Fachtag im Herbst 2019

23. Fachtag Mehr Bewegung in die Schule und den Kindergarten am 11.11.2019 in Frankfurt

Immer mehr Kinder verbringen aufgrund ausgeweiteter Betreuungs- und Schulzeiten immer mehr Zeit in Kita oder Schule. Deshalb gewinnen Konzepte einer bewegten Schule und einer bewegten Kindertageseinrichtung zunehmend an Bedeutung.

Je mehr sich der Lernstoff in der Schule verdichtet, umso wichtiger wird es, den Unterricht handlungs- und bewegungsorientiert zu gestalten und notwendige Entspannungsphasen einzubinden, um die Verarbeitung des Gelernten zu unterstützen. Viele Lehrer/innen und pädagogische Fachkräfte wollen deshalb noch mehr „Bewegung“ in den Schulalltag aufnehmen und nicht nur auf den Sportunterricht beschränken. Auch in der Kindertagesbetreuung werden - gerade in Bezug auf den Bildungsplan Hessen - Bewegungskonzepte immer wichtiger, um letztendlich eine „bewegte Kita“ gestalten zu können.

Der Fachtag trägt zur Entwicklung von Ideen für einen bewegungsfreudigen, dynamischen pädagogischen Alltag in Schule und Kindergarten bei. Dazu sind nicht nur die Sportfachkräfte aller Schulformen und Jahrgangsstufen sowie aus dem Vorschulbereich eingeladen, sondern alle „Bewegungsinteressierte“ aus pädagogischem Arbeitsfeldern.
Damit wollen wir zusätzlich die Zusammenarbeit der beiden Bildungsinstitutionen Kita und Schule hinsichtlich der Übergangsgestaltung und weiterer Vernetzungsaufgaben unterstützen.

In seinem interaktiven Impulsvortrag: „Schulfach Glück: Lernziel Wohlbefinden mit Bewegung“ beleuchtet Michael Leisinger (Fritz-Schubert-Institut für Persönlichkeitsentwicklung, Heidelberg), wie schon früh Grundsteine für ein stabiles Fundament gelegt werden können. Denn neben dem kognitiven Lernen ist die soziale, emotionale und kreative Entwicklung von großer Bedeutung für das gesunde Heranwachsen. Dabei spielen Bewegung und Emotionen eine große Rolle. Im Vortrag wird ein Einblick in den Aufbau und die Inhalte des „Schulfach Glücks“ gegeben.
Wesentliche Inhalte sind: Über sich selbst sprechen und Gefühle artikulieren können als Grundlage für den wertschätzenden Umgang miteinander; die eigenen Stärken und Ressourcen entdecken, um die persönlichen Potentiale zu entfalten; Lösungsorientierung statt Problemkreisel (zu diesem Themenbereich findet auch ein Workshop statt).

Der Aktionstag wird mit 8 LE zur Lizenzverlängerung bzw. als 1 Fortbildungstag für Lehrer/innen anerkannt. Kooperationspartner der Tagung ist die Zentrale Fortbildungseinrichtung für Sportlehrkräfte des Landes (ZFS) an der Landesservicestelle für den Schulsport.

Ablaufplan

ab 8.30 Uhr Anreise und Anmeldung
9.00 Uhr Eröffnung und Einstiegsthema
10.45–12.45 Uhr Workshops Phase I
12.45–14.00 Uhr Mittagspause und Infobörse
14.00–16.00 Uhr Workshops Phase II

Die Praxisworkshops

 

 WS-01 „Schulfach Glück: Lernziel Wohlbefinden mit Bewegung“
Michael Leisinger (Glückstrainer, Lehrer)
Es wird das Thema des Einführungsvortrags vertieft und ein bewegter Praxisbezug hergestellt. Die Teilnehmer/innen erleben an vielen Beispielen, u.a. am Zustand der ganzkörperlichen Konzentration innerhalb von vier Lernschritten, wie sie die Inhalte effektiv umsetzen können.


WS-02 Ausdauer abwechslungsreich trainieren: vielfältig und gesund

Armin Borst (Hessischer Triathlon Verband)
Ausdauertraining ist wichtig - aber nicht immer so einfach motivierend und abwechslungsreich zu vermitteln. Dazu werden praktische Übungen mit unterschiedlichsten Spielformen zur Schulung der Ausdauer im Sportunterricht vorgestellt und ausprobiert. Die spielerischen Aufgaben mit keinem bis geringem Materialaufwand eignen sich für alle Schulformen/Altersstufen oder sind schnell und leicht anpassbar. Abschließend erfolgt eine Hinführung zum Ausdauerdreikampf „Schwimmen-Radfahren-Laufen im Schulalltag/Ganztag“. Diese wird ergänzt mit Informationen zur Umsetzung sowie zu Wettbewerbsformen und Projekten.


