Aktuelles aus der Sportjugend

Hessenweite Vereinsförderung

NäherDran geht ins zweite Jahre

Soccer- und Highlandgames für Geflüchtete bei der SKG Erfelden oder eine Ausbildung zur Übungsleitung Breitensport für Kinder und Jugendliche beim TSV Korbach – durch „NäherDran“ sind diese Aktivitäten in den vergangenen Monaten ermöglicht worden. Nun geht es ins zweite Jahr. Die Sportjugend Hessen und die AOK Hessen haben ihre Module überarbeitet und rechnen erneut mit starkem Zuspruch von Vereinen.

Neues Angebot an Bildungs- und Bewegungsbausteinen
Über 40 sportartenübergreifende Bewegungs- und Bildungsbausteine wurden 2018 von hessischen Vereinen gebucht. Ein entscheidender Lerneffekt: Nicht alle Angebote der Sportjugend Hessen und der AOK Hessen stießen auf Interesse, während andere auffallend häufig nachgefragt wurden. Deshalb wurde die Liste für die Neuauflage überarbeitet, manches gestrichen, anderes ist hinzugekommen, darunter solche zum Thema Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Für 2019 rechnet Anke Josten, verantwortlich für Marketing und Produktmanagement bei der AOK Hessen, erneut mit einer hohen Nachfrage: „Wir haben durchgängig erfreuliches Feedback von den Vereinen erhalten. Einige von ihnen waren schon länger in den Bereichen Inklusion, Integration und Teilhabe aktiv, andere haben durch NäherDran den entscheidenden Anstoß bekommen.“ Zu den neuen Bausteinen gehören ein Teamwochenende mit erlebnispädagogischen Elementen für junge Menschen oder moderierte Netzwerktreffen, um das Engagement des Nachwuchses auf Touren zu bringen. „Wir wollen nicht nur Vereine und benachteiligte Menschen zusammenbringen, weil soziales Engagement ungemein wertvoll ist, sondern auch den Präventionsgedanken stärken und Menschen in Bewegung bringen“, so Josten zur Intention von „NäherDran“. Eine Anmeldung ist ab sofort wieder möglich.

Eigene Ideen einreichen
„Wir tragen gemeinsam dazu bei, Zugänge zum Sport zu erleichtern, möglichst alle mitzunehmen, und zwar unabhängig davon, ob sie ein Handicap haben, benachteiligt sind oder nicht“, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen. Es gehe vor allem darum, mehr Menschen ins Vereinsleben zu integrieren, damit sie von regelmäßiger Bewegung profitieren. Kreativität und Eigeninitiative belohnt „NäherDran“ dabei zusätzlich. Für vereinseigene Projekte, die als besonders förderungswürdig erachtet werden, wird ein Integrationspreis im Wert von bis zu 3.000,- Euro ausgelobt. Eine wichtige Voraussetzung ist eine konkrete Beschreibung der Zielsetzung und der Maßnahmen, darüber hinaus eine detaillierte Zeit- und Kostenplanung. Bis zu den Sommerferien können ausformulierte Ideen eingereicht werden. „Somit haben die Vereine zwei Monate mehr Zeit als im vergangenen Jahr, das dürfte die Planung für alle enorm erleichtern“, so Kuhlmann weiter. Spätestens im September wird festgelegt, welche Vereine mit einer Unterstützung rechnen können. 2018 hatten sich 31 Sportvereine mit eigenen Ideen angemeldet, insgesamt 13 wurden unterstützt. Darunter war auch der TSG Blau Gold Gießen e. V. mit seinem Gesellschaftstanzkurs für Jugendliche mit und ohne Behinderung. Von dem Betrag wurde dort der Abschlussball finanziert. Beim SV Hainstadt, der sich bereits seit 2012 intensiv mit Inklusion beschäftigt, werden hingegen Kleingeräte für Psychomotorik angeschafft.

Mehr Information gibt es hier.


