter, moderner und optimierter Verband sein.“

Derzeit erstellen alle anerkannten Einsatzstellen einen eigenen Account im System, laden für die Bewerbung relevante Infos hoch und sind dann auf einer Landkarte als aktive Einsatzstelle zu sehen, bei der man sich über das System bewerben kann. Auch das Filtern nach Regionen, Sportarten etc. ist bei der Auswahl möglich.


Zeigs uns - Und komm in unsere Hall of Fame

In über 7.500 Sportvereinen in Hessen engagieren sich zahllose Jugendliche ehrenamtlich. Bestimmt auch in Eurem. Diese  Freiwilligen machen ein funktionierendes Vereinsleben möglich.
Sie sind die Zukunft des hessischen Vereinssports.
 
Mit unserer Kampagne ZEIGS UNS wollen wir ihr Engagement sichtbar machen.
Wir wollen Danke sagen! Und andere Jugendliche begeistern, sich ebenfalls einzubringen.
 
Ganz gleich, ob z. B. als Trainer, Schiedsrichter oder Jugendwart:
Jede und jeder Freiwillige unter 27 aus Eurem Sportverein kann bei unserer Kampagne mitmachen.
Wir stellen sie und ihre Leidenschaft vor mit einem Post auf unserer Instagram Seite:

www.instagram.com/zeigsuns

Wer mitmachen möchte schickt uns einfach ein Foto und den Grund,
warum sie oder er sich engagiert per Direct Message über unseren ZEIGSUNS Instagram Kanal oder per Mail an presse@sportjugend-hessen.de
 
Wenn Ihr uns weiter unterstützen möchtet:
•    Folgt uns auf Instagram
•    Nutzt den Hashtag #zeigsuns
•    Kommentiert
•    Taggt uns
•    Repostet unseren Content
 
Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch mit Euch!


Demokratie im Sport erlebbar machen

Dauerausstellung in der Bildungsstätte Wetzlar nimmt Form an

Komplexes Verhältnis von Sport und Demokratie im Blick

(30.11.2022) Was zu Jahresbeginn mit Thementafeln zu „Rassismus“, „Demokratie“ und „Partizipation“ startete, konnte jetzt mit neuen großformatigen Wandtafeln „Gender und Gleichberechtigung“ und „Kinderrechten“ ergänzt werden. Im ganzen Haus verteilt, laden sie zum Nachdenken ein. Die Ausstellung hat die Sportjugend Hessen mit dem Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie für die Bildungsstätte entwickelt.
Für das Bildungsstättenteam passt die Ausstellung genau in diese Zeit. Denn selten wurde so offen über Demokratie, Sport und die Verbindung von Sport und Demokratie diskutiert, debattiert und auch gestritten. Zündstoff bieten immer noch die Auswirkungen von Corona, Putins Angriffskrieg auf die Ukraine, die Folgen der Energiekrise für die Vereine, die von Sportler/innen gestützten Proteste anlässlich der aktuellen Ereignisse im Iran oder die Menschenrechtsdiskussionen rund um Fußball-WM in Katar.
Auf den Wandtafeln erhalten Besucher/innen der Bildungsstätte über ausdruckstarke Bilder kurze faktenreiche Texte interessante Einblicke in die jeweiligen Themen. So kann man sehen, wie schon 1968 wirksam gegen Rassismus im Sport protestiert wurde oder wie ungleich Macht auch heute noch im Sport in Deutschland verteilt ist. Die Besucher/innen können zur Vertiefung QR-Codes auf den Wandtafeln scannen und werden auch für weiterführende Informationen direkt auf die entsprechenden Seiten der Homepage der Sportjugend Hessen geleitet.

Die Ausstellung wird noch wachsen mit weiteren Wandtafeln, Verweilmöglichkeiten und Mitmachangeboten. Das alles ist Teil eines neuen pädagogischen Konzepts, das 2023 noch durch Führungen, ein Quiz und Workshops rundum die Ausstellung ergänzt werden soll.


Dein Sport, Deine Rechte, Deine Grenzen

Zweites Treffen des Netzwerks „Kindeswohl im Sport

(26.11.2022) Die Aufmerksamkeit für Gewalt im Sport wächst. Zahlreiche Presseartikel, Dokumentationen und neue Einrichtungen des Bundes zur unabhängigen Aufarbeitung von sexualisiertem Kindesmissbrauch bestätigen dies und zeigen die Notwendigkeit im Sport aktiv hinzuschauen. Gleichzeitig belegen verschiedene Studien, dass sexualisierte Gewalt im Sport nicht isoliert zu beachten ist, sondern immer im Zusammenhang mit Vernachlässigung, psychischer und physischer Gewalt zu betrachten ist.
Die Sportjugend Hessen engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich „Kindeswohl im Sport“ und setzt sich für eine Kultur des Hinsehens ein. „Wir schauen dabei nicht auf die Abwesenheit von sexualisierter Gewalt, sondern achten auf die Anwesenheit von Bedingungen, die zum Wohle und der positiven Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beitragen”, so Ann-Kristin Pieper, die Vereine und Sportkreise bei der Entwicklung von Kindeswohl-Konzepten unterstützt.
Einen bedeutenden Beitrag zu einem am Sicheren Sport in Hessen leistet dabei das im April dieses Jahres gegründete hessenweiten Netzwerk „Kindeswohl im Sport“. Dazu gehören verschiedene Verbände, Internate, Sportkreise und Vereine, die sich mit der Erstellung von Schutzkonzepten und einer Kultur des Hinsehens beschäftigen.

Beim zweiten Netzwerktreffen im November in Wetzlar stand das Thema „Psychische Gewalt im Sport” im Fokus. Dazu wurde als Expertin Dr. Kathrin Kohake von der Westfälischen Willhelms-Universität Münster zum Treffen eingeladen. Sie gab den Anwesenden einen Einblick in Zahlen, Hintergründe und mögliche Ansätze zur Prävention. Dr. Kohake betonte, wie wichtig es sei, Schutzkonzepte zur sexualisierten Gewalt um Bausteine zu ergänzen, die auch psychische Gewalt im Fokus haben und dazu weitere Verhaltensregeln zu formulieren. Hier sieht sie die Verbände in der Verantwortung sportartspezifische Vorlagen bereitzustellen und somit die Vereine zu unterstützen. Auch die Sportjugend Hessen wird ihre Materialien gegebenenfalls um einige Aspekte ergänzen.

Dass psychische Gewalt auch ein Thema in Hessen ist, bestätigt Angelika Ribler, Ansprechperson der Sportjugend Hessen bei konkreten Verdachtsfällen. Bei ihr häufen sich Beratungsanfragen zu Themen wie Mobbing im Sport, Ritualen, Depressionen und Suizidgedanken sowie Druck in Liebesbeziehungen zwischen Trainer*innen und Sportler*innen.
Das Netzwerk soll künftig weiterwachsen. Weitere hessische Organisationen sollen unterstützt werden, sich für das Wohl von Kindern und Jugendlichen im Verein gut aufzustellen. Das begleitet die Sportjugend Hessen auch in 2023 wieder mit Informationen, Seminaren und Beratungen. Auch qualitativ will sich das Netzwerk weiterentwickeln. Dazu wurden AGs gegründet, die etwa Themen wie Öffentlichkeitsarbeit oder die Erstellung eines Qualitätssiegels vertiefen werden.

Ab sofort steht exklusiv allen Netzwerkpartnern ein weiterer Seminarbaustein mit dem Titel „LautStark – Dein Sport, Deine Rechte, Deine Grenzen“ zur Verfügung, der sich direkt an Kinder und Jugendliche richtet. Ein Referent der Sportjugend Hessen wird gemeinsam mit der jeweiligen Ansprechperson des Vereins Kinder und Jugendliche sensibilisieren und über Kinder- und Jugendrechte, eigene Grenzen, Gewalt im Sport und Hilfsangebote sprechen.
Neben dem neuen Seminarbaustein erhielten alle Partner vor Ort weitere Materialien für ihre Öffentlichkeitsarbeit, darunter das Wimmelbild als Schild, organisationsspezifische Roll-Ups und kindgerechte Plakate.

Weitere Informationen zum Netzwerk und zum Kindeswohl unter: www.kindeswohl-im-sport.de


Unterwegs: Auf gutem Weg in herausfordernden Zeiten

Das neue Führungsduo der Sportjugend Hessen im Gespräch

Zwischenstopp dsj-Vollversammlung: Malin Hoster und Mario Machalett (Foto: Jürgen Herget)

(24.11.2022) Klimafreundlich Reisen und nebenbei Aufgaben und Ziele für Hessens größten Jugendverband diskutieren? Das geht, wenn sich Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer Mario Machalett mit der Bahn von Frankfurt auf den Weg nach Wuppertal macht.
Beide waren Ende Oktober Mitglieder der Delegation, die während der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (dsj) die Interessen des Jugendsports aus hessischer Perspektive eingebracht hat. Die Bahnfahrt haben Hoster und Machalett genutzt, um über die derzeitigen Herausforderungen im Sport, Identität und Grundausrichtung der Sportjugend sowie konkrete thematische Schwerpunkte, die in der aktuellen Wahlperiode liegen, zu sprechen.

„Malin, wie werden wir die komplexen, aktuellen Herausforderungen für unseren Verband meistern?“ Energiekrise, Inflation, die Auswirkungen der Pandemie betreffen nicht nur jeden Einzelnen. Auch die Vereine, Verbände, Sportkreise und der organisierte Sport als Ganzes müssen die Herausforderung annehmen. Sie fordern angemessene Rahmenbedingungen, um weiterhin ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung nachkommen zu können. „Die Sportjugend wird ihre originären Themen wie Bewegungsförderung, Jugendbildung und Qualifizierung, Kindeswohl im Sport, junges Engagement und Teilhabe in den politischen Diskurs einbringen. Es dürfen nicht – wie so oft – die jungen Menschen sein, die kein Gehör finden, Mario“.

„Die Sportjugend Hessen ist und bleibt eigenständig, ebenso wie die Jugendstrukturen im hessischen Sport. Sie gibt wichtige Impulse für den Jugendsport und wird weiter als sport- und jugendpolitische Akteurin aktiv sein“, dies wird im Gespräch von Hoster und Machalett deutlich. Durch enge, vertrauensvolle Kooperation mit dem lsb h sollen gleichzeitig im Schulterschluss wichtige Sujets wie Kindeswohl & Safe Sport sowie Sport & Digitalisierung vorangebracht werden. Zudem ist der regelmäßige und offene Austausch mit den weiteren Akteuren im hessischen Sport und im politischen Umfeld fest eingeplant. „Welche Grundausrichtung wollen wir dabei einnehmen, Malin?“ „Aus Vorstandssicht kann ich sagen, dass wir die Interessen von jungen Menschen in Hessen vertreten, ihnen gute Angebote machen und zudem die Arbeit von Multiplikatoren/innen im Jugendbereich qualifiziert unterstützen werden.“

Neben den Regelaufgaben hat sich der Vorstand zwei konkrete thematische Schwerpunkte für seine aktuelle Wahlperiode gesetzt:

1. Stärkung und (Weiter-)Entwicklung eines zukunftsfähigen Kinder – und Jugendsports
Hoster kann bereits von konkreten Bausteinen berichten: „Über das Projekt ‚Mehr Bewegung in den Kindergarten‘ weiten wir die Kooperationen von Kitas mit Sportvereinen deutlich aus.“ Damit können mehr Kinder ein qualifiziertes Bewegungsangebot wahrnehmen und ihnen wird zugleich der Zugang zu den Vereinen erleichtert. „Und für Jugendliche“, so Hoster im Gespräch, „wird aktuell das Projekt ‚Step it up‘ entwickelt. Mit diesen mehrtägigen Jugendfestivals wollen wir diese Zielgruppe stärker für die Vereinsarbeit gewinnen.“

2. Ökologisch, ökonomisch, sozial – Nachhaltigkeit im Sport
„Warum ausgerechnet dieses Thema, Malin?“ Kurze Frage, klare Antwort. „Das Thema beschäftigt viel junge Menschen!“ Sportler/innen sind viel unterwegs, der Sport benötigt Material und entsprechende Infrastruktur. Außerdem ist es eine Generationenfrage und Perspektive für die Lebensbedingungen nächster Jahrzehnte.

„Und was hältst Du von einer Klimabilanz für die Sportjugend, Mario?“ „Sehr guter Vorschlag, ich bin gespannt, wie wir aktuell dastehen und wie wir uns verbessern können. Übrigens, das Wimmelbild zum Thema Nachhaltigkeit im Sportverein ist fertig und ich freue mich schon auf die Resonanz.“ „Darauf bin ich genauso neugierig wie auf die neuen Fortbildungen zu diesem Thema. Lass uns das unbedingt auf dem Hauptausschuss des lsb h vorstellen.“

Gesagt, getan… Und die Reise geht weiter, mit den Haupt- und Ehrenamtlichen der Sportjugend Hessen und vor allem mit anpackenden Vertreter/innen ihrer Mitgliedsorganisationen, den Jugendvorständen in den Sportkreisen und Fachverbänden, den Übungs- und Jugendleiter/innen und allen Freiwilligen und Engagierten im Jugendsport.