WS-03 „KINDERLEICHTathletik“

Dominic Ullrich (Deutscher Leichtathletik-Verband)
Eine spielerische, vielfältige und motivierende Leichtathletik mit neuen Bewegungsformen und -aufgaben, Geräten und Wettkampfformen orientiert sich an den Bedürfnissen, am Entwicklungs-stand, an der Gefühlswelt und der Fantasie junger Menschen. Es werden Übungen, Spiele, Bewegungsaufgaben und Wettbewerbsformen aus den grundlegenden Bewegungsbereichen Laufen, Springen und Werfen ausprobiert. Im Mittelpunkt stehen kindgemäße Vermittlungsprinzipien sowie methodisch-didaktische Grundsätze einer pädagogisch ausgerichteten Kinderleichtathletik.

WS-04 „Ich wär jetzt mal `ne Fledermaus“ – Bewegungsgeschichten zur sensorischen Förderung
Michaela Brauburger (Lehrerin)
Der Workshop bietet eine kurze, übersichtliche Zusammenstellung der Merkmale frühkindlicher Reflexe (z.B. Bewegungsmuster des Moro Reflex, Palmar Reflex, Plantar Reflex u.a.) und führt in Angebote spielerischer Schulung für Kindergruppen ein. Frühkindliche Reflexe und Die entsprechenden Bewegungsmuster, die Grundlagen der menschlichen sensomotorischen, sprachlichen, emotional-sozialen Entwicklung sind, werden liebevoll aufgegriffen und in kindgerechten Bewegungsgeschichten erlebt. Die Bewegungsangebote unterstützen die Ausreifung frühkindlicher Bewegungsmuster, sie fördern die darauf aufbauende Koordination bzw. die fein- und grobmotorische Geschicklichkeit. Altersbereich für die Bewegungsgeschichten 5-10 Jahre. Die Bewegungsformen sind auch für ältere Kinder einsetzbar.

WS-05 „Spülbürste und Co“
Friederike Röhr (Tanzpädagogin)
Sportgeräte sind teuer – das muss nicht sein. Alternative Geräte laden ein, Neues zu entdecken, zu gestalten und sich auszuprobieren.

WS-06 Starke Spiele - Starke Kinder - Starke Gruppe
Annette Krawietz (Sportwissenschaftlerin)
Wir erproben vielfältige starke Spiel- und Bewegungsideen für drinnen und draußen. Dabei stärken wir unsere Ressourcen und entwickeln wichtige Basiskompetenzen. Die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten der psychomotorisch, erlebnisorientierten Praxis reflektieren wir für Kita, Grundschule und Verein. Los geht`s!

WS-07 Bildung kommt ins Gleichgewicht – Arbeiten mit dem Gleichgewichtskalender
Barbara Boedicker (Grundschullehrerin, Dozentin in der Lehrerfortbildung)
Neben Hören und Sehen haben Gleichgewicht und Bewegen eine immense Bedeutung für das Lernen. Ein ausgewogenes Gleichgewicht unterstützt Hören und Sehen, ermöglicht langsame, gezielte Bewegungsabläufe und eine auf die Situation angepasste Körperspannung. Es fördert die Gehirnentwicklung und das körperliche Wohlbehagen. Regelmäßige, ein- bis dreiminütige Gleichgewichtsübungen, die stufenweise aufbauen, pflegen das Gleichgewicht und fördern die Konzentration und Lernmöglichkeiten bei sich selbst und allen Beteiligten. Zielgruppe: sind Kindergarten- und Grundschulkinder.

WS-08 „Stark wie Pippi Langstrumpf – Resilienzförderung ganz entspannt“
Christiane Hosemann (Entspannungspädagogin)
Resilienz ist unmittelbar mit ganzheitlicher Bildung von Kindern verbunden und bedeutet/ beinhaltet die Fähigkeit, mit Herausforderungen und Stress gesund umzugehen, Schwierigkeiten zu meistern und daran zu wachsen! Inspiriert von der Figur Pippi Langstrumpf, erproben wir Spiele und Rituale, die Resilienz fördern und zugleich bei Stress, Lampenfieber oder Unruhe zu Ruhe und Entlastung führen. Mit Mut-mach-Spielen, einem Yoga-Morgen-Gruß, der Piraten-Massage oder der Stress-Schnapp-Maschine werden Selbstwirksamkeit sowie ein positives Selbstkonzept gestärkt. Geboten werden Varianten für  den situativen Kontext in Kita und Grundschule  sowie (z.B. für ein Projekt) ein komplettes Stundenbild „Pippi Langstrumpf“.

