NäherDran – Integrationssportfest in Jügesheim

Integrationspreis-Gewinner ausgezeichnet

Volle Kraft voraus beim Rollstuhl-Biathlon (Foto: Jürgen Lecher)

In der Georg-Büchner-Schule in Jügesheim wurde am Ende August das erste NäherDran-Integrationssportfest gefeiert. Knapp 1.000 Schülerinnen und Schüler freuten sich einen Vormittag lang über ein umfangreiches Angebot an Sport- und Bewegungsmöglichkeiten, das von der Sportjugend Hessen organisiert wurde. Ziel des Festes war es, die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren sowie Toleranz als Motor der Integration spielerisch erfahrbar zu machen.

Prämierung innovativer Projekte
Im Rahmen der Veranstaltung fand die Preisverleihung des NäherDran-Integrationspreises der AOK Hessen und der Sportjugend Hessen statt. Insgesamt 31 Sportvereine hatten kreative und innovative Projektanträge zur Integration, Inklusion oder sozialer Teilhabe von Kindern und Jugendlichen eingereicht. Eine Jury wählte 17 von ihnen aus. Diese Vereine erhalten jeweils eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1.000,- €. Die Plätze eins bis drei werden mit 3.000, 2.500 und 2.000 Euro gefördert.

Die TSG Blau Gold Gießen e.V. wurde mit ihrem Projekt „Gesellschaftstanzkurs für Jugendliche mit Behinderung“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet, Platz zwei ging an den SV 1879 e.V. Hainstadt am Main, der ein Vereinsangebot konzipiert hat, bei dem Turnhelfer/innen Kinder mit Behinderung während einer Übungsstunde begleiten. So ist eine Hilfestellung für die Kinder ohne den Einsatz der Eltern gewährleistet. Platz drei teilen sich der ITTV Frankfurt e.V. mit der Einführung eines integrativen und inklusiven Kurses zur rhythmischen Sportgymnastik und Zirkusakrobatik sowie die TG Rüsselsheim e.V., die in den Ferien ein kostenfreies Handball-Camp insbesondere für Kinder aus sozial schwachen Familien angeboten hat.

Bewegungsstationen mit besonderen Herausforderungen
Nach der Preisverleihung waren die Schülerinnen und Schüler selbst gefordert. In Klassentandems absolvierten die Jahrgänge 5 bis 9 einen vier Stationen umfassenden Paralympics-Wettkampf. Punkte konnten beim Sitzvolleyball, beim Goalball, beim Speedklettern als siamesischer Zwilling und beim Blasrohr-Schießen-Rollstuhl-Biathlon gesammelt werden. Im Anschluss an den Wettkampf setzten sich die Teams zusammen und reflektierten gemeinsam mit ihren Betreuern die Erfahrungen, die sie bei den verschiedenen Bewegungsaufgaben mit körperlichen Einschränkungen gemacht haben.

Für die Abschlussklassen wurde parallel dazu ein „Straßenfußball für Toleranz“-Turnier durchgeführt. Besondere FairPlay-Regeln sorgten für die Möglichkeit, als geschlechtsheterogene Mannschaft durch faires, teamgerechtes Verhalten Extrapunkte zu sammeln und damit die Spiele für sich zu ent-scheiden.

Außerdem waren auf dem Schulhof und in der Sporthalle weitere sportliche Angebote wie Seilrutsche, Riesenschaukel oder Kistenstapeln aufgebaut. Auch zahlreiche Sportvereine aus der Region nutzten die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Insgesamt konnten sich die Schülerinnen und Schüler an diesem Vormittag an ca. 50 Stationen aktiv beteiligen.

Für das leibliche Wohl sorgte ein Müslibuffet, dessen Herzstück das Müslifahrrad der AOK Hessen war. Die jungen Leute konnten sich ihre Müslimischung persönlich „erradeln“ und später mit allerlei gesunden und natürlichen Zutaten anreichern.