Einfach, verständlich und klar

Fachtag Einfache Sprache

Wer braucht Einfache Sprache und was ist das überhaupt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich neben- und hauptberufliche Referent-/innen der Sportjugend Hessen, des Landessportbundes Hessen und des Hessischen Fußballverbandes in der Bildungsstätte Wetzlar. Der Fachtag war der Beginn einer wichtigen und notwendigen Entwicklung, die die Teilhabe und Teilnahme vieler in diesem Bereich bislang benachteiligter Menschen ermöglichen kann und die Integration und Inklusion im Sport ein Stück voranbringt.

In Deutschland gibt es 7,5 Mio. funktionale Analphabeten, die zwar Worte und Sätze lesen, aber einen Text nicht in seiner Gänze verstehen können. 13 Mio. Personen mit schwacher Lesekompetenz scheitern an fachlichen Texten, 1 Mio. Menschen lernen Deutsch als Fremdsprache, aber auch jüngere oder alte Menschen können von Einfacher Sprache profitieren.

Bei Einfacher Sprache geht es darum, verständliche Begriffe zu verwenden, kurze Sätze zu formulieren und vor allem sich an der Sprache des Gegenübers zu orientieren. Wortwiederholungen sind gewünscht. Fachbegriffe werden nur verwendet, wenn es wirklich notwendig ist. Inhaltliche Abstriche werden nicht gemacht, gleiche Inhalte werden einfacher vermittelt.

Die Fachreferentin Nikola Poitzmann präsentierte die theoretischen Hintergründe der Thematik und erläuterte der Gruppe die Regeln der Einfachen Sprache. Anschließend wurde das Gelernte umgesetzt. In Kleingruppen übten alle an Texten aus den Lehrmaterialien, formulierten um und kürzten zu lange Sätze.

Do’s und Don’t’s der Einfachen Sprache
Regel: Ziehen Sie Verben vor und vermeiden Sie Substantivierung und Adjektive.
Don’t: Entschuldigen Sie die Verzögerung der Verbuchung Ihrer Überweisung.
Do: Entschuldigen Sie, dass wir jetzt erst Ihre Überweisung verbucht haben.

Regel: Vermeiden Sie wenig bekannte Wörter, machen Sie eine Aussage pro Satz und halten Sie die Sätze einfach.
Don’t: Über ein System aus Blutgefäßen werden Sauerstoff und Nährstoffe im Organismus verteilt sowie Kohlendioxid und andere Stoffwechselprodukte abtransportiert.
Do: Das Blut verteilt Sauerstoff und Nährstoffe im Körper. Kohlendioxyd und andere Stoffwechselprodukte transportieren das Blut ab.

Ein langer Prozess
In der Reflektion wurde deutlich, dass das Überarbeiten von Texten in die Einfache Sprache schwer ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Am ersten Fachtag zum Thema Einfache Sprache ging es vorrangig darum, schriftliche Texte zu bearbeiten und eine Sensibilität für die Thematik zu generieren. Die Planung für eine Folgeveranstaltung, die sich mit dem „vor und mit Menschen reden“ beschäftigen wird, läuft bereits. Dann soll das Referieren nach den Regeln der Einfachen Sprache gelernt und geübt werden. Er wird voraussichtlich im letzten Quartal 2019 stattfinden.


Interkulturelle Übungsleiterausbildungen feiern erfolgreichen Abschluss

Nach einer lernintensiven Ausbildung schlossen zu Beginn des Jahres drei Gruppen erfolgreich die interkulturelle Übungsleiterlizenz der Sportjugend Hessen ab. Insgesamt 36 neue Übungsleiter/innen erhielten am Montagabend die DOSB Lizenz als Übungsleiter C im Breitensport.

