Jugendhauptausschuss tagte in Alsfeld

Zukünftige Arbeitsschwerpunkte Förderung von Demokratie und Digitalisierung

Jugendhauptausschuss der Sportjugend Hessen
Der nächste Jugendhauptausschuss findet im März 2019 statt

Wie immer in Jahren mit einer Jugendvollversammlung trafen sich die Delegierten recht spät zu ihrem Jugendhauptausschuss. Die Ausrichtung hatte die Hessische Turnjugend übernommen und so reisten die Delegierten nach Alsfeld in das Turnzentrum des HTV.
Nach einer kurzen Begrüßung ging es zunächst sportlich zur Sache. Bei Ultimate Frisbee draußen und beim Turnen auf dem Großtrampolin sollte der Kopf für die danach anstehenden Workshops frei werden.

Partizipation fördern und neue Kommunikationswege schaffen
Zwei Workshops standen zur Auswahl. Über zwei Stunden hatten die Gruppen Zeit, sich mit den verschiedenen Inhalten zu beschäftigen. Die Ergebnisse wurden später im Plenum vorgestellt.
Im ersten Workshop ging es um Demokratie und Beteiligung: der perfekte Jugendhauptausschuss. Die Teilnehmenden erarbeiteten eine Liste von Anforderungen, die ein perfekter Jugendhauptausschuss erfüllen sollte. U. a. wurden ein offenes Ankommen, ein Sportangebot, Berichte aus den Sportkreisen und Verbänden, um sich über besondere Projekte auszutauschen, das inhaltliche Abholen von Delegierten, die zum ersten Mal an einem Jugendhauptausschuss teilnehmen sowie eine Infomappe für Einsteiger aufgeführt.
Die Kommunikation zwischen Geschäftsstelle/Vorstand und Sportkreisen und Verbänden war Thema des zweiten Workshops. Einigkeit bestand darin, dass die beste Form der Kommunikation in der direkten Ansprache besteht. Da dies aber nicht immer umgesetzt werden kann, wurden als mögliche digitale Wege der vermehrte Einsatz von beliebten Messenger-Programmen, die Auswahl eines ganz neuen Programms oder gar die Entwicklung einer Sportjugend-App diskutiert. In jedem Fall muss eine digitale Lösung gewährleisten, dass sie sowohl auf dem PC als unbedingt auch auf dem Smartphone nutzbar ist.

Demokratie als Lebensform
Nach dem Mittagessen ging es über in den parlamentarischen Teil. Die Amtszeit des neuen Vorstands hat begonnen und das Arbeitsprogramm befindet sich in der Ausarbeitung. In ihrem Grußwort nahm die Vorsitzende Juliane Kuhlmann Bezug auf die in den kommenden drei Jahren geplanten Schwerpunktthemen: die Förderung von Demokratie und Digitalisierung. „Demokratie ist nicht nur eine Staatsform, sondern auch eine Lebensform. Eine Lebensform, die es überall in unserem Alltag, in unserer inhaltlichen Arbeit und natürlich in der Zusammenarbeit mit Euch mit Leben zu füllen und erfahrbar zu machen gilt“, so Kuhlmann. „Mit Blick auf die Wahlen“, appellierte Kuhlmann, „ ist es in der heutigen Zeit besonders wichtig, für unsere Werte und unsere Demokratie einzustehen“.
Der Präsident des Landessportbundes, Dr. Rolf Müller, stellte in seinem Grußwort fest, dass die Wahl der Schwerpunktthemen genau richtig ist. „Nie hätte ich gedacht, dass unsere Demokratie einmal gefährdet sein könnte. Aber auch auf unserem Sportbundtag habe ich bereits dazu aufgerufen, unsere Wertvorstellungen wieder in den Vordergrund zu rücken“, äußerte sich Dr. Müller. „Auch an der Digitalisierung führt heute kein Weg mehr vorbei“, ergänzt er. Die Zusammenarbeit mit der Sportjugend beschreibt er als sehr angenehm: „Die Sportjugend hatte bisher bereits zwei hervorragende Frauen als Vorsitzende. Ich kann mir für die Zukunft auch an der Spitze des Landessportbundes eine Frau sehr gut vorstellen.“
Die Vorsitzende der Hessischen Turnjugend, Tamara Logemann, griff schließlich noch ein weiteres wichtiges Thema für den organisierten Sport auf. „Wir müssen unbedingt junge Menschen gewinnen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Diejenigen, die bereits dabei sind, brauchen unsere Wertschätzung und eine intensive Betreuung“, fordert sie.

Berichte des Vorstands
Den Auftakt zu den Berichten des Vorstands übernahm Sadia Biladama. Sie berichtete aus dem Bereich Integration von der bevorstehenden Veröffentlichung der Broschüre „500 Wörter im Sport“, dem Fachkongress „Perspektiven der Integrationsarbeit im Sport“, der in Frankfurt Anfang November stattgefunden hat, und der Nominierung des Landesprogramms „Sport und Flüchtlinge“ beim EU #beinclusive Award.
In ihren weiteren Ausführungen ging Sadia Biladama auch auf die Freiwilligendienste ein. Im September haben 213 junge Menschen ihr Freiwilligens Soziales Jahr bzw. ihren Bundesfreiwilligendienst im Sport gestartet. Positiv zu erwähnen galt auch die Ankündigung aus Berlin, dass die für die Freiwilligendienste bereitgestellten Bundesmittel wohl ab dem Bundeshaushalt 2019 wesentlich erhöht werden sollen.
Juliane Kuhlmann informierte anschließend über die Initiative „NäherDran“, die die Sportjugend Hessen gemeinsam mit der AOK Hessen gestartet hat. Sie rief die Delegierten dazu auf, bei den Vereinen die auch weiterhin kostenfrei buchbaren Bildungs- und Bewegungsbausteine zu bewerben. Gleichzeitig können sie sich schon jetzt Gedanken zu Projekten aus den Bereichen Integration, Inklusion und sozialer Teilhabe machen, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Initiative 2019 fortgesetzt.
Juliane Kuhlmann ergänzte, dass das Projekt DemoS! sehr gut läuft und sich die sieben Modellvereine gerade mitten im Prozess der Leitbildentwicklung befinden. Das finale Projektjahr 2019 widmet sich dann der Umsetzung der sich aus den Leitbildprozessen ergebenden gemeinsamen Aktivitäten bzw. Umstrukturierungen.
Unsicherheit besteht darin, wie es im Jahr 2019 mit einem Folgeprojekt zu Ziel+ aussieht, berichtete Hauke Jürgens. Sobald dem Vorstand hierzu konkrete Neuigkeiten vorliegen, werden die Sportkreise und Verbände informiert.

Lena Herke setzte die Delegierten darüber in Kenntnis, dass der Bildungsbericht von lsb h, Bildungsakademie und der Sportjugend Hessen erschienen ist und online abgerufen werden können.
Im Themenfeld Inklusion stehen noch im November verschiedene Termine an, verkündete Max Kunzmann. Unter anderem wird sich ein Inklusives Juniorteam zur Ideenwerkstatt treffen und ein Expertenhearing stattfinden.
Über Berichte des Sportbundtages und die Vollversammlung der dsj sowie die Mitteilung, dass es bereits das erste AG-Treffen zum Thema Leistungssport gegeben hat, schloss Malin Hoster den Tagesordnungspunkt Berichte des Vorstands.

Wiedersehen im März
Am späten Nachmittag reisten die Delegierten wieder ab. Ein Wiedersehen wird es am 23. März 2019 beim nächsten Jugendhauptausschuss geben.