Gemeinsam für Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Sport

BundesNetzwerkTagung BuNT als Leuchtturm für queere Community

(22.11.2022) Vom 31. Oktober bis 6. November fand die 5. BundesNetzwerkTagung des queeren Sports (BuNT) erneut statt, um sich mit queeren Belangen, Teilhabe und Chancengleichheit auseinanderzusetzen. Nachdem die Fachtagung wegen der Pandemie in den vergangenen beiden Jahren nur digital stattfinden konnte, freuten sich die Teilnehmenden in diesem Jahr auf ein buntes Programm vor Ort in der Deutschen Sporthochschule Köln. Auch digitale und hybride Formate waren Teil der Veranstaltung. Eingeladen hatte der Landessportbund Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Sportverein SC Janus aus Köln und dem Stadtsportbund Düsseldorf. Die Sportjugend Hessen gehörte zum Organisationsteam der Tagung. Von Montag bis Donnerstag konnten sich interessierte Teilnehmende digital an Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen beteiligen. Von Freitag bis Sonntag stellte die Deutsche Sporthochschule in Köln ihre Räumlichkeiten zur Verfügung.

Vielfältige Herausforderungen und Lösungsansätze
Nach Berlin (2018), Hamburg (2019) und zwei digitalen Veranstaltungen (2020 und 2021) gab es in Köln ein buntes Wiedersehen von rund 50 Engagierten aus der Welt des queeren Sports. Die Sporthochschule als Ort der Wissenschaft bot dafür einen passenden Rahmen und trug dazu bei, dass die Themen nah, erfahrbar, diskussionsfreudig und interdisziplinär angegangen werden konnten. Bereits die Eröffnungsveranstaltung zeigte, wie wertvoll und notwendig die regionale und fachübergreifende Vernetzung ist – Sport, Politik, Wissenschaft und queere Communities diskutierten die Frage, wer die Verantwortung dafür trägt, dass Teilhabe und Chancengleichheit für queere Sportler*innen gelingen. Nach einem Grußwort der nordrhein-westfälischen Familienministerin Josefine Paul diskutierten Michaela Röhrbein (DOSB-Vorstand), Sven Lehmann (Queer-Beauftragter der Bundesregierung), Julia Monro, (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.), Stephan Borggreve (Sportverein SC Janus) und Thomas Abel (Deutsche Sporthochschule Köln) darüber, welche Fragen sich im Kontext sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Sport stellen und wie ihnen begegnet werden kann. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass jeder Bereich eine Mitverantwortung trägt. Ein unterstützendes Umfeld in Team und Verein sei genauso wichtig wie die Dach- und Spitzensportverbände und der Schul- und Hochschulsport, um sich für die Belange von queeren Sportler/innen einzusetzen.

Sportjugend Hessen als engagierte Mitstreiterin
Die Sportjugend Hessen steuerte zwei Workshops zum Programm bei. Am Donnerstagabend konnten sich Übungsleitungen und Interessierte im Workshop „Support your Coach“ damit beschäftigen, wie sexuelle Vielfalt im Verein thematisiert und Trainer/innen dabei unterstützt werden können, Diskriminierung im Sportumfeld abzubauen. Am Samstagnachmittag ging es in Köln im Workshop „Intersektionalität im queeren Sport“ um einen erweiterten Blick auf das gesamte Themenfeld. Die Teilnehmenden beider Workshops konnten sich gut in das Thema einbringen und Ideen für die Praxis in ihre eigenen Vereine mitnehmen.

Auch im kommenden Jahr will das Team der Sportjugend Hessen die Fachtagung mit vereinten Kräften unterstützen. Das Ziel, sicheren Sport für alle zu ermöglichen und Diskriminierung abzubauen, ist noch nicht erreicht. Die Bundesnetzwerktagung bietet eine wichtige Plattform für alle engagierten Mitstreiter/innen und bleibt ein fester Termin im Veranstaltungskalender des organisierten Sports, vielleicht sogar mit einem künftigen Tagungsort Frankfurt am Main.

 


Sport integriert Hessen

Ein Programm mit Sozialraumorientierung

Gemeinsamkeiten schaffen (Foto: Sportjugend Hessen)

Anfang 2022 wurde das Erfolgsprogramm „Sport und Flüchtlinge“ durch das neue Landesprogramm „Sport integriert Hessen“ abgelöst, das weiterhin gemeinsame vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen durchgeführt wird. Die wichtigste Neuerung ist die Erweiterung hinein in den Sozialraum: Neben Geflüchteten können nun ebenfalls alle anderen sozial benachteiligten Menschen gefördert werden, z. B. Einkommensschwache und Bildungsferne.

Zentrales Element bleiben die Sport-Coaches, also Menschen, die zwischen der Zielgruppe und den Sportvereinen Brücken bauen und vor Ort netzwerken. In diesem Jahr sind erneut mehr als 300 Sport-Coaches größtenteils ehrenamtlich in mehr als 200 hessischen Städten und Gemeinden aktiv. Volker Rehm, bei der Sportjugend Hessen für das Programm zuständiger Referent, stellt dabei fest: „Besonders erfreulich ist es, dass fast 25 % der Sport-Coaches selbst eine Zuwanderungs- oder Fluchtgeschichte haben.Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Zielgruppe der ukrainischen Geflüchteten. Hier leistet der Sport wieder einmal schnelle und unbürokratische Hilfe und bietet vor allem den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, schnell wieder in Bewegung zu kommen. Ein Qualitätsmerkmal des Landesprogramms sind die Fortbildungen, die jeder Sport-Coach einmal im Jahr besuchen muss. Neben dem Aufbau von Netzwerken und dem Erfahrungsaustausch werden starke inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Aktuelle Themen waren u. a. „Zukunft von Zuwanderern in ländlichen Regionen“, „Rechtspopulismus & Verschwörungsideologien: (k)ein Thema im Sport?“ oder „Sport als Partner im Sozialraum“.
Wer sich vorstellen kann, in 2023 als Sport-Coach aktiv zu werden, bekommt weitere Informationen unter E-Mail: Sport-Coach@remove-this.Sportjugend-Hessen.de oder unter Tel.: 069/6789-245.


Studien belegen: Sexualisierte Gewalt im Sport kein Einzelfall

Angebote der Sportjugend Hessen unterstützen vorbildlich im Bereich Kindeswohl

Im September 2022 wurden mit dem Abschlussbericht der größten Breitensport-Studie „Sicher im Sport“ und der Fallstudie der Aufarbeitungskommission zu sexuellem Kindesmissbrauch im Sport gleich zwei Studien zum Thema sexualisierte Gewalt im Sport veröffentlicht.
Zentrale Ergebnisse: Gewalterfahrungen im organisierten Sport sind eindeutig keine Einzelfälle, Mädchen und Frauen machen wesentlich mehr negative Erfahrungen als männliche Mitglieder, aber neun von zehn betroffenen Personen betonen gleichzeitig ihre allgemein guten bis sehr guten Erfahrungen mit dem Vereinssport. Notwendige Konsequenz, die sich aus dem Abschlussbericht der Studienmacher (Forschungsverbund der Deutschen Sporthochschule Köln, des Universitätsklinikums Ulm und der Bergischen Universität Wuppertal) ergibt: „Anlaufstellen für Betroffene und Schutzkonzepte für Sportvereine sind erforderlich“. An der Studie hatten sich 4.300 befragte Vereinsmitglieder und rund 300 Sportverbände, Sportkreise und Kreissportbünde beteiligt und sie wurde u.a. über den Landessportbund NRW sowie auch durch die Sportjugend Hessen gefördert.

Anlaufstellen und Schutzkonzepte dringend erforderlich
„Der organisierte Vereins- und Verbandsport sollte dringend nach geeigneten Wegen suchen, wie er proaktiv und gut sichtbar auf diejenigen zugehen kann, die Rat und Unterstützung bei Gewalterfahrungen benötigen“, betont Prof. Dr. Bettina Rulofs (Sporthochschule Köln), die das Projekt gemeinsam mit Dr. Marc Allroggen (Universitätsklinikum Ulm) leitet: „Vereinsmitglieder mit einem höheren sportlichen Leistungsniveau, beispielsweise Teilnehmende an nationalen und internationalen Wettkämpfen, und solche mit längeren Trainingszeiten sind stärker von Gewalt betroffen als Vereinsmitglieder im Freizeitsport.“

Psychische Gewalt im Sport weit verbreitet
Zudem wurde psychische Gewalt in Form von Erniedrigungen, Bedrohungen oder Beschimpfungen am häufigsten von den befragten Vereinsmitgliedern angegeben. Insgesamt 63 Prozent berichten, dies bereits im Kontext des Vereinssports mindestens einmal erlebt zu haben. Zudem bestätigte ein Viertel der Befragten sexualisierte Belästigungen oder Grenzverletzungen ohne Körperkontakt im Vereinssport. Ein Fünftel der befragten Vereinsmitglieder berichtete von sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt. Die Studie zeigt außerdem, dass Betroffene von Gewalt im Sport nur selten über ihre Erfahrungen berichten und kaum Unterstützung bei den Sportvereinen oder -verbänden suchen. Dass die Stadt- und Kreissportbünde sowie Landesfachverbände bereits verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht haben, um die Sportvereine vor Ort beim Schutz vor Gewalt zu unterstützen, belegen die nun veröffentlichten Ergebnisse ebenfalls. Dabei haben besonders die Landessportbünde und Sportjugenden eine wichtige Orientierungs- und Beratungsfunktion für die Mitgliedsverbände in den untersuchten Bundesländern. Sie benötigen zugleich noch mehr Ressourcen, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Sportjugend und Landessportbund Hessen mit vorbildlichen Unterstützungsangeboten Die Sportjugend Hessen und der lsb h engagieren sich seit mehr als 20 Jahren für das Thema „Kindeswohl im Sport“ und unterstützen Vereine, Sportkreise und Fachverbände. Derzeit bieten Landessportbund und Sportjugend jährlich rund 90 Aus- und Fortbildungen für Trainer/innen und Übungsleiter/innen zum Thema Kindeswohl im Sport an. Interessierte Vereine, Sportkreise und Verbände können sogenannte Seminar-Bausteine zum Kindeswohl bei der Sportjugend anfragen und in ihre Aus- und Fortbildungen integrieren. Darüber hinaus berät die Sportjugend Vereine, Sportkreise und Verbände zu Präventionsmaßnahmen und qualifiziert deren Ansprechpersonen. In zwei Projekten, die das Hessische Ministerium des Innern und für Sport finanziell fördert, werden seit 2019 zudem Verbände, Sportkreise und Vereine bei der Entwicklung von Kindeswohl-Konzepten unterstützt und dabei begleitet, Strukturen zu schaffen, in denen kein Platz für Gewalt, dafür viel Raum für positive Erfahrungen im Sport ist. So gibt es ein Wimmelbild zum Thema, das als Gesprächsanlass zum respektvollen, grenzachtenden Umgang miteinander dient und auch mit Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann. Ebenfalls wurde ein Faltblatt für Eltern entwickelt, auf dem Vereine die Kontaktdaten ihrer Ansprechpersonen festhalten können.

Leistungssport im Fokus
Eine weitere Studie lenkte die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema: Die Fallstudie der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs richtete diesmal den Blick auf den Sport und wertete 72 Fälle, sowohl länger zurückliegende als auch jüngere Ereignisse von Betroffenen aus. Zentrale Ergebnisse auch hier: Sexualisierte Gewalt kommt in verschiedenen Sportarten und insbesondere im organisierten Vereinssport vor. Die Betroffenen erlebten den Missbrauch überwiegend im Leistungssport und wettkampforientierten Breitensport. Im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt wurde auch über andere Gewaltformen wie Schläge, Tritte oder emotionale Gewalt berichtet. Im Rahmen der Studie gaben Betroffene auch an, dass sie sich Ansprechpersonen als erste Anlaufstelle wünschen, darüber hinaus die Entwicklung von Interventionsplänen, sowie eine unabhängige Anlaufstelle für Intervention und Aufarbeitung. Außerdem sei eine stärkere Sensibilisierung von Erwachsenen und insbesondere von Kindern und Jugendlichen für ihre Rechte wichtig. Auch der Wunsch nach einem unabhängigen Sanktions- und Kontrollwesen bei Vorfällen wurde laut.

Mindeststandards für Förderung in Hessen
Zurück nach Hessen. Hier will die Sportjugend Hessen das Thema weiter voran bringen: „Wir rufen die Vereine in Hessen auf, sich aktiv für Kindeswohl im Sport einzusetzen, um Kinder und Jugendliche bestmöglich vor Gewalterfahrungen im Sport zu schützen“, so Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen und Beauftragte für Prävention und Intervention beim lsb h. Um diese Haltung aktiv zu unterstützen, hat der Vorstand der Sportjugend Hessen seine Förderrichtlinie überarbeitet und knüpft ab 2023 die finanzielle Förderung an das Vorhandensein von Qualitätsstandards. Diese umfassen neben der Benennung und Qualifizierung einer Ansprechperson Kindeswohl im Verein auch die Unterzeichnung eines Verhaltenskodexes und von Verhaltensregeln. Zudem umfassen die Standards auch die Qualifizierung von Trainer/innen und Betreuer/innen, die Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses sowie eine entsprechende Positionierung und Verankerung des Themas im Verein. „Die Umsetzung von Maßnahmen zum Kindeswohl wird ab 2023 auch stufenweise Voraussetzung für eine finanzielle Förderung“, so Hoster. „Bei der Einführung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten stehen wir unseren Vereinen, Sportkreisen und Verbänden in Form von Beratung, Qualifizierung und mit zahlreichen Materialien zur Seite, dies ist uns besonders wichtig.“

