Die Sportjugend Hessen sucht neue Standorte für das erfolgreiche Bewegungsprojekt „Step It Up“, das seit 2025 im Jugendzentrum Gießen-West umgesetzt wird. Das Projekt richtet sich an Jugendliche im herausfordernden Sozialraum und verknüpft niedrigschwellige Bewegungsangebote mit sozialpädagogischer Arbeit und nachhaltigen Übergängen in den Vereinssport.
Warum “Step it up”?
Die aktuelle MOVE-Studie macht deutlich, dass besonders Jugendliche aus herausfordernden Sozialräumen einen hohen Bedarf an regelmäßiger Bewegung haben, um gesund aufzuwachsen. Psychosoziale Belastungen, Stress und fehlende Alltagsstrukturen verstärken diesen Bedarf zusätzlich. Gleichzeitig gelingt es der klassischen Jugendarbeit immer weniger, diese Jugendlichen zuverlässig zu erreichen. Bewegung wird daher zunehmend als wirkungsvoller Türöffner genutzt, um Bindung, Stabilität und Empowerment zu fördern.
Parallel dazu zeigt die Sinus-Jugendstudie einen deutlichen Trend hin zu fitnessorientierten und individuellen Sportformen wie Calisthenics, Krafttraining und Street Workout. Diese Trainingsformen gelten unter Jugendlichen als modern, selbstbestimmt und urban – und gewinnen in vielen jugendlichen Lebenswelten deutlich an Attraktivität gegenüber traditionellen Teamsportarten. Damit treffen sie genau jene Bedürfnisse, die für eine zeitgemäße, zugangsorientierte Jugendarbeit von zentraler Bedeutung sind.
Projektbeschreibung „Step It Up“
Die Ziele des Projekts „Step It Up“ liegen darin, Jugendliche in herausfordernden Sozialräumen verlässlich zu erreichen und ihnen einen sicheren Zugang zu modernen, niedrigschwelligen Bewegungsangeboten zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen Empowerment, Selbstwirksamkeit und der Aufbau stabiler, tragfähiger Beziehungen. Durch offene Trainingszeiten – ein- bis zweimal pro Woche zwischen 18 und 20 Uhr an rund 30 Wochen im Jahr – entsteht ein kontinuierliches Angebot, das sowohl spezifische Gruppen wie Mädchen in zwei Altersstufen (13–16 und 16–19 Jahre) als auch alle interessierten Jugendlichen anspricht. Bewegung wird so zu einem verbindenden Element, das junge Menschen wieder an das Jugendzentrum heranführt, neue soziale Bindungspunkte schafft und Selbstbewusstsein, körperliche Fitness sowie Teamfähigkeit stärkt. Gleichzeitig wird durch eine enge Verknüpfung von Jugendzentrum und Sportverein ein nachhaltiger Übergang in den organisierten Sport gefördert.
Die Sportjugend Hessen übernimmt eine zentrale Rolle
Sie berät Sportvereine und Jugendzentren sowohl fachlich als auch hinsichtlich der Gegenfinanzierung des Projekts, vermittelt zwischen den beteiligten Partnern und stellt eine jährliche finanzielle Unterstützung in Höhe von 700 Euro bereit. Das Jugendzentrum wiederum sorgt für geeignete Trainingsräume – indoor oder outdoor –, gewährleistet die sozialpädagogische Begleitung, unterstützt bei notwendigen Anträgen wie Bildung und Teilhabe, aktiviert die Jugendlichen vor Ort und bringt sich aktiv in die Kooperation ein. Der Sportverein ergänzt diese Struktur durch die Bereitstellung oder Vermittlung von qualifizierten Coaches, die als authentische Vorbilder aus der Szene wirken, entwickelt Anschlussangebote wie Street-Workout- oder Calisthenics-Gruppen und begleitet die Jugendlichen fachlich in ihrer Vereinsanbindung.
Standorte, die sich als neuer Projektort bewerben möchten, sind eingeladen, ihre lokalen Rahmenbedingungen zu reflektieren:
- Welche Bedarfe bestehen vor Ort?
- Welche Jugendlichen sollen gezielt erreicht werden?
- Welche Trainingsorte eignen sich besonders?
- Welche Partner wie Vereine, Schulen oder die Kommune können eingebunden werden?
- Und welche ersten Umsetzungsschritte sind realistisch möglich?
Diese Fragen unterstützen eine fundierte Einschätzung, ob „Step It Up“ am jeweiligen Standort optimal wirken kann.
Bewerbungsprozess
Interessierte Standorte (Jugendzentren, Sportvereine oder Kooperationen daraus) bewerben sich bis 15.04.2026 unter folgendem Link: