Aktuelles aus der Sportjugend


Demokratie im Sport erlebbar machen

Dauerausstellung in der Bildungsstätte Wetzlar nimmt Form an

Komplexes Verhältnis von Sport und Demokratie im Blick

(30.11.2022) Was zu Jahresbeginn mit Thementafeln zu „Rassismus“, „Demokratie“ und „Partizipation“ startete, konnte jetzt mit neuen großformatigen Wandtafeln „Gender und Gleichberechtigung“ und „Kinderrechten“ ergänzt werden. Im ganzen Haus verteilt, laden sie zum Nachdenken ein. Die Ausstellung hat die Sportjugend Hessen mit dem Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie für die Bildungsstätte entwickelt.
Für das Bildungsstättenteam passt die Ausstellung genau in diese Zeit. Denn selten wurde so offen über Demokratie, Sport und die Verbindung von Sport und Demokratie diskutiert, debattiert und auch gestritten. Zündstoff bieten immer noch die Auswirkungen von Corona, Putins Angriffskrieg auf die Ukraine, die Folgen der Energiekrise für die Vereine, die von Sportler/innen gestützten Proteste anlässlich der aktuellen Ereignisse im Iran oder die Menschenrechtsdiskussionen rund um Fußball-WM in Katar.
Auf den Wandtafeln erhalten Besucher/innen der Bildungsstätte über ausdruckstarke Bilder kurze faktenreiche Texte interessante Einblicke in die jeweiligen Themen. So kann man sehen, wie schon 1968 wirksam gegen Rassismus im Sport protestiert wurde oder wie ungleich Macht auch heute noch im Sport in Deutschland verteilt ist. Die Besucher/innen können zur Vertiefung QR-Codes auf den Wandtafeln scannen und werden auch für weiterführende Informationen direkt auf die entsprechenden Seiten der Homepage der Sportjugend Hessen geleitet.

Die Ausstellung wird noch wachsen mit weiteren Wandtafeln, Verweilmöglichkeiten und Mitmachangeboten. Das alles ist Teil eines neuen pädagogischen Konzepts, das 2023 noch durch Führungen, ein Quiz und Workshops rundum die Ausstellung ergänzt werden soll.


Dein Sport, Deine Rechte, Deine Grenzen

Zweites Treffen des Netzwerks „Kindeswohl im Sport

(26.11.2022) Die Aufmerksamkeit für Gewalt im Sport wächst. Zahlreiche Presseartikel, Dokumentationen und neue Einrichtungen des Bundes zur unabhängigen Aufarbeitung von sexualisiertem Kindesmissbrauch bestätigen dies und zeigen die Notwendigkeit im Sport aktiv hinzuschauen. Gleichzeitig belegen verschiedene Studien, dass sexualisierte Gewalt im Sport nicht isoliert zu beachten ist, sondern immer im Zusammenhang mit Vernachlässigung, psychischer und physischer Gewalt zu betrachten ist.
Die Sportjugend Hessen engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich „Kindeswohl im Sport“ und setzt sich für eine Kultur des Hinsehens ein. „Wir schauen dabei nicht auf die Abwesenheit von sexualisierter Gewalt, sondern achten auf die Anwesenheit von Bedingungen, die zum Wohle und der positiven Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beitragen”, so Ann-Kristin Pieper, die Vereine und Sportkreise bei der Entwicklung von Kindeswohl-Konzepten unterstützt.
Einen bedeutenden Beitrag zu einem am Sicheren Sport in Hessen leistet dabei das im April dieses Jahres gegründete hessenweiten Netzwerk „Kindeswohl im Sport“. Dazu gehören verschiedene Verbände, Internate, Sportkreise und Vereine, die sich mit der Erstellung von Schutzkonzepten und einer Kultur des Hinsehens beschäftigen.

Beim zweiten Netzwerktreffen im November in Wetzlar stand das Thema „Psychische Gewalt im Sport” im Fokus. Dazu wurde als Expertin Dr. Kathrin Kohake von der Westfälischen Willhelms-Universität Münster zum Treffen eingeladen. Sie gab den Anwesenden einen Einblick in Zahlen, Hintergründe und mögliche Ansätze zur Prävention. Dr. Kohake betonte, wie wichtig es sei, Schutzkonzepte zur sexualisierten Gewalt um Bausteine zu ergänzen, die auch psychische Gewalt im Fokus haben und dazu weitere Verhaltensregeln zu formulieren. Hier sieht sie die Verbände in der Verantwortung sportartspezifische Vorlagen bereitzustellen und somit die Vereine zu unterstützen. Auch die Sportjugend Hessen wird ihre Materialien gegebenenfalls um einige Aspekte ergänzen.

Dass psychische Gewalt auch ein Thema in Hessen ist, bestätigt Angelika Ribler, Ansprechperson der Sportjugend Hessen bei konkreten Verdachtsfällen. Bei ihr häufen sich Beratungsanfragen zu Themen wie Mobbing im Sport, Ritualen, Depressionen und Suizidgedanken sowie Druck in Liebesbeziehungen zwischen Trainer*innen und Sportler*innen.
Das Netzwerk soll künftig weiterwachsen. Weitere hessische Organisationen sollen unterstützt werden, sich für das Wohl von Kindern und Jugendlichen im Verein gut aufzustellen. Das begleitet die Sportjugend Hessen auch in 2023 wieder mit Informationen, Seminaren und Beratungen. Auch qualitativ will sich das Netzwerk weiterentwickeln. Dazu wurden AGs gegründet, die etwa Themen wie Öffentlichkeitsarbeit oder die Erstellung eines Qualitätssiegels vertiefen werden.

Ab sofort steht exklusiv allen Netzwerkpartnern ein weiterer Seminarbaustein mit dem Titel „LautStark – Dein Sport, Deine Rechte, Deine Grenzen“ zur Verfügung, der sich direkt an Kinder und Jugendliche richtet. Ein Referent der Sportjugend Hessen wird gemeinsam mit der jeweiligen Ansprechperson des Vereins Kinder und Jugendliche sensibilisieren und über Kinder- und Jugendrechte, eigene Grenzen, Gewalt im Sport und Hilfsangebote sprechen.
Neben dem neuen Seminarbaustein erhielten alle Partner vor Ort weitere Materialien für ihre Öffentlichkeitsarbeit, darunter das Wimmelbild als Schild, organisationsspezifische Roll-Ups und kindgerechte Plakate.

Weitere Informationen zum Netzwerk und zum Kindeswohl unter: www.kindeswohl-im-sport.de


Unterwegs: Auf gutem Weg in herausfordernden Zeiten

Das neue Führungsduo der Sportjugend Hessen im Gespräch

Zwischenstopp dsj-Vollversammlung: Malin Hoster und Mario Machalett (Foto: Jürgen Herget)

(24.11.2022) Klimafreundlich Reisen und nebenbei Aufgaben und Ziele für Hessens größten Jugendverband diskutieren? Das geht, wenn sich Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer Mario Machalett mit der Bahn von Frankfurt auf den Weg nach Wuppertal macht.
Beide waren Ende Oktober Mitglieder der Delegation, die während der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (dsj) die Interessen des Jugendsports aus hessischer Perspektive eingebracht hat. Die Bahnfahrt haben Hoster und Machalett genutzt, um über die derzeitigen Herausforderungen im Sport, Identität und Grundausrichtung der Sportjugend sowie konkrete thematische Schwerpunkte, die in der aktuellen Wahlperiode liegen, zu sprechen.

„Malin, wie werden wir die komplexen, aktuellen Herausforderungen für unseren Verband meistern?“ Energiekrise, Inflation, die Auswirkungen der Pandemie betreffen nicht nur jeden Einzelnen. Auch die Vereine, Verbände, Sportkreise und der organisierte Sport als Ganzes müssen die Herausforderung annehmen. Sie fordern angemessene Rahmenbedingungen, um weiterhin ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung nachkommen zu können. „Die Sportjugend wird ihre originären Themen wie Bewegungsförderung, Jugendbildung und Qualifizierung, Kindeswohl im Sport, junges Engagement und Teilhabe in den politischen Diskurs einbringen. Es dürfen nicht – wie so oft – die jungen Menschen sein, die kein Gehör finden, Mario“.

„Die Sportjugend Hessen ist und bleibt eigenständig, ebenso wie die Jugendstrukturen im hessischen Sport. Sie gibt wichtige Impulse für den Jugendsport und wird weiter als sport- und jugendpolitische Akteurin aktiv sein“, dies wird im Gespräch von Hoster und Machalett deutlich. Durch enge, vertrauensvolle Kooperation mit dem lsb h sollen gleichzeitig im Schulterschluss wichtige Sujets wie Kindeswohl & Safe Sport sowie Sport & Digitalisierung vorangebracht werden. Zudem ist der regelmäßige und offene Austausch mit den weiteren Akteuren im hessischen Sport und im politischen Umfeld fest eingeplant. „Welche Grundausrichtung wollen wir dabei einnehmen, Malin?“ „Aus Vorstandssicht kann ich sagen, dass wir die Interessen von jungen Menschen in Hessen vertreten, ihnen gute Angebote machen und zudem die Arbeit von Multiplikatoren/innen im Jugendbereich qualifiziert unterstützen werden.“

Neben den Regelaufgaben hat sich der Vorstand zwei konkrete thematische Schwerpunkte für seine aktuelle Wahlperiode gesetzt:

1. Stärkung und (Weiter-)Entwicklung eines zukunftsfähigen Kinder – und Jugendsports
Hoster kann bereits von konkreten Bausteinen berichten: „Über das Projekt ‚Mehr Bewegung in den Kindergarten‘ weiten wir die Kooperationen von Kitas mit Sportvereinen deutlich aus.“ Damit können mehr Kinder ein qualifiziertes Bewegungsangebot wahrnehmen und ihnen wird zugleich der Zugang zu den Vereinen erleichtert. „Und für Jugendliche“, so Hoster im Gespräch, „wird aktuell das Projekt ‚Step it up‘ entwickelt. Mit diesen mehrtägigen Jugendfestivals wollen wir diese Zielgruppe stärker für die Vereinsarbeit gewinnen.“

2. Ökologisch, ökonomisch, sozial – Nachhaltigkeit im Sport
„Warum ausgerechnet dieses Thema, Malin?“ Kurze Frage, klare Antwort. „Das Thema beschäftigt viel junge Menschen!“ Sportler/innen sind viel unterwegs, der Sport benötigt Material und entsprechende Infrastruktur. Außerdem ist es eine Generationenfrage und Perspektive für die Lebensbedingungen nächster Jahrzehnte.

„Und was hältst Du von einer Klimabilanz für die Sportjugend, Mario?“ „Sehr guter Vorschlag, ich bin gespannt, wie wir aktuell dastehen und wie wir uns verbessern können. Übrigens, das Wimmelbild zum Thema Nachhaltigkeit im Sportverein ist fertig und ich freue mich schon auf die Resonanz.“ „Darauf bin ich genauso neugierig wie auf die neuen Fortbildungen zu diesem Thema. Lass uns das unbedingt auf dem Hauptausschuss des lsb h vorstellen.“

Gesagt, getan… Und die Reise geht weiter, mit den Haupt- und Ehrenamtlichen der Sportjugend Hessen und vor allem mit anpackenden Vertreter/innen ihrer Mitgliedsorganisationen, den Jugendvorständen in den Sportkreisen und Fachverbänden, den Übungs- und Jugendleiter/innen und allen Freiwilligen und Engagierten im Jugendsport.


Gemeinsam für Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Sport

BundesNetzwerkTagung BuNT als Leuchtturm für queere Community

(22.11.2022) Vom 31. Oktober bis 6. November fand die 5. BundesNetzwerkTagung des queeren Sports (BuNT) erneut statt, um sich mit queeren Belangen, Teilhabe und Chancengleichheit auseinanderzusetzen. Nachdem die Fachtagung wegen der Pandemie in den vergangenen beiden Jahren nur digital stattfinden konnte, freuten sich die Teilnehmenden in diesem Jahr auf ein buntes Programm vor Ort in der Deutschen Sporthochschule Köln. Auch digitale und hybride Formate waren Teil der Veranstaltung. Eingeladen hatte der Landessportbund Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Sportverein SC Janus aus Köln und dem Stadtsportbund Düsseldorf. Die Sportjugend Hessen gehörte zum Organisationsteam der Tagung. Von Montag bis Donnerstag konnten sich interessierte Teilnehmende digital an Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen beteiligen. Von Freitag bis Sonntag stellte die Deutsche Sporthochschule in Köln ihre Räumlichkeiten zur Verfügung.

Vielfältige Herausforderungen und Lösungsansätze
Nach Berlin (2018), Hamburg (2019) und zwei digitalen Veranstaltungen (2020 und 2021) gab es in Köln ein buntes Wiedersehen von rund 50 Engagierten aus der Welt des queeren Sports. Die Sporthochschule als Ort der Wissenschaft bot dafür einen passenden Rahmen und trug dazu bei, dass die Themen nah, erfahrbar, diskussionsfreudig und interdisziplinär angegangen werden konnten. Bereits die Eröffnungsveranstaltung zeigte, wie wertvoll und notwendig die regionale und fachübergreifende Vernetzung ist – Sport, Politik, Wissenschaft und queere Communities diskutierten die Frage, wer die Verantwortung dafür trägt, dass Teilhabe und Chancengleichheit für queere Sportler*innen gelingen. Nach einem Grußwort der nordrhein-westfälischen Familienministerin Josefine Paul diskutierten Michaela Röhrbein (DOSB-Vorstand), Sven Lehmann (Queer-Beauftragter der Bundesregierung), Julia Monro, (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V.), Stephan Borggreve (Sportverein SC Janus) und Thomas Abel (Deutsche Sporthochschule Köln) darüber, welche Fragen sich im Kontext sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Sport stellen und wie ihnen begegnet werden kann. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass jeder Bereich eine Mitverantwortung trägt. Ein unterstützendes Umfeld in Team und Verein sei genauso wichtig wie die Dach- und Spitzensportverbände und der Schul- und Hochschulsport, um sich für die Belange von queeren Sportler/innen einzusetzen.

Sportjugend Hessen als engagierte Mitstreiterin
Die Sportjugend Hessen steuerte zwei Workshops zum Programm bei. Am Donnerstagabend konnten sich Übungsleitungen und Interessierte im Workshop „Support your Coach“ damit beschäftigen, wie sexuelle Vielfalt im Verein thematisiert und Trainer/innen dabei unterstützt werden können, Diskriminierung im Sportumfeld abzubauen. Am Samstagnachmittag ging es in Köln im Workshop „Intersektionalität im queeren Sport“ um einen erweiterten Blick auf das gesamte Themenfeld. Die Teilnehmenden beider Workshops konnten sich gut in das Thema einbringen und Ideen für die Praxis in ihre eigenen Vereine mitnehmen.

Auch im kommenden Jahr will das Team der Sportjugend Hessen die Fachtagung mit vereinten Kräften unterstützen. Das Ziel, sicheren Sport für alle zu ermöglichen und Diskriminierung abzubauen, ist noch nicht erreicht. Die Bundesnetzwerktagung bietet eine wichtige Plattform für alle engagierten Mitstreiter/innen und bleibt ein fester Termin im Veranstaltungskalender des organisierten Sports, vielleicht sogar mit einem künftigen Tagungsort Frankfurt am Main.

 


Sport integriert Hessen

Ein Programm mit Sozialraumorientierung

Gemeinsamkeiten schaffen (Foto: Sportjugend Hessen)

Anfang 2022 wurde das Erfolgsprogramm „Sport und Flüchtlinge“ durch das neue Landesprogramm „Sport integriert Hessen“ abgelöst, das weiterhin gemeinsame vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen durchgeführt wird. Die wichtigste Neuerung ist die Erweiterung hinein in den Sozialraum: Neben Geflüchteten können nun ebenfalls alle anderen sozial benachteiligten Menschen gefördert werden, z. B. Einkommensschwache und Bildungsferne.

Zentrales Element bleiben die Sport-Coaches, also Menschen, die zwischen der Zielgruppe und den Sportvereinen Brücken bauen und vor Ort netzwerken. In diesem Jahr sind erneut mehr als 300 Sport-Coaches größtenteils ehrenamtlich in mehr als 200 hessischen Städten und Gemeinden aktiv. Volker Rehm, bei der Sportjugend Hessen für das Programm zuständiger Referent, stellt dabei fest: „Besonders erfreulich ist es, dass fast 25 % der Sport-Coaches selbst eine Zuwanderungs- oder Fluchtgeschichte haben.Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Zielgruppe der ukrainischen Geflüchteten. Hier leistet der Sport wieder einmal schnelle und unbürokratische Hilfe und bietet vor allem den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, schnell wieder in Bewegung zu kommen. Ein Qualitätsmerkmal des Landesprogramms sind die Fortbildungen, die jeder Sport-Coach einmal im Jahr besuchen muss. Neben dem Aufbau von Netzwerken und dem Erfahrungsaustausch werden starke inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Aktuelle Themen waren u. a. „Zukunft von Zuwanderern in ländlichen Regionen“, „Rechtspopulismus & Verschwörungsideologien: (k)ein Thema im Sport?“ oder „Sport als Partner im Sozialraum“.
Wer sich vorstellen kann, in 2023 als Sport-Coach aktiv zu werden, bekommt weitere Informationen unter E-Mail: Sport-Coach@remove-this.Sportjugend-Hessen.de oder unter Tel.: 069/6789-245.


Neuer Termin: Online-Sprechstunde rund um digitale Kommunikation

Das Projektteam von digital, demokratisch, dabei bietet weiterhin eine Online-Sprechstunde zu digitalen Themen an. Dabei können Sportkreise, Fachverbände und Vereine u. a. Alexa Schaegner (Politik digital e.V.) Fragen stellen zur Handhabung von digitalen Tools, der Ansprache von jungen Menschen über Online-Medien und zu Möglichkeiten, die Kommunikation und Beteiligung auf digitalem Weg zu verbessern.

Die nächste Online-Sprechstunde findet am Montag, 14.11.2022 von 18:30 Uhr – 19:30 Uhr statt.

Interessierte können sich bis einen Tag vor der Sprechstunde per E-Mail mit einer kurzen Beschreibung ihres Anliegens bei Kathrin Schneider anmelden unter: KSchneider@remove-this.sportjugend-hessen.de


Willkommen beim Vereins-Sommerfest

Wimmelbild mit Ideen für Nachhaltigkeit im Sportverein

Das neue Wimmelbild der Sportjugend Hessen entführt die Betrachter auf das Sommerfest des Sportvereins „Bunte Riege“. Reparieren statt wegwerfen, heißt es im Repair-Café, Vegetarisches gibt´s beim Tierwohl-Grill und während die einen auf der Bühne tanzen, sammeln andere Müll auf der grünen Wiese am Badestrand. Das Besondere an diesem fiktiven Sportverein ist, dass er schon auf gutem Wege ist, um die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der UN umzusetzen. Auf gutem Wege heißt aber auch, dass der Weg noch lange nicht zu Ende ist, weshalb es realistische, alltagsnahe und utopische Situationen zu sehen gibt. Die realistischen Szenen zeigen, wie in vielen Sportvereinen Vereinsheim und das Vereinsleben aussehen können, wie Sportler/innen und Teams das Miteinander gestalten und was die Aktiven und Festbesucher/innen gerne essen. Die utopischen Situationen zeigen Wünsche, Ziele oder erste kleine nachhaltige Schritte.