Beratung für Betroffene und Vereine
Das Beratungsangebot der Sportjugend Hessen ist breit aufgestellt und umfasst den gesamten Themenbereich Kindeswohl im Sport. Neben (Verdachts-)Fällen von sexualisierter, psychischer und/oder körperlicher Gewalt können sich Betroffene, Eltern, Trainer/innen, Vorstände u. a. auch bei Mobbing, Diskriminierungen, Rassismus, Drogenmissbrauch, schwierigen Vereinskonflikten, Suizid(gefahr) oder anderen Vorfällen, die das Wohl von Kindern und Jugendlichen gefährden, melden. Die Beratungsstelle der Sportjugend arbeitet mit unabhängigen regionalen Fachberatungsstellen zusammen und kooperiert mit dem Kinderschutzbund Landesverband Hessen.

Kontakt: Angelika Ribler, Telefon: 01590/1319098, E-Mail: ARibler@remove-this.sportjugend-hessen.de

Weitere Informationen: www.kindeswohl-im-sport.de


Gelungener Abschluss der BOOM Feriencamps am Edersee

Berufsorientierungs-Projekt endet mit zwei Auszeichnungen

Und es hat BOOM gemacht (Foto: Provadis)

Das Berufsorientierungs-Projekt BOOM (BerufsOrientierung und grüne JObs Mal anders) hat es zwischen 2020 und 2022 zahlreichen Jugendlichen in Hessen und NRW ermöglicht, sich handwerklichen Berufen und dem Thema Nachhaltigkeit theoretisch und praktisch zu nähern. Insgesamt fanden zehn Feriencamps statt, die Hälfte davon mit insgesamt über 150 Teilnehmenden im Sport-, Natur - und Erlebniscamp Edersee der Sportjugend Hessen, die außerdem ein abwechslungsreiches Bewegungs- und Freizeitprogramm erleben konnten. Die sechstägigen Feriencamps haben Provadis, dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) und die Sportjugend Hessen gemeinsam durchgeführt Gefördert wurde das bundesländerübergreifende BBNE Projekt (BBNE = Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Europäischen Sozialfonds.

Berufsorientierung durch Workcamps
Die BOOM-Feriencamps am Edersee richteten sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Teilnehmenden konnten lernen, dass Nachhaltigkeit in jedem Bereich des Alltags – ob Ernährung, Wohnen oder Mobilität – und auch im Berufsleben von großer Bedeutung ist.
So lernten 30 Jugendliche in den Osterferien unter dem Motto „Alltagskonsum und Design“ den nachhaltigen Umgang mit Alltags- und Konsumgütern kennen. In verschiedenen Workshops beschäftigten sie sich mit Wertschöpfungsketten von Produkten und Dienstleistungen in Zeiten von globalen Phänomenen wie Urbanisierung und Digitalisierung. Es ging darum, das eigene Handeln zu reflektieren, Szenarien für die mögliche Berufswahl zu entwickeln und handwerkliche Fähigkeiten auszuprobieren.

Abschlussprojekt „Bauen und Wohnen“
Den würdigen Abschluss des Förderzeitraums bildete das zehnte BOOM-Feriencamp am Edersee in den vergangenen Sommerferien. Mit dem Schwerpunkt „Erkunden und Verwenden der Rohstoffe Holz, Bambus und Lehm“ lernten 42 Jugendliche die Unterschiede zwischen dem Bauen mit Holz und mit (Stahl-) Beton unter Nachhaltigkeitsaspekten kennen. Gemeinsam mit Zimmermann und Bauingenieur Jascha Roosen sowie Baumkletterer Bernat Schneider restaurierten sie das Dach eines Baumhauses. Unter der Anleitung des Bambusexperten Mario Kaaf entstand ein cooles Upcycling-Projekt, eine Outdoor-Strandbar aus Holz, Bambus und alten Bannerplanen. Ein weiteres Highlight war der Lehm-Workshop mit Ralph Krombach von Lehm & Farbe in Waldeck-Alraft. Die Jugendlichen konnten das Formen von Bausteinen aus Recyclinglehm, das Modellieren mit Strohlehm sowie das Verputzen und Mauern mit Lehm, Mörtel und Steinen ausprobieren. Der 15-jährige Milan Charlier aus Marburg war total begeistert: „So viel wie in dieser Woche habe ich in einem ganzen Schuljahr nicht über Nachhaltigkeit gelernt. Es ist super schade, dass es die BOOM Feriencamps zukünftig nicht mehr gibt“.