WS-09 Bewegter Elternabend
Michelle Nickels (Bildungsreferentin, Sportwissenschaftlerin)
Ein bewegter Elternabend bietet die Möglichkeit, dass sich viele Eltern (auch nach einem eigenen anstrengenden Tag), auf etwas oft Ungewohnt einlassen. Statt sich im Gruppenraum oder Klassenzimmer berieseln zu lassen, sind sie aktiver Teil des Programms! Je nach Kindergartenkonzept oder Klassenstufe sollten Elternabende mal auf eine etwas andere Art gestaltet werden. Es können gewohnte Strukturen (Sitzordnung, Erwartungshaltung, etc.) etwas aufgebrochen werden, gleichzeitig bieten sich oft ganz neue Gesprächssituationen zwischen Eltern und Erzieher/innen/Lehrer/innen. Der Workshop behandelt Inhalte zum Thema Lernen und Bewegung und zeigt auf, warum Bewegung für die kindliche Entwicklung und das schulische Lernen essentiell ist. Weiterhin werden Bewegungsstationen und Spiele ausprobiert, die bereits elternabenderprobt sind.

WS-10 Die Mini-Ballschule – Das ABC des Spielens für Kindergartenkinder
Benjamin Sonsalla (Sportwissenschaftler)
Zunächst erfolgt ein kleiner theoretischer Impuls, der über die Philosophie der Ballschule Heidelberg informiert. Die motorischen Basisfertigkeiten, technisch-taktischen und koordinativen Kompetenzen werden anhand von Spielen, Übungen und Bewegungsgeschichten vorgestellt. Sie bilden das ABC des Spielens für Kindergartenkinder.

WS-11 Das ABC des Spielens für Grundschulkinder
Benjamin Sonsalla (Sportwissenschaftler)
Zunächst erfolgt ein kleiner theoretischer Impuls, der über die Philosophie der Ballschule Heidelberg informiert. Die Inhalte der Praxisworkshops entsprechen den drei Säulen (ABC) des Ballschulkonzepts. Anhand verschiedener Ballschulspiele und Übungen werden die Bereiche der Koordination, Technik und Taktik vorgestellt.

WS-12 Erfahrungsorientiertes Lernen mit Kooperationsspielen

Nicole Lenhart (Lehrerin, Fachberaterin)
Kooperationsspiele fördern den Gruppenzusammenhalt auf der Basis lohnender Lernerfahrungen einer/s jeden Einzelnen. Es gibt keine Sieger/innen oder Verlierer/innen, die Gruppe als Ganzes ist gefordert. Sie bekommt eine Aufgabe, die ihre Teamfähigkeit auf die Probe stellt. Alle müssen dazu beitragen, dass die Herausforderungen gelöst werden. Damit dieser Lernprozess auch in den Alltag hineinwirkt, werden die Erfahrungen gemeinsam reflektiert.

WS-13 Bewegungsgeschichten im Sportunterricht der Grundschule
Sarah Kohl (Lehrerin)
Sicher kennen auch Sie bewegungsfaule Schüler und kleine Sportmuffel in der Schule. Wie schafft man es, dass alle Schüler motiviert und mit Begeisterung am meinem Sportunterricht teilnehmen? In diesem Workshop werden wir motivierende und spannende Geschichten mit vielseitigen Bewegungsaufgaben zur Vorbereitung, Durchführung und Vertiefung einzelner Sportarten erproben.

WS-14 Mit Bewegung zu den Zahlen und zum Rechnen
Gabi Preis (MA Soz., Zahlenland Prof. Preiß)
Es wird ein Zugang zu den Zahlen und zum Rechnen vorgestellt, der durchgehend von Bewegung geprägt ist und sich durch Einfachheit und Anschaulichkeit auszeichnet. In leicht umsetzbaren Spielen und Übungen wie "Abklatschen und Spazierengehen" oder "Rechnen auf dem Zahlenweg" entwickeln die Schüler/innen einen breiten Zahlbegriff und bauen Rechenkompetenz auf. Die Workshopinhalte wurden von Gerhard Preiß, Professor für Mathematikdidaktik, entwickelt. Sie verstehen sich als Beitrag zu einer ganzheitlichen mathematischen Bildung, bei der Wahrnehmung, Bewegung und Sprache ständige Begleiter des Lernens sind. Angesprochen sind Lehrkräfte im Anfangsunterricht der Grundschule, um Lust auf einen Mathematikunterricht zu machen, der zugleich gehaltvoll ist und Kindern und Lehrenden Freude bereitet.