Aktuelles aus der Sportjugend


Hochkarätiges Fachforum „Vielfalt bewegt Hessen“ mit intersektionalem Ansatz

Hessisches Ministerium des Innern und für Sport übergibt Fördersumme von 120.000 Euro

(23.05.2022) Die Sportjugend Hessen, insbesondere ihr Referat „Vielfalt im Sport“, fühlt sich in ihrem „hessischen Weg“ bestätigt. Der neue Aufgabenbereich sieht vor, dass Integration und Inklusion zukünftig zusammengedacht und bearbeitet werden. Dazu zählen z. B. das Bundesprogramm Integration durch Sport, das Landesprogramm Sport integriert Hessen, das Projekt Inklusiv mit Dir oder auch Sport für alle Kinder. Anlass genug, um dies in einem hochkarätig besetzten Fachforum „Vielfalt bewegt Hessen“ in der Sportschule des Landessportbundes Hessen (lsb h) in Frankfurt nach außen zu kommunizieren.

Die Teilnahme von Stefan Sauer, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport (HMdIS), bestätigt die Sportjugend Hessen auf ihrem Weg. Dies verdeutlichte er nicht nur in seinem Grußwort, er überbrachte zudem eine Fördersumme von 120.000 Euro für die Fortsetzung des Rahmenplans Integration. Sauer betonte: „Mit `Sport integriert Hessen` haben wir zusammen mit der Sportjugend einen Weg eingeschlagen, der sich durch die einmalige Struktur der speziell geschulten Sport-Coaches auszeichnet. Land und Sportjugend gehen bereits ins siebte gemeinsame Jahr des Landesprogramms. In dieser Zeit wurden viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und das Programm Jahr für Jahr angepasst. Der großen Flexibilität der Sportjugend ist es zu verdanken, dass die zu uns kommenden Kriegsflüchtlinge nun auch von unserem Programm profitieren können. Hierfür sind wir sehr dankbar und freuen uns auf viele weitere Projekte und Impulse mit und durch die Sportjugend Hessen.“

Das Interesse an Vorträgen und Workshops rund um alle Formen der Diskriminierung war groß. Eine wichtige Rolle spielten Themenfelder wie sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität, aber auch Ansätze im Sport, um Kinder aus sozial schwachen Familien zu stärken oder Geflüchtete von Anfang an zu integrieren. Gemeinsam warfen zehn Experten*innen und mehr als 80Teilnehmende bei dem Fachforum einen Blick auf die aktuelle Situation sowie die Herausforderungen für die Zukunft und stießen neue Impulse zu nachhaltigen Prozessen des Zusammenhalts und der Teilhabe am Sport für alle an. Diese intersektionale Perspektive ist für die neue Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Malin Hoster, ein zentraler Ansatz für die Zukunft, vor allem im Breitensport. „Damit kommt zusammen, was unserer Meinung nach zusammengehört. Wir arbeiten sozialraumorientiert und bündeln die für die Sportjugend wichtigen Querschnittsthemen. Ich wünsche mir, dass dieses Vorgehen in anderen Bereichen des Sports und der Politik Nachahmer findet“, führt Hoster weiter aus.

Samira Nakhaeizadeh (Plus Diversity Neu-Ulm) eröffnete die Veranstaltung mit einem interessanten Vortrag unter dem Titel „Entstehung, Wirkung und Möglichkeiten zur Vermeidung von Vorurteilen und Ausgrenzungsphänomenen“. Dabei stellte sie heraus: „Vorurteile können wir nicht abstellen, der Mensch denkt in Schubladen. Aber und das ist das Wichtige: Wir können lernen, besser damit umzugehen. Ruhe bewahren, Strukturen schaffen und Kontakt zu den Gruppen aufnehmen, die uns anders erscheinen, das sind entscheidende Aspekte, die uns dabei helfen.“

In prominent besetzter Runde wurden bei der Podiumsdiskussion die Perspektiven der Vielfalt im Sport diskutiert. Gitta Axmann (Sporthochschule Köln) brachte gleich konkrete Lösungsansätze mit: „Der Verein ist ein Ort der Tradition. Veränderungen tragen zu Unsicherheit bei und so ist Kreativität gefragt. Warum nicht mal Ämter teilen, um Personen zu entlasten, Positionen nach Vielfaltskriterien besetzen oder Aufgaben für kürzere Perioden besetzen?“
Ralf-Rainer Klatt (Präsidium Sportentwicklung, lsb h) erkannte an: „Die Integration von Vielfalt im gesamten Sportsystem fehlt noch. Doch der Prozess braucht Zeit. Eines unserer Ziele muss es sein, als Sportorganisation mit unseren Strukturen nach außen in andere Strukturen zu wirken“.  
Katja Lüke (Referentin für Inklusion im und durch Sport, DOSB) ergänzte die Äußerungen und stellte fest: „Wenn man einmal eine Hürde überwunden hat, dann sind andere Aspekte viel unkomplizierter. Letztendlich geht es darum einen wertschätzendenden Umgang miteinander zu pflegen. Egal mit wem.“
Dieser Aussage stimmte auch Younis Kamil (Türkische Gemeinde Deutschland, Universität Brüssel) zu und forderte mehr sichtbare Vorbilder: „Mehr Menschen mit Migrationsgeschichte müssen sich im organisierten Sport wie auch in der kommunalen Politik engagieren.“

Der Sport steht vor der Herausforderung, sich der Diversität der Gesellschaft noch stärker zu öffnen – so das Fazit der Teilnehmenden des Fachforums. Der große Mehrwert für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens liegt darin, Vielfalt in ihren Strukturen anzuerkennen und zu leben.
 



Neues Angebot - Online-Sprechstunde zu digitalen Themen

(10.05.2022) Im letzten Jahr hat die Sportjugend Hessen über das Projekt digital, demokratisch, dabei Fortbildungen zu verschiedenen digitalen Themen angeboten. Das zusammengestellte Programm orientierte sich an Wünschen, die die Sportkreisjugenden und die Landesfachverbandsjugenden geäußert haben.  

In diesem Jahr wurde die Idee weiterentwickelt. Um noch gezielter auf die Bedürfnisse der Mitgliedsorganisationen eingehen zu können bieten wir einmal im Monat eine Online-Sprechstunde zu digitalen Themen an.  Dabei können Alexa Schaegner (Politik digital e.V.) und Team u. a. Fragen gestellt werden zur Handhabung von digitalen Tools, der Ansprache von jungen Menschen über Online-Medien, Möglichkeiten über digitale Wege die Kommunikation und Beteiligung zu verbessern.  

Die Termine  

Die Online-Sprechstunde findet jeweils von 18:30 Uhr – 19:30 Uhr statt und zwar am Montag, 16. Mai 2022 Dienstag, 16. Juni 2022 Donnerstag 14. Juli 2022 Mittwoch 10. August 2022 Weitere Termine werden rechtzeitig über unsere Sozialen Netzwerke und die Internetseite kommuniziert 

Zum Ablauf  

Im Vorfeld ist eine Anmeldung bei Kathrin Schneider: kschneider@sportjugend-hessen.de erforderlich. So können die einzelnen Anfragen zeitlich eingeteilt, Themen vorbereitet sowie ggf. geclustert und der Meeting-Link zugeschickt werden. 


Interview mit Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen

Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen

(09.05.22) Seit der Vollversammlung Ende März 2022 hat die Sportjugend Hessen eine neue Vorsitzende. Malin Hoster, die 34-jährige Gießenerin, ist seit gut vier Jahren im Vorstand und löst Juliane Kuhlmann ab, die 19 Jahre lang Vorsitzende war. Hoster ist voller Elan, die vorbildliche Vorstandsarbeit ihrer Vorgängerin fortzuführen und neue Impulse zu setzen. Als Sportlerin, die ursprünglich aus dem Turnen kommt, als Teamerin mehrerer Freizeiten und als langjährige Jugendwartin im Lahn-Dill-Kreis kennt sie das aktive Vereinsleben genauso wie die Strukturen des organisierten Sports. Beruflich ist sie in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Beste Voraussetzungen also für eine neue Epoche spannender Vorstandarbeit.

Wie wichtig sind Visionen, wenn man in diesen Zeiten  einen Vorsitz übernimmt?
Visionen sind für die Arbeit im Vorstand der Sportjugend Hessen immer wichtig. Aktuell gibt es einige Punkte, die sich etwas in den Vordergrund drängen. Die Aufarbeitung der Pandemie sowohl im sportlichen als auch im sozialen Kontext hat eine sehr hohe Priorität. Wir als Sportjugend Hessen wollen die Vereine in jeder Hinsicht unterstützen, damit Kindern und Jugendlichen das Sporttreiben wieder möglich ist und sie wieder gerne Teil ihres Vereins sind.

Die Vereine haben in der Pandemie Mitglieder und Ehrenamtler verloren. Der Sport hat in dieser Phase nicht den ihm gebührenden Stellenwert bekommen. Welche Lehren sollte man daraus ziehen?
Die Pandemie hat die komplette Gesellschaft und damit auch den Sport von einem auf den anderen Tag vor bis dahin nicht gekannte Herausforderungen gestellt. Dass hier vieles nicht optimal gelaufen ist, war vor allem am Anfang kaum zu verhindern. Allerdings hätte man schon viel früher gegensteuern müssen, um den Sport im Verein, insbesondere für junge Menschen, früher wieder zu reaktivieren. An vielen Stellen wurde dies vernachlässigt, weil es vermeintlich „wichtigere“ Baustellen, z. B. die Situation an den Schulen gab. Dass der Vereinssport viel mehr ist als nur ein Ort der Bewegung, ist dabei leider zu wenig wahrgenommen worden. Umso wichtiger ist es jetzt, dem Sport seinen Stellenwert zurückzugeben und öffentlich deutlich zu machen, welche wichtige Rolle er für junge Menschen spielt.

Auch das Ehrenamt hat in dieser Phase gelitten. Muss ehrenamtliches Engagement in einem Verein neu gedacht werden? Müssen flexiblere, modernere Formen her?
Bei allen Einschränkungen, die es in den letzten beiden Jahren gab, hat sich an vielen Stellen in den Vereinen gezeigt, dass man im Notfall flexibel agieren muss. Vielen blieb auch nichts anderes übrig, als alternative Wege zu gehen, und dabei hat es sich häufig gezeigt, dass dies sehr spannend sein kann. Darauf aufbauend ist es essenziell, Ehrenamt an einigen Stellen neu zu denken. Die traditionellen Denkweisen von Ehrenamtlichen, die vor Ort aktiv sind und sich für viele Jahre einbringen, funktionieren oft nicht mehr. Vor allem bei jungen Menschen ändert sich die Lebenswelt ständig. Hier müssen mehr Möglichkeiten für ein kurzzeitiges Engagement oder projektbezogene Mitarbeit geschaffen werden. Auch hat sich deutlich gezeigt, wie notwendig und hilfreich eine digitale Vernetzung ist. Unabhängig von der Pandemie ist es sehr wichtig, dass jungen Menschen Raum gegeben wird, sich einzubringen und aktiv mit zu gestalten.

Ihr seid altersmäßig ein recht junger Vorstand, was nimmst Du aus Deiner bisherigen Vorstandsarbeit mit?
Unser Vorstand besteht sowohl aus ganz jungen Menschen als auch aus einigen Personen, die schon mehrere Jahre Vorstandserfahrung mitbringen. Für mich ist diese Kombi ein ganz großes Plus und zeichnet die Sportjugend Hessen auch aus. Wir konnten viele gute Projekte auf den Weg bringen, im Bereich Kindergarten, Integration oder Kindeswohl, nur um einiges zu nennen. In unseren Mitgliedsorganisationen ist es uns immer ein großes Anliegen, den Nachwuchs zu fördern und jungen Menschen Raum für Mitbestimmung zu bieten. Und genauso wollen wir im Vorstand weitermachen.

Deine Vorgängerin Juliane Kuhlmann hat in 19 Jahren als Vorsitzende vieles verändert und modernisiert. Große Fußstapfen also. In welche Richtung möchtest Du den Vorstand lenken? Welche Ziele gibt es, welche Themenfelder sind besonders wichtig?
Juliane hinterlässt große Fußstapfen und war für mich stets Vorbild. Jetzt möchten wir als neuer Vorstand neue Wegmarken kreieren und unsere eigenen Spuren hinterlassen. Viele Themen der letzten Jahre werden uns auch weiter begleiten, aber wir müssen auch die Pandemiefolgen bewältigen. Aktuell drängt sich mehr denn je die Verantwortung in Sachen Nachhaltigkeit auf. Hier wollen wir Vorbild sein und nachhaltige Ansätze und Angebote in allen Themenbereichen der Sportjugend etablieren. Denn wenn nicht jetzt, wann dann?!

Die Digitalisierung hat in der Pandemie mächtig an Fahrt aufgenommen. Was sind die nächsten Schritte?
Die Digitalisierung muss jetzt in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
Wie bereits erwähnt, hat sich in der Pandemie die Notwendigkeit gezeigt, digital zu agieren und sich zu vernetzen. Es ist sehr wichtig, dass sich die Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – sicher online bewegen, dazu gehört auch die Vermittlung von digitaler Medienkompetenz. Der Vorstand hatte 2018 die Digitalisierung zum Schwerpunktthema gemacht, nichtsahnend, dass es 2020 so an Bedeutung gewinnen wird. Und der Arbeitsbedarf ist weiterhin groß. Wir konnten mit dem Verein „politik-digital“ einen starken Partner gewinnen, der uns mit dem Projekt „digital demokratisch dabei” auch weiterhin unterstützt und die Beteiligung junger Menschen einfacher mache möchte.

Wie wichtig ist der Austausch mit Fachverbänden und Sportjugenden?
Der Austausch mit unseren Mitgliedsorganisationen – den Sportkreisjugenden und Verbandsjugenden – ist uns im Vorstand und mir persönlich sehr wichtig. Ich selbst komme aus einem Sportkreis, in dem ich als Jugendwartin aktiv war und weiß, wie wichtig eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit sind. Denn hier agieren junge, engagierte Menschen und das ehrenamtlich. Nicht nur die Vernetzung untereinander hilft enorm, sondern auch die professionelle Begleitung durch die Sportjugend Hessen. Wir können den Verbandsjugenden und Sportkreisjugenden unter die Arme greifen und sie bei ihrer Arbeit vor Ort unterstützen. Wenn wir damit erreichen, dass sie sich noch lieber engagieren und erfolgreiche Arbeit leisten können, ist das viel wert. Wir wollen ein offener Ansprechpartner sein, damit das Ehrenamt Spaß macht und etwas bewirkt. Denn je mehr (junge) Menschen sich zusammentun, umso bessere Ideen entstehen.

Beruflich ist Dein Bereich die Öffentlichkeitsarbeit. Bei der Vollversammlung hast Du Dich über mehr als 2.000 Follower auf dem Instagramkanal der Sportjugend Hessen gefreut!
Infos müssen zielgruppengerecht aufgearbeitet und präsentiert werden, und wir müssen junge Menschen in ihrer medialen Welt abholen. Die Sportjugend hat sich hier in den letzten drei Jahren gut entwickelt und viel Arbeit reingesteckt. Ich denke aber, dass es wichtig ist, eine umfängliche Medienarbeit zu leisten. Wir können uns nicht nur auf bestimmte Medien konzentrieren, dafür ist die Arbeit der Sportjugend Hessen zu vielfältig.

Als Vorsitzende der Sportjugend Hessen bist Du auch Teil des Präsidiums des lsb h. Wie siehst Du hier Deine Aufgabe?
Im Präsidium sehe ich meine Aufgabe ganz deutlich darin, die Sportjugend und die Belange der Kinder und Jugendlichen zu vertreten. Ich werde hier meine Position noch finden müssen, aber ich schreibe mir auf die Fahne, dass ich mich dort immer dafür einsetze, dass junge Menschen nicht zu kurz kommen und in allen Themenbereichen mitgedacht werden.

Was motiviert Dich?
Aus den letzten Jahren Vorstandsarbeit habe ich sehr viel Motivation mitgenommen. Ich habe gesehen, welche Reichweite und Schlagkraft die Sportjugend Hessen in der Sportwelt aber auch in der Gesellschaft hat und was wir erreichen können. Wir haben tolle Projekte auf den Weg gebracht. Mit diesem Wissen und unserer Dynamik möchte ich noch viele weitere Themen platzieren. Alleine ist das natürlich nicht möglich und deshalb setze ich weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit im Vorstand und mit allen hauptamtlichen Mitarbeitenden der Sportjugend Hessen. Ach ja, und da ist da noch mein einjähriger Sohn, der mich mächtig auf Trab hält. Er ist für mich nicht nur täglicher Fitnessfaktor (Krabbeln, Laufen, Schwimmen oder Klettern), sondern vor allem auch Motivator, mich für die Kinder und Jugendlichen in Hessen einzusetzen.

(Das Interview führte Sabine Mischna.t)




Leuchttürme für weitere Vereine, Sportkreise und Verbände

Vorbildliche Modellprojekte Kindeswohl der Sportjugend Hessen als Startschuss für hessenweites Netzwerk

Kindeswohl im Sport
Juliane Kuhlmann (Beauftragte des lsb h für Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt) und Elena Lamby (Ressortleiterin Gesellschaftspolitik bei der dsj)

(08.04.2022) Bei einem ersten Treffen aller an den Modellprojekten beteiligten Partner*innen aus ganz Hessen war die Botschaft deutlich: Kindeswohl sollte möglichst in jedem Verein als wichtiges Thema verankert sein. Rund 40 Vertreter*innen von Vereinen, Sportkreisen, Verbänden und Sportinternaten tauschten sich in Frankfurt über ihre Erfahrungen der letzten drei Jahre aus. Das Treffen wurde zum offiziellen Startschuss für ein hessenweites Netzwerk für Kindeswohl im Sport.

42 Sportorganisationen sind seit 2019 mit Unterstützung der Sportjugend Hessen in den Projekten aktiv und haben viel im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes auf die Beine gestellt und bewegt. Sie alle haben an den vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport geförderten Projekten „Kindeswohl im Sport – schützen/fördern/beteiligen im Sportkreis und Verein“ und „Kindeswohl im Sport - Schutzkonzept im Verband und Internat“ teilgenommen.

Viel Lob und Dank gab es für die Anwesenden für ihre wertvolle Arbeit und wichtige Vorreiterrolle. Juliane Kuhlmann, die als Beauftragte des Landessportbundes Hessen für Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt alle begrüßte, sprach von einem wunderbaren Netzwerk: „Das Engagement zum Thema Kindeswohl ist Vorbild für andere und spricht sich herum. Denn Kinder und Jugendliche brauchen Schutz, aber nicht nur die, sondern wir wollen, dass alle sicher Sporttreiben können und vor Grenzüberschreitung und Gewalt geschützt sind.“

Bei uns gibt es starke Kinder in einem starken Verein
Im Austausch der Ansprechpartner*innen für Kindeswohl wurde deutlich, dass es immer noch schwierig sei, das Thema an der Basis in Gang zu bringen, es sichtbar zu machen und als wichtig zu etablieren, auch in der Vorstandsarbeit und in der Elternschaft. Noch zu oft sei Kindeswohl Tabu-thema. „Wir versuchen klar zu machen, dass es darum geht, jeglicher Form von Gewalt vorzubeugen und Kinder und Jugendliche zu beteiligen und zu fördern. Wir wollen Kindeswohl in die Vereinskultur integrieren und nicht erst aktiv werden, wenn wieder negative Schlagzeilen das Thema in den Fokus rücken“, hieß es aus Reihen der Teilnehmenden. Es gehe darum, Kindeswohl durchaus als positiven Bestandteil der Vereinsarbeit und im Zusammenhang mit Kinderrechten zu denken, nach dem Motto: Bei uns gibt es starke Kinder in einem starken Verein. Junge Menschen seien oft viel offener für das Thema und auch bereit sich an Aktivitäten rund um das Kindeswohl zu beteiligen.

In den Projekten Kindeswohl nehmen von der Sportjugend Hessen geschulte und vernetzte Ansprechpersonen eine wichtige Rolle in ihrer Sportorganisation ein. Darüber hinaus sind sie erste Anlaufstelle bei Verdachtsmomenten oder Vorfällen und stellen den Kontakt auch zu externen Fach-beratungsstellen her, die dann zusätzlich in der Krise unterstützen.

Unterstützungsbedarf beim Kindeswohl bleibt groß
Deutlich wurde bei dem Treffen, dass der Unterstützungsbedarf bei den Mitgliedsorganisationen groß ist. Die Sportjugend Hessen will hier weiter wichtige Stütze sein und zusätzliche Fortbildungen anbieten. Sie stellt Materialien zu Verfügung, veranstaltet Infoabende, stellt qualifizierte Berater*innen zur Seite und gibt Tipps, wenn es um die notwendige Kommunikation mit Eltern, Kindern, und mit Ehrenamtlichen geht. Als neuste methodische Unterstützung hat der Jugendsportverband ein Wimmelbild entwickelt, eine visuelle Entdeckungsreise durch die Welt des Sportlebens. Dazu ist gerade ein Arbeitsheft erschienen, das interessierten Vereinen, Sportkreisen und Verbänden ab sofort zur Verfügung steht und das die Teilnehmenden neben einer Urkunde am Abend entgegennahmen.

Die Projekte gehen mit Förderung des Ministeriums für ein Jahr in die Verlängerung, Weitere Verbände, Sportkreise und Vereine steigen mit ein. Ein gutes Zeichen für die anwesenden Partner*innen. „Denn der Weg ist noch lang“, betonte auch Elena Lamby, Ressortleiterin Gesellschaftspolitik bei der Deutschen Sportjugend und viele Jahre zuständig für das Thema Prävention sexualisierter Gewalt:
„Für die Zukunft brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz mit einer zielgerichteten Unterstützung durch die Politik, der die Strukturen und Förderungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu einem sinnvollen Gesamtkonzept zusammenführt und so weiterentwickelt, dass eine flächen-deckende Präventions- und Beratungsstruktur entsteht.

Dieser Satz fällt in die aktuelle Diskussion um ein Zentrum für Safe Sport auf Bundesebene. Für Juliane Kuhlmann durchaus eine wichtige Ergänzung zu den bisherigen Angeboten: wir finden gut, dass hier Bewegung hineinkommt und Betroffene Wahlmöglichkeiten haben, dies kann aber die wertvolle Beratung vor Ort nicht ersetzen.“


Ideenpool für Sportvereine

Bildungs- und Bewegungsbausteine der Initiative „NäherDran“ gehen in neue Runde

(14.04.2022) Die gemeinsame Initiative von der AOK Hessen und der Sportjugend Hessen „NäherDran“, geht auch 2022 wieder an den Start. Über die Sportjugend Hessen können die Sportvereine Bildungs- und Bewegungsbausteine buchen, die zur Gestaltung der Vereinsarbeit genutzt werden sollen.

Impulse aus den Mitgliedsorganisationen
Das Angebot beinhaltet circa 30 Bildungs- und Bewegungsbausteine, die über das Internet gebucht werden können. Das erste Quartal 2022 wurde genutzt, das vorherige Angebot in den Referaten der Sportjugend Hessen kritisch zu hinterfragen und auf den Nutzen für die Vereine zu prüfen. Auch bei der Vollversammlung der Sportjugend Hessen in Wetzlar standen die Bausteine auf dem Prüfstand und es konnten neue Ideen aus den Mitgliedsorganisationen gesammelt werden.

Punkte für Aktionen rund um Integration, Inklusion und Teilhabe junger Menschen
Alle Bildungs- und Bewegungsbausteine haben einen oder mehrere Schwerpunkte, die die Sportvereine für ihre Angebote im Verein nutzen sollen. Unter den Schlagworten Integration, Inklusion, Teilhabe und Partizipation von jungen Menschen im Sportverein können Aktivitäten ausgesucht werden. Es ist auch möglich, Angebote zum Beispiel aus dem Bildungsangebot der Sportjugend Hessen außerhalb des Vereins in Anspruch zu nehmen.

Die Bildungs- und Bewegungsbausteine besitzen einen Punktewert, der vorab festgelegt ist. Eine Mitgliedsorganisation kann sich eine Auswahl zusammenstellen. Pro Verein, Sportkreis oder Fachverband stehen bis zu zehn Punkte zur Verfügung. Es ist möglich diese Punkte für eine große Aktion einzusetzen oder mehrere kleinere Bausteine zu buchen. Die Sportjugend Hessen nimmt nach der Buchung Kontakt zu den Mitgliedsorganisationen auf und hilft bei der Umsetzung der Bildungs- und Bewegungsbausteine.

Die Neuauflage der Initiative „NäherDran“ fällt in eine Zeit, in der die Sportorganisationen hoffen dürfen, im Frühjahr und Sommer wieder vermehrt Aktivitäten durchführen zu können.

Information und Buchung unter https://www.sportjugend-hessen.de/naeherdran/


Bildungsarbeit vor Ort für junge Menschen

Freiwilligendienste FSJ und BFD im Sport unter der Trägerschaft der Sportjugend Hessen

Zielgruppengerechte Bildung als Auftrag (Foto: Jürgen Lecher)

(13.04.2022) Bis zu 200 junge Frauen und Männer jährlich beginnen in den Einsatzstellen des organisierten Sports in Hessen einen Freiwilligendienst. Die meisten anerkannten Einsatzstellen sind in Sportvereinen, aber auch bei Sportfachverbänden und Sportkreisen. Aufgabe der jungen Freiwilligen zumeist zwischen 16 und 22 Jahren ist es vor allem, Kinder und Jugendliche im sportlichen Kontext zu betreuen.

„Die Freiwilligendienstformate Freiwilliges Soziales Jahr (FWD) und Bundesfreiwilligendienst (BFD) sind Jugendbildungsmaßnahmen quasi mit sofortigem Mehrwert. Denn FSJ und BFD sind Assistenz- und Helferdienste, das heißt, die Freiwilligen haben stets fachliche und pädagogische Anleitung und können das Gelernte direkt anwenden,“ so Rainer Seel, der den Bereich der Freiwilligendienste bei der Sportjugend von Anfang an verantwortet. Diese Betreuer/innen in den Einsatzstellen sorgen also dafür, dass die Freiwilligen zusätzliche Kompetenzen erwerben, die sie direkt in Vereinsarbeit vor Ort rückkoppeln und an Kinder und Jugendliche weitergeben können. „Das ist so gesehen eine authentische, stark praxisbezogene Bildung und das für ein gesamtes Jahr. Keine sonstige Bildungsmaßnahme der Sportjugend Hessen ist so intensiv und direkt an der Basis verankert wie die Freiwilligendienste mit FSJ und BFD“, so Rainer Seel zu der Erfolgsgeschichte, die vor gut 20 Jahren begann.

25 gesetzlich vorgeschriebene Bildungstage mit breitem Spektrum
Die Freiwilligendienste, die in Deutschland gesetzlich verankert sind, haben zudem eine wichtige formale Komponente: Jede und jeder Freiwillige muss innerhalb eines Freiwilligenjahres an mindestens 25 Bildungstagen teilnehmen, so regelt es das Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG). „In Hessen legt man im Sport großen Wert auf eine hochwertige Bildung und Ausbildung der Freiwilligen. Zentraler Bestandteil unseres Bildungskonzepts ist eine komplette Übungsleiter*innen- Ausbildung Breitensport mit dem Profil Kinder und Jugendliche“, erklärt Seel. „So können die jungen Menschen eine Qualifikation mit Lizenz aus dem Freiwilligenjahr heraus und in den Einsatzstellen wirkt sich das sofort positiv auf die weitere Betreuung der Kinder und Jugendlichen in den Einsatzstellen aus. Besser und effektiver kann eine „Bildungsschleife“ kaum sein“, findet Rainer Seel. Die vermittelten Lerninhalte sind Trainingslehre und Anatomie, Methodik der Bewegungsspiele und Sportarten, Planung von Sportübungsstunden, Aufsichtspflicht, soziale Kompetenzen oder Öffentlichkeitsarbeit.

Demokratie lernen
Die Bildungstage bieten aber auch die Chance, politische und gesellschaftliche Themen zu vermitteln, wie z. B. Demokratie lernen und leben, nachhaltige Entwicklung, ökologischer Fußabdruck, Erlebnispädagogik, Kindeswohl, Inklusion und vieles mehr. Der gesetzliche Anspruch an diese Bildungstage ist, ein möglichst breites Bildungsspektrum an fachspezifischen und gesellschaftspolitischen Themen zu vermitteln. Das Curriculum ist dabei flexibel, es gibt dem Träger eigene Gestaltungsspielräume und kann auch auf Aktualität reagieren. So wird es angesichts der weltpolitischen Lage rund um den Angriff auf die Ukraine sicher auch künftig eine Unterrichtseinheit „Krieg und Frieden“ geben. Die Inhalte immer wieder zielgruppengerecht zu konzipieren, ist und bleibt der Bildungsauftrag der Sportjugend Hessen für ihre Freiwilligendienste.

Bewerbungen für den kommenden Durchgang 2022/2023: www.sportjugend-hessen.de/freiwilligendienste


Bundesprogramm wird aufgestockt

„Integration durch Sport“ erhält zusätzliche Mittel für Geflüchtete aus der Ukraine

Begegnung und Bewegung – Integration durch Sport

(11.04.2022) Millionen Menschen aus der Ukraine befinden sich auf der Flucht. Den größten Teil der Geflüchteten machen Frauen, Kinder und Jugendliche aus. Zunächst ist es wichtig für ihre Unterbringung und Versorgung zu sorgen. In Hessen wird die humanitäre Hilfe wird durch die Landesregierung koordiniert.
Ebenso wichtig ist das soziale Ankommen – unsere Willkommenskultur. Für die Kinder und Jugendlichen, die viel Leid, Schrecken und Tod erlebt haben, müssen wir so schnell wie möglich wie möglich Stabilität und Sicherheit zu schaffen.

Hierfür stockt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Träger des Programms „Integration durch Sport“ die Fördersumme für die Soforthilfe für Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet auf.

Hilfe tut not
Diese zusätzlichen Mittel werden durch die Sportjugend Hessen im Referat Vielfalt im Sport verwaltet. Die dort angesiedelten Programme „Integration durch Sport“, „Willkommen im Sport“ und vor allem das Landesprogramm „Sport Integriert Hessen“ mit seinen 300 Sport-Coaches in den Kommunen können hier mit ihrer etablierten Struktur und den Erfahrungen in der Integration geflüchteter Menschen gute Dienste leisten.

Ab sofort können Vereine, Verbände und Kommunen schnell und unbürokratisch für ihre Maßnahmen Förderungen beantragen. Dies können Sprachmittler sein, Begegnungsfeste oder erste Maßnahmen in Gemeinschaftsunterkünften, mit denen niederschwellige Bewegungsangebote ein wenig Ablenkung vom Erlebten bieten.

Information und Kontakt:
Referat Vielfalt im Sport, Tel.: 069/6789-417, E-Mail: ids@remove-this.sportjugend-hessen.de


Integrationsbeauftragte der Bundesregierung zu Besuch beim FC International Korbach

Reem Alabali-Radovan würdigt Aktivitäten im Rahmen des Programms „Willkommen im Sport“

Staatsministerin Reem Alabali-Radovan informiert sich über Integrationsprojekte des FC International Korbach (Foto: Integrationsbeauftragte/Coddou)

(08.04.2022) Der FC International Korbach, ein Verein in einer ländlich geprägten Region im Landkreis Waldeck-Frankenberg in der Nähe von Kassel, hatte zum offenen Boxtraining geladen. Er wollte zeigen, wie Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte zusammen trainieren und dabei Integration im Alltag leben. Staatsministerin Reem Alabali-Radovan sprach vor Ort mit Vertretern des Vereins, den Trainern sowie Boxerinnen und Boxern über ihre Erfahrungen.

Der Besuch der Delegation aus Berlin kam den Aktiven des Vereins, die aus zehn verschiedenen Herkunftsländern stammen, einem Ritterschlag gleich. Für Referent Peter Schreiber, der für die Sportjugend Hessen in Nordhessen für den Bereich Integration im Einsatz ist, war es ein wertschätzender Besuch: „Die Staatssekretärin und die Vereinsmitglieder hatten einen sehr zugewandten Austausch. Man merkte, dass die Beauftragte selbst einen Boxhintergrund hat und dass ihr sehr daran gelegen ist, mit Vorurteilen was den Boxsport angeht aufzuräumen. Alle hier im Verein leben Gemeinschaft, Zusammenhalt und Respekt voreinander – im Training und außerhalb des Rings“, so Schreiber.  

Sport schafft eine gute Willkommenskultur
Der Verein FC International Korbach wird seit 2015 vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) im Rahmen des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Projekts „Willkommen im Sport“ unterstützt.
Ziel ist, geflüchtete Frauen, Männer und Kinder im Sinne einer gelebten Willkommenskultur an Sport- und Bewegungsangebote heranzuführen und dabei Kontakte zur deutschen Aufnahmegesellschaft herzustellen. Ebenso fördert das Projekt das ehrenamtliche Engagement von Geflüchteten.
Für die Beratung vor Ort zeichnet die Sportjugend Hessen verantwortlich, die in den letzten beiden Jahren 32 hessische Vereine mit Angeboten in 14 verschiedenen Sportarten unterstützt hat.


Vollversammlung: Starkes Plädoyer für Engagement im Kinder- und Jugendsport und fürs Ehrenamt

Neuer Vorstand der Sportjugend Hessen in Präsenz gewählt

(Wetzlar, 26.03.2022) Zwei Themen dominierten die Vollversammlung der Sportjugend Hessen: Der Sport in Krisenzeiten von Corona und dem Angriffskrieg auf die Ukraine sowie der Wechsel an der Spitze des Vorstandes nach 19 Jahren. Rund 60 Jugendvertreter aus den hessischen Sportkreisen und Verbänden waren am 26. März 2022 zu der wegen Corona verschobenen Vollversammlung der Sportjugend Hessen in die Sport- und Bildungsstätte Wetzlar gekommen.

Zum letzten Mal begrüßte Juliane Kuhlmann als Vorsitzende der Sportjugend Hessen die Delegierten und die Ehrengäste aus Politik und Sport. Sie erinnerte erneut daran, dass die Pandemie besonders nachhaltig Spuren bei Kindern und Jugendlichen hinterlassen habe, auch weil die Sportvereine geschlossen waren. “Wir brauchen starke Vereine und unsere erste Aufgabe ist es, unsere Sportvereine zu unterstützen.“ Leider müsse durch die militärische Invasion Russlands der organisierte Sport erneut mit Einschränkungen umgehen, da einige Hallen vorrübergehend Flüchtenden als Unterkunft zur Verfügung gestellt werden. Stefan Raid, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend schilderte in seinem Grußwort das Dilemma. Gerade in Zeiten, in denen alle versuchen, Kinder und Jugendliche wieder so oft wie möglich in Bewegung zu bringen, um sie körperlich und mental zu stärken, brauchen die Vereine ihre Sportstätten.

Dank an Juliane Kuhlmann für Engagement, Leidenschaft und strategische Kompetenz

Der scheidende Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller betonte in seinem Grußwort, dass der Sport sich zwar in der Coronazeit als robust erwiesen habe, jedoch seien den Vereinen nicht nur viele Mitglieder verloren gegangen, sondern auch zahlreiche Ehrenamtliche und Übungsleiter*innen. „Um jeden Einzelnen müssen wir kämpfen.“ Der Sportjugend Hessen sprach er für diese Offensive großes Vertrauen aus. Sie sei stets ein wichtiger Ratgeber gewesen und habe ein gutes Gespür für die Themen der Zukunft. Juliane Kuhlmann dankte er herzlich für die gute Zusammenarbeit im Präsidium, sie habe stets in einer menschlich angenehmen Art, aber sachlich konsequent die Jugendinteressen vertreten.

Auch der Hessische Minister des Inneren und für Sport, Peter Beuth lobte in seiner Rede das Engagement der langjährigen Vorsitzenden. In Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zeigte er sich wie alle Redner betroffen, sieht aber das Sportland Hessen angesichts des neuen Zulaufs von Flüchtenden - auch dank der Sportjugend Hessen gut aufgestellt. „Die Sportjugend hat eine Vorreiterrolle in der Integrationsarbeit eingenommen.“ 2016 war auf Initiative von Juliane Kuhlmann das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ angestoßen worden, um die integrative Kraft des Sports und die hohe Bereitschaft der Menschen zu nutzen, sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren. Gemeinsam mit der Landesregierung wurde das Programm kontinuierlich weiterentwickelt und wird seit diesem Jahr unter dem Titel „Sport integriert Hessen“ fortgeführt. Juliane Kuhlmann freute sich mitzuteilen, dass das bewährte Netzwerk und die Arbeit der Sport-Coaches als Ansprechpartner bereits wieder greifen und erste Flüchtlinge unterstützen.