Impuls für Jung und Alt
Jedes Alter ist auf dem Wimmelbild in Aktion und das sportliche Gewimmel ist eine Entdeckungsreise und Ideensammlung , um weitere, eigene Nachhaltigkeitsansätze zu entwickeln. Kinder animiert es zu Suchspielen oder Gruppenspielen. Bereits die Kleinsten finden solche Bilder spannend, aber auch Erwachsene entdecken wieder das Kind in sich. So gibt es interessante Blickwinkel für Vorstandsmitglieder genauso wie Trainer/innen oder Vereinsmitglieder. Alle finden Anregungen für den eigenen Vereinsalltag oder auch für das nächste Fest oder es bietet einfach einen kreativen Einstieg, um über das Thema Nachhaltigkeit ins Gespräch zu kommen. Zudem motiviert das Bild, sich mit den 17 bunten Kacheln der UN und ihren Nachhaltigkeitsbotschaften auseinander zu setzen.
Das Wimmelbild ist gemeinsam mit der Kooperationspartnerin der Sportjugend Hessen, der Regionalen Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West (kurz: „Renn.West“) entstanden und konnte dankeswerter Weise im Rahmen ihrer Kampagne „Ziele brauchen Taten“ umgesetzt werden.

Das Wimmelbild zum Download: https://ziele-brauchen-taten.de/wimmelbild-nachhaltigkeit-im-sportverein/
Bestellungen in kleiner Anzahl bei der Sportjugend Hessen, Heike Priess, Tel.: 069/6789-268, E-Mail: HPriess@remove-this.sportjugend-hessen.de

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Studien belegen: Sexualisierte Gewalt im Sport kein Einzelfall

Angebote der Sportjugend Hessen unterstützen vorbildlich im Bereich Kindeswohl

Im September 2022 wurden mit dem Abschlussbericht der größten Breitensport-Studie „Sicher im Sport“ und der Fallstudie der Aufarbeitungskommission zu sexuellem Kindesmissbrauch im Sport gleich zwei Studien zum Thema sexualisierte Gewalt im Sport veröffentlicht.
Zentrale Ergebnisse: Gewalterfahrungen im organisierten Sport sind eindeutig keine Einzelfälle, Mädchen und Frauen machen wesentlich mehr negative Erfahrungen als männliche Mitglieder, aber neun von zehn betroffenen Personen betonen gleichzeitig ihre allgemein guten bis sehr guten Erfahrungen mit dem Vereinssport. Notwendige Konsequenz, die sich aus dem Abschlussbericht der Studienmacher (Forschungsverbund der Deutschen Sporthochschule Köln, des Universitätsklinikums Ulm und der Bergischen Universität Wuppertal) ergibt: „Anlaufstellen für Betroffene und Schutzkonzepte für Sportvereine sind erforderlich“. An der Studie hatten sich 4.300 befragte Vereinsmitglieder und rund 300 Sportverbände, Sportkreise und Kreissportbünde beteiligt und sie wurde u.a. über den Landessportbund NRW sowie auch durch die Sportjugend Hessen gefördert.

Anlaufstellen und Schutzkonzepte dringend erforderlich
„Der organisierte Vereins- und Verbandsport sollte dringend nach geeigneten Wegen suchen, wie er proaktiv und gut sichtbar auf diejenigen zugehen kann, die Rat und Unterstützung bei Gewalterfahrungen benötigen“, betont Prof. Dr. Bettina Rulofs (Sporthochschule Köln), die das Projekt gemeinsam mit Dr. Marc Allroggen (Universitätsklinikum Ulm) leitet: „Vereinsmitglieder mit einem höheren sportlichen Leistungsniveau, beispielsweise Teilnehmende an nationalen und internationalen Wettkämpfen, und solche mit längeren Trainingszeiten sind stärker von Gewalt betroffen als Vereinsmitglieder im Freizeitsport.“

Psychische Gewalt im Sport weit verbreitet
Zudem wurde psychische Gewalt in Form von Erniedrigungen, Bedrohungen oder Beschimpfungen am häufigsten von den befragten Vereinsmitgliedern angegeben. Insgesamt 63 Prozent berichten, dies bereits im Kontext des Vereinssports mindestens einmal erlebt zu haben. Zudem bestätigte ein Viertel der Befragten sexualisierte Belästigungen oder Grenzverletzungen ohne Körperkontakt im Vereinssport. Ein Fünftel der befragten Vereinsmitglieder berichtete von sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt. Die Studie zeigt außerdem, dass Betroffene von Gewalt im Sport nur selten über ihre Erfahrungen berichten und kaum Unterstützung bei den Sportvereinen oder -verbänden suchen. Dass die Stadt- und Kreissportbünde sowie Landesfachverbände bereits verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht haben, um die Sportvereine vor Ort beim Schutz vor Gewalt zu unterstützen, belegen die nun veröffentlichten Ergebnisse ebenfalls. Dabei haben besonders die Landessportbünde und Sportjugenden eine wichtige Orientierungs- und Beratungsfunktion für die Mitgliedsverbände in den untersuchten Bundesländern. Sie benötigen zugleich noch mehr Ressourcen, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Sportjugend und Landessportbund Hessen mit vorbildlichen Unterstützungsangeboten Die Sportjugend Hessen und der lsb h engagieren sich seit mehr als 20 Jahren für das Thema „Kindeswohl im Sport“ und unterstützen Vereine, Sportkreise und Fachverbände. Derzeit bieten Landessportbund und Sportjugend jährlich rund 90 Aus- und Fortbildungen für Trainer/innen und Übungsleiter/innen zum Thema Kindeswohl im Sport an. Interessierte Vereine, Sportkreise und Verbände können sogenannte Seminar-Bausteine zum Kindeswohl bei der Sportjugend anfragen und in ihre Aus- und Fortbildungen integrieren. Darüber hinaus berät die Sportjugend Vereine, Sportkreise und Verbände zu Präventionsmaßnahmen und qualifiziert deren Ansprechpersonen. In zwei Projekten, die das Hessische Ministerium des Innern und für Sport finanziell fördert, werden seit 2019 zudem Verbände, Sportkreise und Vereine bei der Entwicklung von Kindeswohl-Konzepten unterstützt und dabei begleitet, Strukturen zu schaffen, in denen kein Platz für Gewalt, dafür viel Raum für positive Erfahrungen im Sport ist. So gibt es ein Wimmelbild zum Thema, das als Gesprächsanlass zum respektvollen, grenzachtenden Umgang miteinander dient und auch mit Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann. Ebenfalls wurde ein Faltblatt für Eltern entwickelt, auf dem Vereine die Kontaktdaten ihrer Ansprechpersonen festhalten können.

Leistungssport im Fokus
Eine weitere Studie lenkte die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema: Die Fallstudie der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs richtete diesmal den Blick auf den Sport und wertete 72 Fälle, sowohl länger zurückliegende als auch jüngere Ereignisse von Betroffenen aus. Zentrale Ergebnisse auch hier: Sexualisierte Gewalt kommt in verschiedenen Sportarten und insbesondere im organisierten Vereinssport vor. Die Betroffenen erlebten den Missbrauch überwiegend im Leistungssport und wettkampforientierten Breitensport. Im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt wurde auch über andere Gewaltformen wie Schläge, Tritte oder emotionale Gewalt berichtet. Im Rahmen der Studie gaben Betroffene auch an, dass sie sich Ansprechpersonen als erste Anlaufstelle wünschen, darüber hinaus die Entwicklung von Interventionsplänen, sowie eine unabhängige Anlaufstelle für Intervention und Aufarbeitung. Außerdem sei eine stärkere Sensibilisierung von Erwachsenen und insbesondere von Kindern und Jugendlichen für ihre Rechte wichtig. Auch der Wunsch nach einem unabhängigen Sanktions- und Kontrollwesen bei Vorfällen wurde laut.

Mindeststandards für Förderung in Hessen
Zurück nach Hessen. Hier will die Sportjugend Hessen das Thema weiter voran bringen: „Wir rufen die Vereine in Hessen auf, sich aktiv für Kindeswohl im Sport einzusetzen, um Kinder und Jugendliche bestmöglich vor Gewalterfahrungen im Sport zu schützen“, so Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen und Beauftragte für Prävention und Intervention beim lsb h. Um diese Haltung aktiv zu unterstützen, hat der Vorstand der Sportjugend Hessen seine Förderrichtlinie überarbeitet und knüpft ab 2023 die finanzielle Förderung an das Vorhandensein von Qualitätsstandards. Diese umfassen neben der Benennung und Qualifizierung einer Ansprechperson Kindeswohl im Verein auch die Unterzeichnung eines Verhaltenskodexes und von Verhaltensregeln. Zudem umfassen die Standards auch die Qualifizierung von Trainer/innen und Betreuer/innen, die Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses sowie eine entsprechende Positionierung und Verankerung des Themas im Verein. „Die Umsetzung von Maßnahmen zum Kindeswohl wird ab 2023 auch stufenweise Voraussetzung für eine finanzielle Förderung“, so Hoster. „Bei der Einführung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten stehen wir unseren Vereinen, Sportkreisen und Verbänden in Form von Beratung, Qualifizierung und mit zahlreichen Materialien zur Seite, dies ist uns besonders wichtig.“

Beratung für Betroffene und Vereine
Das Beratungsangebot der Sportjugend Hessen ist breit aufgestellt und umfasst den gesamten Themenbereich Kindeswohl im Sport. Neben (Verdachts-)Fällen von sexualisierter, psychischer und/oder körperlicher Gewalt können sich Betroffene, Eltern, Trainer/innen, Vorstände u. a. auch bei Mobbing, Diskriminierungen, Rassismus, Drogenmissbrauch, schwierigen Vereinskonflikten, Suizid(gefahr) oder anderen Vorfällen, die das Wohl von Kindern und Jugendlichen gefährden, melden. Die Beratungsstelle der Sportjugend arbeitet mit unabhängigen regionalen Fachberatungsstellen zusammen und kooperiert mit dem Kinderschutzbund Landesverband Hessen.

Kontakt: Angelika Ribler, Telefon: 01590/1319098, E-Mail: ARibler@remove-this.sportjugend-hessen.de

Weitere Informationen: www.kindeswohl-im-sport.de


Gelungener Abschluss der BOOM Feriencamps am Edersee

Berufsorientierungs-Projekt endet mit zwei Auszeichnungen

Und es hat BOOM gemacht (Foto: Provadis)

Das Berufsorientierungs-Projekt BOOM (BerufsOrientierung und grüne JObs Mal anders) hat es zwischen 2020 und 2022 zahlreichen Jugendlichen in Hessen und NRW ermöglicht, sich handwerklichen Berufen und dem Thema Nachhaltigkeit theoretisch und praktisch zu nähern. Insgesamt fanden zehn Feriencamps statt, die Hälfte davon mit insgesamt über 150 Teilnehmenden im Sport-, Natur - und Erlebniscamp Edersee der Sportjugend Hessen, die außerdem ein abwechslungsreiches Bewegungs- und Freizeitprogramm erleben konnten. Die sechstägigen Feriencamps haben Provadis, dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) und die Sportjugend Hessen gemeinsam durchgeführt Gefördert wurde das bundesländerübergreifende BBNE Projekt (BBNE = Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Europäischen Sozialfonds.

Berufsorientierung durch Workcamps
Die BOOM-Feriencamps am Edersee richteten sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Teilnehmenden konnten lernen, dass Nachhaltigkeit in jedem Bereich des Alltags – ob Ernährung, Wohnen oder Mobilität – und auch im Berufsleben von großer Bedeutung ist.
So lernten 30 Jugendliche in den Osterferien unter dem Motto „Alltagskonsum und Design“ den nachhaltigen Umgang mit Alltags- und Konsumgütern kennen. In verschiedenen Workshops beschäftigten sie sich mit Wertschöpfungsketten von Produkten und Dienstleistungen in Zeiten von globalen Phänomenen wie Urbanisierung und Digitalisierung. Es ging darum, das eigene Handeln zu reflektieren, Szenarien für die mögliche Berufswahl zu entwickeln und handwerkliche Fähigkeiten auszuprobieren.

Abschlussprojekt „Bauen und Wohnen“
Den würdigen Abschluss des Förderzeitraums bildete das zehnte BOOM-Feriencamp am Edersee in den vergangenen Sommerferien. Mit dem Schwerpunkt „Erkunden und Verwenden der Rohstoffe Holz, Bambus und Lehm“ lernten 42 Jugendliche die Unterschiede zwischen dem Bauen mit Holz und mit (Stahl-) Beton unter Nachhaltigkeitsaspekten kennen. Gemeinsam mit Zimmermann und Bauingenieur Jascha Roosen sowie Baumkletterer Bernat Schneider restaurierten sie das Dach eines Baumhauses. Unter der Anleitung des Bambusexperten Mario Kaaf entstand ein cooles Upcycling-Projekt, eine Outdoor-Strandbar aus Holz, Bambus und alten Bannerplanen. Ein weiteres Highlight war der Lehm-Workshop mit Ralph Krombach von Lehm & Farbe in Waldeck-Alraft. Die Jugendlichen konnten das Formen von Bausteinen aus Recyclinglehm, das Modellieren mit Strohlehm sowie das Verputzen und Mauern mit Lehm, Mörtel und Steinen ausprobieren. Der 15-jährige Milan Charlier aus Marburg war total begeistert: „So viel wie in dieser Woche habe ich in einem ganzen Schuljahr nicht über Nachhaltigkeit gelernt. Es ist super schade, dass es die BOOM Feriencamps zukünftig nicht mehr gibt“.

Ausgezeichnetes BOOM-Projekt
Die BOOM-Feriencamps sind von der EU-Arbeitsgruppe „Vocational Education and Training and the Green Transition“ als „inspirierende Praxis“ ausgewählt worden und von der Deutschen UNESCO-Kommission erhält BOOM im Rahmen des UNESCO-Programms „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen (BNE 2030)“ die „Nationale Auszeichnung - Bildung für nachhaltige Entwicklung 2022/2023“.


Ein Diplomat und Strippenzieher

Jürgen Herget fährt ab November auf neuen Wegen

Ei gude, Jürgen Herget

Wo steckt Jürgen Herget, Geschäftsführer der Sportjugend Hessen? In der Staatskanzlei in Wiesbaden, um Gespräche auf höchster politischer Ebene zu führen, oder unter einem der vielen Schreibtische in der Frankfurter Geschäftsstelle, weil die PC-Verkabelung mal wieder klemmt?
Bis zum 31. Oktober können sich die Kolleg*innen der Sportjugend diese Frage stellen. Danach beginnt für alle eine neue Zeit: Denn Jürgen Herget, der große Diplomat von Hessens größtem Jugendverband, verabschiedet sich in den Ruhestand.

Begegnungen, die zu Freundschaften wurden
38 Jahre Sportjugend! Jürgen Herget kann tatsächlich auf fast vier Dekaden Arbeit für die Sportjugend zurückblicken. 1984 noch als ehrenamtlicher Freizeitteamer für den Verband unterwegs, war er drei Jahre später bereits als Jugendbildungsreferent angestellt und ab 1992 in der Geschäftsführung der Sportjugend aktiv.
Martin Schönwandt, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend, erinnert sich: „Für mich war Jürgen in meiner Zeit als Geschäftsführer der dsj immer ein wichtiger Partner, vor allem, wenn es um etwas komplexere Zusammenhänge ging. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber gerade daraus sind oft neue Ideen und Perspektiven entstanden. Insbesondere in der Frage der Eigenständigkeit der Sportjugenden und deren Identität als Jugendverband hat er regelmäßig wichtige und orientierende Positionen im Kreis der Mitstreiter/innen aus den anderen Mitgliedsorganisation vertreten, die nachhallten.“ Aus Norddeutschland kommt dazu der Dank von Carsten Bauer, Geschäftsführer der Sportjugend Schleswig-Holstein, für den großen Einsatz: „Jürgen Herget hat den Austausch und die Zusammenarbeit der Landessportjugenden mit großem Einsatz und Präsenz geprägt.“ Dabei hat er sich stets für die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendsports eingesetzt.
Auch für den langjährigen Geschäftsführer des Hessischen Jugendrings Peppi Schmidbauer war Jürgen Herget immer ein „wichtiger, kompetenter und zuverlässiger Ansprechpartner und Wegbegleiter. Jürgen war in seinen Funktionen (viele Jahre Vorsitzender des hjr) neben vielen jugendpolitischen Entscheidungen und Aktivitäten auch mitverantwortlich für die qualifizierte finanzielle Absicherung der Jugendverbandsarbeit in Hessen und die einvernehmliche Verteilung der Gelder unter den hessischen Jugendverbänden.“
Im Laufe der Jahre sind dabei viele Freundschaften im beruflichen Kontext entstanden, die gewiss lange anhalten werden.
Für Juliane Kuhlmann, Präsidentin des Landessportbundes Hessen, wurde während ihrer mehr als 20-jährigen Vorstandstätigkeit bei der Sportjugend der tägliche Austausch zum Ritual. „Ich schätze ganz besonders an Jürgen, dass ihm das Thema ‚Jugendbildung‘ immer ein wichtiges Anliegen gewesen ist. Junge Menschen in ihrem Engagement – auf welcher Ebene auch immer - zu stärken, sei eine echte Jugendbildungsmaßnahme, hat er immer betont. Recht hat er!“
Wer mit so vielen herzlichen Komplimenten zum Abschied überschüttet wird, muss einiges richtig gemacht haben.

Krisenfest und motiviert
Gemeinsam gab es nicht nur große Bauvorhaben rund um die Bildungsstätte in Wetzlar und das Camp am Edersee zu meistern, sondern durchaus auch einige schwierige Zeiten zu überwinden. Zuletzt galt es, die Folgen der Pandemie ohne große finanzielle Schäden zu überstehen – mit Erfolg. Frisch und motiviert bis zu seinem letzten Bürotag sitzt Jürgen Herget am Schreibtisch, leitet Meetings und führt Verhandlungen.
„Das alles geht nur mit einem großartigen Team“, weiß Jürgen Herget und bedankt sich bei allen Kolleg/innen für den guten Zusammenhalt, das selbstverantwortliche Arbeiten und den Blick auf gemeinsame Ziele. Mit gutem Händchen für die Personalpolitik schätzt er Eigenverantwortlichkeit im Kolleg/innenkreis und fördert stets innovative Ansätze.

Innovativer Geist
Geschicktes Agieren und Verhandeln auf der höchsten Ebene der hessischen Politik und des Sports prägen sein Berufsleben in der Otto-Fleck-Schneise. Jürgens nie nachlassendes Engagement zum Wohle aller hat dabei viele Früchte getragen und wird noch lange nachwirken.
Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, erinnert sich gerne an den regen und inspirierenden Austausch bei zahlreichen Treffen mit Vertreter/innen der Sportjugend. „Ich danke Jürgen Herget, der sich in seiner Position als Geschäftsführer von Hessens größtem Jugendverband stets engagiert für die Interessen junger Menschen und sich seit vielen Jahren für den Jugendsport eingesetzt hat. Mit dem Gespür für die richtigen Themen ist die Sportjugend Hessen ein verlässlicher Partner für die Jugend- und Sportpolitik und ein wichtiger Teil des organisierten Sports in Hessen.“

Allerdings ist Jürgen Herget nicht nur Manager und Diplomat, sondern auch Strippenzieher im wahrsten Sinne des Wortes. Als leidenschaftlicher IT’ler und von seiner stetigen Neugier und dem Interesse an technischen Innovationen hat die Sportjugend stark profitieren können. Dabei sind dann und wann auch seine Kolleg/innen verzweifelt und er selbst an ihnen, wenn deren technisches Verständnis fehlte.

Jung, sportlich, hessisch
Nichts passt besser zu Jürgen Herget als die drei Attribute der Sportjugend: sportlich – jugendlich - hessisch. Der Frankfurter Bub tritt zwar ins Rentenalter ein, doch ist er allzeit jung im Herzen geblieben. Und sportlich obendrein: Täglich bei Wind und Wetter auf dem Rad quer durch Frankfurt zum Arbeitsplatz oder auch mal nach Wetzlar in die Bildungsstätte. Mit Helm und Schutzweste kein Problem für den passionierten Radfahrer. Und dazu regelmäßig mehrmals wöchentlich in der Mittagspause eine lange Runde joggend durch den Stadtwald. Fit und agil, so wie sein Jugendverband.

Auf neuen Wegen
Auch wenn Jürgen Herget schon halb Europa mit dem Fahrrad bereist hat, gibt es für ihn noch einige weiße Flecken auf der Landkarte, die abgefahren werden wollen. Die nächste längere Reiseperiode gemeinsam mit seiner Frau ist bereits in Planung. Sein Ruhestand wird also keiner sein, denn Jürgen wird immer auf der Suche nach neuen Standorten, Perspektiven und Herausforderungen sein.

Nachfolger wird Mario Machalett, bisher stellvertretender Geschäftsführer und Leiter des Referates Finanzen und Organisation.

 


Netzwerken in Sachen Vielfalt

Integrations- und Inklusionslots*innen treffen sich in Wetzlar

Vielfalt im Sport, Arbeiten im Sozialraum, kommunale Netzwerke, die Krise in der Ukraine und auf dem Energiesektor – Themen, die in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar das Treffen der Integrations- und Inklusionslots/innen der hessischen Sportkreise mit dem Team des Referats Vielfalt der Sportjugend Hessen bestimmt haben.

Wertvolle Unterstützung vor allem für Kinder
Bei den Angeboten und Kapazitäten für die Geflüchteten aus der Ukraine gibt es in den Sportkreisen regional große Unterschiede, so die Ergebnisse einer kurzen Befragung. Unterschiedliche Strukturen und Ressourcen in den Kreisen träfen demnach auf eine erschwerte Kommunikation mit der Zielgruppe. Hier seien einmal mehr die Sport-Coaches gefragt, die im Rahmen des Landesprogramms „Sport integriert Hessen“ wertvolle Arbeit leisten können.
„Allerdings darf man die Ansprüche, was Integration zu sein hat, nicht auf die ukrainischen Geflüchteten übertragen“, so Behzad Borhani vom Sportkreis Gießen. „Denn viele Personen sind zwar sehr dankbar für Angebote, die Ablenkung und Zeitvertreib bieten, haben aber meistens nicht vor, in Deutschland zu bleiben. Deshalb haben sie auch kein Interesse daran, sich nachhaltig in die Gesellschaft einzubringen.“
Ein Fazit der Anwesenden: Schnelle Unterstützung und unkomplizierte Angebote sind vonnöten, nachhaltige Integration kann (fast) von selbst erfolgen. Zum Beispiel für die ca. 6.000 ukrainischen Kinder unter 13 Jahren in Hessen. Gerade sie benötigen Hilfe, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten – Sport könne dabei eine wertvolle Unterstützung sein .

Integration und Inklusion in Schule und Verein
Des Weiteren war bei dem Treffen die Frage wichtig, was zusammen von den Integrationskoordinator/innen und den Inklusionslots/innen des Projektes „Mit dir inklusiv im Sport“ erarbeitet werden könne. Erfolgversprechend wäre es, so die Anwesenden, die Themen in die Kooperationen von Schule und Verein einfließen zu lassen und mehr offene Bewegungsangebote anzubieten. Außerdem wurde in die konkrete Planung dreier Sportkreise eine gemeinsame interkulturelle ÜL-C-Ausbildung aufgenommen.

 


Zeit und Raum für wertvollen Austausch

Sportjugendvorstand trifft jugend- und sportpolitische Sprecher*innen der demokratischen Parteien

(v.l.) Dr. Daniel Illmer, Malin Hoster, Amadeus Itzenhäuser, MdL Günter Rudolph, MdL Turgut Yüksel
(v.l.) MdL Max Schad, Dr. Daniel Illmer, Malin Hoster, MdL Andreas Hofmeister, Jürgen Herget

Im Rahmen von Antrittsbesuchen bei den jugend- und den sportpolitischen Sprecher/innen der Landtagsfraktionen konnte die neu gewählte Sportjugendvorsitzende Malin Hoster mit ihrem Team über die zahlreichen Vorhaben und Ideen der Sportjugend Hessen berichten. Sie stellte den neuen Vorstand und dessen Überlegungen für das Arbeitsprogramm und die Schwerpunkte bis 2025 vor.
Der intensive Austausch mit den Landtagsabgeordneten war geprägt von lebhaften Diskussionen zu den verschiedenen Projekten und Themen der Sportjugend und vor allem von der Entwicklung von Ideen und Ansätzen für die Umsetzung.

Die Sport- und Jugendpolitik im Blick
Den Auftakt machte die SPD, für die der Fraktionsvorsitzende Günther Rudolph in die Sportschule des lsb h gekommen war. Er und Turgut Yüksel, sein Kollege aus der Jugendpolitik, gaben wertvolle Anregungen zu den vorgestellten Projektentwicklungen im Bereich Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche.
Auch die Abgeordneten von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, Vanessa Gronemann für den Sport und Felix Martin für die Jugendpolitik zuständig, gaben sehr gute Hinweise. Beispielsweise zum Themenkomplex „Kindeswohl im Sport“, in dem die Sportjugend mit zwei größeren, vom Hessischen Sportministerium geförderten Maßnahmen bei Vereinen und Verbänden in ganz Hessen unterwegs ist.
Zu einem Treffen in den Fraktionsräumen der CDU luden Andreas Hofmeister und Max Schad ein. Hier entspann sich ebenfalls eine rege Diskussion, insbesondere zur Initiative „Mehr Bewegung in den Kindergarten“, die unter Einbeziehung der kommunalen Seite in den nächsten Jahren sukzessive und möglichst flächendeckend ausgebaut werden soll.  

Immer im Gespräch bleiben
Insgesamt haben sich die verschiedenen Gespräche als äußert hilfreich erwiesen und es zeigte sich, dass auch die Terminplanung dafür günstig gelegen war. Denn jetzt, ungefähr ein Jahr vor der Landtagswahl ist genau der richtige Zeitpunkt, um Ideen, Ansätze und auch Forderungen an die Landespolitik einzubringen.
Als Nächstes stehen die Gespräche mit der FDP und mit der Fraktion DIE LINKE an. Und auch auf dem Jugendhauptausschuss der Sportjugend, der am 25. März in Grünberg stattfinden wird, soll ein Rahmen für den politischen Austausch geschaffen werden.
Der konstruktive Dialog mit den Abgeordneten der demokratischen Fraktionen der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien wird gemeinsam mit den Jugendvertretungen aus den Sportkreisen und Verbänden kontinuierlich fortsetzt.

 


Sportassistent*innen - kostenfreie Ausbildung in 2023

Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport fördert im Rahmen seiner „Qualifizierungs-Offensive“ die Ausbildung von Sportassistent*innen in den hessischen Sportvereinen. Alle, die sich bis spätestens 31.12.2022 verbindlich zu einer Ausbildung anmelden, müssen keine Teilnahmegebühren bezahlen.  

Teilnehmen können 13- bis 16-jährige Jugendliche, die sich in der Vereinsjugendarbeit bereits aktiv beteiligen oder Lust haben, sich künftig zu engagieren und Kinder- und Jugendgruppen anzuleiten.  

Termine  

SPA 223 Ronneburg, 17.-23.04.2023 (3. Osterferienwoche), Jugendzentrum Ronneburg  

SPA 224 Frankfurt, 05.-07.05.2023 und 02.-04.06.2023, Sportschule Frankfurt   

SPA 225 Eschwege, 12.-14.05.2023 und 16.-18.06.2023, Jugendherberge Eschwege 

SPA 226 Wetzlar, 26.08.-01.09.2023 (6. Sommerferienwoche), Sport- und Bildungsstätte Wetzlar 

SPA 227 Fulda, 06.-08.10.2023 und 03.-05.11.2023, Jugendherberge Fulda 

SPA 228 Wetzlar, 10.-12.11.2023 und 01.-03.12.2023, Sport- und Bildungsstätte Wetzlar  

Weitere Informationen zu den Ausbildungen und zur Anmeldung


Erster HOP! Landesjugendkongress in Wiesbaden

Eine Vision von Jugendbeteiligung soll Wirklichkeit werden

(17.10.2022) Vom 12. bis 14. Dezember 2022 wird das Thema Jugendbeteiligung in Hessen mit Leben gefüllt: Der HOP! Landesjugendkongress findet erstmals im Hessischen Landtag in Wiesbaden statt und ermöglicht einen neuartigen Dialog zwischen Jugend und Politik auf Landesebene. Bis zu 120 junge Menschen aus ganz Hessen werden zu diesem neuen offenen Format der Jugendbeteiligung mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm erwartet.

Der Kongress richtet sich an Schüler/innen, Azubis, Studierende und junge Berufstätige im Alter von 14 bis 25 Jahren, die sich z. B. fürs Klima, Integration oder bessere Bildungschancen engagieren oder in Vereinen und Verbänden aktiv sind. Aber auch die, die bisher kaum Berührungspunkte zur Politik und Partizipation hatten, sind herzlich willkommen. Die Teilnehmenden können gemeinsam über politische Themen diskutieren und mit Politiker*innen in den Dialog kommen. Die gesamte Veranstaltung ist als Open Space konzipiert, d. h., dass keine inhaltlichen Themen vorgegeben sind, sondern die Jugendlichen vor Ort gemeinsam entscheiden, worüber sie diskutieren möchten.

Der HOP! könnte ungefähr so ablaufen: Nach der Begrüßung durch die Landtagspräsidentin Astrid Wallmann und den Vorsitzenden des Hessischen Jugendrings, Mario Machalett, werden Themen sondiert und sogenannte Sessions gebildet, in denen sich die Jugendlichen in unterschiedlichen Konstellationen mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen. Aufbauend auf die inhaltlichen Diskussionen der Sessions entstehen so konkrete politische Forderungen. Weitere Programmpunkte und gemeinsame Pausen ermöglichen den jungen Menschen, sich besser kennen zu lernen, Ideen auszutauschen und eine gute Zeit zu haben.

Jugendbeteiligung soll Wirkung haben!
Eine Rallye durch die Stadt Wiesbaden soll Teil des Programms sein und die Nacht verbringen die Angereisten in der Jugendherberge in Wiesbaden. Am Dienstag lernen die Jugendlichen bei der Methode „World Café“ die Forderungen aus den anderen Sessions kennen und können dann abstimmen, welche Forderungen die größte Priorität haben und wer die Aufgabe übernimmt, diese den Politiker/innen zu präsentieren. Das Highlight des Landesjugendkongresses soll der Abschlusstag werden, an dem der Jugend die Bühne gehört und die Mitglieder des Landtags zuhören. Die Teilnehmenden treten dann in Dialog mit der Politik, bei Dialogforen und beim lockeren Austausch während des Mittagessens.

Aktuell ist alles noch in Planung und das Projektteam im Hessischen Jugendring ist im ständigen Austausch mit dem Jugendgremium, das den Jugendkongress mit organisiert. Das Gremium stellt sicher, dass sich die Beteiligung von Jugendlichen nicht nur auf den Kongress beschränkt. Vielmehr sind seine Mitglieder seit Januar 2022 an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt.

Beim HOP! Landesjugendkongress sollen möglichst viele Jugendliche mitmachen. Geworben wird verstärkt über die Sozialen Medien (Instagram @hop_landesjugendkongress) und mit Plakaten. Auf der Homepage stehen auch digitale Werbematerialien zur Verfügung. Mit ihnen kann der HOP! zusätzlich über Instagram, Facebook, Websites und E-Mail beworben werden und Inhalte können geteilt werden. Auch für weitere Infos zu wirksamer Jugendbeteiligung lohnt sich der Blick auf die Website des HOP! Dort sind die Hintergründe zur Entstehung des HOP! zusammengefasst und das Konzeptpapier „Jugendbeteiligung auf Landesebene“ verlinkt.

Verbindliche Anmeldungen über www.hop22.de

 


Inklusiv und losgelöst

Freizeitspaß des Juniorteams am Bodensee

Ausflug des inklusiven Juniorteams nach Lindau (Foto: Annamaria Peter)

(13.10.2022) Inklusive Freizeiten sollen regelmäßiger und selbstverständlicher Bestandteil im Angebot der Sportjugend Hessen werden. Um genau herauszufinden, was es für eine gelungene barrierefreie Ferienzeit alles braucht, hat eine Gruppe des inklusiven Juniorteams im Spätsommer einen Testdurchlauf in der Nähe des Bodensees gestartet. Gut drei Tage haben die 19- bis 26-Jährigen in Weiler Simmerberg im Landkreis Lindau verbracht und ihre Unterkunft, die Umgebung und die vorbereiteten Ausflüge prüfend mit der „barrierefreien Brille“ unter die Lupe genommen.
Sieben Mitglieder des zwanzigköpfigen Juniorteams hatten die Freizeit mit hauptamtlicher Begleitung der Sportjugend geplant und starteten mit einem Kleinbus der Sportjugendflotte in Richtung Bodensee. Das Ferienhaus mit 12 Betten, das niemand vorher kannte, stellte sich als sehr gut barrierefrei ausgestattete Unterkunft heraus.

Strukturen selber schaffen
Ziel war es, in diesen Tagen herauszufinden, ob die Umgebung und die Ausflugsziele für Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen und für eine auch sonst diverse Gruppe geeignet und sicher waren. Das inklusive Juniorteam sollte an seinem Urlaubsort möglichst viele Freiheiten genießen, gemeinsam Spaß haben und sich möglichst wenig durch Struktur eingeschränkt fühlen oder sich seine Strukturen selber schaffen können. Gerade für die Teilnehmenden mit körperlichen Handicaps war es angenehm, nicht gleich um 9 Uhr durchstarten zu müssen, denn sich morgens fertig zu machen, dauert durch die Gegebenheiten vor Ort und den Bedarf an Unterstützung einfach länger. Also war das Motto: Warum müde und gestresst in den Tag starten, wenn es auch gemütlich und gut gelaunt geht? Auch für die geplanten Ausflüge wünschten sich alle, genügend Zeit unterwegs zu haben und spontan sein zu können. So machte das Juniorteam in Bregenz an der Hafenpromenade einen ungeplanten Sparziergang mit anschließendem Trinkstopp in einem Café. Beim Wandern wurden längere Pausen an Aussichtspunkten oder am See eingeplant, ebenso kleine Stopps entlang der Wanderroute.

Dabei musste das Juniorteam einiges an Flexibilität an den Tag legen, denn Wege, die als barrierefrei angekündigt oder beschrieben waren, sorgten teils für unangenehme Überraschungen, erinnert sich die zuständige Referentin der Sportjugend Annamaria Peter: „Unterwegs haben wir öfter gemerkt, dass der Begriff der Barrierefreiheit sehr inflationär gebraucht wird. Auf unserer 11 km langen Wanderung um die Wasserburg gab es sehr steile Streckenabschnitte, viele Wege mit grobem Kies und sogar mit tiefer, weicher Erde und dicken Steinen – für viele ging das nur mit Unterstützung und für Menschen mit Rollstuhl war es nicht machbar. Aber wir haben gemerkt, dass Teamwork vieles möglich macht, und am Ende konnten wir mit gegenseitiger Hilfe jeden Weg passieren.“

Es waren erlebnisreiche Tage für das Juniorteam, zu denen auch die Stadtbesichtigung von Lindau und die Rätsel eines Escape Rooms gehörten. Wichtig für das Zusammensein waren außerdem Selbstversorgung und das gemeinsame Kochen im Haus. Neben Pizza gab es Wraps, selbstgemachte Salate und Veggie-Burger vom Grill. Es konnte auf der Terrasse im Sonnenuntergang gegessen werden und bei Kerzenschein ließen alle die Abende gemütlich ausklingen.

Nach der Freizeit ist vor der Freizeit
Das gesamte Juniorteam freut sich auf eine nächste Freizeit und auch für Annamaria Peter ist das Fazit positiv: „Natürlich ist eine inklusive Freizeit mit mehr Vorbereitung verbunden. Aber letztendlich geht es darum, die Bedürfnisse der Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen, sodass sich alle wohl fühlen können und eine Atmosphäre vorfinden, in die sie sich gerne einbringen.“

 


Land und Sportjugend Hessen geben offiziellen Startschuss für „Sporthelfer“-Programm

Lösel: „Wir bilden Jugendliche zu wichtigen Bindegliedern zwischen Schule und Sportverein aus.“

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass sich junge Menschen weniger bewegen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, stärkt das Land mit neuen Programmen wie „Sporthelferinnen und Sporthelfer in Hessen“ die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen. Heute haben Staatssekretär Dr. Manuel Lösel und der stellvertretende Geschäftsführer der Sportjugend Hessen, Dr. Daniel Illmer, an der Heinrich-Mann-Schule Dietzenbach den offiziellen Startschuss für das Sporthelfer-Programm gegeben. Dabei erklärte Lösel: „Das Besondere an ‚Sporthelferinnen und Sporthelfer in Hessen‘ ist, dass Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrkräften gezielt ausgebildet werden, damit sie später den Pausensport organisieren, bei der Ausrichtung der Bundesjugendspiele helfen oder wichtige Aufgaben in ihrem Sportverein übernehmen können. Mit unserem neuen Programm kommen wir nicht nur einem Kernanliegen unserer Regierungsarbeit – der Stärkung unserer Vereine – nach, sondern fördern auch die Bewegung junger Menschen in der Schule.“

Erfolgreiches Vorbild NRW

Das Sporthelfer-Programm stammt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, wo seit dem Jahr 2001 bereits mehr als 80.000 Sporthelferinnen und Sporthelfer ausgebildet werden konnten. Bei dem Programm erhalten Schülerinnen und Schüler im Alter von 13-17 Jahren an ihrer Schule eine sportartübergreifende Ausbildung durch ihre Sportlehrkräfte, die vorab in einer Qualifizierungsmaßnahme auf die Sporthelfer-Ausbildung vorbereitet wurden. Zusätzlich ist die Einbindung der örtlichen, mit der Schule kooperierenden Sportvereine vorgesehen. Die Sportjugend Hessen hat das Programm nun in angepasster Form auf Hessen übertragen. Der stellvertretende Geschäftsführer der Sportjugend Hessen, Dr. Daniel Illmer, zeigte sich erfreut über den Start des Pilotprojekts in Hessen: „Erstens trägt das Programm in besonderer Weise zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung junger Menschen bei und zweitens stellt es die Weichen für ein ehrenamtliches Engagement im Sport.“ Beides habe unter der Corona-Pandemie leider stark gelitten. „Als Jugend- und Sportverband bemüht sich die Sportjugend Hessen deswegen gerade sehr, Bewegungsangebote in Schule und Sportverein zu unterstützen sowie den Nachwuchs im Bereich des Ehrenamtes zu fördern.“

„Der Nutzen des Programms ist vielfältig“, ergänzte Staatssekretär Lösel. In erster Linie seien die beteiligten jungen Menschen die Profiteure. „Sie erhalten erste Grundlagen als Nachwuchs-Übungsleiter, lernen Bewegungs- und Sportangebote kennen und üben den Rollenwechsel vom Lernenden zum Anleitenden.“ Erfahrungsberichte aus Nordrhein-Westfalen zeigten, dass viele der heute dort tätigen Sportlehrkräfte, Übungsleiterinnen und Übungsleiter ihre ersten Impulse durch das Sporthelfer-Programm erhalten hätten. „Das frühzeitige Ausbilden junger Menschen ist ein wichtiger Ansatz, um sie langfristig im Sport zu binden. Ich danke allen Beteiligten sehr für ihr Engagement und bin schon gespannt auf die ersten Rückmeldungen unserer Schulen“, hielt Lösel abschließend fest.

(Text und Bild HKM)


Punktlandung in letzter Minute

Bewerbungsphase für Freiwilligendienst im Sport verändert sich

Der Freiwilligendienst stößt Lernprozesse an (Foto: Jürgen Lecher)

(07.10.2022) Die Bewerberzahlen für die Freiwilligendienste in Hessen sind laut der zuständigen Landesarbeitsgemeinschaft in diesem Jahr bei vielen Trägern zurückgegangen. Auch bei der Sportjugend Hessen stellte sich die Bewerberlage für den Jahrgang 2022/2023 anders dar als in den Jahren zuvor.

„Das Besetzungsverfahren ist in diesem Jahr so spät angelaufen wie nie und mit weniger Bewerber/innen als in den vergangenen Jahren. Allerdings gab es auch bis zu 16 % weniger Abiturienten in Hessen“, erläutert Rainer Seel, der die Freiwilligendienste für die Sportjugend seit über 20 Jahren verantwortlich betreut.  
„Wir konnten quasi in letzter Minute unsere ursprünglich geplanten 190 Verträge abschließen, bis Ende August waren noch 15 Stellen unbesetzt. Wir hatten deshalb erstmalig die Bewerbungsphase bis zum 15. September verlängert und nach individueller Rücksprache war sogar der 1.Oktober als Starttermin möglich. Diese Verträge laufen dann allerdings auch nur elf Monate, also bis Ende August 2023, um im gewohnten Rhythmus zu bleiben. Ich glaube aber, dass das „Freiwilligen-Geschäft“ künftig schwierig bleiben wird.“ Diese Prognose teilen Experten im gesamten Bundesgebiet und einige Träger trifft es deutlich härter als die Sportjugend Hessen, so sprechen Vertreter gerade der großen Wohlfahrtsverbände gar von einem „Bruch“.

Erklärungen für die verschärfte Bewerbersituation gibt es einige - etwa, dass viele junge Menschen in der Pandemie die Orientierung verloren haben und noch nicht wissen, wie sie ihre Zukunft gestalten sollen, sich durch Corona verunsichert fühlen, so dass man gerne mal zu Hause bleibe. Doch Rainer Seel sieht darüber hinaus auch ein Umdenken bei vielen jungen Menschen. „Sie haben während Corona gelernt, dass man sich nicht zu genau und zu früh fixieren sollte. Viele junge Frauen und Männer wollen flexibel bleiben und auch spontaner entscheiden können. Außerdem ist das Angebot für einen Freiwilligendienst jetzt wieder größer, also es gibt eine veränderte Konkurrenzsituation. Jugendliche tendieren wieder vermehrt dazu, ins Ausland zu gehen. Sie haben einen großen Drang, rauszukommen und sich die Welt anzuschauen.“ Das räumen auch andere Träger ein, ebenso eint sie die Feststellung, dass in der Corona-Zeit das ehrenamtliche Engagement grundsätzlich gelitten habe und die nun wieder bestehenden Präsenzveranstaltungen an Hochschulen sowie weitere Ausbildungsangebote auch eine Rolle spielen.

Freiwilligendienste müssen attraktiver werden
„Insofern muss in den nächsten Jahren das Augenmerk darauf gerichtet werden, die Freiwilligendienste attraktiver zu machen,“ folgert Seel. „Hier sollten die enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten einbezogen werden. Auch die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst in Teilzeit ableisten zu können, müsste intern ausgelotet werden. Dann könnten die jungen Leute mit zusätzlichen Nebenjobs Geld dazuverdienen, um das im FWD übliche Taschengeld aufzubessern.“

In Hessen bieten mehr als 30 Träger Freiwilligendienste an. Sie haben sich in der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste Hessen zusammengeschlossen. Laut ihres Sprechers Nathanael Seitz haben im vergangenen Jahr 5.772 Personen in Hessen ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Das entspräche einem Anteil von 8,5 % der jungen Bevölkerung zwischen 16 und 27 Jahren. Hinzu kämen rund 1.200, die einen Bundesfreiwilligendienst absolvierten. Diese Zahlen seien immer noch recht stabil im Vergleich zu der Vor-Corona-Zeit.

 


Vom Escaperoom in den Sportverein

Spiel, Spaß und Teamwork bei den Sportsfun Teamdays

Vor Freude hüpfen bei den Teamdays (Foto: Kathrin Sahin)

(04.10.2022) Mit Applaus und fröhlich, ausgelassener Stimmung sind mehr als 900 Schülerinnen trotz kühler Temperaturen an diesem Septembertag zu ihrem Sportsfun Teamday an der der St. Angela-Schule in Königstein gestartet. Die weiterführende Schule ist eine von 15 hessischen Schulen, an denen in diesem Jahr ein Sportsfun Teamday stattgefunden hat.

An insgesamt 14 Team- und Erlebnisstationen konnten die Schülerinnen der St. Angela Schule ihre sportlichen Fertigkeiten unter Beweis stellen. „Das Abseilen aus dem obersten Stockwerk der Schule auf den Schulhof ist für die meisten eine echte Herausforderung. Es bedarf einigen Mutes, sich aus schwindelerregender Höhe in die Tiefe zu stürzen“, schildert Lea Ernsting, Organisatorin der Teamdays, diese besondere Station.

Aus dem Schulevent hinein in die Sportvereine
Auch der Escape Room war ein aufregender Spaß. Drei Gruppen, die jeweils in unterschiedlichen Räumen waren, mussten gemeinsam anspruchsvolle Rätsel lösen. Erst dann konnten sie aus dem Raum ausbrechen. „Die Schüler*innen mussten z. B. herausfinden, aus wie vielen Platten unser Soccer-Court zusammengebaut ist. Die Aufgaben konnten nur im Zusammenspiel aller gelöst werden. Lösungscodes tauschten die Jugendlichen der einzelnen Gruppen via Walkie-Talkie aus, um der Lösung und somit dem Schlüssel für den Ausgang näher zu kommen“, erzählt die zuständige Referentin der Sportjugend Hessen, Tabea Richter.

Beliebt waren auch die Sportstationen der an der Schule vertretenen örtlichen Sportvereine. So bot der Hockeyverein einen Hindernislauf an, der den Schüler/innen viel Geschicklichkeit abverlangte. Mehr Kondition war gefragt beim „Jumping“ der TSG Niederhofheim. Mit diesen sportlichen Aktivitäten bei den Teamdays sollen auch neue Mitglieder für die Vereine gewonnen werden. Ein besonderes Highlight war der Besuch der Leichtathletin und Olympia-Teilnehmerin Vanessa Grimm vom Königsteiner Leichtathletikverein. Viele Schüler/innen nutzen die Chance, um mit ihrem Vorbild ins Gespräch zu kommen.

Ein guter Abschluss dank starker Partner
Das sportliche und soziale Teamevent funktioniert nur mit der großen Unterstützung durch die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen sowie die Sparkassen vor Ort. So wird die jeweilige Gewinnerklasse des Sportsfun Teamdays mit einem halbtägigen Teamevent belohnt, das die Sparkasse vor Ort stiftet. Erfahrene Erlebnispädagog/innen der Sportjugend Hessen führen die Events an den Schulen vor Ort durch und helfen so, das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe zu stärken.

Seit 22 Jahren begleitet die Sportjugend Hessen Schulen bei der Umsetzung der Sportsfun Teamdays. In diesem Jahr waren erstmals auch Grundschüler*innen Zielgruppe des Projekts. Dafür haben die Verantwortlichen der Sportjugend das bewährte Konzept kindgerecht angepasst, um den Bedürfnissen der Jüngeren gerecht zu werden.

Auch für das kommenden Jahr sind Sportsfun Teamdays geplant. Die Ausschreibungen werden im Frühjahr 2023 veröffentlicht.

 


Lebenswelt junger Menschen im Blick

Jugendhauptausschuss unterstützt Schwerpunktthemen und beschließt neuen Förderkatalog

Gute Tradition: Gruppenbild aller Anwesenden des Jugendhauptausschusses

(26.09.2022) Der neue Vorstand der Sportjugend Hessen hat sich gut ein halbes Jahr nach seiner Wahl Ende September mit Vertreter*innen aus den Sportkreisen und Sportfachverbänden in Volkmarsen-Külte zum Jugendhauptausschuss getroffen. Zentrales Thema waren die vom Vorstand für die nächsten drei Jahre beschlossenen Schwerpunktthemen Nachhaltigkeit und Stärkung des Kinder- und Jugendsports. Wichtig war für den Vorstand der Sportjugend Hessen, dabei stets die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen im Blick zu behalten. Deshalb stand für Hessens größten Jugendverband auch die Frage im Mittelpunkt: Was kann außerhalb der Kernaufgaben für Kinder und Jugendliche getan werden, um ihre Zukunft positiv mit zu gestalten, gerade in diesen schwierigen Zeiten, in denen Klimawandel, Corona und die Energiekrise die Menschen belasten? Wie kann der Blick optimistisch in die Zukunft gerichtet werden und wie mit Hilfe des Sports ein gutes Lebensgefühl entstehen?  

Die über 60 Angereisten aus ganz Hessen wurden von Malin Hoster, der Vorsitzenden der Sportjugend Hessen, von Jürgen van der Horst, dem Landrat Waldeck-Frankenberg, sowie Hendrik Vahle, Bürgermeister der Stadt Volkmarsen, begrüßt. Die Delegierten konnten dann in Workshops die geplanten Schwerpunktthemen diskutieren und eigene Ideen einbringen.

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen als Basis
Insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit gibt es im Sport und auch bei der Sportjugend Hessen bereits einige Ansätze und konkrete Maßnahmen, die sich in den Inhalten der fünf Workshops widerspiegelten. Interessant war es für die Teilnehmenden, ihren eigenen ökologischen Fußabdruck berechnen. Hierfür kam der Klimarechner des WWF zum Einsatz. „Die Delegierten haben auf diese Weise eine Idee davon erhalten, welche Faktoren für die Berechnung eine Rolle spielen“, erläuterte Emil Ludwig, Referent der Sportjugend Hessen, und ergänzte: „Besonders spannend war die Diskussion darüber, wie sich die Ausübung eines Ehrenamts auf den eigenen ökologischen Fußabdruck auswirkt.“

Zu einem regen Austausch animierte das neuentwickelte Wimmelbild „Nachhaltigkeit im Sport“. Dieses eignet sich als Einstieg, um das Thema im eigenen Verein oder Verband anzugehen. Beim Hauptausschuss galt es Szenen zu finden, in denen jeweils eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen dargestellt wird.  
In anderen Arbeitsgruppen ging es um die effiziente Energienutzung in den eigenen Bildungsstätten, um nachhaltige Modellprojekte in den Mitgliedsorganisationen und um allgemeine Anregungen sowie Impulse rund um den Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Es ging auch um Aspekte wie Mobilität, Kindeswohl und Kinderrechte oder darum, wie nachhaltige Jugendarbeit im Sport gefördert werden kann. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel zur Beteiligung von jungen Menschen erarbeitet und bessere Strukturen geschaffen, die dazu einladen, sich zu beteiligen. Diese Strategie haben wir bei diesem Jugendhauptausschuss erfolgreich fortgesetzt“, freut sich Malin Hoster. “Alle konnten sich im Rahmen der Workshops auch an der Ausgestaltung des Arbeitsprogramms für die nächsten drei Jahre beteiligen.“

Bewegungsförderung – bekanntes Thema mit brisanter Aktualität
Des Weiteren ging es um die positiven Einflüsse von Sport und Bewegung auf das Leben der Menschen. Diese wichtige Thematik in der Gesellschaft und in der Politik dementsprechend zu verankern, das sehen die Sportjugend Hessen und alle anderen Sportorganisationen seit Jahrzehnten als ihre Aufgabe an. Aufgrund der aktuellen Krisen entsteht hier für sie akuter Handlungsbedarf. Dafür sollten die vier Säulen Sozialraumorientierung und strukturelle Entwicklung, die Engagement- und Ehrenamtsförderung sowie die Kommunikation und Interessensvertretung genauer in den Blick genommen werden. Sie wurden in jeweils einem Open-Space Workshop mit den Teilnehmenden diskutiert und brachten ein klares Ergebnis. „Sie bestätigen unsere These“, erläutert Tim Döring, Referatsleiter der Sportjugend Hessen „dass wir gezielt Projekte zur Bewegungsförderung entwickeln müssen, bei denen die Jugendlichen im Fokus stehen. Doch um Kinder zurück in den Verein zu holen, ist es hingegen notwendig, ehrenamtliches Engagement zu fördern. Das heißt ganz gezielt, sich um Übungsleiter/innen zu bemühen und sie zu fördern.“
Die Auswertungen aller Workshops fließen nun in die weitere Ausgestaltung des Arbeitsprogramms ein, das der Vorstand im Oktober im Rahmen seiner Klausurtagung beraten und beschließen wird.  

Energiekrise geht alle an
Nach einer erfrischenden Mittagspause und dem kurzweiligen Auftritt der Kindertanzgruppen „Küken“ und „Kracher“ des TV Külte, ging es über in den parlamentarischen Teil. Malin Hoster nahm in ihrer Eröffnungsrede noch einmal Bezug auf die Schwerpunktthemen: „Die guten und engagierten Diskussionen in den Workshops bestärken uns als Vorstand, weiter an diesen Themen zu arbeiten. Gerade mit Blick auf die Energiekrise ist es notwendig, die Sportorganisationen zu stärken und gemeinsam nach Wegen zu suchen, damit wir gut durch den Winter kommen.“ Katja Köhler-Nachtnebel, Vizepräsidentin des Landessportbundes Hessen, griff die Worte von Malin Hoster auf und bekräftigte: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um die Energiekrise zu meistern“ und schloss mit den Worten: „Nachdem vor mehr als 20 Jahren meine eigene Sportjugendzeit hier in Külte begonnen hat, freue ich mich nun auf eine gute Zusammenarbeit mit dem aktuellen Vorstand.“ Ihr Kollege im Präsidium und Vorsitzender des Sportkreises Waldeck-Frankenberg Uwe Steuber ergänzte: „Auch im Sportkreis ist es notwendig, ein gutes Netzwerk zu haben. Aktuell findet z. B. ein reger Austausch zwischen dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, dem Landessportbund Hessen sowie den Landkreisen statt, um einen Weg zu finden, dass so wenig wie möglich Sportstätten geschlossen werden müssen.“  

Neue Fassung des Förderkatalogs
Passend zum Motto „Sport und Bewegung von Kindern und Jugendlichen fördern“, hat der Jugendhauptausschuss eine neue Fassung des Förderkatalogs beschlossen. Die Antragsrichtlinien wurden überschaubarer gestaltet, die Vergabe transparenter und es wurden neue Antragsfristen festgelegt. Außerdem ist die Förderung ab sofort an den Nachweis von „Mindeststandards“ zum Thema Kindeswohl gebunden. Die Höhe des Förderetats wird weiterhin durch den Haushalt der Sportjugend Hessen vorgegeben. Dieser wurde im Rahmen des Jugendhauptausschusses von den Delegierten für das kommende Jahr beschlossen.

 


„Immer wieder frische Impulse für den Sport“

Sportminister empfängt neu gewählten Vorstand der Sportjugend Hessen

Bild (HMdIS): (v.l.n.r.) Die Vorstandsmitglieder Amadeus Itzenhäuser und Andrea Zemke sowie Malin Hoster, die Vorsitzende der Sportjugend Hessen, mit Sportminister Peter Beuth.

(07.09.2022) Wiesbaden. Sportminister Peter Beuth hat den neu gewählten Vorstand der Sportjugend Hessen im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport empfangen. Im Rahmen des Besuchs übergab der Minister zwei Förderbescheide in Höhe von rund 500.000 Euro an Malin Hoster, neue Vorsitzende der Sportjugend Hessen.  Das Land fördert damit die Arbeit der Sportjugend im Jugendsport sowie das Projekt „Kindeswohl im Sport“.

„Die Sportjugend Hessen hat seit jeher gesellschaftlich relevante Fragestellungen auch seitens des Sports immer wieder angestoßen und vorangebracht. Wenn wir zurückblicken, dann ist das Erfolgsprogramm ‚Sport integriert Hessen‘ dafür das beste Beispiel. Es wurde von der Sportjugend Hessen initiiert und in jahrelanger vertrauensvoller und höchst produktiver Zusammenarbeit zwischen dem Sportministerium und der Sportjugend stetig weiterentwickelt. Im Jahr 2018 wurde das Programm sogar mit dem #BeInclusive-Award der Europäischen Union ausgezeichnet. Hessen hat dank der Sportjugend eine Vorreiterrolle in der Integrationsarbeit im und durch den Sport eingenommen. Die Sportjugend ist ein sehr wichtiger Impulsgeber für den hessischen Sport. Ich freue mich sehr auf die gemeinsame und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Ich bin mir sicher, dass wir zusammen mit dem neuen Vorstand auch weiterhin wichtige und tolle Projekte umsetzen werden“, so Sportminister Peter Beuth.

Mit einer Fördersumme von 340.000 Euro unterstützt das Hessische Ministerium des Innern und für Sport die Arbeit der Sportjugend im Jugendsport. Dabei sind vor allem die Programme „Mehr Bewegung in den Kindergarten“, „Inklusion im Sport“ zu erwähnen. Weitere 157.000 Euro sind für das bis 2023 geplante Projekt „Kindeswohl im Sport“ bedacht. Mit dem Konzept soll konkret allen Erscheinungen von Gewalt gegen Kinder im Sport, dazu zählt auch sexuelle Gewalt, entgegengewirkt werden. Durch hauptamtliche psychologische Expertise werden mit dem Projekt Bildungs- und Schulungsveranstaltungen angeboten, Schutzkonzepte in Verbänden umgesetzt als auch Anlauf-, Aufarbeitungs- und Interventionshilfen für Betroffene angeboten.

„Wir freuen uns sehr über die enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport und sind dankbar für die finanzielle Förderung unserer Projekte und Vorhaben. Mit der erfolgten Förderung durch das Sportministerium können wir unser Programm ‚Mehr Bewegung in den Kindergarten‘ deutlich ausweiten und unsere Arbeit im Bereich Kindeswohl und Schutz vor Gewalt kontinuierlich weiterentwickeln. Beide Themen sind aus unserer Sicht zentral für die Stärkung des Kinder- und Jugendsports in Hessen. Insbesondere möchten wir uns bei Sportminister Peter Beuth und seinem Team für den jederzeit konstruktiven Austausch und das offene Ohr für Anliegen des Sports bedanken. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und die Realisierung gemeinsamer Projekte“, so die Vorsitzende der Sportjugend Hessen, Malin Hoster.


Freiwilligendienst im Sport

Für die Einsatzstelle des SV Fun-Ball Dortelweil in Bad Vilbel immer wieder ein Glücksfall

Die Drei von der Geschäftsstelle beim SV Fun-Ball Dortelweil: (v.l.) Martina Berberich, Sonja Straußberger und Susanne Ely

(07.09.2022) Gerade starten in vielen Einsatzstellen Hessens wieder junge Frauen und Männer ihren Freiwilligendienst im Sport. Die Nachfrage ist etwas geringer als in den Vorjahren und deshalb können sich auch noch Spätentschlossene bis Mitte September oder sogar zum 1. Oktober über die Sportjugend Hessen um eine FSJ-Stelle bemühen, bei individueller Rücksprache mit dem Träger. Die meisten der bisher rund 180 jungen Leute haben am 1. September begonnen. So auch beim SV Fun-Ball Dortelweil in Bad Vilbel. Der Verein wurde 1996 gegründet, ursprünglich als Freizeitangebot mit Schwerpunkt Ballsport als ein großes Neubaugebiet entstand. Hier kümmert sich in der Geschäftsstelle von Anfang an Susanne Ely federführend um die Freiwilligen:

Frau Ely, seit wann ist der SV Einsatzstelle?
Den ersten FSJ‘ler hatten wir 2005/2006. Anfangs haben wir uns meistens für junge Männer entschieden, weil wir fanden, dass es an Grundschulen und in Kitas genug Frauen gab. Zum Glück gibt es jetzt mehr Männer, und so suchen wir längst auch junge Frauen als Freiwillige aus, jedes Jahr haben wir einen FSJ‘ler. Ende Juli ist Laura gegangen und gerade hat Kati begonnen, zum ersten Mal eine Freiwillige, die noch nicht 18 Jahre alt ist. Sie kommt frisch von der Schule und möchte unbedingt etwas mit Kindern machen.