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eSports und Kindeswohl

Zwei zentrale Themen beschäftigten die hessischen Jugendvertretungen im Sport

Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, und weitere Delegierte im lockeren Austausch

Am Wochenende tagte in Rüdesheim der Jugendhauptausschuss der Sportjugend Hessen. An die 70 Delegierte kamen, um sich über die aktuelle Arbeit zu informieren, sich mit dem Vorstand auszutauschen und über den Jahresabschluss 2018 abzustimmen. Ein großer Teil der Tagung nahm die Auseinandersetzung mit eSport ein. Die Delegierten erhielten am Vormittag Gelegenheit, sich in zahlreichen praktischen, aber auch theoretischen Workshops ein eigenes Bild zu verschaffen. Unter den Gästen am Nachmittag war auch der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, der diverse Förderbescheide überreichte, unter anderem zwei für neue Projekte im Bereich Kindeswohl.

Innerhalb der Sportorganisationen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Positionen zum Thema eSport. Die Sportjugend Hessen hat sich mit dem Jugendhauptausschuss auf den Weg gemacht, eine eigene Positionierung zu erarbeiten. An mehreren Stationen wurden sportliche Aktivitäten im direkten Vergleich mit der virtuellen Ausführung angeboten. Die Delegierten konnten ausprobieren, Meinungen bilden, Fragen stellen und Informationen zusammentragen. Das Angebot umfasste Longboard und eLongboard, Tennis und eTennis, Fifa und Fußball, aber auch Drohnenzielflug und Zielwurf standen auf dem Programm. Die praktischen Erfahrungen wurden von einem Workshop zur Gründung einer eSport-Abteilung im Verein sowie dem Impulsvortrag zum Phänomen des eSport von Daniel Illmer (DOSB) ergänzt. Damit hat der Vorstand einen Prozess angestoßen, der die Sportjugend Hessen noch einige Zeit begleiten wird, denn offen ist, was die Entwicklungen für die Sportvereine tatsächlich bedeutet.

Intensiver beschäftigen wird sich die Sportjugend Hessen in den kommenden drei Jahren auch mit dem Thema „Kindeswohl“. Peter Beuth, Hessischer Minister des Innern und für Sport, überreichte der Vorsitzenden der Sportjugend Hessen, Juliane Kuhlmann, Förderbescheide für die Projekte „Kindeswohl-Berater/innen im Hessischen Sport“ und „Kindeswohl im Sport 2019-2022“.Der inhaltliche Fokus soll künftig über den Schutz vor Gefahren hinaus ganzheitlich auf weitere Aspekte des Kindeswohls ausgerichtet werden und sich an den Kinderrechten orientieren. Im Rahmen von „Kindeswohl-Berater/innen im Hessischen Sport“ werden die fünf hessischen Sportinternate und zunächst fünf ausgewählte hessische Fachverbände bei der (Weiter-)Entwicklung von Kindeswohl-Schutzkonzepten zur Verbesserung der Prävention von Kindeswohlgefährdung begleitet und unterstützt. Dazu werden ihnen von der Sportjugend Hessen geschulte Kindeswohl-Berater/innen zur Seite gestellt, die den Prozess individuell und bedarfsgerecht begleiten.

Eine quantitative und qualitative Weiterentwicklung der bisherigen Präventions- und Beratungsarbeit der Sportjugend Hessen im Breitensport soll mit dem Projekt „Kindeswohl im Sport 2019-2022“ erreicht werden. An der Modellphase werden zunächst fünf Sportkreise teilnehmen. Ziel ist die Implementierung von Schutzkonzepten sowie der Aufbau einer dezentralen Präventionsstruktur durch den Einsatz von „Kindeswohl-Beauftragten“ in den Sportkreisen. Individuelle Begleitung und Unterstützung erhalten sie von Kinderschutz-Ansprechpersonen der Sportjugend Hessen.

Projektbeginn ist jeweils der 1. April 2019.


Förderprogramm "Sport für alle Kinder"

Jubiläum für ein deutschlandweit einzigartiges Förderprogramm: Sport für alle Kinder – das Förderprogramm gegen die Folgen von Kinderarmut im Sport – geht in die zehnte Runde. Hessische Sportvereine, Sportkreise und Fachverbände können sich in 2019 erneut um finanzielle Unterstützung für ihr Engagement gegen die Folgen von Kinder- und Jugendarmut bewerben.