Ausgezeichnetes BOOM-Projekt
Die BOOM-Feriencamps sind von der EU-Arbeitsgruppe „Vocational Education and Training and the Green Transition“ als „inspirierende Praxis“ ausgewählt worden und von der Deutschen UNESCO-Kommission erhält BOOM im Rahmen des UNESCO-Programms „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen (BNE 2030)“ die „Nationale Auszeichnung - Bildung für nachhaltige Entwicklung 2022/2023“.


Netzwerken in Sachen Vielfalt

Integrations- und Inklusionslots*innen treffen sich in Wetzlar

Vielfalt im Sport, Arbeiten im Sozialraum, kommunale Netzwerke, die Krise in der Ukraine und auf dem Energiesektor – Themen, die in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar das Treffen der Integrations- und Inklusionslots/innen der hessischen Sportkreise mit dem Team des Referats Vielfalt der Sportjugend Hessen bestimmt haben.

Wertvolle Unterstützung vor allem für Kinder
Bei den Angeboten und Kapazitäten für die Geflüchteten aus der Ukraine gibt es in den Sportkreisen regional große Unterschiede, so die Ergebnisse einer kurzen Befragung. Unterschiedliche Strukturen und Ressourcen in den Kreisen träfen demnach auf eine erschwerte Kommunikation mit der Zielgruppe. Hier seien einmal mehr die Sport-Coaches gefragt, die im Rahmen des Landesprogramms „Sport integriert Hessen“ wertvolle Arbeit leisten können.
„Allerdings darf man die Ansprüche, was Integration zu sein hat, nicht auf die ukrainischen Geflüchteten übertragen“, so Behzad Borhani vom Sportkreis Gießen. „Denn viele Personen sind zwar sehr dankbar für Angebote, die Ablenkung und Zeitvertreib bieten, haben aber meistens nicht vor, in Deutschland zu bleiben. Deshalb haben sie auch kein Interesse daran, sich nachhaltig in die Gesellschaft einzubringen.“
Ein Fazit der Anwesenden: Schnelle Unterstützung und unkomplizierte Angebote sind vonnöten, nachhaltige Integration kann (fast) von selbst erfolgen. Zum Beispiel für die ca. 6.000 ukrainischen Kinder unter 13 Jahren in Hessen. Gerade sie benötigen Hilfe, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten – Sport könne dabei eine wertvolle Unterstützung sein .

Integration und Inklusion in Schule und Verein
Des Weiteren war bei dem Treffen die Frage wichtig, was zusammen von den Integrationskoordinator/innen und den Inklusionslots/innen des Projektes „Mit dir inklusiv im Sport“ erarbeitet werden könne. Erfolgversprechend wäre es, so die Anwesenden, die Themen in die Kooperationen von Schule und Verein einfließen zu lassen und mehr offene Bewegungsangebote anzubieten. Außerdem wurde in die konkrete Planung dreier Sportkreise eine gemeinsame interkulturelle ÜL-C-Ausbildung aufgenommen.

 


Sportassistent*innen - kostenfreie Ausbildung in 2023

Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport fördert im Rahmen seiner „Qualifizierungs-Offensive“ die Ausbildung von Sportassistent*innen in den hessischen Sportvereinen. Alle, die sich bis spätestens 31.12.2022 verbindlich zu einer Ausbildung anmelden, müssen keine Teilnahmegebühren bezahlen.  

Teilnehmen können 13- bis 16-jährige Jugendliche, die sich in der Vereinsjugendarbeit bereits aktiv beteiligen oder Lust haben, sich künftig zu engagieren und Kinder- und Jugendgruppen anzuleiten.  

Termine  

SPA 223 Ronneburg, 17.-23.04.2023 (3. Osterferienwoche), Jugendzentrum Ronneburg  

SPA 224 Frankfurt, 05.-07.05.2023 und 02.-04.06.2023, Sportschule Frankfurt   

SPA 225 Eschwege, 12.-14.05.2023 und 16.-18.06.2023, Jugendherberge Eschwege 

SPA 226 Wetzlar, 26.08.-01.09.2023 (6. Sommerferienwoche), Sport- und Bildungsstätte Wetzlar 

SPA 227 Fulda, 06.-08.10.2023 und 03.-05.11.2023, Jugendherberge Fulda 

SPA 228 Wetzlar, 10.-12.11.2023 und 01.-03.12.2023, Sport- und Bildungsstätte Wetzlar  

Weitere Informationen zu den Ausbildungen und zur Anmeldung