Wie finden Sie Ihre FSJ‘ler und wie treffen Sie Ihre Entscheidung?
Ganz wichtig ist für uns der persönliche Eindruck und wie sie begründen, warum sie zu uns wollen. Jemand, der nur Zeit überbrücken will, ist für uns weniger interessant. Aber wer ausprobieren will, ob ihm Kinder und Jugendliche liegen, schon. (Wenn jemand auf seinem Zeugnis längere Fehlzeiten stehen hat, kommt diese Person für uns eher nicht in Frage, denn in früheren Jahren haben wir es mal erlebt, dass die dann auch in der Einsatzstelle öfter fehlten.) Wir haben aber schon einmal zwei Bewerberinnen beim Kinder- und Jugendturnen Probe arbeiten lassen, weil wir uns nicht entscheiden konnten. Unterm Strich haben wir immer Glück mit unseren FSJ‘lern. Die sind echt fit und es kann eigentlich nicht besser werden.

Ihre Einsatzstelle hat auch den Ruf bei der Sportjugend, immer sehr „fitte“ Freiwillige zu haben. Was machen Sie also richtig?
Wir gehen freundschaftlich auf die jungen Menschen zu, versuchen einen gleichberechtigten Umgang. Wir in der Geschäftsstelle sind Hauptansprechpartner, vormittags ist immer jemand da. Wir fördern aber auch die Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit und ermutigen sie, Fragen zu stellen, und schicken sie alleine los, um sich im Verein oder an den Schulen vorzustellen.

Wie werden die FSJ‘ler bei Ihnen eingesetzt?
Vor allem unterstützen sie im Kinder- und Jugendsport, mit Schwerpunkt Turnen. Hier haben wir immer großen Bedarf an Helfern, manchmal brauchen wir aber auch Unterstützung in anderen Abteilungen etwa in der Leichtathletik, beim Badminton oder Basketball.  Auch bei den AGs in Kooperation mit Kitas und Schulen kommen die FSJ‘ler zum Einsatz. In der Geschäftsstelle kümmern sie sich z. B. um Teilnehmerlisten oder Ausschreibungen und im Laufe der Zeit bekommen sie verantwortungsvollere Aufgaben und bearbeiten auch die Homepage.

Wie würden Sie die Zeit vor Corona, während Corona, und die Veränderungen nach Corona in Ihrer Einsatzstelle beschreiben?
Vor Corona war der Sportanteil im FSJ sehr hoch, bei 75% wie vorgeschrieben und die restliche Zeit war für Verwaltungstätigkeiten in der Geschäftsstelle.
Während Corona kippte das und wir durften ja auch die Tätigkeiten anders gewichten. So haben wir die Zeit genutzt, um unser Mitgliederverwaltungsprogramm zu ändern. Die digitale Kompetenz der jungen Leute kam uns zugute. Wir haben während des Lockdowns ja erstmalig Streaming-Angebote für unsere Vereinsmitglieder auf den Weg gebracht, ebenso Videos oder einen Bewegungsadventskalender. Aber alle, auch wir, haben viel geputzt und die Zeit für eine Grundreinigung genutzt. Danach sind wir wieder zurück zur Vorgabe gegangen, allerdings spielen die Errungenschaften in Sachen Social Media weiterhin eine wichtige Rolle.

Im Ehrenamt im Sport entsteht der Eindruck, dass junge Leute sich nicht mehr so gerne und erst recht nicht so lange verbindlich festlegen und in einer renommierten Tageszeitung stand jüngst ein Artikel mit dem Titel „Freiwilligendienste in Hessen weniger gefragt“ und zwar in allen Bereiche - beim Deutschen Roten Kreuz genauso, wie bei kirchlichen Trägern oder bei Sportvereinen. Was könnte der Grund sein? Ticken junge Leute im Vergleich zu früher anders?
Nein, das kann ich für uns überhaupt nicht bejahen. Unsere FSJ‘ler haben unverändert das Bedürfnis, sich zu engagieren, auch ehrenamtlich. Wir können gerade sogar feststellen, dass unser Jugendteam sich regelrecht in Aufbruchstimmung befindet. Und weniger Bewerber, das lag für uns klar an der Pandemie und daran, dass wir hier wegen der Umstellung von G8 auf G9 in diesem Jahr keinen Abiturjahrgang hatten.

Was ist für Sie gute Betreuung?
Zunächst eine gute Einweisung. Wir ertappen uns schon manchmal bei einer gewissen Betriebsblindheit. Man fängt ja jedes Jahr wieder von vorne an und da müssen wir im Blick behalten, dass wir mit dem Einfachen loslegen und uns dann mit den Anforderungen langsam steigern. Was wir noch verbessern könnten ist, unseren Trainern und Übungsleiter noch etwas bessere Anweisungen im Umgang mit den FSJ‘lern zu geben: Etwa sie ihnen die Ziele einer Trainingsstunde erklären. Aber wir sind offen für die Kritik der jungen Leute und bessern dementsprechend nach.

Welche Rolle spielt die Sportjugend Hessen für Ihre Einsatzstelle?
Eine sehr große Rolle. Die Anleitung durch das Team ist sehr gut. Und die Sportjugend als Träger verantwortet ja die Bildungstage, die enormen Mehrwert für die FSJ‘ler haben. Sie starten zunächst mit viel Respekt zu ihren Seminarwochen und kommen immer begeistert wieder. Sie loben die tolle Betreuung, interessante Inhalte und dass sie alles fragen können. Auch wir empfinden die Sportjugend bei unseren Gesprächen als sehr kompetent.

Was hat der Verein von den FSJlern? Sind sie ein „Frischbrunnen“, um das Vereinsleben modern zu halten?
Ja, auf jeden Fall, und für uns heißt es dank des/der Freiwilligen mit geringem Aufwand viele Turngruppen anbieten zu können. Außerdem kommen viele FSJ‘ler aus anderen Vereinen und bereichern uns mit neuen Ideen. Und ein Satz ist bei uns verboten: Das war schon immer so!
 
Was lernen Sie persönlich von den jungen Menschen?
(sie lacht) Dass ich merke, dass ich älter werde. Aber genauso wie bei den eigenen Kindern heißt es, „jung“ und offen zu bleiben und nicht die Bereitschaft zu verlieren, Dinge zu verändern.

Was ist Ihrer Erfahrung immer wieder der Gewinn für junge Leute?
Für sie ist es eine wichtige Orientierung, um herauszufinden, ob ihnen die Arbeit im Sport oder mit Kindern und Jugendlichen überhaupt liegt. Einige, die Lehrer/in oder Erzieher/in werden wollten, haben sich nach ihrem Jahr umentschieden. Auch die Anerkennung des FSJ für die Fachhochschulreife ist interessant. Und alle jungen Frauen und Männer werden zusehends selbstbewusster.

Gelingt es Ihnen, die FSJ‘ler auch danach zu binden?
Das ist nicht unser Ziel, zumal viele auch von weiter wegkommen. Aber wenn´s geht, ist das ein schöner Nebeneffekt für unseren Verein. So wird unsere Freiwillige Laura, die gerade gegangen ist, ihre im letzten Jahr ins Leben gerufene Rope Skipping-Gruppe weiterführen.

Ist das FSJ im Sport zukunftsfähig?
Auf jeden Fall, denn alle haben was davon. Ich hätte deshalb auch nichts dagegen, wenn ein Freiwilliges Soziales Jahr verpflichtend würde. (Auch einige Bereiche, die nur im Bundesfreiwilligendienst vorgesehen sind, wie etwa die Betreuung auch erwachsener Gruppen oder Helfer im Fitnessbereich, wären für uns praktisch. Vielleicht lassen wir uns auch mal als BFD Einsatzstelle anerkennen.)
Auch wenn ein jährlicher Wechsel der jungen Leute uns immer wieder sehr bindet und viel Zeit kostet - drei Jahre wären da schon praktischer - (schmunzelt), unterm Strich ist es immer wieder die Mühe wert.

(Das Interview führte Sabine Mischnat)

 


Geschlecht und Gleichberechtigung im Sport

Neue Fortbildungsreihe stärkt Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt

Gemeinsam und vernetzt: für queere Themen im Sport sensibilisieren (Foto: Lisett Kruusimäe/pexels)

(05.09.2022) Kann ich nach der Geschlechtsangleichung weiter Fußball im Team spielen? Fühle ich mich wohl, zu der Vereinsweihnachtsfeier meine/n gleichgeschlechtliche/n Partner/in mitzubringen? Was tun, wenn ich beim Turnwettbewerb knappe Hosen anziehen muss, die nicht alle intimen Stellen meines Körpers bedecken und ich mich dabei unwohl fühle?

Die Bedürfnisse sind höchst unterschiedlich und diversere Fragen rücken in den Fokus - in Zeiten, in denen im Sport Dusch- und Umkleideräume für nur zwei Geschlechter immer noch Normalität sind und sexistische Sprache auch in den Sportstätten an der Tagesordnung sind. Betroffene selbst sind teils verunsichert, aber auch die, die auf ihre Bedürfnisse reagieren sollen.

„Was können wir also tun?“ Diese wichtige Fragestellung hat deshalb die Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen gemeinsam mit der Sportjugend Hessen in diesem Frühjahr in eine Veranstaltungsreihe gegossen, die sehr großen Zuspruch fand. Zu der eigens konzipierten Reihe „Geschlecht und Gleichberechtigung im Sport“ gehörten drei digitale Fortbildungen: „Sexuelle Vielfalt im Sport“, „Geschlechtliche Vielfalt im Sport“ und „Sexismus im Sport“. Die Teilnehmenden kamen vor allem aus dem Sport, aber auch aus anderen Bereichen etwa von der Polizei, aus der Wissenschaft oder anderen Vereinen.

Unterschiedliche Probleme, ähnliche Lösungen
Mit drei aufeinanderfolgenden Online-Veranstaltungen von je drei Stunden konnte für das Thema sensibilisiert, Begrifflichkeiten geklärt werden und praktische Lösungsansätze gefunden werden. Sehr wichtig war es dem Fortbildungsteam, dass die Teilnehmenden sich mit all ihren Fragen, Erfahrungen und Unsicherheiten in einem fehlertoleranten und geschützten Raum treffen konnten.
„Es geht schon damit los, dass die zahlreichen Begrifflichkeiten durcheinandergeraten und nicht klar ist, wie sich Diskriminierung aufgrund von sexueller und geschlechtlicher Identität unterscheidet. Die drei Fortbildungen konnten die Dimensionen des Themas aufzeigen und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar machen. Aufrichtigkeit von allen war gefragt und der Wunsch, etwas zu verändern. Es ging nicht darum, zu bewerten, wie gut oder schlecht der eigene Verein schon dasteht“, erklärt Alex Faulhaber, zuständige Referentin bei der Sportjugend Hessen.
Obwohl die Situation der Betroffenen sehr unterschiedlich sein kann, ähneln sich die Möglichkeiten, etwas zu verbessern: mit offener Kommunikation, Fehlertoleranz, Wertschätzung, Empathie und einer klaren Haltung von Sportvereinen gegen Diskriminierung, Gewalt und Abwertung im Verein und in der Gesellschaft.

Externes Expertenteam vermittelt praxisnah und anschaulich
Inhaltlich wurden die Fortbildungen von jeweils zwei externen Referent/innen betreut. Vanessa Lamm und Markus Hoppe von der queeren Vernetzung beantworteten in der Fortbildung „Sexuelle Vielfalt im Sport“ zahlreiche Fragen und machten die Thematik mit Beispielen aus ihrer praktischen Arbeit mit Sportvereinen anschaulich. Die queere Vernetzung Hamburg ist eine Fachstelle für Akzeptanzarbeit für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und arbeitet eng mit Hamburger Vereinen zu diesen Themen zusammen.
Die Beiden ließen die Teilnehmenden in Gruppenarbeit Ideen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln. Viele Anregungen, wie beispielsweise die Sensibilisierung von Übungsleiter/innen und Vereinsverantwortlichen rund um Sprache, Verhaltensweisen, Coming-Out-Situationen etc. Sportler/innen und das Miteinander im Verein gestärkt werden kann, gab es auch.

Nick Heinz und Vera Ohlendorf von Trans-Inter-Aktiv Mitteldeutschland (TIAM) stellten in der Fortbildung zu „Geschlechtliche Identität im Sport“ anschaulich dar, in welchen Bereichen Menschen diskriminiert werden, die nicht cis-geschlechtlich sind (cis-geschlechtlich bedeutet, dass das bei der Geburt zugewiesene und das tatsächlich (erlebte) Geschlecht übereinstimmen). TIAM setzt sich für die Belange von trans*, inter* und nicht-binären Menschen in allen Lebensbereichen ein. In der Fortbildung belegten sie anhand von Studien und Forschungsergebnissen, wie wichtig Sport für Betroffene sein kann. Demnach kann Sport eindeutig die positive Körperwahrnehmung stärken und so zum psychischen und sozialen Wohlbefinden beitragen. Diskriminierung abzubauen, um allen Menschen die Teilnahme am Sport zu ermöglichen, sei deshalb von zentraler Bedeutung, so die Expert/innen. Nicht nur die Spitzensportverbände seien hier gefragt, z. B. um ihre Startbedingungen entsprechend zu gestalten, auch in jedem Sportverein könne aktiv etwas getan werden, um zu vermeiden, dass Menschen ausgeschlossen werden. Die Teilnehmenden sammelten zahlreiche Ideen zur Aufklärung von Trainer/innen, zur Sensibilisierung im eigenen Verein oder zu Satzungsänderungen und Forderungen an die Verbände.

Marie Möller und Lea Adam von InFrau e.V. stellten in der Fortbildung „Sexismus im Sport“ ein inklusives und vielfältiges Verständnis von Sexismus und die daraus resultierenden Probleme im Sport vor. Ungleiche Bezahlung im Spitzensport, sexualisierte Gewalt im Training, unterschiedliche Kleidervorschriften oder männliche Dominanz in Spitzenpositionen im organisierten Sport seien bekannte Phänomene, kritisieren die Expertinnen. Doch jede/r Einzelne habe Möglichkeiten, die Situation für Betroffene zu verbessern. Gewaltvolle Sprache, Beleidigungen, Abwertung könne in Sportvereinen mit klarer Kante, also mit einer Haltung begegnet werden, die deutlich mache, dass Diskriminierung in der Gemeinschaft nicht geduldet wird. InFrau e.V. ist ein interkulturelles Beratungs- und Bildungszentrum für Frauen, Mädchen, und Seniorinnen und stellte zusätzlich ein Projekt aus ihrer Praxis vor.

Bildungsakademie und Sportjugend sehen queere Themen als wichtiges Zukunftsthema
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg positiv. Viele nahmen an allen drei Fortbildungen teil, auch wenn die Veranstaltungen einzeln gebucht werden konnten. Bildungsakademie und Sportjugend fühlen sich darin bestärkt, die Fortbildungsreihe zu Geschlecht und Gleichberechtigung im Sport zukünftig regelmäßig anzubieten. Darüber hinaus gehe es auch um die Vernetzung von queeren Sportvereinen und Expert/innen in Sportverbänden und Communities. Ebenso soll die Weiterentwicklung des Themas innerhalb des Verbands vorangetrieben werden.
Die Sportjugend Hessen beteiligt sich außerdem an der Organisation der „BuNT-Bundesnetzwerktagung des queeren Sports“. Dieses Fortbildungs- und Vernetzungsprogramm findet vom 31. Oktober bis 6. November 2022 digital, hybrid und in Präsenz in Köln statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

 


Unbeschwerter Kindersommer in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar

Fröhlich im Tierpark unterwegs

(02.09.2022) Endlich! Nach pandemiebedingterPause konnte der von der Sportjugend Hessen organisierte und von der IHK Lahn-Dill koordinierte Kindersommer wieder in seiner üblichen Form stattfinden. In den vier hessischen Ferienwochen vom 1. bis 26. August freuten sich rund 80 Mädchen und Jungen zwischen sieben und 13 Jahren über ein erlebnisreiches Angebot.
Dafür sorgten die Mitarbeiter/-innen und Teamer/-innen der Bildungsstätte gemeinsam ihren Partnern, zehn ortsansässigen Firmen und Institutionen. Zum Ferienspaß für ca. 20 Kinder pro Woche gehörten zahlreiche Aktivitäten in der Bildungsstätte wie Bogenschießen, Klettern, Geocaching oder ein Bewegungsparcours in der Halle. Außerdem war handwerkliches Geschick in der Wissensfabrik „Kinder entdecken Technik“ gefragt und ein Ausflug zum Tiergarten Weilburg und eine Werksbesichtigung der Leica Kamera Welt in Wetzlar rundeten das Programm ab.
Zum Bergfest kam eigens Wetzlars Bürgermeister Andreas Viertelhausen vorbei und schnitt mit den Kindern zum Wiederaufleben der Kindersommers feierlich eine Torte an.
Der Kindersommer wird seit 2014 für die Kinder der beteiligten Kooperationspartner angeboten.

 


Eurocamp der Sportjugend Hessen 2022 am Edersee

Sport und politische Bildung in schönster Landschaft

Sechs Länder, zwei gemeinsame Sprachen, 1000-fache Freude

(31.08.2022) Das traditionelle Eurocamp der Sportjugend Hessen konnte nach zwei Jahren Coronapause vom 29.07. – 09.08.2022 wieder 65 junge Menschen aus sechs europäischen Ländern begrüßen. Die 15 bis 20-Jährigen kamen aus der Ukraine, Tschechien, Italien, Armenien, Frankreich und Hessen ins Sport-, Natur- und Erlebniscamp am Edersee. Sie bewohnten die Blockhütten, immer drei Nationen gemischt und mit Blick auf den Edersee, der allerdings kaum Wasser hatte. Das tat der Stimmung und dem spannenden Austausch aber keinen Abbruch.

Abwechslungsreiches Programm mit internationalem Flair
Das gemeinsame Sportprogramm bot auch ohne übliche Kanutour sehr viel. Neben internationalen Turnieren im Fußball, Beachvolleyball und Tischtennis, trugen auch Mountainbike Touren, Waldexkursionen, Klettern und Bogenschießen dazu bei, dass die Verständigung und der Austausch schnell in Fahrt kamen. Das Gestalten von Henna-Tattoos oder T-Shirt-Painting sorgte für fröhliches und kreatives Miteinander. Auch Kultur gab es mit der Wanderung zur berühmten Herkules Statue, nachdem sie sich zunächst in einer Trampolinhalle in Kassel ausgepowert hatten, und bei Stadtbesichtigungen von Kassel und Marburg. Zurück im Camp freuten sich die jungen Leute über regionaltypische Gerichte ihrer Heimatländer auf wie Svickova (Rinderbraten aus Tschechien), Wareniki (Teigtaschen aus der Ukraine) und hessische Grüne Soße. Das Küchenteam des Camps scheute keine Mühe.

Menschen- und Kinderrechte als wichtiges Thema
Während sonst bei den Eurocamps Englisch Hauptsprache ist, konnten die jungen Armenier und Ukrainer in diesem Sommer ihren Austausch zusätzlich mit Russisch als gemeinsame Sprache bereichern. Jeden Abend stellten die Jugendlichen ein anderes Heimatland vor und diskutierten über Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Denn neben dem Sport ist beim Eurocamp traditionell die jugendpolitische Bildungsarbeit wichtiger Bestandteil. Im Rahmen des diesjährigen EU-geförderten Programms: „Hands on Participation and Human Rights“ ging es im Camp schwerpunktmäßig um die Menschenrechte in den Teilnehmerländern. Alle sollten außerdem die für sie wichtigsten Kinderrechte benennen.
 
„Der Austausch war sehr bewegend“, erinnert sich Tabea Richter, betreuende Referentin der Sportjugend Hessen vor Ort. „Die Lebensrealitäten aller sind sehr unterschiedlich. Während für die Ukrainer das Recht auf ein Zuhause weit oben stand, waren für die Italiener eher Liebe und Sexualität wichtig. Alle hatten interessante Blickwinkel, aber im Kern wünschten sie sich doch ähnliche Dinge wie Gesundheit, Schutz und Sicherheit.“

Das DemoS-Team der Sportjugend Hessen ergänzte die internationale Bildungsarbeit mit einem Workshop. So konnten die Jugendlichen ihre Ergebnisse und Forderungen gegen Rassismus und Sexismus in Form von Interviews in einem Video festhalten. Dazu nutzten sie die Technik des Medienprojektzentrums Offener Kanal und bekamen neben einer professionellen Kamera auch Einführungen in Technik und Abläufe des Filmemachens.

Nach 12 intensiven Tagen im Camp fiel der Abschied schwer. „Es flossen einige Tränen“, erzählt Tabea Richter. „Einige standen am Abschiedstag eigens sehr früh auf, um die zuerst abreisenden Italiener zu verabschieden.“ Was bleibt sind all die wunderbaren Erinnerungen an zahlreiche Gespräche, Erlebnisse und die Freude über neue europäische Freunde. Dank Instagram sind die Jugendlichen längst vernetzt und werden auch weiterhin in Kontakt bleiben.

 


Treffpunkt Nordhessen

Jugendhauptausschuss in Volkmarsen-Külte am 24. September

(30.08.2022) Am Samstag, den 24. September 2022 soll es voll werden in der Nordwaldeckhalle in Külte. Denn der Vorstand der Sportjugend Hessen lädt zum Jugendhauptausschuss ein.

Gemeinsam mit den Delegierten der Mitgliedsorganisationen sollen die vom neu gewählten Vorstand der Sportjugend Hessen festgelegten Schwerpunkte diskutiert und mit Leben gefüllt werden. Ziele und Maßnahmen für die kommenden Jahre stehen unter den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Stärkung eines resilienten Kinder- und Jugendsports“.
In das zu erstellende Arbeitsprogramm werden die auf dem Jugendhauptausschuss gesammelten Perspektiven und Ideen einfließen.

Am Vormittag werden in Workshops die Themen diskutiert; nach der Mittagspause geht es mit dem Regularienteil weiter. Dann wird der Vorstand wird über Themen aus seiner laufenden Arbeit und über aktuelle Fördermöglichkeiten berichten.

Infos und Anmeldungen: Luna Langkamm, Tel.: 069/6789-471, E-Mail: LLangkamm@remove-this.sportjugend-hessen.de

 


„‚DemoS! Sport stärkt Demokratie‘ ist ein wichtiger Beitrag für die Kinder- und Menschenrechte in unserem Land.“

Astrid Wallmann besucht Demokratieprojekt der Sportjugend Hessen in Riedstadt

(17.08.2022) Die Präsidentin des Hessischen Landtages, Astrid Wallmann, hat während ihrer Sommerreise die Sport- und Kulturgemeinde Erfelden in Riedstadt besucht. Der Verein nimmt gegenwärtig an „DemoS! Sport stärkt Demokratie“ teil – einem Projekt der Sportjugend im Landesportbund Hessen.

„Demokratie lebt von Werten und damit auch von der Wertevermittlung. Und genau hier setzt die Sportjugend Hessen mit ihrem spannenden Demokratieprojekt an. Vor allem jungen Menschen sollen spielerisch Werte vermittelt werden, ohne die keine Gesellschaft auf Dauer überleben kann. Wie wunderbar dies gelingt, kann man auch hier in Riedstadt sehen. Viele Ehrenamtliche setzen sich vor Ort in der SKG Erfelden dafür ein, dass nicht nur der Sport an sich nicht zu kurz kommt, sondern dass im Alltag auch die Spielregeln für unser Zusammenleben bereits frühzeitig an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden. ‚DemoS! Sport stärkt Demokratie‘ ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Kinder- und Menschenrechte in unserem Land“, fand Astrid Wallmann lobende Worte.

Respekt und Toleranz, die klare Absage an Rassismus und Antisemitismus, aber beispielsweise auch die Erfahrung, dass jeder Mensch nicht nur mit seinen Stärken, sondern auch mit seinen Schwächen angenommen werden soll – das sind die Werte, die die Sportjugend Hessen gemeinsam mit den teilnehmen Vereinen vor Ort nachhaltig stärken möchte. Die Sportjugend arbeitet hierfür mit Sportvereinen und -kreisen, mit Sportfachverbänden und ihren Jugendorganisationen zusammen, um das Engagement und die Teilhabe vor allem junger Menschen im Sport in Hessen zu fördern. Teil des Angebotes ist es auch, die Vereine bei der Entwicklung von Leitbildern oder bei der Bearbeitung demokratiefeindlicher Vorfälle zu unterstützen. Dafür bildet die Sportjugend Multiplikator*innen aus, die in die Vereine gehen und dort ihr Wissen weitergeben. So auch in der Sport- und Kulturgemeinde Erfelden in Riedstadt. Beim Besuch von Astrid Wallmann zeigte der Verein beim Eltern-Kind-Turnen, wie bereits die Jüngsten sportlich- und spielerisch durch das Projekt angesprochen werden. Und auch ihre Eltern.
„Als Mutter zweier kleiner Töchter weiß ich, wie wichtig es ist, Kindern schon in jungen Jahren soziale Kompetenzen mit auf den Weg zu geben und wie schön es ist, Kinder als starke Persönlichkeiten aufwachsen zu sehen. Genauso wichtig ist es aber auch, dass wir gezielt die Eltern der Kinder ansprechen und ihnen zeigen, wie sie ihre Kinder auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben fördern und unterstützen können.“

Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen und zuständig für das Referat Sport- und Jugendpolitik sagte: „Demokratische Werte wie Solidarität und Fairness können im Sport gelebt und durch den Sport vermittelt werden. Die Sportjugend Hessen unterstützt Sportvereine und Gemeinden hierbei. So werden wir die Sport- und Kulturgemeinde Erfelden bei der Entwicklung ihres Leitbildes begleiten. Um die Anliegen der Bürger und Bürgerinnen in Riedstadt zu erfahren, initiieren wir ab Herbst „Dorfgespräche“ mit jungen und älteren Engagierten – nicht nur, aber vor allem aus den ortsansässigen Sportvereinen. DemoS! stärkt somit über die Vereine die Demokratie in hessischen Gemeinden. “

Das Projekt der Sportjugend wird durch den Bund und das Land Hessen gefördert. Die Landtagspräsidentin überreichte bei ihrem Besuch an Sadia Biladama einen Förderbescheid aus Lottomitteln der Kanzlei des Hessischen Landtages und dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Die Sportjugend Hessen trägt mit ihrem Einsatz dazu bei, dass Sport die Demokratie stärkt. Sie setzt sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein. Für dieses besondere und so wichtige Engagement möchte ich Ihnen allen ein herzliches Dankeschön aussprechen.“

 

 


Neue Abenteuer auf vier Rädern

Adventure Cube ergänzt die Mobilflotte der Sportjugend Hessen

(08.07.2022) Besonders Kinder und Jugendliche haben unter den Corona-Einschränkungen gelitten. Auch der fehlende Sport hat ihre gesunde Entwicklung beeinträchtigt. Das belegen mittlerweile zahlreiche Studien.

Die Sportjugend Hessen hat deshalb ein neues Angebot, das die jungen Menschen noch besser in ihrer Welt abholen soll. Die bereits bestehende Flotte der Sportsfun-Mobile wird jetzt durch ein ganz besonderes Fahrzeug ergänzt, den Adventure-Cube. Mit dem Adventure-Cube soll die Partizipation von Jugendlichen am Vereinsleben noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Dieser Cube, ein eigens umgebauter Kastenwagen, hat zusätzlich erlebnisreiche Trendsportarten mit an Bord, wie virtuelle Bewegungsspiele mit einer VR-Brille oder das Fliegen mit einer Droneball, der sich aus den Begriffen Drohne und Ball zusammensetzt.

Außerdem kann auf am Wagen montierten Boulder-Elementen geklettert oder mit Stuntscootern gesprungen und getrickst werden. Auch trendige Ballsportarten wie Spikeball werden angeboten. Zwischen all diesen Aktiv-Angeboten kann in einer Chill-Out Area nicht nur entspannt werden, sondern damit soll auch ein besonderer Treffpunkt für junge Menschen geschaffen werden. Hier können sie sich über Möglichkeiten von Partizipation am Vereinsleben austauschen, ihre Wünsche äußern und vor Ort festhalten. Wer will, kann es sich dabei auf Liegestühlen bequem machen.

Tim Döring, zuständiger Referatsleiter bei der Sportjugend Hessen, sieht den Adventure-Cube nach den ersten Probeeinsätzen auf Erfolgskurs: „Es ist schön, zu sehen, wie die Jugendlichen hier einen Ort haben, an dem sie zusammenkommen, coole trendige Bewegungsangebote ausprobieren und ihre Zeit selbst gestalten können. Auch die Vereine profitieren davon, denn sie haben die Chance sich mit den Jugendlichen in entspannter und lockerer Atmosphäre auszutauschen.“

Das neue Mobil ist ab Mitte Juli einsatzbereit und kann ab August von interessierten Vereinen gebucht werden unter: https://www.sportjugend-hessen.de/sportsfun-mobile/



Verleihung der Pierre-de-Coubertin-Medaille 2022

Schulsportpreis für sportliches und soziales Engagement

(07.07.2022) Wie schon in den vergangenen Jahren wurden auch in diesem Frühsommer Schüler*innen aller Abschlussjahrgänge mit dem Schulsportpreis des Landessportbundes Hessen geehrt. Erfreulich war, dass dies dank des Engagements der Verantwortlichen der jeweiligen Schulen und Sportvereinen trotz der Corona-Einschränkungen möglich war. Die Vergabe des Preises ist gerade in diesen Zeiten ein besonderes Zeichen, in denen das Bewegungsleben an vielen Schulen stark eingeschränkt wurde und erst allmählich wieder ins Rollen kommt.

Die Ehre gilt auch in diesem Jahr den prämierten Schüler*innen, ganz zur Freude der vier Ausrichter der Auszeichnung, neben dem Landessportbund und der Sportjugend Hessen, das Hessische Kultusministerium und das Internationale Coubertin-Komitee.

Die Prämierten wurden auf Grundlage anspruchsvoller Auswahlkriterien von den Schulen selbst vorgeschlagen. Der Schulsportpreis besteht aus einer Medaille und einer auf den Namen des/r Preisträger*in ausgestellten Urkunde. Diese wurden im feierlichen Rahmen an den Schulen den jungen Menschen übergeben. Damit soll die besondere Bedeutung des Schulsports und von Bewegung in der Schule gewürdigt werden. Dieser hessische Schulsportpreis für Abiturienten/innen ist nach dem französischen Sportpädagogen und Gründer der Olympischen Bewegung der Neuzeit, Pierre de Coubertin (1863 – 1937) benannt. Damit soll herausragendes sportliches wie soziales Engagement von jungen Menschen gewürdigt werden. Das Internationale Coubertin-Komitee und der Vertreter der Familie haben die Idee und die Vergabekriterien ausdrücklich begrüßt. Mit der Namensgebung der Auszeichnung sollen die der olympischen Idee innewohnenden sportpädagogischen Werte  wie ganzheitliche Bildung, Fair Play, persönliche Vervollkommnung über die sportliche Leistung und soziales Verhalten für den Schulsport herausgestellt und gewürdigt werden.

Sporthelferinnen und Sporthelfer jetzt auch in Hessen

Jugendliche als wichtige Bindeglieder zwischen Schule und Sportvereinen

(11.07.2022) Junge Schüler und Schülerinnen organisieren den Pausensport, helfen bei Bundesjugendspielen und Sportfesten, unterstützen Angebote im Sportunterricht oder sind wichtige Helferinnen und Helfer beim Vereinssport. Was schon seit einigen Jahren von hessischen Fachverbänden ausgebildete Schülermentor*innen machen, wird nun durch ein breites neues Programm ergänzt. So genannte Sporthelfer*innen unterstützen – nach nordrheinwestfälischem Vorbild - jetzt auch an Hessens Schulen und in Hessens Vereinen.

Sportartübergreifende Ausbildung für 13- bis 17-Jährige in Schulen
Mit dem neuen Programm erhalten interessierte 13 bis 17-jährige Schüler*innen direkt an ihrer Schule eine sportartübergreifende Ausbildung von mindestens 30 Lerneinheiten durch ihre eigenen Sportlehrkräfte. Diese wiederum werden in einer vierteiligen Qualifizierungsmaßnahme im Gesamtumfang von 18 Lerneinheiten auf die Sporthelfer*innen-Ausbildung vorbereitet. Dabei wird den Lehrkräften eine vielfältige Sammlung von Unterrichtsmaterialien vermittelt, auf deren Grundlage sie eigenständig die Ausbildung der Jugendlichen durchführen können. Ob die Lehrkräfte das in einem regelmäßigen Wahlpflichtkurs, in einer Projektwoche bzw. in einem Kompaktkurs, an verschiedenen Wochenenden oder anders organisieren, bleibt ihnen überlassen. Zusätzlich ist die Einbindung der örtlichen, mit der Schule kooperierenden Sportvereine vorgesehen.

Haben die Schülerinnen und Schüler die Ausbildung erfolgreich absolviert, erhalten sie von der Sportjugend Hessen das Sporthelferinnen- bzw. Sporthelfer-Zertifikat. Dann können sie ihre ersten Sporthelfer*innen-Schritte in der Schule oder im Verein beginnen, unterstützt und begleitet von ihren Sportlehrkräften oder Vereins-Trainerinnen und -Trainern.

Erfolgreiches Vorbild aus NRW
Die Sportjugend Nordrhein-Westfalen hat diese Idee zusammen mit den dortigen Schulbehörden vor knapp zwanzig Jahren erstmals umgesetzt. Seit 2001 wurden mehr als 80.000 Sporthelfer*innen. Dieses war nur möglich, weil die Ressource der Sportlehrkräfte und die enge Anbindung an den eigenen schulischen Rahmen genutzt werden konnten. Die Sportjugend Hessen hat nach intensiver Vorarbeit und mit den guten Kontakten zu ihrer Partnerorganisation in NRW das Programm nun in angepasster Form auf Hessen übertragen. Dank der zahlreichen Erfahrungen der Sportjugend NRW und mithilfe von umfangreichen Materialien, die sie zur Verfügung stellen, kann Hessen optimal vorbereitet starten. Das Hessische Kultusministerium (HKM) und die Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung (ZFS) sind von den mit dem Programm verbundenen Chancen überzeugt. Deshalb haben sie bereits im vergangenen Jahr eine Dreieckskooperation zwischen dem HKM sowie den Sportjugenden aus Hessen und NRW geschlossen. Die ZFS verantwortet die Sportlehrkräfte-Qualifizierungen, bereitet das Schulungsmaterial auf, entwickelt Praxiskarten für die Sporthelfer/ innen und pflegt das Netzwerk der Lehrkräfte. Die Sportjugend Hessen bringt sich in die Qualifizierungen ein, verwaltet die Daten der ausgebildeten Sporthelfer*innen, vergibt die Zertifikate und organisiert die Bereitstellung von T-Shirt-Druckvorlagen.

Hessen startet gut vorbereitet
Ein Team aus ZFS- und Sportjugend-Kolleg*innen hat mit viel Einsatz die Materialien für die Lehrkräfte-Qualifizierung und die Schüler*innen -Ausbildungen auf Hessen angepasst. Eine erste Pilotmaßnahme für zehn Sportlehrkräfte erfolgte bereits im Sommer 2021, eine weitere mit 20 Teilnehmenden ist in diesem Mai abgeschlossen worden. Bisher finden die Qualifizierungen noch im Online-Format statt. Der Wechsel in das Präsenzformat ist geplant. Erste Ausbildungen von Schüler/innen haben bereits an acht Schulen stattgefunden, so dass noch in diesem Schuljahr voraussichtlich 50 hessische Sporthelfer*innen ihre Zertifikate erhalten können. Auf Grundlage dieser Erfahrungen wird es weitere Ausbildungen geben.

Persönliche Impulse und langfristige Bindung
Der Nutzen des Programms ist vielfältig. In erster Linie sind die beteiligten jungen Menschen die Profiteure. Sie erhalten erste Grundlagen als „Nachwuchs-Übungsleiter*innen“ zu Themen wie Planung, Organisation und Durchführung von Angeboten und Veranstaltungen. Sie lernen Bewegungs- und Sportangebote zu reflektieren, üben den Rollenwechsel vom Lernenden zum Anleitenden. Unter Begleitung können sie viele Erfahrungen im eigenverantwortlichen Handeln sammeln, sich aktiv am Schulleben beteiligen und es sport- und bewegungsorientiert mitgestalten. Außerdem fördert das Projekt die persönliche Entwicklung und bietet Orientierung für die Schulzeit und die berufliche Zukunft. Zusätzlich können die Sporthelfer innen zu „Brückenbauern“ zwischen Schule und Verein vor Ort werden.

Die Schulen wiederum stärken durch die vielen motivierten und fleißigen Helfer*innen ihr Profil und stehen somit für ein bewegtes Schulleben. Der organisierte Sport gewinnt motivierte Engagierte, die sich für den Sport aktiv einsetzen und den Nachwuchs in den Sportvereinen sichern. Erfahrungsberichte aus NRW zeigen, dass viele der heute dort tätigen Sportlehrkräfte, Übungsleiter*innen, Sportwissenschaftler*innen oder Mitarbeitende der Behörden ihre ersten Impulse durch das SH-Programm erhalten haben.

Das frühzeitige Ausbilden von jungen Menschen ist hier also ein wichtiger Ansatz, auch um die jungen Menschen langfristig im Sportbereich zu binden. Deswegen erarbeiten ZFS und Sportjugend gemeinsam für Hessen weitere Maßnahmen, wie die jungen Menschen sich fortbilden und entwickeln können. Das umfasst Netzwerktreffen, Aufbaulehrgänge, Informationsplattformen und manches mehr. Dafür wird auch die Zusammenarbeit mit den hessischen Sportkreisen und Fachverbänden angestrebt, um den Einsatzbereich der Sporthelfer*innen zu erweitern und sich bei der Anrechnung für weitere Lizenz-Ausbildungen abzustimmen.

Das Pilotprojekt, das wegen der Pandemie im Stillen beginnen musste, trägt bereits Früchte. So konnten die ersten hessischen Schulen Sporthelfer/innen-Ausbildungen durchführen und den stolzen Schüler/innen die Zertifikate aushändigen. Bei einigen Schulen sind sie bereits tagtäglich im Einsatz.

Die jährlichen Qualifizierungs-Termine finden interessierte Sportlehrkräfte der Sekundarstufen I und II und von Förderschulen, Übungsleiter*innen mit einer Trainerlizenz sowie Lehrkräfte mit ÜL-C Lizenz auf der ZFS-Homepage
Kontakt: sporthelfer@remove-this.sportjugend-hessen.de


Botschafter*innen des Ehrenamtes

Sportminister Peter Beuth hat in Wiesbaden das Dr. Horst Schmidt-Jugendsport-Stipendium an fünf Sportlerinnen und Sportler verliehen.

Engagement mit Herzblut
v.l. Sportminister Peter Beuth, David Delp, Stina Knittel, Laura Heckmann, Christian Will, Malin Hoster (Vorsitzende der Sportjugend Hessen) und die Präsidentin des lsb h Juliane Kuhlmann (Foto: Jörg Halisch)

(29.06.2022) Die Stipendien sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert und gehen an junge Ehrenamtliche, die noch im Studium oder in der Ausbildung sind und sich über ihren Sportvereinen für das Allgemeinwohl einsetzen.

„Mit dem Dr. Horst Schmidt-Stipendium würdigen und stärken wir das ehrenamtliche Engagement junger Menschen im hessischen Sport, die sich mit tollen Ideen und großem Einsatz herausragend für das Allgemeinwohl engagieren. Unsere Stipendiaten übernehmen als Übungsleiter, Trainer oder auch im Vorstand Verantwortung für den Nachwuchs und begleiten diesen oft über viele Jahre innerhalb ihres Vereins. Dabei vermitteln sie noch viel mehr als Fitness und sportliche Fertigkeiten. Sie vermitteln jungen Menschen von Kindesbeinen an Werte wie Fairness, Toleranz, Teamgeist, Respekt und soziales Miteinander. Der Nachwuchs im Ehrenamt ist von unschätzbarem Wert für den Sport und unsere Gesellschaft. Wenn junge Menschen sich derart engagieren, hat dies eine Leuchtturmfunktion und ist tolles Zeichen für die Zukunft des Sports in Hessen“, so Sportminister Peter Beuth.

Das Dr.-Horst-Schmidt-Stipendium erinnert an den ehemaligen Hessischen Sozialminister Dr. Horst Schmidt, der von 1969 bis zu seinem tragischen Unfalltod im Oktober 1976 dem hessischen Kabinett angehörte. Das Förderprogramm hat einen festen Platz in der Sportförderpolitik der Hessischen Landesregierung und ist Teil einer Anerkennungskultur für ehrenamtlich aktive junge Frauen und Männer.

David Delp ist seit neun Jahren in verschiedenen Sportvereinen und Verbänden ehrenamtlich aktiv. Bei der TSG Groß-Bieberau startete er mit dem Bundesfreiwilligendienst als Übungsleiter im Kindersport und engagierte sich zusätzlich für die Social-Media-Kanäle der Bieberauer Falken sowie als Hallensprecher. Seit April 2019 ist er Verbandsjugendwart beim Hessischen Handball-Verband. Dabei hat er unter anderem den Podcast „Balltäglich“ und die Beachhandball Turnierserie „HHV Beach-Series“, ins Leben gerufen. Bei der „HHV Beach-Series“ haben in 2021 mehr als 130 Mannschaften und über 1.000 Jugendliche teilgenommen. Zusätzlich ist er im so genannten „Perspektiv-Team“ der Jugendsprecherinnen und Jugendsprecher des Deutschen Handballbunds. Er absolviert derzeit ein Duales Studium im Bereich Sportbusiness Management an der IST Düsseldorf.

Laura Heckmann ist seit 2017 im Vorstand der Sportjugend Werra-Meißner ehrenamtlich engagiert. Zunächst füllte sie dabei das Amt der Beisitzerin aus, vollzog dann den Schritt zur Jugendsprecherin und ist seit 2021 die Jugendwartin im Sportkreis Werra-Meißner. Neben der Organisation von Skifreizeiten mit den weiteren nordhessischen Sportjugenden war sie auf verschiedenen Ebenen engagiert um Kindern und Jugendlichen die Vielfalt des Sports durch den Sportpass zu vermitteln und erlebbar zu machen. Sie ist seit dem Jahr 2000 passionierte Handballerin und gibt ihr Wissen seit 2015 als Trainerin in den Jugendmannschaften des SV Reichensachsen weiter. Auch im Inklusionssport ist sie durch ihr Engagement bei den Werraland Lebenswelten aktiv und hat sich unter anderem bei 1. Unified Sportfest in Eschwege sowie bei der erfolgreichen Bewerbung des Werra-Meißner Kreises als Host-Town zu den Special Olympics Weltspielen besonders eingesetzt. Zurzeit studiert Laura Heckmann berufsbegleitend im Weiterbildungsmasterstudiengang „Sport, Bewegung und Ernährung“ an der Sporthochschule in Köln.

Hendrik Holzhauer war ein höchst erfolgreicher Sportler, der zu seinem Höhepunkt an zwei Jugend-Europameisterschaften im Orientierungslauf teilgenommen hat, bevor er zunehmend in die ehrenamtliche Vorstandsarbeit im OSC-Kassel eingebunden wurde und schnell die Organisation von Wettkämpfen, Veranstaltungen und Training übernahm. Seit dem Jahr 2019 ist Hendrik Holzhauer der 2. Vorsitzende des OSC-Kassel. Er organisiert Wettkämpfe, wie zum Beispiel Jugend Trainiert für Olympia & Jugend trainiert für Paralympics. Darüber hinaus unterstützt er Lehrerinnen und Lehrer bei der Durchführung von Orientierungslauf-Angeboten. Im Jahr 2021 fanden so Wettbewerbe im Schulsport mit insgesamt über 600 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler statt. Im Rahmen der Modellregion Kassel: „Ein bewegtes Kassel für ALLE“ bietet er Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer an und engagierte sich beim Aufbau des Inklusionsprojekts „Orientierungslauf für Alle in der Karlsaue“. Zurzeit studiert Hendrik Holzhauer an der Universität Marburg Bewegungs- und Sportwissenschaften.

Stina Knittel ist seit ihrem dritten Lebensjahr im Wildwasserkanurennsport unterwegs. Bereits im Alter von 15 Jahren entschloss sie sich dazu ihre Leidenschaft im Training der Acht- bis Zwölfjährigen weiterzugeben. Im Zuge ihrer Teilnahme am Näher-Dran-Projekt der Sportjugend Hessen verlagerte sie Ihren Schwerpunkt in den Inklusionsbereich und unterstützt beim regelmäßigen Training und bei Schnupperveranstaltungen. Dazu ist sie seit dem Jahr 2018 im Vorstand des Kanu-Club-Fulda zunächst als Sportwartin tätig, wobei sie die Organisation der Rennplanung verantwortet. Mittlerweile ist sie als Kassiererin für die Finanzen des Vereins verantwortlich. Parallel zu ihrem Engagement im Verein ist auch im Sportkreis Fulda-Hünfeld als Jugendwartin tätig. Im Januar 2020 schloss sie ihre kaufmännische Ausbildung ab und befindet sich derzeit in einem Dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre.

Christian Will ist bei der Sportjugend Hessen ehrenamtlich tätig. Seit frühen Kindheitsjahren ist er Mitglied im Turnverein TV Jahn 1907 Wetzlar/Hermannstein. Mit 14 Jahren sammelte er erste Erfahrungen im Ehrenamt als Helfer bei der Turngruppe für Kinder und absolvierte später die Ausbildung zum Übungsleiter für Kinder und Jugendliche im Breitensport (C- Lizenz) bei der Sportjugend Hessen und ist bis heute als Übungsleiter engagiert. Neben dem ehrenamtlichen Engagement im Verein ist er als so genannter Teamer auf Jugendreisen für die Sportjugend Hessen aktiv. Von 2015 bis heute nahm er an mehr als 20 Jugendreisen und Bildungscamps für die Sportjugend Hessen teil, wobei er sich hier im engen Austausch mit den Schulsozialarbeiterinnen und –sozialarbeitern zusätzlich engagiert. Zurzeit studiert Christian Will an der Justus-Liebig-Universität Gießen das Lehramt in den Bereichen Mathematik und Politik und Wirtschaft.


Kick-Off für die Arbeit des neuen Vorstands

Mehr Nachhaltigkeit und Stärkung des Kinder- und Jugendsports

Der Vorstand der Sportjugend Hessen (v.l.n.r) Andrea Zemke, Julia Ess, Amadeus Itzenhäuser, Sadia Biladama, Malin Hoster, Lena Herke, Max Kunzmann (Foto: Jürgen Lecher)

(03.06.2022) Anfang Mai wurde es ernst für den neu gewählten Vorstand der Sportjugend Hessen. Auf seiner zweitägigen Klausur stellte er wesentliche Weichen für die kommende Amtszeit. Die Tagesordnung beinhaltete drei Schwerpunkte: die Verteilung der Themenfelder im Vorstand, die Festlegung der Schwerpunkte für die anstehende Wahlperiode sowie die Diskussion über die Gestaltung der Zusammenarbeit im Vorstand und innerhalb der Tandems mit den Referatsleitungen.  

Tandems haben sich gefunden
In der Sportjugend Hessen hat sich das Tandemprinzip als eine erfolgreiche Arbeitsweise zwischen dem Vorstand und den Hauptberuflichen erwiesen. Nach jeder Wahl wird anhand der Interessen der ehrenamtlich Engagierten eine Zuordnung vorgenommen. Dafür präsentierten die Referatsleitungen dem Vorstand ihre aktuellen Aufgabenfelder. Der gemeinsame Wissensstand bildete anschließend die Grundlage für eine konstruktive Diskussion und Zuordnung der Verantwortlichkeiten im Vorstand.

Die Zuständigkeiten sind wie folgt:  
Sadia Biladama - Referat „Jugend- und Sportpolitik"
Tim Binstadt - Referat „Sport, Erlebnis & Bewegung für junge Menschen" - Jugendreisen + Internationale Jugendarbeit
Julia Ess - Juniorteam im Referat „Vielfalt im Sport"
Lena Herke - Referat „Vielfalt im Sport"
Malin Hoster - Geschäftsführung; Öffentlichkeitsarbeit; Personal; Referat „Jugendbildung und Qualifizierung"
Amadeus Itzenhäuser - Referat „Junges Engagement und Kindeswohl im Sport"
Max Kunzmann - Bildungsstätten; Finanzen; Personal; Referat „Jugendbildung und Qualifizierung" Andrea Zemke - Referat „Sport, Erlebnis & Bewegung für junge Menschen" – Bewegungsförderung + Schule

Zwei zukunftsweisende Schwerpunkte
Unter dem Vorsitz von Malin Hoster, der neuen Vorsitzenden der Sportjugend Hessen, einigte sich der Vorstand auf zwei Schwerpunktthemen für die Wahlperiode 2022 – 2025: Nachhaltigkeit und Stärkung eines resilienten Kinder- und Jugendsports. Als Jugendorganisation sieht sich die Sportjugend Hessen in der Verantwortung, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in den nächsten drei Jahren intensiv auseinandersetzen, denn Umwelt- und Klimaschutz bewegt viele Kinder und Jugendliche und ist für junge Menschen eines der wichtigsten gesellschaftlichen Probleme. Unter dem Schwerpunkt „Stärkung eines resilienten Kinder- und Jugendsport“ sollen alle Maßnahmen gebündelt werden, die dazu beitragen, dass der Kinder- und Jugendsport in Hessen gestärkt aus der Zeit der Corona-Pandemie hervorgeht und gewappnet ist für künftige Krisen. Das betrifft das Thema Bewegungsförderung ebenso wie das Thema Engagement und Ehrenamt.

Kommunikation und Beteiligung im Blick
Der Agenda folgend ging es am Ende der Tagung noch um die Klärung der künftigen Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Geschäftsstelle. Es wurden wichtige Punkte herausgearbeitet, wie eine gute Kommunikation und Beteiligung aussehen sollte. Eine kontinuierliche Ausgestaltung und Evaluierung der Kommunikationswege und -formen sind geplant. Mit dieser Basis starten alle gestärkt und motiviert in ihre Tandemarbeit.


Sommer, Sonne, (Eder-) See

Gemeinsames Wochenende Anfang Juli im Sportcamp

(02.06.2022) Es ist ein bekannter Rhythmus bei der Sportjugend Hessen nach der Vollversammlung. Dann geht es los, dass die neuen Engagierten aus den Sportkreis- und Verbandsjugenden sich kennenlernen und gemeinsam mit der Sportjugend neue Projekte starten. Nachdem persönliche Treffen und der persönliche Austausch in der Pandemie zu kurz gekommen sind, gibt es deshalb in diesem Sommer ein neues größeres Event.

Vom 1.- 3. Juli 2022 findet am Edersee ein gemeinsames Wochenende mit dem Motto „Sommer, Sonne, (Eder-) See“ statt. Dieses soll Engagierte aus den verschiedenen Bereichen der Sportjugendarbeit in Kontakt mit den hauptamtlichen Mitarbeiter/innen der Sportjugend Hessen bringen. „Wir wollen die entspannte Atmosphäre im Sport-, Natur- und Erlebniscamp Edersee nutzen, um erste Schritte für die anstehenden Aufgaben für die nächsten drei Jahre zu gehen. Und wir wollen Dankeschön sagen für das Durchhaltevermögen in den letzten Jahren während der Pandemie“, erklärt Ronny Schulz, zuständig für die Betreuung der Sportkreise.

Ein Dankeschön und Kennenlernen auch für neue Interessierte
Geplant sind verschiedene Aktivitäten aus dem vielfältigen Erlebnisangebot des Camps, aber auch Workshops zu den Schwerpunktthemen des neuen Arbeitsprogramms. An dem neu konzipierten Wochenende am Edersee treffen erstmals die engagierten Teamenden der Jugendreisen und Internationalen Begegnungen der Sportjugend auf die Engagierten der Sportkreis- und Fachverbandsjugenden.

Die Veranstaltung ist Teil des Projekts „Zeig(t) es uns!“ und wird im Bereich „Junges Engagement“ von der Deutschen Sportjugend gefördert.

Das Wochenende bietet die perfekte Gelegenheit auch für neue Interessierte, die sportjugend-Luft schnuppern möchten.
Möchtest Du Dich vielleicht projektweise oder langfristig im Sport engagieren? Hast Du Lust, viele bereits engagierte Menschen kennenzulernen? Dann melde Dich und gegebenenfalls Deine Freund/innen für das Wochenende an bei: Luna Langkamm, E-Mail



Interview mit Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen

Malin Hoster, Vorsitzende der Sportjugend Hessen

(09.05.22) Seit der Vollversammlung Ende März 2022 hat die Sportjugend Hessen eine neue Vorsitzende. Malin Hoster, die 34-jährige Gießenerin, ist seit gut vier Jahren im Vorstand und löst Juliane Kuhlmann ab, die 19 Jahre lang Vorsitzende war. Hoster ist voller Elan, die vorbildliche Vorstandsarbeit ihrer Vorgängerin fortzuführen und neue Impulse zu setzen. Als Sportlerin, die ursprünglich aus dem Turnen kommt, als Teamerin mehrerer Freizeiten und als langjährige Jugendwartin im Lahn-Dill-Kreis kennt sie das aktive Vereinsleben genauso wie die Strukturen des organisierten Sports. Beruflich ist sie in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Beste Voraussetzungen also für eine neue Epoche spannender Vorstandarbeit.

Wie wichtig sind Visionen, wenn man in diesen Zeiten  einen Vorsitz übernimmt?
Visionen sind für die Arbeit im Vorstand der Sportjugend Hessen immer wichtig. Aktuell gibt es einige Punkte, die sich etwas in den Vordergrund drängen. Die Aufarbeitung der Pandemie sowohl im sportlichen als auch im sozialen Kontext hat eine sehr hohe Priorität. Wir als Sportjugend Hessen wollen die Vereine in jeder Hinsicht unterstützen, damit Kindern und Jugendlichen das Sporttreiben wieder möglich ist und sie wieder gerne Teil ihres Vereins sind.

Die Vereine haben in der Pandemie Mitglieder und Ehrenamtler verloren. Der Sport hat in dieser Phase nicht den ihm gebührenden Stellenwert bekommen. Welche Lehren sollte man daraus ziehen?
Die Pandemie hat die komplette Gesellschaft und damit auch den Sport von einem auf den anderen Tag vor bis dahin nicht gekannte Herausforderungen gestellt. Dass hier vieles nicht optimal gelaufen ist, war vor allem am Anfang kaum zu verhindern. Allerdings hätte man schon viel früher gegensteuern müssen, um den Sport im Verein, insbesondere für junge Menschen, früher wieder zu reaktivieren. An vielen Stellen wurde dies vernachlässigt, weil es vermeintlich „wichtigere“ Baustellen, z. B. die Situation an den Schulen gab. Dass der Vereinssport viel mehr ist als nur ein Ort der Bewegung, ist dabei leider zu wenig wahrgenommen worden. Umso wichtiger ist es jetzt, dem Sport seinen Stellenwert zurückzugeben und öffentlich deutlich zu machen, welche wichtige Rolle er für junge Menschen spielt.

Auch das Ehrenamt hat in dieser Phase gelitten. Muss ehrenamtliches Engagement in einem Verein neu gedacht werden? Müssen flexiblere, modernere Formen her?
Bei allen Einschränkungen, die es in den letzten beiden Jahren gab, hat sich an vielen Stellen in den Vereinen gezeigt, dass man im Notfall flexibel agieren muss. Vielen blieb auch nichts anderes übrig, als alternative Wege zu gehen, und dabei hat es sich häufig gezeigt, dass dies sehr spannend sein kann. Darauf aufbauend ist es essenziell, Ehrenamt an einigen Stellen neu zu denken. Die traditionellen Denkweisen von Ehrenamtlichen, die vor Ort aktiv sind und sich für viele Jahre einbringen, funktionieren oft nicht mehr. Vor allem bei jungen Menschen ändert sich die Lebenswelt ständig. Hier müssen mehr Möglichkeiten für ein kurzzeitiges Engagement oder projektbezogene Mitarbeit geschaffen werden. Auch hat sich deutlich gezeigt, wie notwendig und hilfreich eine digitale Vernetzung ist. Unabhängig von der Pandemie ist es sehr wichtig, dass jungen Menschen Raum gegeben wird, sich einzubringen und aktiv mit zu gestalten.

Ihr seid altersmäßig ein recht junger Vorstand, was nimmst Du aus Deiner bisherigen Vorstandsarbeit mit?
Unser Vorstand besteht sowohl aus ganz jungen Menschen als auch aus einigen Personen, die schon mehrere Jahre Vorstandserfahrung mitbringen. Für mich ist diese Kombi ein ganz großes Plus und zeichnet die Sportjugend Hessen auch aus. Wir konnten viele gute Projekte auf den Weg bringen, im Bereich Kindergarten, Integration oder Kindeswohl, nur um einiges zu nennen. In unseren Mitgliedsorganisationen ist es uns immer ein großes Anliegen, den Nachwuchs zu fördern und jungen Menschen Raum für Mitbestimmung zu bieten. Und genauso wollen wir im Vorstand weitermachen.

Deine Vorgängerin Juliane Kuhlmann hat in 19 Jahren als Vorsitzende vieles verändert und modernisiert. Große Fußstapfen also. In welche Richtung möchtest Du den Vorstand lenken? Welche Ziele gibt es, welche Themenfelder sind besonders wichtig?
Juliane hinterlässt große Fußstapfen und war für mich stets Vorbild. Jetzt möchten wir als neuer Vorstand neue Wegmarken kreieren und unsere eigenen Spuren hinterlassen. Viele Themen der letzten Jahre werden uns auch weiter begleiten, aber wir müssen auch die Pandemiefolgen bewältigen. Aktuell drängt sich mehr denn je die Verantwortung in Sachen Nachhaltigkeit auf. Hier wollen wir Vorbild sein und nachhaltige Ansätze und Angebote in allen Themenbereichen der Sportjugend etablieren. Denn wenn nicht jetzt, wann dann?!

Die Digitalisierung hat in der Pandemie mächtig an Fahrt aufgenommen. Was sind die nächsten Schritte?
Die Digitalisierung muss jetzt in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
Wie bereits erwähnt, hat sich in der Pandemie die Notwendigkeit gezeigt, digital zu agieren und sich zu vernetzen. Es ist sehr wichtig, dass sich die Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – sicher online bewegen, dazu gehört auch die Vermittlung von digitaler Medienkompetenz. Der Vorstand hatte 2018 die Digitalisierung zum Schwerpunktthema gemacht, nichtsahnend, dass es 2020 so an Bedeutung gewinnen wird. Und der Arbeitsbedarf ist weiterhin groß. Wir konnten mit dem Verein „politik-digital“ einen starken Partner gewinnen, der uns mit dem Projekt „digital demokratisch dabei” auch weiterhin unterstützt und die Beteiligung junger Menschen einfacher mache möchte.

Wie wichtig ist der Austausch mit Fachverbänden und Sportjugenden?
Der Austausch mit unseren Mitgliedsorganisationen – den Sportkreisjugenden und Verbandsjugenden – ist uns im Vorstand und mir persönlich sehr wichtig. Ich selbst komme aus einem Sportkreis, in dem ich als Jugendwartin aktiv war und weiß, wie wichtig eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit sind. Denn hier agieren junge, engagierte Menschen und das ehrenamtlich. Nicht nur die Vernetzung untereinander hilft enorm, sondern auch die professionelle Begleitung durch die Sportjugend Hessen. Wir können den Verbandsjugenden und Sportkreisjugenden unter die Arme greifen und sie bei ihrer Arbeit vor Ort unterstützen. Wenn wir damit erreichen, dass sie sich noch lieber engagieren und erfolgreiche Arbeit leisten können, ist das viel wert. Wir wollen ein offener Ansprechpartner sein, damit das Ehrenamt Spaß macht und etwas bewirkt. Denn je mehr (junge) Menschen sich zusammentun, umso bessere Ideen entstehen.

Beruflich ist Dein Bereich die Öffentlichkeitsarbeit. Bei der Vollversammlung hast Du Dich über mehr als 2.000 Follower auf dem Instagramkanal der Sportjugend Hessen gefreut!
Infos müssen zielgruppengerecht aufgearbeitet und präsentiert werden, und wir müssen junge Menschen in ihrer medialen Welt abholen. Die Sportjugend hat sich hier in den letzten drei Jahren gut entwickelt und viel Arbeit reingesteckt. Ich denke aber, dass es wichtig ist, eine umfängliche Medienarbeit zu leisten. Wir können uns nicht nur auf bestimmte Medien konzentrieren, dafür ist die Arbeit der Sportjugend Hessen zu vielfältig.

Als Vorsitzende der Sportjugend Hessen bist Du auch Teil des Präsidiums des lsb h. Wie siehst Du hier Deine Aufgabe?
Im Präsidium sehe ich meine Aufgabe ganz deutlich darin, die Sportjugend und die Belange der Kinder und Jugendlichen zu vertreten. Ich werde hier meine Position noch finden müssen, aber ich schreibe mir auf die Fahne, dass ich mich dort immer dafür einsetze, dass junge Menschen nicht zu kurz kommen und in allen Themenbereichen mitgedacht werden.

Was motiviert Dich?
Aus den letzten Jahren Vorstandsarbeit habe ich sehr viel Motivation mitgenommen. Ich habe gesehen, welche Reichweite und Schlagkraft die Sportjugend Hessen in der Sportwelt aber auch in der Gesellschaft hat und was wir erreichen können. Wir haben tolle Projekte auf den Weg gebracht. Mit diesem Wissen und unserer Dynamik möchte ich noch viele weitere Themen platzieren. Alleine ist das natürlich nicht möglich und deshalb setze ich weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit im Vorstand und mit allen hauptamtlichen Mitarbeitenden der Sportjugend Hessen. Ach ja, und da ist da noch mein einjähriger Sohn, der mich mächtig auf Trab hält. Er ist für mich nicht nur täglicher Fitnessfaktor (Krabbeln, Laufen, Schwimmen oder Klettern), sondern vor allem auch Motivator, mich für die Kinder und Jugendlichen in Hessen einzusetzen.

(Das Interview führte Sabine Mischna.t)




Integrationsbeauftragte der Bundesregierung zu Besuch beim FC International Korbach

Reem Alabali-Radovan würdigt Aktivitäten im Rahmen des Programms „Willkommen im Sport“

Staatsministerin Reem Alabali-Radovan informiert sich über Integrationsprojekte des FC International Korbach (Foto: Integrationsbeauftragte/Coddou)

(08.04.2022) Der FC International Korbach, ein Verein in einer ländlich geprägten Region im Landkreis Waldeck-Frankenberg in der Nähe von Kassel, hatte zum offenen Boxtraining geladen. Er wollte zeigen, wie Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte zusammen trainieren und dabei Integration im Alltag leben. Staatsministerin Reem Alabali-Radovan sprach vor Ort mit Vertretern des Vereins, den Trainern sowie Boxerinnen und Boxern über ihre Erfahrungen.

Der Besuch der Delegation aus Berlin kam den Aktiven des Vereins, die aus zehn verschiedenen Herkunftsländern stammen, einem Ritterschlag gleich. Für Referent Peter Schreiber, der für die Sportjugend Hessen in Nordhessen für den Bereich Integration im Einsatz ist, war es ein wertschätzender Besuch: „Die Staatssekretärin und die Vereinsmitglieder hatten einen sehr zugewandten Austausch. Man merkte, dass die Beauftragte selbst einen Boxhintergrund hat und dass ihr sehr daran gelegen ist, mit Vorurteilen was den Boxsport angeht aufzuräumen. Alle hier im Verein leben Gemeinschaft, Zusammenhalt und Respekt voreinander – im Training und außerhalb des Rings“, so Schreiber.  

Sport schafft eine gute Willkommenskultur
Der Verein FC International Korbach wird seit 2015 vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) im Rahmen des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Projekts „Willkommen im Sport“ unterstützt.
Ziel ist, geflüchtete Frauen, Männer und Kinder im Sinne einer gelebten Willkommenskultur an Sport- und Bewegungsangebote heranzuführen und dabei Kontakte zur deutschen Aufnahmegesellschaft herzustellen. Ebenso fördert das Projekt das ehrenamtliche Engagement von Geflüchteten.
Für die Beratung vor Ort zeichnet die Sportjugend Hessen verantwortlich, die in den letzten beiden Jahren 32 hessische Vereine mit Angeboten in 14 verschiedenen Sportarten unterstützt hat.


Neues Wimmelbild zum Kindeswohl im Sport

Sportjugend Hessen bietet spielerischen Einstieg in ernstes Themenfeld

Illustration: Dorothee Wolters

(07.04.2022) Wimmelbilder faszinieren wohl spätestens seit den 1960-er Jahren, als es mit Ali Mitgutsch einen ersten Boom der Wimmelbilderbücher gab. Die große Besonderheit dieser lebendigen Bildgestaltung ist, dass sie für jedes Alter geeignet ist. Die Kleinsten schauen sich die Bilder an und zeigen auf einzelne Szenen ihrer Wahl, ältere Kinder formulieren erste Sätze und später ganze Geschichten. Die visuelle Entdeckungsreise über verschiedene abgebildete Schauplätze und Szenen, bei denen überall gleichzeitig etwas passiert, bietet unendliche Möglichkeiten.

Das neue Wimmelbild der Sportjugend Hessen, das ab sofort den Vereinen, Sportkreisen und Verbänden zur Verfügung steht, macht sich das zu eigen und bietet methodische Ansätze und Übungen, um sich dem Thema Kindeswohl anzunähern.

Wer das Bild betrachtet, entdeckt die unterschiedlichsten Personen, Orte, Szenen und Aktivitäten, die mit Sport zu tun haben. Das Wimmelbild zeigt Hilfestellungen in der Halle, gemeinsames Duschen und Umkleiden, Siegerehrungen und Wettkämpfe, Kinder toben, Jugendliche spielen Volleyball, stolze Eltern applaudieren und engagierte Betreuer*innen kümmern sich um den Nachwuchs.

Und überall Körperkontakt! Der gehört bei vielen Sportarten selbstverständlich dazu und ist oftmals notwendig. Doch da wo körperliche Nähe oder eine enge, vertrauensvolle Beziehung entsteht, kann es auch Gelegenheiten für Grenzüberschreitungen und Gewalt geben. Deshalb ist es wichtig, stets auf die Grenzen von allen und einen respektvollen Umgang miteinander zu achten. Denn Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen sich im Sport wohlfühlen und Vereine sollen für Mädchen und Jungen sichere Orte sein. Auch im Falle von Gewalterfahrungen außerhalb des Sports, durch Gleichaltrige oder in sozialen Netzwerken ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Hilfe finden.

Gesprächsanlässe und Übungen
Das neue Wimmelbild soll die Menschen miteinander ins Gespräch bringen, es soll sensibilisieren und motivieren, den passenden Zugang zum Thema Kindeswohl zu finden. Den „Methodenkoffer“ dazu, bietet die Sportjugend Hessen mit ihrem auf das Wimmelbild abgestimmten Arbeitsheft. Es enthält praktische Übungen, Gesprächsvorschläge und andere methodische Ansätze für unterschiedliche Altersgruppen. Spielerisch und zielgruppengerecht kann eine Auseinandersetzung mit den Themen „Meine Gefühle", „Meine Grenzen", „Unsere Regeln im Verein/Verband“ und „Hilfe holen!" geschaffen werden. Dies hilft zu klären, was nicht geht und was zu tun ist, wenn etwas nicht in Ordnung ist oder war. Es ermöglicht auch genauer zu schauen, welche Orte besonderer Aufmerksamkeit bedürfen und wo grenzverletzende Situationen vermieden werden müssen. Wenn Sportvereine dies mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam tun, können auf sehr partizipative Weise die Regeln des Miteinanders, die für alle gelten sollen, herausgefunden und vereinbart werden. Förderlich ist es im Umgang mit den methodischen Ideen, wenn im Verein oder Verband bereits eine Auseinandersetzung mit der Thematik „Kindeswohl“ stattgefunden hat und Personen dafür sensibilisiert sind.

Die Themen und Szenen für das Wimmelbild wurden gemeinsam mit Engagierten aus dem Projekt „Kindeswohl im Sport - Schützen/Fördern/Beteiligen in Sportkreisen und Vereinen“, welches durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport gefördert wird, erarbeitet. Grafisch umgesetzt hat das Wimmelbildes die Grafikerin und Illustratorin Dorothee Wolters.

Das Gesamtprojekt hat in den letzten drei Jahren die Präventionsarbeit zum Thema Kindeswohl im hessischen Sport qualitativ und quantitativ weiterentwickelt und eine dezentrale Präventionsstruktur aufgebaut. 25 Sportvereine und fünf Sportkreise waren in der ersten Modellphase beteiligt. Der Fokus lag neben dem Aspekt des Schutzes auch auf Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen im Sport. Im zweiten Projekt wurden fünf hessische Sportfachverbände und fünf Sportinternate bei der Weiterentwicklung von Schutzkonzepten unterstützt und begleitet. Wegen des großen Zuspruchs und der Aktualität des Themas, gibt es bis März 2023 eine zusätzliche einjährige Projektphase.

Das Wimmelbild inklusive Arbeitsheft ist ab sofort bei der Sportjugend Hessen erhältlich. Ein Formular zur Bestellung des Arbeitsheftes sowie das Wimmelbild zum kostenlosen Herunterladen (es gibt auch eine Ausmalvariante) und weitere Informationen gibt es auf www.kindeswohl-im-sport.de


Outdoor Escape Room

Bildungsstätte in Wetzlar bietet trendiges Rätselspiel mit sportlicher Note

(22.03.2022) In Wetzlar gibt es einen der ersten und wenigen Outdoor Escape Rooms in Deutschland. Das Team der Sport- und Bildungsstätte der Sportjugend Hessen hat nicht nur für draußen einen Escape Room entwickelt, sondern auch ein Event, das auf viele Sportarten ausgelegt ist. Und somit erfüllt der Outdoor Escape Room den Bildungsauftrag außerhalb von Schule.

Der Ursprung von Escape Rooms liegt in der digitalen Welt und wurde 2007 in Japan als live Escape Room, aufgrund mangelnder Freizeitaktivitäten für Erwachsene, in Form eines Puzzlespiels entwickelt. Vier Jahre später gelangte der Trend nach Europa und der erste Raum wurde in Budapest eröffnet. Escape Room, Exit Game oder Breakout Edu sind Räume, in denen Spielteilnehmer*innen gemeinsam als Gruppe von ca. sechs bis acht Personen verschiedene Rätsel in einer bestimmten Zeit knacken, um ein zu Beginn des Spiels definiertes Ziel zu erreichen. Bei Escape Rooms gibt es ein übergreifendes Thema wie z. B. Flucht aus einem Gefängnis oder einen Überfall. Alle Rätsel, Aufgaben und Requisiten, die ein Escape Room hat, sollten mit der Erzählung verbunden sein. Der zunehmende Hype um Escape Rooms hat dazu geführt, dass mittlerweile zwischen 50.000 und 60.000 Escape Rooms in der Welt zu finden sind und sich die ursprüngliche Idee in viele Richtungen verselbstständigt hat. Gibt man in einer Suchmaschine den Begriff „Outdoor Escape Room“ ein, dann werden unzählige Stadtrallys in Form eines Escape Rooms aufgelistet.

Rätsel, Sport und ein Hauch von Abenteuer
Der Outdoor Escape Room in Wetzlar hat einen ganz anderen Fokus. Bei der Planung des Projekts in der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar war es dem Team wichtig, den Sport in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei ging es um die Frage: „Wie kann ein Outdoor Erlebnis entstehen, das die Synergien zwischen Erzählungen, Rätseln und Ort nutzt?“ Hier bot es sich sofort an, das Außengelände mit dem kleinen Stadion vor der Tür, die Laufbahn, aber auch die Umgebung mit Fußballplatz, Bogenschießanlage und den Wald zu nutzen.

So eignet sich das kleine Stadion mit Tribüne optimal als Einstieg in das Event. Nach Einweisung und Einstieg in eine Geschichte, folgt ein Rätsel, welches die Gruppe in drei Sporträume unterteilt. Jeder Raum hat eine andere Schwerpunktsportart und somit andere knifflige Rätsel zu lösen, welche sich auf die jeweilige Sportart beziehen. Verschiedene Utensilien, die jede Gruppe in einer Sporttasche findet, gilt es richtig zu deuten. Das können Sporttrikots, Wäscheklammern, Laufschuhe oder Schwimmflossen sein, aber auch ein Schachbrett, Dartpfeile oder Trainingspläne. Am Ende müssen die unterschiedlichen „Sporträume“ wieder zusammengeführt werden, denn nur so kann am Ende das gesamte Rätsel gelöst werden.

Kreativität, Konzentration und Teamgeist
Escape Games fördern wichtige Fähigkeiten und Eigenschaften aller Mitspielenden, sie schulen Kreativität, Konzentration und logisches Denken, und weil es in der Gruppe nicht ohne Teamgeist und gemeinsame Entscheidungen geht, werden zudem soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit „trainiert“. Alle können ihre Stärken mit einbringen.

Seit dem vergangenen Sommer konnten die Escape Rooms erfolgreich mit unterschiedlichen Gruppen wie z. B. der Jugendmannschaft der Schwimmabteilung des TV Wetzlar 1847 oder im Rahmen der Seminare von Freiwilligendienstlern erprobt werden. Deshalb kann das Outdoor-Event nun auch von Schulklassen, Vereinen oder bei anderen Veranstaltungen gebucht werden. Bereits zehn Buchungen für diese Saison, von Mai bis zu den Sommerferien, zeigen, dass der Outdoor-Escape-Room den Zeitgeist trifft. Doch damit nicht genug, das Team der Sport- und Bildungsstätte Wetzlar überlegt bereits, künftig für jüngere Kinder einen Inklusions- Escape Room zu entwickeln.


WeltenZelten Kellerwald

Korbacher Schulklasse als Namensgeber für Zeltplatz am Camp Edersee

Verleihung der Siegerurkunde in Korbach: Carola Frese und Schüler*innen der 8. Klasse der „Schule am Enser Tor“ (Foto: Holger Gertel)

(20.03.2022) Seit dem Frühjahr 2021 betreibt die Sportjugend Hessen über das Sport-, Natur- und Erlebniscamp Edersee den Kinder- und Jugendzeltplatz bei Herzhausen. Schnell war dem Sportjugendteam klar, dass der Zeltplatz einen griffigen und aussagekräftigen Namen benötigt, der den Kindern und Jugendlichen gefällt und gleichzeitig die Werte der Sportjugend Hessen widerspiegelt. Die regionalen Begebenheiten und die besondere Lage des Zeltplatzes im Nationalpark Kellerwald-Edersee sollten ebenso berücksichtigt werden. Hier lag es nahe, Gruppen junger Menschen an der Namensfindung zu beteiligen, die bereits Gäste des neuen Zeltplatzes waren.

Internationalität und unterschiedliche Lebenswelten bei Herzhausen
Die achte Klasse der „Schule am Enser Tor“ mit ihrer Klassenlehrerin Carola Frese aus Korbach hat gleich mehrere ansprechende Namensvorschläge eingereicht und mit „WeltenZelten“ die Aktion einstimmig gewonnen. „WeltenZelten“ steht für gesellschaftliche Offenheit, Internationalität und unterschiedliche Lebenswelten, die an einem Ort zusammenkommen.
Als Gewinn kann sich die Klasse aus dem großen Angebot des Camps Edersee einen Programmbaustein ihrer Wahl aussuchen.


Sportjugend Hessen als Ausbildungsstätte

Einblicke in den Beruf Kauffrau für Büromanagement

(23.03.2022) Zum zweiten Mal bietet die Sportjugend Hessen in ihrer Sport- und Bildungsstätte Wetzlar einen Ausbildungsplatz an. Luna Langkamm aus der Nähe von Bad Vilbel lernt seit 2019 Kauffrau für Büromanagement und steht kurz vor dem Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung.
 
Luna kam zur Sportjugend Hessen über einen Bundesfreiwilligendienst, den sie nach ihrem Fachabitur 2018 bei der Sportjugend Region Kassel absolviert hat. Für diese Zeit war sie eigens in eine Wohngemeinschaft nach Kassel gezogen.
Da sie während ihres BFD gehört hatte, dass die Sport- und Bildungsstätte eine Auszubildende sucht, schickte sie ihre Bewerbungsunterlagen nach Wetzlar. Diese Entscheidung fiel ihr leicht, denn in ihrem Freiwilligendienst hatte Luna durchweg positive Erfahrungen sammeln können, und es war ohnehin ihr Wunsch, eine Berufsausbildung im kaufmännischen Bereich zu machen. Luna wurde ausgewählt und konnte im September 2019 Ihre Ausbildung beginnen.
 
Seitdem ist die heute 22-Jährige ein fester Bestandteil des Bildungsstätten-Teams. Hauptsächlich ist sie im Belegungsmanagement des Hauses tätig. Dort koordiniert sie gemeinsam mit ihren Kolleg*innen die Buchungen der Gäste. Zum Tagesgeschäft gehören neben der Beratung am Telefon oder per E-Mail auch das Erstellen von Buchungsbestätigungen, Rechnungen und Angeboten. Besonders mag sie den direkten Kontakt zu den Gästen und sich um deren Wünsche und Anliegen zu kümmern.
 
Weil aufgrund der strengen Coronaauflagen phasenweise keine oder nur wenige Gäste in der Bildungsstätte waren, konnte Luna ihre kreative Ader ausleben. Denn das Team hatte beschlossen, die Zwangspause zu nutzen, um die Flure und Tagungsräume neu zu gestalten. Egal ob bei dekorativen Handwerksarbeiten oder Wandmalereien, Luna konnte überall ihre Ideen mit einbringen. Auch das Einholen und Vergleichen von mehreren Angeboten für die neue digitale Ausstattung gehörten zu ihren Aufgaben.

Aktuell betreut und koordiniert Luna die Anmeldungen zum Kindersommer 2022, einem Ferienprogramm, dass an vier Wochen in den hessischen Sommerferien in Wetzlar stattfinden wird.

Ihr Ausbildungsplan sieht auch Stationen in der Geschäftsstelle Frankfurt etwa in der Finanzbuchhaltung und in der Öffentlichkeitsarbeit der Sportjugend Hessen vor.

Neben der praktischen Arbeit, hat Luna an zwei Tagen die Woche Berufsschule. Dort werden ihr Kenntnisse in Personalwesen, Marketing oder Datenschutz vermittelt. Sie hat aber auch Business Englisch und lernt, wie man Anfragen, Angebote und Bestellungen auf Englisch formuliert.
 
Luna kann ihre Ausbildung nur empfehlen. Sie findet es spannend, die vielseitigen Arbeitsbereiche rund um eine Bildungsstätte, in der viele unterschiedlichen Gruppen ein und aus gehen, kennen zu lernen. Auch schätzt sie es, Teil eines jungen und engagierten Teams zu sein. Auch mit den Werten der Sportjugend Hessen kann sie sich gut identifizieren.

Zum 1. September 2022 wird erneut eine Ausbildungsstelle besetzt; Bewerbungen werden noch bis zum 31. März 2022 entgegengenommen.