Neuer Jugendaustauschpartner im Glück

Eurocircle Marseille nimmt zum ersten Mal am Eurocamp Hessen teil

Teilnehmer/innen aus Marseille am Eurocamp Hessen

Seit gut einem Jahr hat die Sportjugend mit „Eurocircle Marseille“ endlich wieder einen französischen Sportaustausch Partner gefunden. Die auch von vielen deutschen Mitarbeiterinnen und Freiwilligen geführte Organisation gestaltet in Marseille, der von afrikanischen und arabischen Einwanderern geprägten Stadt, sportbezogene Sozialarbeit. Sie bietet insbesondere den Jugendlichen aus den Vorstädten, den so genannten „Banlieus“, attraktive Betätigungsmöglichkeiten, hilft bei der Vermittlung von Jobs sowie Bildungsangeboten und  unterstützt benachteiligte Familien.
Der von „Eurocircle“ neu ins Programm genommene sportliche Jugendaustausch im  europäischen Netzwerk „Europa der Regionen im Sport“ fördert interkulturelle Kompetenzen,  Spracherwerb und sportliche Handlungsfähigkeit, welche von den überaus motivierten jungen Franzosen besonders geschätzt wird.

Frankreichs WM-Erfolg strahlt bis an den Edersee
Der Erfolg bei der Fußball WM stellt gerade für die Jugendlichen ein wunderbares positives Beispiel dar, welches auch die Jugendszene, am Rande der in den vergangen Jahren vielfach geschundenen französischen Gesellschaft,  wieder enger zusammenrücken lässt. Schließlich ist die junge französische WM Mannschaft ein Vorbild für gelungene Integration und möglichen Erfolg.
Mit dem Credo „Egalité, Fraternitè, Mbappé“ reiste die sehr gemischte Jugendgruppe aus Marseille zum Eurocamp Hessen am Edersee.  Die französischen Sportlerinnen und Sportler waren eine Verstärkung und Bereicherung  für jede Sportmannschaft sei es beim Fußball, Volleyball oder Basketball in den gemischten internationalen Mannschaften.

Integration und Demokratie in Europa
Auch die große Lebensfreude der französischen Gruppe mit ihren afrikanischen Musikrhythmen wirkte auf die anderen Europäer ansteckend. Sie machte neugierig  auf persönliche Gespräche, auf Erzählungen über soziale Herkunft und auch über Fluchterfahrungen.  Da konnten auch einige der Teilnehmer aus der hessischen Gruppe mitreden, hatte die Sportjugend doch  darauf Wert gelegt, dass alle sozialen Zielgruppen in der „Gastgebergruppe“ vertreten waren.

Die gemeinsame Bearbeitung des Schwerpunktthemas dieses Camps „Die Rolle des Sports für ein integriertes, demokratisches Europa“ hatte durch das aktuelle französische Beispiel einen Schub bekommen. Dabei wurden allerdings unter den Jugendlichen auch negative Stimmen laut. Nationalismus und Sport, Doping, Kommerzialisierung und Unfairness  wurden als Themen nicht ausgeklammert. Verschiedene Ereignisse der gerade beendeten Fußball WM wurden sehr kritisch reflektiert.  Beide Seiten der gesellschaftlichen Wirkungen des Sports wurden also in den Gesprächsgruppen analysiert.  Das Camp hatte seinen Bildungsauftrag erfüllt und die französischen Gäste hatten dazu diesmal ihren besonderen (glückseligen) Beitrag geleistet.