Der Bericht des Vorstandes enthielt weitere Beispiele, wie die Sportjugend Hessen gesellschaftlich Verantwortung übernimmt, auf Veränderungen reagiert und Teilhabe am Sport für alle als wichtigen Auftrag sieht. So wurde die Barrierefreiheit für Jugendreisen weiterentwickelt, erste inklusive Freizeiten sind in Planung. Im Lockdown konnte mit digitaler Ausstattung und Beratung bei den wichtigen Gremien unterstützt und im Bereich Kindeswohl neue Arbeitsmethoden für Vereine entwickelt werden. Mit der neuen Ausbildung von sogenannten Sporthelfer*innen an Schulen, sollen die Engagierten für Vereine von morgen gewonnen werden. Stets geht es der Sportjugend dabei auch um die Stärkung der demokratischen Strukturen des Sports.

Juliane Kuhlmann stellt sich im Juni 2022 zur Wahl als Präsidentin des Landessportbundes und möchte in neuer Funktion ihr Engagement für starke hessische Sportvereine mit qualifizierten Angeboten fortsetzen.

Delegierte waren sich einig

Zur neuen Vorsitzenden des Vorstands wurde einstimmig die 34jährige Malin Hoster aus Gießen gewählt, die seit 2018 im Vorstand ist und lange Jugendwartin im Lahn-Dillkreis war. Einstimmig wiedergewählt wurden Sadia Biladama, Max Kunzmann, Andrea Zemke, Lena Herke und Tim Binstadt. Neu im Vorstand sind die 18-jährige Julia Ess aus dem Sportkreis Bergstraße und der 23-jährige Amadeus Itzenhäuser aus der Region Kassel. Hauke Jürgens wurde nach 14 Jahren Vorstandsarbeit mit großem Applaus verabschiedet.

Die Vollversammlung ist das höchste Gremium von Hessens größtem Jugendverband, der die Interessen von rund 800.000 jungen Menschen in hessischen Sportvereinen vertritt. Alle drei Jahre wird hier ein neuer Vorstand gewählt; dieses Mal wurde die Wahl aufgrund der Pandemie um ein Dreivierteljahr verschoben.

BU: Der neue Vorstand (v.l.) Andrea Zemke, Julia Eß, Amadeus Itzenhäuser, Sadia Biladama, Malin Hoster, Lena Herke, Max Kunzmann (es fehlt Tim Binstadt) Foto: Jürgen Lecher

Neues Wimmelbild zum Kindeswohl im Sport

Sportjugend Hessen bietet spielerischen Einstieg in ernstes Themenfeld

Illustration: Dorothee Wolters

(07.04.2022) Wimmelbilder faszinieren wohl spätestens seit den 1960-er Jahren, als es mit Ali Mitgutsch einen ersten Boom der Wimmelbilderbücher gab. Die große Besonderheit dieser lebendigen Bildgestaltung ist, dass sie für jedes Alter geeignet ist. Die Kleinsten schauen sich die Bilder an und zeigen auf einzelne Szenen ihrer Wahl, ältere Kinder formulieren erste Sätze und später ganze Geschichten. Die visuelle Entdeckungsreise über verschiedene abgebildete Schauplätze und Szenen, bei denen überall gleichzeitig etwas passiert, bietet unendliche Möglichkeiten.

Das neue Wimmelbild der Sportjugend Hessen, das ab sofort den Vereinen, Sportkreisen und Verbänden zur Verfügung steht, macht sich das zu eigen und bietet methodische Ansätze und Übungen, um sich dem Thema Kindeswohl anzunähern.

Wer das Bild betrachtet, entdeckt die unterschiedlichsten Personen, Orte, Szenen und Aktivitäten, die mit Sport zu tun haben. Das Wimmelbild zeigt Hilfestellungen in der Halle, gemeinsames Duschen und Umkleiden, Siegerehrungen und Wettkämpfe, Kinder toben, Jugendliche spielen Volleyball, stolze Eltern applaudieren und engagierte Betreuer*innen kümmern sich um den Nachwuchs.

Und überall Körperkontakt! Der gehört bei vielen Sportarten selbstverständlich dazu und ist oftmals notwendig. Doch da wo körperliche Nähe oder eine enge, vertrauensvolle Beziehung entsteht, kann es auch Gelegenheiten für Grenzüberschreitungen und Gewalt geben. Deshalb ist es wichtig, stets auf die Grenzen von allen und einen respektvollen Umgang miteinander zu achten. Denn Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen sich im Sport wohlfühlen und Vereine sollen für Mädchen und Jungen sichere Orte sein. Auch im Falle von Gewalterfahrungen außerhalb des Sports, durch Gleichaltrige oder in sozialen Netzwerken ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Hilfe finden.

Gesprächsanlässe und Übungen
Das neue Wimmelbild soll die Menschen miteinander ins Gespräch bringen, es soll sensibilisieren und motivieren, den passenden Zugang zum Thema Kindeswohl zu finden. Den „Methodenkoffer“ dazu, bietet die Sportjugend Hessen mit ihrem auf das Wimmelbild abgestimmten Arbeitsheft. Es enthält praktische Übungen, Gesprächsvorschläge und andere methodische Ansätze für unterschiedliche Altersgruppen. Spielerisch und zielgruppengerecht kann eine Auseinandersetzung mit den Themen „Meine Gefühle", „Meine Grenzen", „Unsere Regeln im Verein/Verband“ und „Hilfe holen!" geschaffen werden. Dies hilft zu klären, was nicht geht und was zu tun ist, wenn etwas nicht in Ordnung ist oder war. Es ermöglicht auch genauer zu schauen, welche Orte besonderer Aufmerksamkeit bedürfen und wo grenzverletzende Situationen vermieden werden müssen. Wenn Sportvereine dies mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam tun, können auf sehr partizipative Weise die Regeln des Miteinanders, die für alle gelten sollen, herausgefunden und vereinbart werden. Förderlich ist es im Umgang mit den methodischen Ideen, wenn im Verein oder Verband bereits eine Auseinandersetzung mit der Thematik „Kindeswohl“ stattgefunden hat und Personen dafür sensibilisiert sind.

Die Themen und Szenen für das Wimmelbild wurden gemeinsam mit Engagierten aus dem Projekt „Kindeswohl im Sport - Schützen/Fördern/Beteiligen in Sportkreisen und Vereinen“, welches durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport gefördert wird, erarbeitet. Grafisch umgesetzt hat das Wimmelbildes die Grafikerin und Illustratorin Dorothee Wolters.

Das Gesamtprojekt hat in den letzten drei Jahren die Präventionsarbeit zum Thema Kindeswohl im hessischen Sport qualitativ und quantitativ weiterentwickelt und eine dezentrale Präventionsstruktur aufgebaut. 25 Sportvereine und fünf Sportkreise waren in der ersten Modellphase beteiligt. Der Fokus lag neben dem Aspekt des Schutzes auch auf Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen im Sport. Im zweiten Projekt wurden fünf hessische Sportfachverbände und fünf Sportinternate bei der Weiterentwicklung von Schutzkonzepten unterstützt und begleitet. Wegen des großen Zuspruchs und der Aktualität des Themas, gibt es bis März 2023 eine zusätzliche einjährige Projektphase.

Das Wimmelbild inklusive Arbeitsheft ist ab sofort bei der Sportjugend Hessen erhältlich. Ein Formular zur Bestellung des Arbeitsheftes sowie das Wimmelbild zum kostenlosen Herunterladen (es gibt auch eine Ausmalvariante) und weitere Informationen gibt es auf www.kindeswohl-im-sport.de


Outdoor Escape Room

Bildungsstätte in Wetzlar bietet trendiges Rätselspiel mit sportlicher Note

(22.03.2022) In Wetzlar gibt es einen der ersten und wenigen Outdoor Escape Rooms in Deutschland. Das Team der Sport- und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen hat nicht nur für draußen einen Escape Room entwickelt, sondern auch ein Event, das auf viele Sportarten ausgelegt ist. Und somit erfüllt der Outdoor Escape Room den Bildungsauftrag außerhalb von Schule.

Der Ursprung von Escape Rooms liegt in der digitalen Welt und wurde 2007 in Japan als live Escape Room, aufgrund mangelnder Freizeitaktivitäten für Erwachsene, in Form eines Puzzlespiels entwickelt. Vier Jahre später gelangte der Trend nach Europa und der erste Raum wurde in Budapest eröffnet. Escape Room, Exit Game oder Breakout Edu sind Räume, in denen Spielteilnehmer*innen gemeinsam als Gruppe von ca. sechs bis acht Personen verschiedene Rätsel in einer bestimmten Zeit knacken, um ein zu Beginn des Spiels definiertes Ziel zu erreichen. Bei Escape Rooms gibt es ein übergreifendes Thema wie z. B. Flucht aus einem Gefängnis oder einen Überfall. Alle Rätsel, Aufgaben und Requisiten, die ein Escape Room hat, sollten mit der Erzählung verbunden sein. Der zunehmende Hype um Escape Rooms hat dazu geführt, dass mittlerweile zwischen 50.000 und 60.000 Escape Rooms in der Welt zu finden sind und sich die ursprüngliche Idee in viele Richtungen verselbstständigt hat. Gibt man in einer Suchmaschine den Begriff „Outdoor Escape Room“ ein, dann werden unzählige Stadtrallys in Form eines Escape Rooms aufgelistet.

Rätsel, Sport und ein Hauch von Abenteuer
Der Outdoor Escape Room in Wetzlar hat einen ganz anderen Fokus. Bei der Planung des Projekts in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar war es dem Team wichtig, den Sport in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei ging es um die Frage: „Wie kann ein Outdoor Erlebnis entstehen, das die Synergien zwischen Erzählungen, Rätseln und Ort nutzt?“ Hier bot es sich sofort an, das Außengelände mit dem kleinen Stadion vor der Tür, die Laufbahn, aber auch die Umgebung mit Fußballplatz, Bogenschießanlage und den Wald zu nutzen.

So eignet sich das kleine Stadion mit Tribüne optimal als Einstieg in das Event. Nach Einweisung und Einstieg in eine Geschichte, folgt ein Rätsel, welches die Gruppe in drei Sporträume unterteilt. Jeder Raum hat eine andere Schwerpunktsportart und somit andere knifflige Rätsel zu lösen, welche sich auf die jeweilige Sportart beziehen. Verschiedene Utensilien, die jede Gruppe in einer Sporttasche findet, gilt es richtig zu deuten. Das können Sporttrikots, Wäscheklammern, Laufschuhe oder Schwimmflossen sein, aber auch ein Schachbrett, Dartpfeile oder Trainingspläne. Am Ende müssen die unterschiedlichen „Sporträume“ wieder zusammengeführt werden, denn nur so kann am Ende das gesamte Rätsel gelöst werden.

Kreativität, Konzentration und Teamgeist
Escape Games fördern wichtige Fähigkeiten und Eigenschaften aller Mitspielenden, sie schulen Kreativität, Konzentration und logisches Denken, und weil es in der Gruppe nicht ohne Teamgeist und gemeinsame Entscheidungen geht, werden zudem soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit „trainiert“. Alle können ihre Stärken mit einbringen.

Seit dem vergangenen Sommer konnten die Escape Rooms erfolgreich mit unterschiedlichen Gruppen wie z. B. der Jugendmannschaft der Schwimmabteilung des TV Wetzlar 1847 oder im Rahmen der Seminare von Freiwilligendienstlern erprobt werden. Deshalb kann das Outdoor-Event nun auch von Schulklassen, Vereinen oder bei anderen Veranstaltungen gebucht werden. Bereits zehn Buchungen für diese Saison, von Mai bis zu den Sommerferien, zeigen, dass der Outdoor-Escape-Room den Zeitgeist trifft. Doch damit nicht genug, das Team der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar überlegt bereits, künftig für jüngere Kinder einen Inklusions- Escape Room zu entwickeln.


WeltenZelten Kellerwald

Korbacher Schulklasse als Namensgeber für Zeltplatz am Camp Edersee

Verleihung der Siegerurkunde in Korbach: Carola Frese und Schüler*innen der 8. Klasse der „Schule am Enser Tor“ (Foto: Holger Gertel)

(20.03.2022) Seit dem Frühjahr 2021 betreibt die Sportjugend Hessen über das Sport-, Natur- und Erlebniscamp Edersee den Kinder- und Jugendzeltplatz bei Herzhausen. Schnell war dem Sportjugendteam klar, dass der Zeltplatz einen griffigen und aussagekräftigen Namen benötigt, der den Kindern und Jugendlichen gefällt und gleichzeitig die Werte der Sportjugend Hessen widerspiegelt. Die regionalen Begebenheiten und die besondere Lage des Zeltplatzes im Nationalpark Kellerwald-Edersee sollten ebenso berücksichtigt werden. Hier lag es nahe, Gruppen junger Menschen an der Namensfindung zu beteiligen, die bereits Gäste des neuen Zeltplatzes waren.

Internationalität und unterschiedliche Lebenswelten bei Herzhausen
Die achte Klasse der „Schule am Enser Tor“ mit ihrer Klassenlehrerin Carola Frese aus Korbach hat gleich mehrere ansprechende Namensvorschläge eingereicht und mit „WeltenZelten“ die Aktion einstimmig gewonnen. „WeltenZelten“ steht für gesellschaftliche Offenheit, Internationalität und unterschiedliche Lebenswelten, die an einem Ort zusammenkommen.
Als Gewinn kann sich die Klasse aus dem großen Angebot des Camps Edersee einen Programmbaustein ihrer Wahl aussuchen.



Frieden mit der Ukraine als oberstes Gebot

Von harten Entscheidungen in Zeiten des Krieges

Die Sportjugend Hessen hat schweren Herzens die bevorstehenden internationalen Begegnungen mit russischen Partnern und Jugendlichen abgesagt. Auf der Vorstandssitzung der Sportjugend am 7. März 2022 fiel einstimmig die Entscheidung, die Einladung an die russischen Teams auszusetzen.

Drei Teams aus Russland hatten sich für die Neuauflage des Online-Sportevents „Quaralympics“ Anfang April qualifiziert. Außerdem waren zwei Delegationen russischer Träger zur internationalen Konferenz des Netzwerkes „Europa der Nationen im Sport“ eingeladen. Dabei sollte u.a. das für Juli geplante EU-Projekt „H.O.P. Camp - Hands on Participation and Human Rights“ geplant werden, das unter der Beteiligung russischer Jugendlicher stattfinden sollte. Anfang März hatten die russischen Führungskräfte bereits ihre Visa beantragt und freuten sich auf ein Wiedersehen.
Tim Döring der zuständige Referent bedauert die aktuelle Entwicklung: „Das hat uns große Bauchschmerzen bereitet, und es bleibt das unschöne Gefühl, die Falschen zu treffen. Entscheiden musste letztendlich das „Realistenherz“ und die Vernunft. Am Ende geht es nicht nur darum, mein Team vor schwierigen Situationen zu schützen, sondern auch die langjährigen Freunde und Freundinnen in Russland, deren Sicherheit durch unseren Kontakt gefährdet sein könnte.“

Angriffskrieg Russlands nimmt Basis für Zusammenarbeit
Die scheidende Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Juliane Kuhlmann, wurde in ihrer letzten Vorstandssitzung sehr deutlich: „Wir hoffen, dass bald wieder Frieden sein wird und wir danach noch stärker an unserem Thema Völkerverständigung arbeiten können, denn wir haben uns stets dafür eingesetzt, dass die Menschen aufeinander zugehen. Und das mit Spaß und Zwischenmenschlichkeit.“ Aber der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine habe jegliche Basis für eine Zusammenarbeit entzogen. „Solange auf Menschen geschossen wird und Menschen sterben, ist nicht die Zeit für eine Begegnung mit den russischen Partnern. Das tut uns sehr leid und wir sind sehr traurig.“ Alle Vorstandsmitglieder hoffen, dass die Sportjugend Hessen möglichst bald wieder an die über Jahre aufgebauten Beziehungen mit Russland anknüpfen kann. Klarheit besteht gemeinsam mit den Hauptberuflichen der Sportjugend Hessen darüber, dass die Geschlossenheit aller gesellschaftlichen Gruppen des Westens aktuell die einzige Macht ist, die wir als Zivilgesellschaft haben. Als kleine Gruppe hier auszuscheren, wäre das falsche Zeichen, so der Tenor.

Schnelle Belebung der Netzwerke zur Flüchtlingshilfe
Doch bei aller Ohnmacht über die Geschehnisse in der Ukraine, werden bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in der aktuellen Situation zu helfen. So kann die Sportjugend Hessen auf ihr langjähriges Engagement und die bewährte Zusammenarbeit ihrer Netzwerkpartner im Bereich der Integration zurückgreifen, die unter anderem mit der großen Flüchtlingskrise 2015 entstanden sind. Hierbei spielen insbesondere die hessischen Stützpunktvereine des Programms „Integration durch Sport“ und die Sport-Coaches eine wichtige Rolle, als Ansprechpartner und Anlaufstellen vor Ort. Viele Vereine, Sport-Coaches und Kommunen helfen bereits. Sie beteiligen sich an Sammelaktionen oder organisieren eigene Aktionen, wie den Transport von Hilfsgütern in die Krisenregion oder die Abholung von flüchtenden Menschen aus Polen und der Ukraine. Hierbei wurden auch die guten Kontakte der Städtepartnerschaften genutzt. Bei all dem Engagement ist es wichtig, die Hilfe sinnvoll zu koordinieren und gezielt einzusetzen, wie zum Beispiel im Kreis Fulda-Hünfeld. Hier hat der Integrationskoordinator des Sportkreises die Sport-Coaches aus der Region zu einer Sitzung Mitte März eingeladen. Dabei wurden über das Integrationsbüro des Landkreises Fulda direkt die notwendigen Informationen an die Sport-Coaches weitergegeben, denn der Landkreis rechnet mit mehr flüchtenden Menschen als 2015.
Die Stützpunktvereine versuchen von vorne herein, sich genau auf die hohe Zahl von Gelüchtendeten einzustellen, vor allem auf Frauen und Kinder. So plant z. B. die TG Hanau geflüchteten Frauen die Teilnahme an bestehenden Frauensportangeboten zu ermöglichen, sich parallel aber auch um eine Kinderbetreuung zu kümmern. Außerdem wollen die Sport-Coaches und Vereine direkt auf die Neuankömmlinge zugehen und niederschwellige Bewegungs- und Spielangebote in den Not-, Erstaufnahme- und Gemeinschaftsunterkünften anbieten.

Auch bei der Jugendvollversammlung in der Bildungsstätte der Sportjugend Hessen in Wetzlar ist das Kriegsgeschehen Thema. Einer der Workshops wurde aktualisiert und trägt den Titel: „Umgang mit Krisen – erst Corona und jetzt Krieg in der Ukraine.“ Er ist ein Angebot sich auszutauschen darüber, wie wir als Menschen die Ereignisse erleben, wie sie sich im Verein, Verband oder Sportkreis wiederspiegeln und wie wir damit umgehen können.
Derweil das Team der Bildungsstätte rein praktisch auf die Geschehnisse reagiert hat. Gerade
bringen die Mitarbeiter die ehemalige Hausmeisterwohnung mit Bad und Küche wieder auf Vordermann, so dass hier Flüchtlinge aus der Ukraine unterkommen können.


Sportjugend Hessen als Ausbildungsstätte

Einblicke in den Beruf Kauffrau für Büromanagement

(23.03.2022) Zum zweiten Mal bietet die Sportjugend Hessen in ihrer Sport- und Bildungsstätte Wetzlar einen Ausbildungsplatz an. Luna Langkamm aus der Nähe von Bad Vilbel lernt seit 2019 Kauffrau für Büromanagement und steht kurz vor dem Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung.
 
Luna kam zur Sportjugend Hessen über einen Bundesfreiwilligendienst, den sie nach ihrem Fachabitur 2018 bei der Sportjugend Region Kassel absolviert hat. Für diese Zeit war sie eigens in eine Wohngemeinschaft nach Kassel gezogen.
Da sie während ihres BFD gehört hatte, dass die Sport- und Bildungsstätte eine Auszubildende sucht, schickte sie ihre Bewerbungsunterlagen nach Wetzlar. Diese Entscheidung fiel ihr leicht, denn in ihrem Freiwilligendienst hatte Luna durchweg positive Erfahrungen sammeln können, und es war ohnehin ihr Wunsch, eine Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich zu machen. Luna wurde ausgewählt und konnte im September 2019 Ihre Ausbildung beginnen.
 
Seitdem ist die heute 22-Jährige ein fester Bestandteil des Bildungsstätten-Teams. Hauptsächlich ist sie im Belegungsmanagement des Hauses tätig. Dort koordiniert sie gemeinsam mit ihren Kolleg*innen die Buchungen der Gäste. Zum Tagesgeschäft gehören neben der Beratung am Telefon oder per E-Mail auch das Erstellen von Buchungsbestätigungen, Rechnungen und Angeboten. Besonders mag sie den direkten Kontakt zu den Gästen und sich um deren Wünsche und Anliegen zu kümmern.
 
Weil aufgrund der strengen Coronaauflagen phasenweise keine oder nur wenige Gäste in der Bildungsstätte waren, konnte Luna ihre kreative Ader ausleben. Denn das Team hatte beschlossen, die Zwangspause zu nutzen, um die Flure und Tagungsräume neu zu gestalten. Egal ob bei dekorativen Handwerksarbeiten oder Wandmalereien, Luna konnte überall ihre Ideen mit einbringen. Auch das Einholen und Vergleichen von mehreren Angeboten für die neue digitale Ausstattung gehörten zu ihren Aufgaben.

Aktuell betreut und koordiniert Luna die Anmeldungen zum Kindersommer 2022, einem Ferienprogramm, dass an vier Wochen in den hessischen Sommerferien in Wetzlar stattfinden wird.

Ihr Ausbildungsplan sieht auch Stationen in der Geschäftsstelle Frankfurt etwa in der Finanzbuchhaltung und in der Öffentlichkeitsarbeit der Sportjugend Hessen vor.

Neben der praktischen Arbeit, hat Luna an zwei Tagen die Woche Berufsschule. Dort werden ihr Kenntnisse in Personalwesen, Marketing oder Datenschutz vermittelt. Sie hat aber auch Business Englisch und lernt, wie man Anfragen, Angebote und Bestellungen auf Englisch formuliert.
 
Luna kann ihre Ausbildung nur empfehlen. Sie findet es spannend, die vielseitigen Arbeitsbereiche rund um eine Bildungsstätte, in der viele unterschiedlichen Gruppen ein und aus gehen, kennen zu lernen. Auch schätzt sie es, Teil eines jungen und engagierten Teams zu sein. Auch mit den Werten der Sportjugend Hessen kann sie sich gut identifizieren.

Zum 1. September 2022 wird erneut eine Ausbildungsstelle besetzt; Bewerbungen werden noch bis zum 31. März 2022 entgegengenommen.



Jugendorganisationen stehen an der Seite der Ukraine

Das russische Regime muss den Angriffskrieg sofort stoppen!

Jugendorganisationen verurteilen die kriegerische Invasion Russlands und fordern, den Angriffskrieg sofort zu stoppen!

Der Vorstand der Sportjugend Hessen ruft zu Geschlossenheit und Solidarität auf und schließt sich dem Positionspapier der deutschen Jugendorganisationen an.

Kinder und Jugendliche dürfen in der Ukrainekrise nicht alleine gelassen werden!
Auch unterstützt der Vorstand die Forderung des Hessischen Jugendrings (hjr) nach Solidarität.
Besonders die vom Krieg betroffenen Kinder und Jugendlichen gilt es zu schützen und uneingeschränkt zu unterstützen.


Kein neuer Jahrgang ohne Sprecher*innen

Freiwilligendienst der Sportjugend Hessen spricht mit bewährter Stimme

(21.02.2022) Im laufenden Jahrgang mit 198 Freiwilligendienstleistenden sind sieben junge Frauen und 12 junge Männer als Sprecher*innen gewählt worden. Erfreulich war für das Ausbilderteam, dass mehr Freiwillige als erforderlich bereit waren, sich über ihre Aufgaben hinaus in den Einsatzstellen zu engagieren. „Wir erleben durch das Sprecher/innen-System immer wieder, wie gerne sich junge Freiwillige für den Sport und ihren Freiwilligendienst einsetzen,“ so Karsten Hees, Ausbilder der Freiwilligen bei der Sportjugend Hessen.
Gewählt wird in den Einführungswochen, mindestens zwei Sprecher*innen pro Seminargruppe. Diesmal konnten sich aufgrund der Pandemie die acht Seminargruppen erneut nur teilweise in Präsenz treffen, ansonsten kamen sie auf digitalem Weg zusammen. Zum Aufgabenbereich der Sprecher*innen gehört es unter anderem, die Interessen der Gruppe gegenüber den anderen Freiwilligen-Kursen auf Landesebene zu bündeln und zu vertreten. So geht es zum Beispiel um die Auswahl der Kurs-T-Shirts oder die Mitbestimmung bei möglichen Themen für das Abschlussseminar im Sommer.

Einblicke in die Verbandsarbeit
Die Funktion als Sprecher*in gibt den jungen Leuten die Möglichkeit, viele Bereiche der Sportjugend Hessen kennenzulernen, z. B. das Juniorteam und die Freizeiten. Sie bekommen aber auch Einblicke in Verbandsarbeit und in die Organisation von Bildungsseminaren. So können sie sport- und jugendpolitische Kompetenzen erlangen und auf Landesebene in Projekten mitarbeiten.
Das erste Treffen des neuen Sprecher*innenteams konnte unter Beachtung der geltenden Coronaregeln Anfang November 2021 in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar stattfinden. Das ermöglichte ein Kennenlernen und einen ersten Ideen-Austausch in Präsenz.

Seitdem haben die Sprecher*innen an einigen Projekten gearbeitet, zunächst überwiegend digital. Dabei ging es um die Teilnahme an dem jährlichen Aktionstag der Kampagne „Freie Fahrt für Freiwillige", welche seit Jahren die kostenlose Nutzung des ÖPNV für Freiwillige in ganz Deutschland fordert oder auch um die Vorbereitung eines Adventskalenders für die Instagram Seite des Freiwilligendienstes der Sportjugend (@fwd.sportjugendhessen). Dieser beinhaltete neue Fakten rund um das Thema Sport, Fitnessrezepte zum auszuprobieren oder verschiedene Gewinnspiele mit Preisen.


Sport+X und Integration

Willkommen im Sport: Geflüchteten den Zugang zum Sport erleichtern

(17.02.2022) Ob in Gießen, Lorsch oder Felsberg, ob im Odenwald, Rhein-Main-Gebiet und oder in Nordhessen – in vielen hessischen Regionen sind Sportvereine zu finden, die durch das Bundesprojekt „Willkommen im Sport“ finanziell gefördert werden. Im vergangenen Jahr waren es in Hessen 17 Vereine, die dem zu einer gelebten Willkommenskultur beigetragen haben. Diese haben zahlreiche Maßnahmen realisiert und Sport- und Bewegungsangebote offeriert, die sich ansprechend, offen und niederschwellig an den Zielgruppen orientierten und das Zusammenleben vor Ort verbessern konnten. Chancengleichheit durch Bildung, Hilfe zur Selbsthilfe, Förderung des ehrenamtlichen Engagements und Interkulturelle Öffnung – das Projekt, das vom Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration ausgeschrieben wird, hat sich diesen Schwerpunkten verschrieben, die mit Hilfe der Netzwerke des Sports verfolgt und umgesetzt werden.

Mit ihrer vielfältigen Arbeit unterstützen die Vereine nicht nur die Integration von Geflüchteten. Sie tragen auch dazu bei, deren ehrenamtliches Engagement auszuweiten, und schaffen gesellschaftliche wie politische Teilhabemöglichkeiten. So bietet der GSV Hellas Gießen e.V. nicht nur offene Fußballangebote für geflüchtete Männer an, er unterstützt sie darüber hinaus bei der Arbeitssuche und Behördengängen. Als hilfreich hat sich dabei das System des Vereinstandems erwiesen, bei dem auch bei Hellas Gießen eine Person mit Fluchthintergrund den Vereinsmitarbeiter unterstützt und leicht Kontakt zur Zielgruppe herstellen kann. Im Rahmen des Projektes „Willkommen im Sport“ wurden die Vereinstandems von den hauptamtlichen Mitarbeiter/innen des Referates Vielfalt der Sportjugend Hessen beraten und begleitet. Dass Hellas im Coronajahr neue Mitglieder im Verein begrüßen konnte, ist nicht zuletzt dem rührigen Vereinstandem zu verdanken.

Sport+X
Sport im Verein ist nicht nur Training. Es bedeutet, sich sportlich zu begegnen, Gemeinschaft zu erleben und integrative Hilfestellung zu erfahren.
Dass die Vereine Zugewanderte bei der Erstintegration in den Sport, durch den Sport und weit darüber hinaus unterstützen, freut Frank Eser, Leiter der Referats Vielfalt und Projektverantwortlicher bei der Sportjugend Hessen: „Ein weiterer positiver Effekt ist die interkulturelle Öffnung der Vereine und ihrer Engagierten. „Willkommen im Sport“ trägt langfristig dazu bei, dass der organisierte Sport und seine Vereine als gesellschaftlich relevante Akteure der Integrationsarbeit vor Ort anerkannt und etabliert werden.“

Die Turn- und Sportgemeinschaft Sängerkranz Steinbach e.V. konnte über das Projekt neben ihrem regulären Sportangebot Nachhilfekurse und Sprachangebote für Geflüchtete anbieten. Außerdem hat der Verein einen Teil seiner Räumlichkeiten als Notunterkünfte für kurzfristig zugewiesene Geflüchtete zur Verfügung gestellt, die vorübergehend untergebracht werden müssen.

Beim Turnverein 1883 Bischofsheim e.V. wurden Bewegungsangebote für Kinder mit Spracherwerb für die Erwachsenen kombiniert. Während die Kleinen in der Halle turnten, konnten ihre Mütter (mit Fluchthintergrund) das Angebot „Sport & Sprache“ wahrnehmen, d. h. einen Sprachkurs im Vereinsheim besuchen. Sogar in Zeiten der Hallenschließungen konnte der Kontakt online aufrechterhalten werden.

Drei Beispiele, die hier für unzählige Angebote und immerwährendes Engagement der hessischen Sportvereine stehen. Sie alle tragen zu einer herzlichen Willkommenskultur bei und wissen um die Möglichkeiten, Integration über den Sport hinaus in die Gesellschaft zu fördern.



Aus "Sport und Flüchtlinge" wird "Sport integriert Hessen"

(15.02.2022) In diesem Jahr geht das bewährte Landesprogramm – bereits in das siebte Jahr. Aus „Sport und Flüchtlinge“ wird zukünftig das neue Landesprogramm „Sport integriert Hessen“. Das erweiterte Programm wird neben Geflüchteten auch für Menschen mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligte Personen geöffnet, um Integration und soziale Teilhabe über den Sport zu unterstützen und zu fördern.

Viele integrative Maßnahmen und Projekte haben in den letzten Jahren vor Ort Menschen durch Sport zusammengebracht, neue Netzwerke und Strukturen sind entstanden. In einer vertrauensvollen Zusammenarbeit von Ministerium und Sportjugend wurde das Förderprogramm bereits in der Vergangenheit stets an neue Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt. Beispielhaft sind hier die Sport-Coach-Tandems und die Ausbildungstandems zu nennen, die auch weiterhin zentrales Erfolgselement bleiben und vor Ort unentbehrliches Bindeglied zwischen der Zielgruppe und den Sportvereinen sind.

Eine Herzensangelegenheit auch für Sportminister Peter Beuth: „Sport hält nicht nur fit, er bringt vor allem Menschen zusammen und ist zugleich ein wichtiger Zugang zum sozialen und gesellschaftlichen Leben. Wir wollen unser Erfolgsprogramm ‚Sport und Flüchtlinge‘ jetzt für noch mehr Menschen in unserem Land öffnen. Bisher haben jährlich rund 300 Sport-Coaches in ganz Hessen als zentrale Türöffner und kompetente Ansprechpartner geflüchteten Menschen den Weg in Sportvereine geebnet. Die Erweiterung des Programms für Menschen mit Migrationshintergrund und sozialen Benachteiligungen soll dabei helfen, noch mehr Hessinnen und Hessen für unsere attraktive und integrative Vereinswelt zu begeistern. Gerade Kinder und Jugendliche haben besonders unter der Pandemie gelitten. Das Programm soll deshalb gerade für junge Menschen einen Startschuss für mehr Bewegung, Spiel und Spaß in unserem Land markieren.“

Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, ist hocherfreut über die Neuausrichtung des Programms. „Mit dem neuen Landesprogramm geht Hessen wieder einmal innovative und zeitgemäße Wege. Dieser Schritt öffnet das Programm nun für unterschiedlichste, gesellschaftlich benachteiligte Menschen. Davon profitieren vor allem Kinder und Jugendliche, die dem Sport oft aus finanziellen Gründen fernbleiben. Jetzt können wir die integrative Kraft des Sports noch breiter und somit besser nutzen. Denn Teilhabe sollte nicht am Geld scheitern.“

Für alle Aktivitäten stellt die Hessische Landesregierung 2,4 Millionen Euro zur Verfügung, die lokal für integrative und soziale Sportangebote genutzt werden können. Antragsberechtigt sind alle hessischen Städte und Gemeinden, die Anträge laufen über das HMdIS, die Qualifizierung und Betreuung der Sport-Coaches sowie die inhaltliche Beratung der Kommunen liegen weiterhin bei der Sportjugend Hessen.

Weitere Informationen:
https://innen.hessen.de/Sport/Integration-und-Gewaltpraevention/Sport-integriert-Hessen
sowie
https://www.sportjugend-hessen.de/integration/sport-integriert-hessen/das-programmsport-
integriert-hessen/

 


Sport und Berufsorientierung. Passt das zusammen? Sehr gut!

(21.01.2022) Das haben die Sportjugend Hessen und Provadis in gemeinsamen Projekten der Mint Girls Camps (2011 - 2021) sowie der Boom-Feriencamps (seit 2019) gezeigt.

Eine Woche lang konnten Mädchen vormittags MINT oder technische Berufe des Handwerks erkunden, indem sie in die Themenfelder durch praktisches Handeln eintauchten und interdisziplinäre Projekte aus IT, Metall, Elektro, Holzverarbeitung und vielem mehr kennenlerntent. Das Ganze wurde ergänzt um Sportaktivitäten an den Nachmittagen, die im Team erlebt wurden, um Teambuilding, das im Berufsleben wichtig ist, und Persönlichkeitsbildung als Teil der Berufs- und Studienorientierung.

Beim Treffen am 21. Januar 2022 in Frankfurt blickten die Verantwortlichen zurück auf zehn erfolgreiche Jahre der Girls Camps und freuen sich auf weitere gemeinsame Ansatzpunkte zwischen Sportjugend Hessen und Provadis; beispielsweise in den diesjährigen BOOM Camps .

Ein großer Dank geht an die Beteiligten der beiden Projekte und allen Teilnehmenden viel Erfolg bei der Berufswahl!


Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis 2022 Hessen

Würdigung von vorbildlichem sportlichem Engagement seit zwanzig Jahren

Der Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis ist seit genau zwanzig Jahren eine feste Institution in der hessischen Sportlandschaft. Er ist ein wichtiger Baustein im Konzept „Mehr Bewegung in die Schule“ und verstärkt die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen.
 
2003 in Grünberg erhielten erstmals fast fünfzig hessische Schüler/innen bei einem Festakt die Pierre-de-Coubertin Medaille aus den Händen der damaligen Hessischen Kultusministerin Karin Wolff und der lsb h-Vize-Präsidentin Svea Rojahn. Die Jugendlichen waren sehr stolz wie noch unzählige Ausgezeichnete in den Folgejahren.

Damals ahnte noch niemand, dass eine Pandemie die Menschen so in Atem hält und dass besonders junge Menschen unter zahlreichen Einschränkungen bei Sport und Bewegung in Schule und Verein leiden müssen. Umso bedeutsamer ist dieser Preis in schwierigen Zeiten auch für die hessische Schulsportkultur. So gilt es den Blick auf Sportlehrer/innen und engagierte Schüler/innen zu lenken, die Vorbild sind und mit ihren Aktivitäten für die Wichtigkeit von Sport und Bewegung an ihrer Schule eintreten.

Der zuständige Referatsleiter bei der Sportjugend Hessen, Stephan Schulz-Algie, hofft, dass die Zahl von fünfzig Preisträger/innen gerade in diesem Jahr wieder erreicht werden kann. „Das wäre eine wichtige Botschaft. Denn gerade in Pandemiezeiten ist eine persönliche Anerkennung für besonderes Engagement hier mehr als ein großes Lob. Das motiviert, ist beispielhaft für andere und unterstreicht die so wichtige Bedeutung von Sport im Schulleben.“

Seit 2003 verleihen Landessportbund Hessen und Sportjugend Hessen in Abstimmung mit dem Kultusministerium die Coubertin-Medaille an die Abschlußjahrgänge von Real-, Haupt-, Förder- und Gesamtschulen. Damit soll in allen Schulformen die Bedeutung von Sport und Bewegung in der Schule gefördert werden. Geehrt wird pro Schule ein Schüler oder eine Schülerin, die/der sich auf dem Gebiet des Schulsports hervorgetan hat. Dazu gehören nicht nur überdurchschnittliche sportliche Leistungen, sondern ebenso soziales Engagement und vorbildliches Verhalten. Auch müssen die Schüler/innen sich in einem Sportverein engagieren.

Bewerbungen für Abschlussjahrgänge bis zum 30. April 2022
Gesamtschulen mit Abschlussjahrgängen in der Sekundarstufe 1 und 2 können je eine/n geeignete/n Preisträger/in (pro Abschlussform) vorschlagen. Voraussetzung ist, dass die Schüler/in die Schule in diesem Jahr abschließt. Damit sollen insbesondere Schüler/innen mit Real- und Hauptschulabschlüssen eine größere Chance gegenüber Abiturient/innen bekommen.  
Dieser hessische Schulsportpreis ist nach dem französischen Sportpädagogen und Gründer der Olympischen Bewegung der Neuzeit, Pierre de Coubertin (1863 – 1937) benannt. Mit der Namensgebung der Auszeichnung sollen die mit der olympischen Idee verbundenen sportpädagogischen Werte wie ganzheitliche Bildung, Fair Play, persönli¬che Vervollkommnung über die sportliche Leistung, soziales Verhalten für den Schulsport herausgestellt und gewürdigt werden.
Die Preisträger bekommen eine Medaille und eine auf den Namen des/r Preisträger/in ausgestellte Urkunde. Die Verleihung des Preises findet in der jeweiligen Schule statt. Zusätzlich können Sportvereine, Sportkreise oder Verbände Preisträger/innen aus ihren Reihen bei entsprechenden Veranstaltungen würdigen.

Jede hessische Schule mit Abschlussjahrgängen kann bis zum 30. April 2022 einen Vorschlag bei der Sportjugend Hessen einreichen. Gleichermaßen können Vereine geeignete Kandidaten/innen den jeweiligen Schulen empfehlen. Die ausführlichen Bewerbungsunterlagen können bei der Sportjugend bestellt ode hier heruntergeladen werden.


JIM-Studie 2021 zur Mediennutzung - Desinformationen und Beleidigungen im Netz nehmen zu

Medienkompetenz ist wichtier denn je.

Klimawandel und die Corona-Situation gehören laut Befragung für die jungen Menschen zu den wichtigsten relevanten Themen. Für die repräsentative Studie wurden Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren in Deutschland interviewt. Bei der Frage nach ihren drei wichtigsten Nachrichtenquellen nennt ein Drittel der Befragten das Fernsehen (32 Prozent), jeweils jede/r Fünfte Radio (22 Prozent) und Internet (21 Prozent).

Neben umfangreichen Daten zur Medienausstattung wurde auch der Medienumgang der Jugendlichen untersucht. So liegt die durchschnittliche Zeit, die Jugendliche nach eigener Einschätzung täglich im Netz verbringen, nun bei gut vier Stunden. Dieser Wert liegt weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre vor der Corona-Pandemie (2019: 205 Min.).

TikTok auf dem Vormarsch
WhatsApp bleibt weiterhin der wichtigste Dienst zur Kommunikation unter den Zwölf- bis 19-Jährigen. 92 Prozent der Jugendlichen nutzen ihn mehrmals pro Woche. Instagram folgt mit 58 Prozent auf dem zweiten Platz, verliert aber im Vergleich zum Vorjahr an Wichtigkeit. TikTok (46 %) hingegen hat bei den Jugendlichen weiter an Bedeutung gewonnen, liegt jetzt auf Platz drei und verdrängt somit Snapchat (42 %).

Bücher immer uninteressanter
Immer weniger Jugendliche lesen Bücher: Nur noch knapp ein Drittel der Befragten nimmt regelmäßig ein Buch in gedruckter Form zur Hand. Damit ist der Anteil der lesenden Mädchen und Jungen so niedrig wie nie zuvor in den letzten zehn Jahren.

Und die bewegten Bilder? Deren Nutzung bleibt vielfältig und erfolgt auf unterschiedlichen Endgeräten. Mit großem Abstand steht dabei das stationäre Fernsehgerät im Vordergrund. Bei der rein internetbasierten Nutzung von Serien, Sendungen und Filmen sind insbesondere YouTube und Netflix für Jugendliche wichtig. Insgesamt erreichen die Videostreaming-Dienste gut acht von zehn Jugendlichen regelmäßig.

Kaum Bedenken bei Datenschutz
Besorgniserregend ist der Trend, dass immer mehr Jugendliche mit Hassbotschaften, aber auch mit extremen politischen Ansichten, Verschwörungstheorien und beleidigenden Kommentaren im Netz konfrontiert werden. Über die Hälfte aller befragten jungen Menschen war 2021 davon betroffen. Die Konfrontation mit Fake News erlebten 42 Prozent. Wenig sensibel zeigen sich die Jugendlichen, wenn es um den Datenschutz auf diesen Plattformen geht. Nur ein Drittel der Jugendlichen hat in Bezug auf die Sicherheit persönlicher Daten Bedenken, der Großteil der Heranwachsenden fühlt sich auf den diversen Plattformen sicher, was den Datenschutz und die Datensicherheit angeht.

Digitale Medien prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die jungen Menschen nutzen die Apps und Tools ganz selbstverständlich, brauchen dafür jedoch die entsprechende Medienkompetenz, fordern Jugendforscher. Die Ergebnisse dieser Studie machen einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, einen sicheren und kompetenten Umgang gerade mit aggressivem und hasserfülltem Verhalten im Netz zu fördern.
 

Die repräsentative Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt und bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Die aktuelle Studie ist als pdf abrufbar: https://www.mpfs.de/studien/jim-studie/2021/


Pfiffix-Gesundheitsprogramm bringt Kinder in Bewegung

Mit einem blauen Plüschtier in eine gesunde Lebenswelt

Pfiffig mit Pfiffix

Im vergangenen September bekamen knapp 200 Schüler/innen der ersten und zweiten Klassenstufe an sieben hessischen Grundschulen das blaue hamsterähnliche Plüschtier Pfiffix für das gleichnamige Programm. Doch zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, ob die damit verbundenen zehn Kurse als Kooperationsprojekt von Vereinen und Schulen stattfinden konnten. Würden die Corona-Einschränkungen das Projekt gefährden und schließlich wieder unmöglich machen, wie bereits im kompletten Schuljahr 2020/21? Dürften die speziell dafür ausgebildeten Übungsleiter/innen wöchentlich in die Schulen kommen, um den Kindern die Pfiffix-Welt in insgesamt 17 Stunden nahezubringen?

Dank couragierter Schulleitungen und Pfiffix-Coaches aus den Sportvereinen konnten aber alle zehn Kurse im ersten Schulhalbjahr durchgeführt werden, sehr zur Freude der Kinder. Diese blieben als Schutzmaßnahme alle im Klassenverband und wurden nicht wie sonst üblich mit anderen Klassen und Jahrgängen gemischt.

Kinder lernen und erleben gesunde Lebensweise
Das Pfiffix-Gesundheitsförderungsprogramm ist initiiert von der Salus BKK und wird fachlich und organisatorisch durch die Sportjugend Hessen begleitet. Pfiffix hat das Ziel, Sport, Gesundheit und Spaß miteinander zu verknüpfen. Denn Kinder kommen, so zeigt die Erfahrung, nicht über die Theorie zu einer gesunden Lebensweise, sondern sie möchten sie erle¬ben, mit Spiel und Spaß.
 
Das Programm geht in Hessen mittlerweile ins fünfte Jahr. Die Resonanz bei den Schüler/innen ist bislang überwältigend und die lange Corona-Pause hat den Bewegungshunger der Schüler/innen nochmals deutlich verstärkt. An vielen Schulen gibt es Wartelisten. Angesprochen werden mit dem Gesundheitsprogramm Schüler/innen der ersten oder zwei¬ten Jahrgangsstufe, aber auch deren Eltern und Pädagogen/innen. Ziel ist es, die Kinder für eine ge¬sunde Lebensführung zu sensibilisieren. Dabei soll ne¬ben dem körperlichen auch das psychische und soziale Wohlbefinden der Kinder gestärkt werden.

Fünf Pfiffix-Lebenswelten
Über ein Schulhalbjahr verteilt, werden mit den Kin¬dern fünf Themengebiete in jeweils drei Einheiten um¬gesetzt. Es finden sich neben motorischen und erleb¬nispädagogischen Inhalten auch spielerische Angebote zum kindgerechten Umgang mit Essen und Entspan¬nung. So bauen die Sprösslinge Kraft und Selbstver¬trauen auf und stärken ihre Kommunikations- und Ko¬operationsfähigkeit. Auch wird ihnen gezeigt, wie sie Stress abbauen und sich besser konzentrieren können.
 
Große Bedeutung haben die Reflexionsrunden am Ende der Stunden. Dabei wird angesprochen, was gut und was weniger gut gelaufen ist. Belohnungen wie Urkunden, die nach jeder bestandenen Lebenswelt ver¬liehen werden, motivieren die Schüler/innen. Auf der Rückseite jeder Urkunde finden sich hilfreiche Tipps und Informationen für die Eltern. Die blauen Plüschtiere, die die Kinder am Anfang des Programms erhalten, sind ein sehr beliebter Begleiter für die Kinder auf ihrer Reise durch die Themenwelten.
Darüber hinaus sollen den Kindern die Angebote von Sportvereinen zugänglicher gemacht und die Verbindung von Schulen und Sportvereinen gestärkt werden.
Alle Beteiligten hoffen nun, dass auch im zweiten Schulhalbjahr die vorgesehenen Kurse stattfinden können. Bislang sieht es gut aus.

Kooperationen in vier Sportkreisen
Aktuell gibt es folgende Kooperationen aus den Sportkreisen Frankfurt, Groß-Gerau, Main-Kinzig und Offenbach im Pfiffix-Programm: Grund¬schule Leeheim – TV Erfelden; Lindenschule Trebur – Turnverein Trebur; Wilhelm-Arnoul-Schule und Waldenser-Schule in Mörfelden-Walldorf – TGS Walldorf; August-Jaspert-Schule - TSV 1875 Bonames e.V.; Georg-Büchner-Schule - Tennisgemeinschaft Crumstadt; Freiherr-vom-Stein-Schule - Sportfreunde Rodgau 1911 e.V.


Interessierte Vereine gesucht

Ziel: Entwicklung neuer (digitaler) Kommunikations- und Beteiligungsstrukturen im Verein

(18.01.2022) Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner Politik digital e.V. mit dem gemeinsamen Projekt „digital, demokratisch, dabei“ wird auch in 2022 fortgesetzt. Hierfür suchen wir vom 1. Juni 2022 bis 31. Mai 2023 Vereine, die Lust darauf haben, ihre vereinsinternen Kommunikations- und Beteiligungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln.

Was habt Ihr als Verein davon?
-    Ihr bekommt kostenfrei eine umfassende, an eure Bedürfnisse angepasste, Beratung sowie Unterstützung bei der Konzeptentwicklung und -umsetzung eurer vereinsinternen und -externen Kommunikation.
-    Wir erarbeiten mit Euch neue Möglichkeiten, wie ihr insbesondere Kinder- und Jugendliche besser beteiligen könnt.
-    Ihr könnt neue Zielgruppen sowohl bei Mitgliedern als auch Engagierten für Euch gewinnen.

Was müsst Ihr als Verein mitbringen?
-    Experimentierfreude und Lust, Euren Verein weiterzuentwickeln, d. h. ihn zukunftsfähig und demokratisch aufzustellen.
-    Mindestens eine Ansprechperson, die vom Vorstand entsprechend handlungsbefugt ist.
-    Ca. eine Stunde Zeit pro Woche. Die Zeiteinteilung ist flexibel und variiert je nach Projektphase, Treffen mit dem Projektteam werden individuell vereinbart.

Wie sehen die einzelnen Projekt-Phasen aus?
Phase 1 - Analyse: „Wie läuft es jetzt und was braucht ihr in Zukunft?“
In dieser Phase wird genau analysiert, wie die aktuelle Situation ist, wie Mitglieder gewonnen werden und wie die Kommunikation nach „innen“ und „außen“ verläuft. Daran anschließend werden Ziele formuliert, was Ihr für Eure Arbeit, Eure Bedürfnisse und Herausforderungen im Bereich Kommunikation und Beteiligung erreichen wollt.
Phase 2 - Planung „Was wollt ihr wie umsetzen?
In diesem Schritt wird ein gemeinsamer Aktionsplan entwickelt.
Phase 3 - Umsetzen: „Was funktioniert bei Euch?”
In dieser Phase werden z. B. die neu entwickelten Kommunikationsformen getestet, Schulungen oder Veranstaltungen organisiert.
Phase 4 - Rückblick & Ausblick: „Wie geht es weiter?”
Nach der Testphase werden die gemeinsam durchgeführten Maßnahmen reflektiert und ein Plan für die Zukunft entwickelt. In dieser Phase wird außerdem überlegt, was von den gewonnenen Erkenntnissen für andere Vereine interessant und relevant sein könnte und wie damit im Nachgang verfahren wird.

Interessierte Vereine können sich bis zum 28. Februar 2022 per E-Mail bei der Sportjugend Hessen, Kathrin Schneider, KSchneider@remove-this.sportjugend-hessen.de bewerben.
Dabei sollten die drei für Euch wichtigsten Themen genannt werden, die ihr im Rahmen des Projekts angehen möchtet.

Das Projekt „digital demokratisch dabei” wird von dem Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gefördert. Es ermöglicht der Sportjugend Hessen in einem fünfjährigen Entwicklungsprozess, neue, digitale Strukturen zu etablieren und analoge Prozesse zu begleiten. Die gemeinnützige Organisation politik-digital e.V. unterstützt und berät die Sportjugend Hessen in ihrem Vorhaben.


Winter-Wunderland am Edersee

Winterspaß in heimischen Gefilden statt Winterreisen in die Alpen

Jugendreisen

(17.01.2022) Das Team der Sportjugend Hessen hat in diesem Winter die Jugendreisen kurzfristig in ihr Camp am Edersee verlegt. Denn was unter dem Motto: #findedeinabenteuer auf den tiefverschneiten Pisten der Alpen stattfinden sollte, musste vom Team der Sportjugend Hessen dann kurzfristig abgesagt werden. Auch wenn die Infektionslage zunächst noch vertretbar schien, kippte die Situation kurz vor den Weihnachtsferien doch noch in die falsche Richtung. An Winterreisen in Österreich und die Ausbildungswoche der Teamer/innen in der Schweiz war somit nicht mehr zu denken.

Doch das Team der Sportjugend Hessen plante innerhalb kürzester Zeit um. Aus Ski- und Snowboardreisen im Alpenraum haben die Hauptamtlichen und zahlreichen ehrenamtlichen Teamer/innen unter enormen Aufwand ein abenteuerliches „Winterland am Edersee“ auf die Beine gestellt. Zum Trost vorneweg: Es sollten keine Ferien ohne Schnee werden.

Die Vorbereitungswoche wurde spontan zum Feldberg im Schwarzwald verlegt und jede freie Minute in die Gestaltung der Winterreise im Sport-, Natur- und Erlebniscamp am Edersee gesteckt. Parallel kümmerten sich die Hauptamtlichen um die Vorbereitungen und die Rück-Abwicklung der ursprünglich geplanten Reisen. Am Ende sind 56 junge Menschen mit zum Edersee gestartet.

Camp-Ferien mit Schnee
Dieser enorme Kraftakt brachte schließlich Großartiges hervor: Die Ski- und Snowboardkurse wurden nach Winterberg ins Sauerland verlegt. Darüber hinaus diente die Rollenrutsche der Sportjugend Hessen direkt vor der Camptür, auch ohne Schnee, als perfekter Anlauf für Ski- und Snowboard-Freestylekurse. Die Abgeschiedenheit des Camps, eine strenge Einhaltung des Hygienekonzepts und regelmäßige Testungen ließen sogar Après-Ski Partys und eine Silvesterfeier zu. Die Teilnehmenden haben gemeinsam gebacken, sind geklettert, gewandert oder haben auch mal Drohnen durch Drohnenparcours gesteuert.

Neben dem Ausflug nach Winterberg stand außerdem ein Besuch in der Trampolinhalle in Kassel auf dem Programm. Dort konnten Drehungen und Sprünge geübt werden, die vielleicht schon im nächsten Jahr dann auch auf Skiern und Snowboards gelingen.

„Alles in allem großartige und abwechslungsreiche Winterferien“, freut sich das Jugendreisen-Team und bereitet gerade schon wieder die Ausschreibung der Sommerreisen vor. Auch hier dürfen sich Kinder und Jugendliche erneut auf spannende Reisen und internationale Begegnungen freuen. Alle wünschen sich und hoffen, dass Corona nicht wieder die Reisepläne durchkreuzt.


Sporthelfer*innen-Programm

Ausschreibung der Qualifizierung von Sportlehrer*innen für die Ausbildung und Begleitung von Schüler*innen zu Sporthelfer*innen

(Foto: lsb NRW/Andrea Bowinkelmann)

(14.01.2022) Der Startschuss ist gefallen: Nach längerer Vorarbeit ist es gelungen, das erfolgreiche Sporthelfer*innen-Programm der Sportjugend NRW nach Hessen zu überführen, es zu implementieren und an die hessischen Bedingungen anzupassen. Sporthelfer*innen sind vergleichbar mit den Schülermentor*innen, die bislang in Hessen über verschiedene Formate ausgebildet wurden. Sie können an den hessischen Schulen in vielfältiger Form das Sport- und Bewegungsleben unterstützen und auch in den Sportvereinen sich bei den Angeboten einbringen.
In Kooperation zwischen der Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung (ZFS) und der Sportjugend Hessen werden nun Qualifizierungsmaßnahmen für Sportlehrer*innen in Hessen angeboten. Die Teilnahme an einer der vierteiligen Qualifizierungsmaßnahme mit 18 Lerneinheiten ist Grundlage zur Umsetzung von Ausbildungen zu Sporthelfer*innen der eigenen Schule.
Dann können die Ausbildung und Begleitung von Schüler*innen an der eigenen Schule initiiert und mithilfe der vorliegenden abrufbaren Unterrichtsmaterialien durchgeführt werden. Die von der Schule erfolgreich ausgebildeten Sporthelfer*innen erhalten ein Zertifikat durch die Sportjugend Hessen.
Im Schuljahr 2021 nahmen bereits mehrere Sportlehrer*innen an der Pilotqualifizierungsmaßnahme teil und setzen das Programm bereits an ihren Schulen um. In diesem Jahr gibt es zwei Qualifizierungsangebote, eines im Frühjahr wegen Corona noch komplett online und eines im Herbst. Meldeschluss für das erste Angebot ist am 16.02.2022.

Wer kann sich anmelden?
Anmelden können sich Sportlehrer*innen der Sekundarstufen I und II und von Förderschulen, Übungsleiter*innen mit einer Trainerlizenz sowie Lehrkräfte mit ÜL-C Lizenz. Die Termine finden sich auf der ZFS-Homepage, über die auch die Anmeldung erfolgt. https://zfs.bildung.hessen.de/sporthelf_quali


20 Jahre Freiwilligendienste im Sport in Hessen

Ein zeitloses Erfolgsmodell hat Geburtstag

(14.12.2021) Bereits im September 2021 hat ein weiterer Jahrgang von FSJ‘ler*innen und BFD‘ler*innen im Sport in Hessen begonnen. Erneut engagieren sich fast 200 Freiwillige für ein Jahr in den Einsatzstellen: in Sportvereinen, Sportkreisen oder Sportverbänden und helfen hauptsächlich dabei, Kinder und Jugendliche zu betreuen. Diese Assistenz- und Helferdienste im Rahmen des freiwilligen Engagements im Sport gibt es seit 20 Jahren unter der Trägerschaft der Sportjugend Hessen.

Los ging es 2001 mit einer ersten Freiwilligen, mittlerweile haben mehr als 2.800 junge Menschen ein FSJ im Sport in Hessen absolviert. Längst hat sich die sportliche Variante des Freiwilligendienstes neben den klassischen Einsatzbereichen bei Rettungsdiensten, Behindertenhilfe oder Altenpflege etabliert.

Die Freiwilligen bis 27 Jahre unterstützen beim Kinderturnen oder beim Training in anderen Sportarten, bei der Mitorganisation von Ferienspielen und Turnieren oder besonderen Events für Kinder z. B. im Fasching. Viele Freiwillige sind aber auch bei Kooperationsprojekten mit Kindertages-stätten und Schulen mit im Einsatz. Davon profitieren 140.000 Kinder in den hessischen Vereinen.

Das hauptberufliche sportpädagogische Team der Sportjugend Hessen hat in den ganzen Jahren für die Freiwilligen 530 Bildungswochen organisiert. Nebenberufliche Mitarbeiter*innen und Fach-referent*innen unterstützen sie zu speziellen Themen wie z. B. Soziale Kompetenz, Kindeswohl oder Inklusion. Außerdem ist im Freiwilligendienst die Ausbildung zum „Übungsleiter Breitensport/Profil Kinder- und Jugendliche“ integriert.

Ein lohnenswertes Investment, von dem alle Seiten profitieren und das immer wieder in die Zeit passt. „Für die Einsatzstellen sind die jungen Menschen eine wertvolle Unterstützung und erleichtern die Durchführung der Sportangebote“, weiß Rainer Seel, der von Anfang an bei der Sportjugend Hessen den Bereich der Freiwilligendienste verantwortet. „Die Vereine ihrerseits investieren viel in die jungen Leute. Sie betreuen sie pädagogisch und geben ihre sportliche Erfahrung weiter und das meistens ehrenamtlich.“

Für die Freiwilligen ist das eine prägende Zeit. Sie bietet ihnen die Chance, sich nach der Schule zu orientieren, sich auszuprobieren und wichtige Teamerfahrungen zu sammeln. Und nicht selten reift in dieser Zeit die richtige Idee für den weiteren beruflichen Weg.
Wie sehr ein FSJ im Sport ein Benefit fürs Leben ist, zeigt sich auch in einer kleinen Jubiläumsreihe, die die Sportjugend Hessen in ihren Sozialen Medien streut. Hier melden sich Ehemalige, Verant-wortliche seitens der Vereine eindrucksvoll zu Wort, warum sie ein FSJ immer wieder empfehlen.

“Ich habe Freundschaften fürs Leben geschlossen“, erzählt Lukas, und Frank weiß: „Ohne mein FSJ wäre ich vermutlich nie Laufbahnberater beim Olympiastützpunkt Hessen geworden.“ Die Vorsitzende eines großen Basketballvereins bestätigt: „Wir geben den Freiwilligen Halt im Schwebezustand zwischen Schule und Beruf und helfen ihnen, Perspektiven zu entwickeln.“ Olaf, der in seinem Verein schon viele FSJ‘ler betreut hat, sagt ganz klar: "Nicht nur der Verein und der Freiwillige profitieren vom FSJ, nein, auch ich bleibe durch den engen Kontakt mit den jungen Menschen auf Zack."
Für Henriette, die mit einer starken Sehbehinderung lebt, war ihr FSJ eine Kraftquelle: „Das hat mir weiteres Selbstbewusstsein gegeben und mich auf meinen Weg bestärkt, dass ich mich durch mein Handicap nicht eingrenzen lasse.“ Bis heute ist die Studentin als Übungsleiterin beim Kinderturnen aktiv. Auch Paare fürs Leben sind beim FSJ entstanden, so wie bei Axel und Carolin.
"Für uns war die Wahl des FSJ ein Glücksgriff, weil wir uns gegenseitig gefunden haben. Es hat uns aber auch in unserer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und der Möglichkeit sich beruflich zu orientieren."
Geschichten, die das Freiwillige Soziale Jahr im Sport schrieb, viele weitere werden folgen.

Die Suche nach Kandidat*innen für den nächsten Durchgang ab September 2022 hat bereits begonnen. Weitere Informationen dazu unter: https://www.sportjugendhessen.de/freiwilligendienste  
 


20 Jahre Freiwilligendienst im Sport in Hessen

Erstaunliche Zahlen eines zeitlosen Erfolgsmodells

Freiwilligendienst im Sport: Vereine und junge Menschen profitieren (Foto: J. Lecher)

(06.12.2021) Nach dem Freiwilligendienst ist vor dem Freiwilligendienst! Nahtlos hat im September 2021 ein weiterer Jahrgang von FSJ-ler/innen und BFD-ler*innen im Sport in Hessen begonnen. Fast 200 Freiwillige engagieren sich wieder ein Jahr lang in den Einsatzstellen: in Sportvereinen, Sportkreisen oder Sportverbänden und helfen hauptsächlich dabei, Kinder und Jugendliche zu betreuen. Sie unterstützen beim Kinderturnen oder beim Training in anderen Sportarten, bei der Mitorganisation von Ferienspielen und Turnieren oder besonderen Events für Kinder z. B. im Fasching. Viele Freiwillige sind aber auch bei Kooperationsprojekten mit Kindertagesstätten und Schulen mit im Einsatz.

Diese Assistenz- und Helferdienste im Rahmen des freiwilligen Engagements im Sport, gibt es seit 20 Jahren unter der Trägerschaft der Sportjugend Hessen. Dass das FSJ und später auch der BFD zum Erfolgsmodell wird, konnte im Startjahr 2001 mit genau einer ersten Freiwilligen keiner ahnen. Auch nicht, dass sich die sportliche Variante des Freiwilligendienstes neben den klassischen Einsatzbereichen bei Rettungsdiensten, Behindertenhilfe oder Altenpflege etablieren kann. Ein spannendes Zahlenspiel im Jubiläumsjahr verdeutlicht diese Erfolgsgeschichte:

2814 Freiwillige haben seit 2001 in den unterschiedlichen Sporteinsatzstellen ihren Freiwilligendienst aufgenommen. Sie haben insgesamt etwa 31.200 Monate abgeleistet, was 520.000 Tage, also mehr als eine halbe Million Freiwilligendienst-Tage bedeutet.

530 Bildungswochen für fast 3000 Freiwillige
Das hauptberufliche pädagogische Team hat für diese Freiwilligen seitdem 530 Bildungswochen organisiert und durchgeführt. Das bedeutet 2650 Bildungstage für die bis zu 25 Personen starken Seminargruppen.
Aus Sicht jeder einzelnen freiwilligen jungen Person sind dies 14.350 Bildungswochen oder 70.350 einzelne Bildungstage für alle Freiwilligen zusammen. Fünf hauptberufliche Sportpädagog/innen der Sportjugend Hessen leiten diese Bildungsseminare, 15 nebenberufliche Mitarbeiter*innen und Fachreferent*innen unterstützen sie zu speziellen Themen wie z.B. Soziale Kompetenz, Kindeswohl oder Inklusion.

140.000 Kinder in den Vereinen profitieren
Seitens der insgesamt 300 bis 350 anerkannten Einsatzstellen in Hessen bedeuten diese Zahlen aber auch, dass sie seit 20 Jahren fast 3000 Freiwillige pädagogisch betreut haben und das an insgesamt 520.000 Arbeitstagen. Wenn man davon ausgeht, dass jede*r Freiwillige durchschnittlich etwa 50 junge Menschen im Sport über das Freiwilligenjahr hinweg mit betreut und anleitet, sind das etwa 140.000 Kinder und Jugendliche.

Zahlen sind oft abstrakt und zuweilen nicht leicht zu interpretieren. Hier drücken sie aber aus, welche wichtige Rolle die Freiwilligendienste im Sport für den Kinder- und Jugendbereich spielen und wie beide Seiten davon profitieren. „Für die Einsatzstellen sind die jungen Menschen eine wertvolle Unterstützung und erleichtern die Durchführung der Sportangebote“, weiß Rainer Seel, der von Anfang an bei der Sportjugend Hessen den Bereich der Freiwilligendienste verantwortet. „Die Vereine investieren viel in die jungen Leute. Sie geben ihre pädagogische und sportliche Erfahrung weiter und das meistens ehrenamtlich. Für die Freiwilligen ist das eine prägende Zeit. Sie bietet ihnen die Chance, sich zu orientieren, sich auszuprobieren und wichtige Teamerfahrungen zu sammeln. Der Freiwilligendienst ist ein Angebot, das sich für alle Beteiligten lohnt und deshalb zeitlos zu sein scheint.“

So hat die Suche nach Kandidat*innen für den nächsten Durchgang ab September 2022 bereits begonnen. Besetzungswünsche nimmt die Sportjugend Hessen gerne unter FSJ@remove-this.sportjugend-hessen.de entgegen.


Die Sportassistent*innen-Ausbildung der Sportjugend Hessen – ein Erfahrungsbericht

Mit Spaß und Kreativität zum/zur Sportassistent*in (foto: J. Lecher)

(03.12.2021) Herbstferien 2021. In der Sporthalle der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar sitzen 22 Jugendliche auf dem Boden im Kreis. Die 13- bis 16-jährigen angehenden Sportassistent*innen besprechen ihre ersten eigenen Unterrichtsversuche. Was lief gut? Hat es Spaß gemacht? Was klappte weniger gut? Wie war es, vor der Gruppe zu stehen? War meine Stimme laut und deutlich und sind meine Erklärungen für alle gut verständlich? Was würde ich auf Anhieb das nächste Mal anders machen?

Learning by Doing im geschützten Raum
Ein konstruktives Feedback von der Gruppe und dem Ausbildungsteam gehört zu den Grundprinzipien der Ausbildung. Das zweiköpfige Ausbildungsteam der Sportjugend Hessen beobachtet und begleitet, stellt gezielte Fragen und moderiert die Diskussionsrunde der Jugendlichen untereinander. Das Team schafft einen geschützten Raum in wertschätzender Atmosphäre, in der die Jugendlichen sich aufgehoben fühlen und voneinander lernen können.
 
Die Sportassistent*innen-Ausbildungen sind seit vielen Jahren erfolgreich und bei den Vereinen sehr beliebt. In der Regel gibt es im Jahr acht bis zehn Ausbildungen mit 160 bis 200 Jugendlichen. Die Lehrgänge haben 30 Lerneinheiten und finden entweder an zwei Wochenenden oder in einer Ferienwoche statt.

Jugendlichen Nachwuchs früh für Leitungsaufgaben im Verein gewinnen
Die angehenden Sportassistent*innen sind alle Mitglied in einem hessischen Sportverein und haben Freude daran, anderen Kindern und Jugendlichen im Verein etwas beizubringen. „In der Pubertät kommen Jugendliche in eine Lebensphase, in der sie häufig den klassischen Vereinsangeboten entwachsen und andere Interessen außerhalb des Sports entwickeln. Verfolgen sie keine leistungssportliche Laufbahn, wenden sie sich oft vom Verein ab. Will man Jugendliche an den Verein binden und sie für ein Engagement im Sport gewinnen, ist es wichtig, ihnen frühzeitig motivierende Aufgaben zu übertragen und sie dafür gut zu qualifizieren.“, weiß die Leiterin Ausbildung bei der Sportjugend Hessen, Gabi Albrecht. „Dass das sinnvoll ist, passt zu diversen Jugendstudien. Sie besagen immer wieder, dass Jugendliche sich am liebsten im Sport engagieren.“

Ausbildung mit praxistauglichen Inhalten und kreative Methoden
Keine Ausbildung ohne Theorie. Es geht um Aufsichtspflicht, Sicherheit in der Sporthalle, Kommunikation oder die eigene Rolle als Sportassistent*in. Hierbei kommen moderne, abwechslungsreiche und kreative Methoden der Jugendbildung zum Einsatz, wichtig ist den Ausbilder*innen ein spielerisches, spaßbetontes Lernen. Die Rückmeldungen der Jugendlichen in den Feedbackbögen sprechen für sich: „Die Methoden waren klasse, da man logisch und körperlich an die Dinge ran gehen muss“. „Sie waren teilweise richtig lustig, und man musste sich richtig was einfallen lassen, kreativ sein“. „Die Methoden waren größtenteils darauf ausgerichtet, dass wir selber unsere Fehler einsehen und verbessern konnten, das war super hilfreich.“ „Ich glaube, dass ich alle hier vermissen werde, und es hat mir echt Spaß gemacht!“

Die nächste Ausbildung ist für die zweite Osterferienwoche vom 18.04.-22.04.2022 im Jugendzentrum Ronneburg geplant.
Infos und Anmeldung:  Marcel Porst, Tel.: 0 64 41.97 96 18, E-Mail: MPorst@remove-this.sportjugend-hessen.de


Jugendliche erleben Handwerksberufe und Nachhaltigkeit

BOOM-Feriencamps in 2021 im Camp Edersee

Nachhaltig unterwegs - Die Teilnehmenden machten im BOOM-Feriencamp viele neue Erfahrungen rund um das Thema „Energie und Mobilität“. (Foto: Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH)

(01.12.2021) Gemeinsam mit Provadis und dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) führt die Sportjugend Hessen am Edersee die sogenannten Boom-Feriencamps durch. Der Name BOOM setzt sich zusammen aus BerufsOrientierung und grüne Jobs Mal anders. Die Camps haben das Ziel, Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren durch praxisorientierte Angebote im Workcamp-Charakter für Nachhaltigkeit im Berufsalltag zu sensibilisieren und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten mehr über ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken herauszufinden. Ergänzt werden die Workshops durch ein attraktives Bewegungs- und Freizeitprogramm. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie der Europäische Sozialfonds fördern das länderübergreifende Projekt.
In diesem Jahr haben gleich zwei Camps stattgefunden. Im Fokus stand in der einen Woche das Thema „Energie und Mobilität“, in der anderen ging es vornehmlich um „Alltagskonsum“.

Bleibendes Werkstück: E-Bike Ladestation
Auf dem Programm des Feriencamps „Energie und Mobilität“ standen die Konstruktion von Fahrrädern aus Bambus, die Installation einer Solar-E-Bike-Ladestation sowie das Löten mobiler Solar-Handyladegeräte. Den Jugendlichen standen dafür Fachleute aus verschiedenen Unternehmen zu Seite.  „Ich habe viel Neues im handwerklichen Bereich gelernt und festgestellt, dass ich gar nicht so ungeschickt bin, wie ich dachte“ resümiert Paul. Auch für Merle hat sich die Teilnahme am Camp gelohnt. „Bisher habe ich mich nicht dafür interessiert, wie ein Fahrrad aufgebaut ist. Jetzt habe ich gesehen, wieviel Arbeit dahintersteckt. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die das täglich machen“, stellte sie fest.
Die E-Bike-Ladestation hat nun ihren festen Platz im Sport-, Natur- und Erlebniscamp am Edersee. Sie dient im Sinne von Bildung zur nachhaltigen Entwicklung zukünftig als Modell. In einem Schaukasten wird in diesem Zusammenhang die Funktionsweise einer Photovoltaik-Anlage erläutert. Ob die Anlage auch funktioniert testeten die Teilnehmenden, indem sie einen Mixer an die Station anschlossen und sich Smoothies zubereiteten.

Nachhaltiges Mülltrennsystem in coolem Design
Alltagskonsum: darum drehte sich alles im zweiten BOOM-Feriencamp. Dabei ging es nicht nur um die Entstehung und Beschaffung von Produkten sondern auch um deren Entsorgung. „Wie sieht die  Wertschöpfungsketten zum Beispiel von Milch im Vergleich zu Hafermilch aus? Das war eine spannende Frage anhand der wir mit ganz konkret einiges rund um nachhaltiges Handeln und Arbeiten gelernt haben“, berichtet Bennit begeistert.  Sarah hingegen hat besonders die Kräuterwanderung beeindruckt: „Ich habe so viele Wildpflanzen kennengelernt und erfahren wie ich sie im Alltag verwenden kann. Einige Rezepte haben wir gleich ausprobiert.“  
Auch die zweite Gruppe hat etwas im Camp hinterlassen. Sie haben ein Recycling- bzw. Mülltrennsystem entwickelt und gebaut. Dafür stand zunächst der Design Thinking-Workshop auf der Agenda. „Wir haben uns überlegt, was benötigt ein gut funktionierendes Recyclingsystem und wie soll es aussehen, damit sich die Gäste davon angesprochen fühlen es richtig zu nutzen,“ erklärt Bennit den Prozess. Gemeinsam mit erfahrenen Handwerkerinnen und Handwerkern wurde das Mülltrennsystem anschließend aus Holz und anderem Altmaterial gebaut.

Ausblick
Auch im kommenden Jahr finden wieder zwei Feriencamps im Sport-, Natur und Erlebniscamp Edersee der Sportjugend statt. In den Osterferien zum Thema „Alltagskonsum & Design“ und in den Sommerferien zu „Bauen & Wohnen“. Die Camps sind für die Teilnehmenden kostenfrei. Weitere Informationen gibt es unter www.nachhaltige-berufsorientierung.de.


Löwenstarke Bewegungstage für Grundschulkinder

Team der Bildungsstätte Wetzlar stärkt Schulgemeinschaft

Die Wetzbachtalschule an ihren Standorten Nauborn und Schwalbach kann den Schulkindern seit den Herbstferien ein besonderes Bewegungsangebot machen. Im Rahmen des hessischen Förderprojekts „Löwenstark – der BildungsKICK“ und dank eines passenden Konzepts des pädagogischen Teams der Sport- und Bildungsstätte können die 22 Schulklassen zweimal in der Woche für Zusammenhalt und Gemeinschaft trainieren.

Mit Spielen, Partner- und Teamübungen werden Themen wie Vertrauen, Anpassungsfähigkeit und Verantwortung sportlich umgesetzt. Dabei kommen Bälle, Seile, Reifen, Hütchen oder Sandsäcke zum Einsatz und gefragt sind Einfühlungsvermögen, Geschicklichkeit und Koordination. Die Mädchen und Jungen sollen dabei lernen, sich abzusprechen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Je nach Witterung findet das Programm draußen oder in der Turnhalle der Wetzbachtalschule statt. Die Zusammenarbeit mit der Wetzbachtalschule wird bis zum Frühjahr 2022 andauern. Auch weiter entfernte Schulen aus Hessen haben Interesse angemeldet. Für das Team der Bildungsstätte ist das möglich, denn ihr Konzept sieht mehrere Modelle vor: die Bewegungstage vor Ort in den jeweiligen Schulen mit Teamern, die anreisen oder die Klassen kommen in die Bildungsstätte und können ihr Programm in Wetzlar umsetzen, auf Wunsch auch mit Übernachtung.  

„Löwenstark – der BildungsKICK“ ist ein Förderprogramm des Hessischen Kultusministerium, das seit dem Frühjahr 2021mit zahlreichen Maßnahmen Kinder und Jugendliche unterstützt, um die in der Corona-Pandemie entstandenen Defizite aufzuholen.
https://kultusministerium.hessen.de/Programme-und-Projekte/Loewenstark
Kontakt Sport- und Bildungsstätte Wetzlar: Jonas Simon, Tel.: 0 64 41.97 67 11, JSimon@remove-this.sportjugend-hessen.de


Junge Generation weiter für das Ehrenamt begeistern

Vereinsdialog: Sportminister Peter Beuth und Sportjugend-Vorsitzende Juliane Kuhlmann diskutierten mit Vereinsvertretern über die Zukunft des Ehrenamts

Sportminister Peter Beuth und die Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Juliane Kuhlmann, haben mit Vertreterinnen und Vertretern von acht hessischen Vereinen in Wetzlar über die Situation des Ehrenamts im Sport diskutiert und damit die Serie der Vereinsdialoge des Hessischen Sportministeriums fortgesetzt. Dabei stand diesmal insbesondere das Engagement junger Menschen im Fokus.
„Der Sport lebt vom ehrenamtlichen Engagement und unsere Kinder und Jugendlichen sind die Zukunft des Vereinswesens in Hessen. Wenn sich die junge Generation für freiwillige Aufgaben in den Vereinen weiter begeistern lässt, ist auch langfristig die große Vielfalt des hessischen Vereinssports gesichert. Die Vereine bekommen dadurch auch neue Impulse und Ideen und bleiben mit ihren Sport- und Bewegungsangeboten attraktiv für alle Generationen und Zielgruppen“, so Sportminister Peter Beuth.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass es nach dem Ende der vielen Einschränkungen durch die Pandemie das Ziel sein muss, gerade Kinder und Jugendliche nicht nur in die Vereine zurückzuführen, sondern sie darüber hinaus für eine Mitarbeit und Mitgestaltung zu gewinnen. Vor der Pandemie engagierten sich in den hessischen Sportvereinen insgesamt 136.500 Mitglieder in ehrenamtlichen Positionen. Hierzu zählen die Vorstandsebene, Trainer/innen, Übungsleiter/innen sowie das Schieds- und Kampfrichterwesen. Im Durchschnitt war jeder Ehrenamtliche 13,2 Stunden pro Monat für seinen Sportverein tätig. Daraus ergab sich eine jährliche Wertschöpfung von etwa 320 Millionen Euro durch ehrenamtliches Engagement in den Vereinen. Hinzu kommen die Leistungen der vielen freiwilligen Helfer, die sich bei gesonderten Arbeitseinsätzen unentgeltlich beteiligten (z.B. bei Sportveranstaltungen, Vereinsfesten, Fahrdiensten, Renovierungen etc.). In Hessen waren bis zur Pandemie 21,5 Prozent der Vereinsmitglieder (rund 440.000 Personen) als Freiwillige im Einsatz.

„Daran wollen wir möglichst bald wieder anknüpfen. Gerade Kinder und Jugendliche müssen dabei mehr eingebunden werden, denn die Pandemie hat gezeigt, dass wir sie zu wenig gefragt haben, was sie wollen und brauchen. Wenn es uns gelingt, die jungen Menschen zurück oder neu zu gewinnen, sich in den Vereinen ehrenamtlich zu engagieren ist das ein Gewinn für alle. Sie erwerben dadurch schon in jungen Jahren wertvolle Kompetenzen und Fähigkeiten, die sie später zum Beispiel im Beruf nutzen können, die Vereine gewinnen ehrenamtlich engagierten Nachwuchs für ihre wichtige Arbeit. Von daher ist das ‚Junge Engagement‘ ganz klar eine Win-Win-Situation für die Jugendlichen und die Sportvereine“, erklärte die Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Juliane Kuhlmann.
Das Land Hessen unterstützt das ehrenamtliche Engagement gerade junger Menschen im Sport auf vielfältige Weise. Neben den hohen Sportinvestitionen des Landes Hessen mit mehr als 60 Millionen Euro im Jahr wird beispielsweise jedes Jahr fünf jungen hessischen Bürgerinnen und Bürgern das Dr. Horst-Schmidt-Jugendsport-Stipendium verliehen, die zwei Jahre oder länger in einem Sportverein oder -verband ehrenamtlich und kontinuierlich, zum Beispiel als Übungsleiterin oder Übungsleiter, tätig sind. Außerdem können sich die jungen Menschen ihr ehrenamtliches Engagement und die dabei gewonnenen Kompetenzen über ein Zeugnisbeiblatt bzw. einen Kompetenznachweis bescheinigen lassen.

Die Sportjugend Hessen fördert mit zahlreichen Maßnahmen das „Junge Engagement“ vor Ort. Insbesondere als Träger der Freiwilligendienste und mit ihrem haupt- und nebenberuflichen Team „Junges Engagement und Kindeswohl“, werden die Vereine und die Ehrenamtlichen beraten, Veranstaltungen finanziell gefördert und mit Materialien und Spiel- und Sportmobilen konkret unterstützt. Auch konnten viele Aus- und Fortbildungen in der Pandemie in ein digitales Angebot umgewandelt werden. Gerade zu Beginn der Pandemie hat die Sportjugend Hessen dazu beigetragen, die digitalen Voraussetzungen für die Vereine zu schaffen, um die Vereinsarbeit und den Kontakt zu den Mitgliedern und ehrenamtlich Engagierten weiterhin zu ermöglichen.


Zwischenergebnisse zu bundesweit erster Breitensport-Studie zu sexualisierter Gewalt im Sport liegen vor

Fast 4.400 befragte Vereinsmitglieder aus elf Landessportbünden

Im August 2020 ist das bundesweit erste Breitensport-Forschungsprojekt „SicherImSport“, gefördert vom Landessportbund NRW und unter Beteiligung des Landessportbundes Hessen sowie neun weiterer Landessportbünden, gestartet. Nach Abschluss der umfangreichen Datenerhebung von fast 4.400 befragten Vereinsmitgliedern liegen nun konkrete Zwischenergebnisse vor: „Die Befunde unserer Online-Studie bestätigen, dass sexualisierte Grenzverletzungen, Belästigung und Gewalt auch im Vereinssport vorkommen. Deshalb sind der Ausbau von Maßnahmen zum Schutz vor Belästigung und Gewalt sowie Anlaufstellen und Unterstützungsangebote für Betroffene im Sport wichtig – dies hat ein großer Teil der Sportverbände erkannt und Maßnahmen zur Prävention eingeführt“, betonen Prof. Dr. Bettina Rulofs (Bergische Universität Wuppertal) sowie Dr. Marc Allroggen und Dr. Thea Rau (Universitätsklinikum Ulm) als wissenschaftliche Projektleitung.

Nach den aufsehenerregenden Ergebnissen der „Safe Sport“-Studie zum Leistungssport aus dem Jahr 2016 werten die Forscher/innen nun erstmals Daten ausschließlich zum Breitensport aus. Bis zur Jahresmitte 2022 soll die größte Untersuchung zu diesem sensiblen Thema in Deutschland abgeschlossen sein. „Für uns stand eine Beteiligung an dem Forschungsprojekt von Anfang an außer Frage. Denn wir sind überzeugt, dass wir möglichst viele und möglichst genaue Erkenntnisse brauchen, um den von uns längst eingeschlagenen Weg zu überprüfen und unsere Maßnahmen noch stärker daran auszurichten“, sagt Juliane Kuhlmann, Vizepräsidentin des Landessportbundes Hessen und Vorsitzende der Sportjugend Hessen.

Differenzierte Ergebnisse: Von Beleidigung bis hin zur Gewalt

Bei der Online-Befragung gab die Mehrheit der Teilnehmenden zwar an, mit dem Vereinssport insgesamt „allgemein gute bis sehr gute Erfahrungen“ gemacht zu haben, doch etwa ein Viertel der Befragten (rund 26 Prozent) erfuhr mindestens einmal sexualisierte Grenzverletzungen oder Belästigungen (ohne Körperkontakt) im Kontext des Vereinssports, beispielsweise in Form von anzüglichen Bemerkungen oder unerwünschten Text-/Bildnachrichten mit sexuellen Inhalten. Bei rund 19 Prozent kam mindestens einmal sexualisierte Belästigung oder Gewalt mit Körperkontakt vor, zum Beispiel sexuelle Berührungen oder sexuelle Handlungen gegen den Willen. Auch weitere Formen der Verletzung oder Gewalt wurden in der Studie erhoben. So antworteten immerhin 64 Prozent der Personen, mindestens einmal emotionale Verletzungen oder Gewalt im Vereinssport erlebt zu haben, also beschimpft, bedroht oder ausgeschlossen worden zu sein – und mehr als jeder Dritte (37 Prozent) nannte mindestens einmal körperliche Verletzungen oder Gewalt, in Form von geschüttelt oder geschlagen werden. Auch erwähnenswert: Je höher das sportliche Leistungsniveau, desto größer offenbar das Risiko, von Belästigung oder Gewalt betroffen zu sein. So berichten gleich 84 Prozent der Befragten, die auf internationaler Ebene im Leistungssport aktiv waren, von mindestens einer Erfahrung von Belästigung oder Gewalt – dies trifft im Vergleich „nur“ auf 53 Prozent derjenigen zu, die im Freizeit- oder Breitensport aktiv waren.

In einer weiteren Teilstudie äußerten sich über 300 Sportorganisationen (92 Stadt-/Kreissportbünde sowie 215 Fachverbände in fünf Bundesländern) zum Stand der Prävention und Intervention innerhalb der eigenen Strukturen. Dabei gaben 63 Prozent (SSB/KSB) und 56 Prozent (Fachverbände) an, über fundierte Kenntnisse zur Vorbeugung von sexualisierter Gewalt zu verfügen. Allgemeine Präventionsmaßnahmen wie z.B. die Benennung von Ansprechpersonen, Durchführung von Schulungsmaßnahmen oder Einsicht von Führungszeugnissen sind demnach weit verbreitet. Risikoanalysen oder Konzepte zur Aufarbeitung von Vorfällen sind allerdings lediglich in einem Zehntel der Verbände vorhanden, die bei der Beratung zum Umgang mit Verdachtsfällen oder Vorfällen größten Unterstützungsbedarf haben.

Prävention und Beratungsangebot in Hessen fest verankert

Der Landessportbund Hessen und die Sportjugend Hessen nehmen bei der Prävention und Beratung von Vereinen und Betroffenen eine Vorbildrolle ein: „Seit über zehn Jahren arbeiten wir engagiert daran, die Präventionsmaßnahmen in den hessischen Vereinen und Sportorganisationen kontinuierlich zu verbessern. Außerdem bietet unser Verband eine Beratung für Betroffene an und ist im Verdachtsfall Anlaufstelle für Vereine und Verbände“, sagt Juliane Kuhlmann. Sie betont außerdem: „Körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt haben im Sport nichts verloren. Gleichwohl ist uns bewusst, dass es auch im Breitensport zu Grenzüberschreitungen kommt. Das haben wir im Blick, dagegen kämpfen wir an.“

Insbesondere von den hessenspezifischen Studienergebnissen, die Mitte 2022 vorliegen sollen, verspricht sich Kuhlmann als Landessportbund-Beauftragte für Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt „Anhaltspunkte, in welcher Form Angebote und Konzepte zum Schutz von Sportler/innen – insbesondere der Jüngsten – weiterentwickelt werden müssen“. Schon jetzt mache die Auswertung deutlich, dass neben der sexualisierten Gewalt auch die körperliche und psychische Gewalt noch stärker in den Blick genommen werden muss. „Die Sensibilisierung aller Beteiligten – der Vereinsverantwortlichen und Übungsleitenden, der Eltern und der Sportler/innen selbst – ist dabei ein wichtiges Instrument. Dabei setzen wir auf ein breites Maßnahmenspektrum.“

Derzeit bieten Landessportbund und Sportjugend Hessen jährlich rund 90 Aus- und Fortbildungen für Trainer/innen und Übungsleiter/innen zum Thema Kindeswohl im Sport an. Darüber hinaus berät die Sportjugend Vereine, Sportkreise und Verbände zu Präventionsmaßnahmen und qualifiziert deren Ansprechpersonen. In zwei Projekten werden seit 2019 außerdem Verbände, Sportkreise und Vereine bei der Entwicklung von Kindeswohl-Konzepten unterstützt und dabei begleitet, Strukturen zu schaffen, in denen kein Platz für Gewalt, dafür viel Raum für positive Erfahrungen im Sport ist. „Jede/r Betroffene ist eine/r zu viel“, sagt Kuhlmann. Sie ist deshalb überzeugt, dass Dachorganisationen wie der Landessportbund und die Sportjugend neben ihren innerverbandlichen Maßnahmen – u.a. Schulung von Mitarbeitenden, Nutzung von Verhaltenskodizes, Anpassung von Interventionsleitfäden, Vorlage von Führungszeugnissen und der kontinuierlichen Aktualisierung von Konzepten – auch beratend tätig sein müssen.

Mit Angelika Ribler gibt es bei der Sportjugend Hessen eine Diplom-Psychologin, die im Verdachtsfall und bei konkreten Vorkommnissen kontaktiert werden kann. Sie berät Betroffene von (sexualisierter) Gewalt im Sport, die sich anonym an sie wenden können. „Wer Schlimmes erlebt hat, der muss auf offene Ohren stoßen“, ist Kuhlmann überzeugt. „Insbesondere Kinder und Jugendliche sollten sich trauen, darüber zu reden und ihre Ansprechpartner kennen.“ Die Beratungsstelle der Sportjugend arbeitet daher mit unabhängigen regionalen Fachberatungsstellen zusammen und kooperiert mit dem Kinderschutzbund Landesverband Hessen.

 

Betroffene können Angelika Ribler von der Sportjugend Hessen unter der Beratungs-Nummer 01590 1319098 oder per Mail an aribler@sportjugend-hessen.de kontaktieren. Ribler steht auch bei Medienfragen zur Studie und den Maßnahmen des Landessportbundes und der Sportjugend Hessen zur Verfügung. Mehr Informationen unter www.kindeswohl-im-sport.de.


„100 Hände…Wochenende“ am Edersee

Herbstevent der Sportjugend Hessen als nachhaltiges Highlight

Die Teilnehmenden erkunden das Camp und dessen Barrierefreiheit (Foto: Maria Henning-Schulz

Wenn sich im Oktober im Sport-, Natur- und Erlebniscamp langsam die Blätter verfärben, der Wasserstand des Sees niedriger wird und die Temperaturen sinken, ist es an der Zeit für ein Treffen der besonderen Art. Dann krempeln Sportler/innen und Engagierte aus vielen Sportbereichen, Rollstuhlfahrer/innen und geistig behinderte Menschen kräftig die Ärmel hoch und gehen Projekte an, die ihren Vereinen und der Allgemeinheit zu Gute kommen. Für dieses Jahr hatten sie sich das Camp am Edersee als Austragungsort ausgesucht.

Seit fünf Jahren lädt die Sportjugend Hessen junge Engagierte, Trainer/innen, Übungsleiter/innen und Jugendvorstände zum „100 Hände … Wochenende“ ein. Was als Experiment begann, ist mittlerweile ein fest gesetzter Termin, auf den sich alle freuen. Ronny Schulz von der Sportjugend Hessen erinnert sich noch genau an die Anfänge „Viele kamen öfter auf mich zu, sie wollten mal was Neues für den Verein machen, wussten aber nicht so genau was. Sie fragten nach Zeit und einem geschützten Raum, um mal in Ruhe gemeinsam etwas zu planen oder auch das ein oder andere umzusetzen. 100 Hände deshalb, weil eine Personenzahl von 50 sich als gute Größe herausstellte, auch wenn in diesem Jahr etwas weniger dabei sein konnten. Wichtig für alle Beteiligten ist, sie können hier ihr eigenes Ding machen, ohne Zwang von außen.“ Die Teilnehmenden zwischen 14 und 45 Jahren wurden in diesem Jahr vom inklusiven Juniorteam der Sportjugend Hessen ergänzt. Auf eigenen Wunsch standen für sie die Themen Nachhaltigkeit und Inklusion im Vordergrund.

Nachhaltigkeit, Inklusion und Barrierefreiheit
So kümmerte sich eine Gruppe in einer Ideenwerkstatt darum, wie das Camp zukünftig barrierefreier gestaltet werden könnte, unter ihnen Rollstuhlfahrer/innen. Die Gruppe erkundete gemeinsam die Häuser, das Camp und die Sportanlagen mit den Rollstühlen und erarbeitete Verbesserungsvorschläge. Campleiter Holger Gertel nahm die Vorschläge und Pläne entgegen und wird mit seinem Team versuchen, sie umzusetzen. Zeitlich parallel plante eine Gruppe junger Engagierter aus den nordhessischen Sportkreisjugenden ihre Ski- und Snowboardfreizeit, eine andere Gruppe wurde handwerklich tätig und baute mit Haustechniker Thomas Gerdau einen Naturschaukasten, dessen Inhalte später noch bestimmt werden. „Uns war es wichtig, als Gruppe etwas Nachhaltiges im Camp zu hinterlassen“, sagte Annamaria Peter, die bei der Sportjugend Hessen für das Juniorteam zuständig ist. Sie und Ronny Schulz bildeten gemeinsam mit Laura Heckmann von der Sportjugend Werra-Meißner das Leitungsteam für das „100 Hände…Wochenende“.

Auch die gemeinsame Bewegung war wie immer wichtig. Spaß gab es bei „Jugger“, einem Spiel mit gepolsterten Schlägern, das Mannschafts- und Individualelemente miteinander kombiniert. Dabei muss der „Jugg“, eine Art großes Ei, an der gegnerischen Mannschaft vorbei in ein sogenanntes Mal, einen dicken Ring, gelegt werden. Wer wollte, ging wandern oder war mit Mountainbikes im Nationalpark Kellerwald-Edersee unterwegs. Für Gemütlichkeit und Entspannung sorgte ein Lagerfeuer am Abend mit gemeinsamen Grillen.
„Auch in diesem Jahr ist die Gruppe super zusammengewachsen“, so Ronny Schulz. „Für uns ist das „100 Hände…Wochenende“ längst ein Highlight im Jahreskalender, und wenn fast alle ankündigen, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen, werden wir gerne erneut die Ärmel hochkrempeln.“


Gewinner*innen des Integrationspreises 2021 der AOK Initiative „NäherDran“ stehen fest

Spaß beim Show- und Gardetanz während der preisgekrönten Ferienspiele von SKG Erfelden und TV Erfelden (Foto: Miriam Engel)

Insgesamt 25 Sportvereine hatten trotz oder gerade wegen Corona kreative und innovative Projektanträge eingereicht. Nach der Jurysitzung im Oktober stehen nun die drei ersten Preisträger fest, die zwischen 3.000,- und 2.000,- Euro erhalten. Darüber hinaus werden acht Sportvereine mit einer Grundförderung über je 1.000,- Euro zur Realisierung ihrer Projektideen bedacht. Mit Hilfe der Initiative „NäherDran“ unterstützen die AOK Hessen und die Sportjugend Hessen nach der coronabedingten Unterbrechung zum dritten Mal Sportvereine und Sportkreise bei ihrer Integrationsarbeit.

Bei der SKG Erfelden und dem TV Erfelden im Sportkreis Groß-Gerau konnten sich alle Mithelfer über den ersten Platz und 3.000,- Euro freuen. Belohnt wurden sie für ihre Sportferienspiele #StrongKidsChallenge Ende August. 47 Kinder im Alter zwischen sechs und 12 Jahren konnten, dank der gemeinsamen Planung und Durchführung der beiden ortsansässigen Vereinen SKG und TV, eine Woche lang in Erfelden eine spannende Ferienwoche erleben. „Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt“, bringt es der 1. Vorsitzende der SKG, Dr. Eckardt Stein, auf den Punkt. „Nach den langen Corona-Einschränkungen war es für die Kinder ein Hochgenuss, ein so vielfältiges Programm zu erleben. Sie konnten eine Woche lang verschiedenste sportliche und soziale Aktivitäten drinnen und draußen austesten und endlich wieder abseits schulischer Einschränkungen mit Spaß und Freude eine abwechslungsreiche Zeit genießen.“ Es wurde getanzt, geturnt, gekegelt, aber auch Kinderkino, Schwimmtraining und gemeinsames Kochen gehörten zum bunten Programm. Es gab außerdem eine große Auswahl an inklusiven und integrative Spielangeboten. Das lag, so Monika Stolzmann vom TV Erfelden, auch daran, dass sich viele weitere Partner aus der Umgebung beteiligt haben.

Bewegung vereint, egal ob mit oder ohne Handicap
Der zweite Platz geht an den FC Kickers Obertshausen für sein Angebot „Schülerhilfe und Fußball beim FCK zur Corona Aufarbeitung“. Der Verein möchte einerseits coronabedingte Ausfälle des Schulunterrichts kompensieren und andererseits den Mangel an Bewegung ausgleichen. Dazu werden neben einem normalen Fußballtraining wöchentliche Schüler*innenhilfen von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Kinder von Grundschulen und Förderstufen können daran wie auch an einem einwöchigen Fußball- und Naturcamp teilnehmen. Befragt man Markus Diller, Präsident von Kickers Obertshausen, hat das Projekt bereits erfolgreich begonnen. So konnten etliche Schul-AGs ins Leben gerufen werden, in denen neben sportlichen Angeboten auch Hausaufgabenbetreuung durch Vereinsmitglieder angeboten wird. Zusätzlich gibt es eine Kooperation mit einem Familienhaus, das auch bei der Betreuung unterstützt. Mit den Sportangeboten werden Kinder mit den unterschiedlichsten Vorerfahrungen angesprochen. So erzählt Markus Diller von einem behinderten Jungen, der mit seinem Rollator beim Fußballspielen ohne großes Aufsehen und mit vollem Einsatz mitmacht.

Zugänge für alle Kinder zum Sport erleichtern
Beim dritten Platz wird das Ferienangebot „Integratives Herbst-Fußballcamp 2021“ der DAFKS Kontakt Fulda im Sportkreis Fulda-Hünfeld mit 2.000,- Euro belohnt. Über den Fußball hinaus hatte der Verein in Verbindung mit Kooperationspartner*innen für alle Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren ein vielschichtiges Programm mit den Schwerpunkten Zusammenhalt, Fairness und Disziplin organisiert. Auch die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen wurde durch gruppendynamische Spiele und Teambuilding gefördert.
Winfried Jäger, Präsident der DAFKS Kontakt Fulda, erhielt die freudige Nachricht von der Auszeichnung zu Beginn des Ferienangebots. Da hatten die 33 Kinder das Programm noch vor sich.  

Susanne Sattler, die Projektkoordinatorin der Initiative „NäherDran“ bei der AOK Hessen, ist sehr zufrieden mit der regen Beteiligung und interessanten Projekten auch in diesem Jahr. „Das ist für die Vereine in Pandemiezeiten gar nicht so einfach gewesen. Umso mehr freue ich mich, dass viele der Projektanträge Kinder aus bildungsferneren Schichten und benachteiligten Vierteln im Fokus hatten und so die Benachteiligungen gerade nach den langen Corona-Einschränkungen auffangen wollen.“ Sie begrüßte ausdrücklich, dass mit vielen Projekten Kinder außerhalb des Vereinssports angesprochen werden.
Das spricht auch Malin Hoster, im Vorstand der Sportjugend Hessen zuständig für das Projekt, aus dem Herzen. „Wir tragen gemeinsam dazu bei, Zugänge zum Sport zu erleichtern und benachteiligte junge Menschen mitzunehmen, und zwar unabhängig davon, ob sie ein Handicap haben, oder nicht“, so Hoster. Gerade nach den Corona-Einschränkungen gälte es, wieder mehr Kinder und Jugendliche ins Vereinsleben zu integrieren, damit sie von regelmäßiger Bewegung und sozialem Miteinander profitierten.


Dr.-Horst-Schmidt-Stipendien über 10.000 Euro an fünf junge Sportler verliehen

Sportminister Peter Beuth: „Mit hohem Einsatz herausragend engagiert.“

Foto: Angelika Stehle / HMdIS

Der Hessische Innen- und Sportminister Peter Beuth hat in Wiesbaden das Dr. Horst Schmidt-Jugendsport-Stipendium an fünf Sportler verliehen. Die Stipendien sind mit je 2.000 Euro dotiert und gehen an junge Ehrenamtliche, die noch im Studium oder in der Ausbildung sind und sich über ihren Sportvereinen für das Allgemeinwohl einsetzen.

„Mit unserer Sportpolitik wollen wir auch das Ehrenamt im Sport stärken. Das Dr. Horst Schmidt-Stipendium ist deshalb ein Meilenstein in der Anerkennungskultur unseres Landes. Mit ihm fördern wir ehrenamtliches Engagement junger Frauen und Männer, die sich im Sportbereich mit tollen Ideen und großem Einsatz herausragend engagieren. Unsere Stipendiaten übernehmen als Übungsleiter*in und Trainer*in Verantwortung für den Nachwuchs und begleiten sie oft über viele Jahre in den Vereinen. Dabei vermitteln sie noch viel mehr als Fitness und sportliche Fertigkeiten: Sie tragen dafür Sorge, dass junge Menschen von Kindesbeinen an die Werte von Fairness, Teamgeist und sozialem Miteinander mit auf den Weg bekommen“, so Peter Beuth.

Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen und Vizepräsidentin des Landessportbund Hessen bekräftigt die Worte des Ministers und stellt fest: "Diese jungen Menschen zeigen, dass man nicht erst 40 oder 50 Jahre Erfahrung im Ehrenamt mitbringen muss, um sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und etwas zu bewegen. Sie stoßen in ihren Sportvereinen, Sportkreisen und Sportverbänden Neues an und sind für andere ein Vorbild."

Das Dr.-Horst-Schmidt-Stipendium erinnert an den ehemaligen Hessischen Sozialminister Dr. Horst Schmidt, der von 1969 bis zu seinem tragischen Unfalltod im Oktober 1976 dem hessischen Kabinett angehörte. Das Förderprogramm hat einen festen Platz in der Sportförderpolitik der Hessischen Landesregierung und ist Teil einer Anerkennungskultur für ehrenamtlich aktive junge Frauen und Männer.

Die Stipendiaten 2021

Lara Apel (Turn- und Sportgemeinde 1882 Wixhausen e.V., Darmstadt)

Lara Apel ist eine Allrounderin im Turn- und Sportgemeinde 1882 Wixhausen e.V. Sie geht den Disziplinen Frauenfußball, Lacrosse, Volleyball, Trampolinturnen, Geräteturnen, Zumba und Orientierungslauf bis hin zu Reiten, Wellenreiten, Bouldern, Bergsteigen, Ski- und Snowboardfahren und Langlaufen in ihrem Heimatverein nach. Darüber hinaus nimmt sie eine Reihe von ehrenamtlichen Aufgaben im Verein wahr. Sie leitet zwei Kinderturngruppen, ist Jugendleiterin Teil des Abteilungsvorstands „Turnen und Leichtathletik“ und stellvertretende Jugendleiterin der gesamten TSG-Wixhausen. Sie hat ein abgeschlossenes Bachelorstudium an der Technischen Universität Darmstadt und absolviert derzeit ihr Masterstudium.

Amadeus Itzenhäuser (Ruderverein Wilhelmgymnasium, Kassel)

Amadeus Itzenhäuser ist beim Ruderverein des Wilhelmgymnasiums Kassel aktiv. Bereits im Alter von 14 Jahren begleitete er die Ausbildung von neuen Mitgliedern aktiv mit. Er baute die Leistungssportabteilung seines Vereins aus, organisierte Regatta und Jugendfahrten und begleitete die Jugendlichen im Verein als Trainer mit. Er gewann mit seinem Team sechs Hessenmeistertitel. Trotz seines studienbedingten Umzugs nach Leipzig, wo er das Bio-Chemie Bachelorstudium mit einem herausragenden Durchschnitt abschloss, bekleidete er weiterhin die Funktion des Kassenprüfers des Vereins. Im Jahr 2020 übernahm er darüber hinaus den stellvertretenden Vorsitz des Jugendrings im Landkreis Kassel und studiert aktuell Bio-Chemie im Master.

Jonas Kix (Sportjugend Schwalm-Eder-Kreis)

Jonas Kix spielte zehn Jahre lang als Fußballer in verschiedenen Vereinen des Schwalm-Eder-Kreises, in denen er teilweise auch Kapitän war. Neben dem Fußballsport war er auch erfolgreich im Tischtennis. Er besitzt die Übungsleiter C Lizenz „Breitensport Profil Kinder/ Jugendliche“ und hat am „Teamer Qualification Seminar 2019“ der deutsch–afrikanischen Jugendbegegnung teilgenommen. Er studiert derzeit Grundschullehramt mit dem Fach Sport. Darin vereint sich sein Engagement für Kinder und Jugendliche im Sport mit der beruflichen Perspektive.

Julia Viktoria Puchinin (Hessischer Tanzsportverband / Deutscher Tanzsportverband)

Julia Viktoria Puchinin ist seit dem Jahr 2013 als Jugendsprecherin im Hessischen Tanzsportverband und seit 2020 auch als Bundesjugendsprecherin im Deutschen Tanzsportverband tätig. Zuvor war sie selbst lange Jahre aktive Tänzerin und hat sieben Mal die Hessenmeisterschaften gewonnen. Sie studiert derzeit Humanmedizin an der Frankfurter Goethe-Universität.

Jessica Spelten (Judo-Verein Langen)

Jessica Spelten ist in der Kinder- und Jugendarbeit im Langener Judoverein aktiv. Sie organisiert Judo-Zeltlager, Judo-Safaris oder vereinsinterne Nikolausturniere. Zusätzlich bringt sie sich jährlich in die Ausrichtung des internationalen Heiner Cups in Darmstadt mit ein. Jessica Spelten hat die Sportassistentinnen-Ausbildung absolviert, die sie dazu berechtigt das Fortgeschrittenentraining zu leiten. Darüber hinaus hat sie sich die Qualifikationen angeeignet, mit denen Sie berechtigt war, ihren Verein bereits mit der Abnahme von Kyu-Prüfungen unterstützen konnte.


Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Neue erlebnisorientierte Programme in der Bildungsstätte Wetzlar

Seit diesem Sommer können Gruppen und Schulklassen noch mehr Spaß und Spannung buchen. Zum aktualisierten Programm gehören neue erlebnispädagogische Bausteine und kreative Angebote wie Minigolf mit der Gestaltung von eigenen Spielbahnen im Innenhof des Hauses. Außerdem gibt es einen neu entwickelten Outdoor Escape Room, der die Gemeinschaft stärkt und bei dem Köpfchen gefragt ist. Hierbei können bis zu 24 Personen drei Räume parallel bespielen, um letztendlich gemeinsam ein Rätsel zu lösen. Jedes Team muss dafür alle Register ziehen. Hierbei sind detektivischer Spürsinn genauso gefordert wie sportlicher Einsatz.

Angebot für alle Altersgruppen
Für alle Altersgruppen wird etwas geboten. Es gibt Programme für halbe oder ganze Tage und alle Angebote werden betreut von einem geschulten Team der Bildungsstätte. Für eine mehrtägige Klassenfahrt oder für Gruppen, die länger mal ihren (Arbeits-)Alltag über Bord schmeißen möchten, können verschiedene Programm–Pakete für zwei bis fünf Tage geschnürt werden. Das vielfältige Programm reicht von Teamchallenges, über Klettern, Bogenschießen, diverse Naturerlebnisse bis hin zu Kanutouren auf der Lahn oder Floßbauaktionen am See. Da sich mit vollem Magen Abenteuer besser bestehen lassen, gibt es bei Tagesausflügen Lunchpakete und abendliche Grillabende. Wie immer wartet viel Bewegung auf alle, und das in grüner Umgebung, denn die Bildungsstätte bietet mit dem angrenzenden Europapark genug Raum und Rückzugsmöglichkeiten.


Mit dir inklusiv im Sport

Hessens erste Inklusionslots*innen bringen mehr Bewegung für alle

Endlich! Was Corona länger unmöglich machte, konnte dann im August in der Bildungsstätte Wetzlar der Sportjugend Hessen nachgeholt werden. Hier trafen sich die Sportinklusionslots*innen zum ersten Teamtag des Projekts „Mit dir inklusiv im Sport“, das 2020 vom Landesverband für Körper und Mehrfachbehinderte (LVKM) und der Sportjugend Hessen ins Leben gerufen worden war.

In fünf Modellsportkreisen (Bergstraße, Fulda-Hünfeld, Hochtaunus, Fulda Hünfeld und Werra-Meißner) sind Sportinklusionslots*innen eingesetzt, um Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen auf der Suche nach einem passenden Angebot im Sportverein zu unterstützen. Alle Lots*innen, die in einem Bewerbungsverfahren ausgewählt wurden, haben Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen und im Sport. Sie stehen nicht nur den Kindern mit Rat und Tat zur Seite, sondern helfen auch den Sportvereinen bei der Umsetzung von inklusiven Sportangeboten.

„Vereine, die das Thema Inklusion gerne im Verein umsetzen möchten, denen rate ich, sich einfach mal auszuprobieren. Denn die Angst davor, etwas falsch machen oder den damit verbundenen Herausforderungen möglicherweise nicht gewachsen zu sein, ist meistens unbegründet. Außerdem ist jeder kleine Schritt besser als Stillstand“, ermuntert Lea Hüther. Die angehende Sozialwissenschaftlerin ist Sportinklusionslotsin im Sportkreis Werra-Meißner. „Ich bin stolz darauf, dass wir es bereits jetzt geschafft haben, vielen jungen Menschen mit Beeinträchtigung erste Zugangswege in den organisierten Sport geebnet haben.“ Auch die 27-jährige Franziska Werner, Inklusionslotsin aus Fulda, findet, dass sich der Einsatz lohnt: „Für mich ist es das Schönste, wenn ich für junge Menschen mit Beeinträchtigung ein Sportangebot finde, an dem sie Spaß haben.“

Jeder kleine Schritt ist besser als Stillstand
Nils Ichter, Lotse aus Kassel findet: „Gerade die Qualifizierung der Übungsleiter*innen und Vereinsvertreter ist wichtig, um Unsicherheiten abzubauen.“ Hier bietet die Sportjugend Hessen bereits vieles an, wie die Profilerweiterung Inklusion und verschiedene Fortbildungen. Für die Lots*innen ist eine Fragestellung zunächst wichtig. Wie bekommt man Inklusion noch besser in die Köpfe der Menschen und in die Öffentlichkeit. So ging es auch beim Teamtag darum, wie Medien zielgruppengerecht genutzt werden können, um Partner, Kinder und Engagierte im Sport zu erreichen und zu vernetzen.
Für den LVKM ist es eine außerdem eine gute Gelegenheit, sein Beratungsangebot für Menschen mit Beeinträchtigung sichtbarer zu machen. „Ratsuchende aus ganz Hessen können sich bei uns melden, um Fragen zu sozialrechtlichen Themen, Erwerbsminderung oder Nachteilsausgleich zu klären. Wir möchten unsere Kompetenzen bündeln, um die Inklusion von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung im Sport voranzubringen“, so Steffi Kremer Projektleiterin beim LVKM.

Mehr inklusive Sportangebote für Hessen
Das Projekt läuft noch bis 2024. Bis dahin wünschen sich die Inklusionslots*innen, ein Netzwerk an Vereinen aufzubauen, auf das die Sportkreise zurückgreifen können.

Kontakt: www.mitdirinklusivimsport.de