Das zentrale Ziel lautet: Wir wollen, dass tatsächlich mehr Kinder aus einkommensschwachen Familien am Vereinsleben teilnehmen. Alle Kinder und Jugendlichen, auch die, deren Familien es sich finanziell nicht leisten können, sollen (weiterhin) im Sportverein aktiv sein können. Dies gilt z. B. für die Kinder in von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien, von Alleinerziehenden oder für minderjährige (begleitete und unbegleitete) Flüchtlinge.

Teilhabe gewährleisten

Über das Programm können z. B. die Anschaffung für den Vereinssport benötigter Kleidung und individueller Ausrüstung, die Teilnahme an besonderen Veranstaltungen wie Trainingslagern, Freizeiten und Ausflügen oder notwendige Fahrtkosten bezuschusst werden. Das Förderprogramm setzt da an, wo die Teilhabe am Vereinsleben aufhört, wenn es am Geld scheitert. Offizieller Antragsschluss ist der 15.03.2019.

Möglich wird diese Förderung durch die Bereitstellung von Mitteln durch das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport sowie durch Spendeneinnahmen und Eigenmittel der Sportjugend Hessen.

Kontakt: Sportjugend Hessen, Brigitte Hermann, Tel.: 06441/979615, E-Mail: Hermann@sportjugend-hessen.de


Demokratiebildung - Nebenberufliches Team aufgestellt

Das Referat Jugend- und Sportpolitik lud eine Gruppe von Nebenberuflern ein, um ein neues Referententeam mit dem Schwerpunkt Demokratiebildung aufzubauen. Gemeinsam mit dem Projektteam DemoS soll es den Arbeitsschwerpunkt der Sportjugend Hessen „Demokratie“ begleiten und mitgestalten.

„Ihr bringt alle ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit und seid Expert/-innen in euren Gebieten, ob es Inklusion, Integration oder die Bildungsarbeit ist. Ihr alle habt Interesse an demokratischer Bildung im Sport.“ mit diesen Worten eröffneten Angelika Ribler und Nico Mikulic das Treffen.

Der Nachmittag des ersten Tages beinhaltete zwei interaktive Workshops zu aktuellen politischen Themen, wie die politische Situation in Europa, Menschenrechte und Teilhabe sowie Beteiligungsmethoden.

Damit die Einsatzfelder für die nebenberuflichen Referent/-innen konkreter ausgestaltet werden konnten, hatten die Organisatoren, die aus den Fachreferaten der Sportjugend Hessen bereits existierenden Ideen, aufbereitet und mitgebracht. Der Sonntag wurde genutzt, diese Projekteideen gemeinsam weiterzuentwickeln. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer/-innen ihr Interesse für spezielle Themen bekunden. Die zukünftigen Einsatzfelder werden unter anderem im Bereich von Teamschulungen der MINT-Girls-Camps oder Workshops für die Freiwilligendienstleistenden sein, aber auch die Entwicklung einer interaktiven Ausstellung für die Bildungsstätten ist geplant.

Die weiteren Schritte sehen die Aufarbeitung der Ergebnisse, die Reflektion mit den hauptberuflichen Kolleg/-innen sowie die Einbindung bei den ersten Einsätzen vor.


Freiwilligendienst beim Hessischen Fußball-Verband bietet Gestaltungsspielraum

Nils Dyck in der Geschäftsstelle des Hessischen Fußballverbands

Nils Dyck absolviert zurzeit sein Freiwilliges Soziales Jahr beim Hessischen Fußball-Verband. Im Gespräch mit Kathrin Schneider berichtet er über seinen Tätigkeitsbereich und seine Ideen, die er gerne im Verband einbringen möchte.

Nils, was war Deine Motivation, Dich nach dem Schulabschluss um ein Freiwilliges Soziales Jahr zu bewerben?

Für mich stand es schon sehr lange fest, nach dem Abitur nicht direkt ein Studium zu beginnen, sondern erst einmal die Praxis zu erleben. Fast ein Jahr vor meinem Abschluss, machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Stelle. Das Angebot des HFV entsprach genau meinen Vorstellungen. Es bietet neben der pädagogischen Arbeit mit den Kindern, auch einen Einblick in die Struktur und Organisation des Verbandes.

Wie gestaltet sich Dein Aufgabenfeld beim HFV?

An erster Stelle bin ich für das Bambini Mobil zuständig. Das Mobil ist bereits seit über 20 Jahren für den HFV an Grundschulen und Kindergärten im Einsatz. Der erste Kontakt läuft meist über einen Fußballverein, der zu Werbezwecken gerne einen spiel- und bewegungsreichen Vormittag an der ortsansässigen Grundschule/Kita organisieren möchte. Dabei versuche ich, die Kinder für das Fußballtraining im Verein zu begeistern. Die Einsätze plane ich selbständig und bereite sie auch inhaltlich vor.

Neben dem Bambini-Mobil bin ich mit aller Hand organisatorische Aufgaben der Jugendabteilung des HFV betreut. Diese erfüllen ein breites Spektrum und reichen von der Teilnehmerverwaltung bei Jugend-Fußballcamps bis hin zum Erstellen von Videoszenen für die C-Lizenz Trainerausbildung. Ein besonderes Highlight war für mich das U21-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden. Hier hatte ich im Voraus ein Gewinnspiel für die Einlaufkinder vorbereitet und betreute diese vor Ort.

Außerdem habe ich an der Klausurtagung des Verbandsjugendausschusses teilgenommen und habe dort mitentscheiden dürfen, welche neuen Projekte im Bereich Schulfußball, also auch im Rahmen meiner Aufgaben als FSJ’ler, umgesetzt werden sollen.

Dir ist bei Deinen Einsätzen aufgefallen, dass die Schulen und Kindergärten das Angebot meist als eine reine „Spielstunde“ nutzen und Du hast eine Idee entwickelt um dies zu ändern.

Richtig, ich würde das Konzept des Bambini-Mobil gerne umgestalten. Die Vereine müssen meiner Ansicht nach stärker miteinbezogen werden, damit eine nachhaltigere Wirkung des Einsatzes erzielt werden kann. Ich möchte nicht nur die Schule oder den Kindergarten besuchen, sondern auch die ortsansässigen Vereine. Zu dem Schnuppertraining werden dann auch die Grundschul- und Kindergartenkinder der näheren Umgebung eingeladen.

Das würde bedeuten, dass Du dann noch mehr in ganz Hessen unterwegs bist. Wie schaffst Du das zeitlich zu organisieren?

In der Tat bedeutet die Umgestaltung des Konzepts einen Mehraufwand für mich, aber mir macht die Arbeit viel Spaß und ich bin davon überzeugt, dass wir auf diesem Wege mehr Kinder erreichen werden. Natürlich verbringe ich dann auch mehr Zeit auf den hessischen Straßen, aber es gibt keine bessere Entschädigung, als zu erleben, wie die Kinder mit viel Spaß dem Ball hinterherlaufen.

Hast Du schon Pläne, wie es für Dich nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr weitergehen wird?

Ich bin zwar erst seit knapp drei Monaten beim HFV, aber ich weiß bereits, dass ich danach weiter mit Kindern zusammenarbeiten möchte. Deshalb nutze ich das FSJ um meine Übungsleiterlizenz Breitensport mit dem Schwerpunkt Kinder/Jugendliche zu bekommen und bin parallel ehrenamtlich als Jugendtrainer beim RSV Büblingshausen aktiv. Ab dem kommenden Wintersemester möchte ich Lehramt studieren.

 

Kathrin Schneider


„Sport & Flüchtlinge“ mit EU-Award ausgezeichnet

Sadia Biladama am Rednerpult. Im Hintergrund das Logo von #BeInclusive EU Sport Awards auf einer Leinwand. Weitere Preisträger stehen auf der Bühne.
Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen, bedankt sich für die Auszeichnung

Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“, das das Hessische Ministerium des Innern und für Sport in Kooperation mit der Sportjugend Hessen durchführt, ist in Brüssel mit dem #BeInclusive Sport Award 2018 der EU ausgezeichnet worden. Die EU würdigt damit den Beitrag des Förderprogramms für die Integration von Flüchtlingen in Hessen. Der #BeInclusive Sport Award wird an Projekte und Initiativen vergeben, die den Sport als Mittel nutzen, um sozial benachteiligten Gruppen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Kriterien sind dabei unter anderem Wirkung und Reichweite der Projekte, ihre Nachhaltigkeit sowie der innovative Ansatz. Das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ wurde aus europaweit 111 Bewerbungen als eines der Top 3 - Projekte ausgewählt.

„Wir freuen uns sehr, dass die EU mit dem #BeInclusive Sport Award den bundesweit einmaligen Ansatz von „Sport und Flüchtlinge“ anerkennt und damit die Arbeit insbesondere der Sport-Coaches im Bereich Integration durch Sport für Flüchtlinge würdigt. Ohne das ehrenamtliche Engagement dieser Menschen vor Ort wäre der Erfolg des Förderprogramms nicht möglich.“, sagte der hessische Innenminister Peter Beuth anlässlich der Preisverleihung.

 

„Sport und Flüchtlinge“ wird im Jahr 2019 fortgeführt

Sadia Biladama, Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen und zuständig für diesen Bereich, nahm den Preis in Brüssel stolz entgegen. „Dieser Preis ist sowohl eine Auszeichnung für die intensive Arbeit der Sportjugend als auch für alle Sport-Coaches, die sich in den vergangenen Jahren für die Integration von Geflüchteten eingesetzt haben. Eine Vielzahl geflüchteter Menschen sind mittlerweile fest in Hessens Sportvereinen als Sportler/in, Übungsleiter/in oder Helfer/in eingebunden. Der Preis motiviert uns den nächsten Schritt zu gehen. Mit der Erweiterung des Förderprogramms 2019 um eine 2. Säule werden neue Schwerpunkte gesetzt.", so Biladama. Zukünftig sollen Sport-Coach-Tandems aus vorhandenen Sport-Coaches und neuen Sport-Coaches mit eigener Fluchterfahrung eine noch engere Vernetzung zwischen Sportvereinen und Geflüchteten ermöglichen.

Das Programm „Sport und Flüchtlinge“ wurde 2016 gemeinsam von der Sportjugend Hessen und dem Hessischen Ministerium des Innern und Sport ins Leben gerufen. Das Land Hessen unterstützt damit Sport- und Bewegungsangebote mit Flüchtlingen in den hessischen Städten und Gemeinden und trägt so zu ihrer Integration bei. Das Förderprogramm hat einen Haushaltsansatz von 2,4 Millionen Euro jährlich. Bundesweit sticht es sowohl hinsichtlich seiner Struktur als auch der zur Verfügung gestellten Haushaltmittel hervor. Zentrales Element sind sogenannte Sport-Coaches. Sie fungieren als Netzwerker, die die Interessen der Beteiligten vor Ort im Bereich Flüchtlinge und Sport (Gemeinde, Sportvereine, Asylbetreuung, Flüchtlingsinitiative, Flüchtlinge) bündeln. Über die regelmäßige Teilnahme an speziell auf die Arbeit mit Flüchtlingen ausgerichteten Schulungen der Sportjugend Hessen ist die gleichbleibend hohe Qualität ihrer Arbeit gewährleistet. Derzeit sind rund 300 Sport-Coaches in 250 hessischen Städten und Gemeinden aktiv.