8. Hessisches Integrationsfestival

Vielfalt verbinden!

Am 24. September wurde im Wiesbadener Kulturpark am Schlachthof  nicht nur gefeiert, sondern auch diskutiert und informiert. Das diesjährige Integrationsfestival, ein Teil des Programms „Integration durch Sport“ der Sportjugend Hessen präsentierte sich inmitten der Landeshauptstadt. Unterstützt von der Stadt und dem Sportkreis Wiesbaden luden sportliche Angebote und ein buntes Bühnenprogramm bei sommerlichen Temperaturen Groß und Klein zum Mitmachen ein.

Sport vereint
Gemeinsamkeit lässt sich im Sport besonders gut herstellen, denn Sportvereine schaffen Begegnung und fördern das soziale Zusammenleben.
Mit gutem Beispiel für ein gelingendes Miteinander gingen die Teilnehmer des Soccer Turniers „Straßenfußball für Toleranz“ voran. Fünf Freizeit-Teams traten ohne Schiedsrichter, jedoch unter Beachtung eines besonderen Fair-Play-Regelwerks gegeneinander an. Die Mannschaften setzten sich zusammen aus Geflüchteten, Migranten und Einheimischen. Neben dem Spaß am Spiel, der allen Teilnehmer/innen anzumerken war, fiel besonders die hohe Anzahl erzielter Fair Play Punkte auf.

Team AfriQa
Unter großem Applaus fuhren sieben Fahrer des Teams AfriQa auf ihren Rennrädern in den Kulturpark ein. Der Frankfurter Sozialarbeiter Zerai Kiros Abraham lernte über den von ihm gegründeten Verein Projekt Moses e.V. ehemalige Radprofis aus seiner einstigen Heimat Eritrea kennen und initiierte das Rennsport-Team, das vom Programm „Integration durch sport“ unterstützt wird. Es soll Geflüchteten die Möglichkeit bieten, (den in Eritrea sehr populären) Radsport als Wettkampfsport zu betreiben und angekoppelt an Vereine an Rennen teilzunehmen. Neben diesen Ambitionen stehen jedoch das gemeinsame Radfahren mit Sportlern aller Nationalitäten und das Kennenlernen der neuen Heimat Hessen im Vordergrund

Sport, Spiel und Spaß
Trubelige Freude und Ausgelassenheit herrschte an den verschiedenen Spielestationen. Viele Kinder und Jugendliche nutzen die zahlreichen Angebote, die aus dem Spielmobil ausgepackt wurden, und probierten sich auf der Hüpfburg und dem allseits beliebten Bungee-Run aus. Die ganz Bewegungsfreudigen unter den Besuchern lockte das Beachvolleyballfeld für ein sportliches Intermezzo.

Große und kleine Sportler/innen aus verschiedenen regionalen Vereinsgruppen, die Integration vorleben, unterhielten die Gäste mit „bewegten“ Vorführungen: So zeigte eine Gruppe des Kim-Chi Wiesbaden seine Judotechniken, der Internationale Turn- und Tanzverein aus Frankfurt konnte mit akrobatischen Tanzvorführungen beeindrucken und der Box-Club aus Hochheim demonstrierte einige Einheiten aus dem täglichen Training. Nur drei Beispiele aus hessischen IdS-Stützpunkten, die Integration in und durch den Sport regelmäßig, langfristig und nachhaltig gewährleisten.

Plädoyer für Integration
Auf dem Podium diskutierten Vertreter/innen aus Politik und Sport über die Chancen und die hervorragende Integrationskraft, die der Sport in sich birgt. Dragoslav Stepanovic als Botschafter des Landesprogramms „Sport und Flüchtlinge“ sowie der ehemalige DOSB-Integrationsbotschafter Ernes Erko Kalac betonten erneut, dass der Sport eine große Hilfestellung leisten kann, das Ankommen zu erleichtern und soziale Kontakte zu knüpfen.
Am Sport-Stammtisch, zu dem das Programm „Integration durch Sport“ eingeladen hatte, fand ein lebhafter Austausch zwischen aus ganz Hessen angereisten Sport-Coaches,  Repräsentanten der Sportkreise und der Wiesbadener Politik statt. Der Sozialdezernent der Stadt Wiesbaden Axel Imhof verwies auf die zentrale Bedeutung des Themas Sport und Flüchtlinge und Jens-Uwe Münker aus dem Hessischen Innenministerium sprach über die bedeutsame Rolle der Sportkreise und Vereine im Integrationsprozess.

Die interessanten Impulse des Festivals in Wiesbaden wird das Programm „Integration durch Sport“ in ihre tägliche Arbeit einfließen lassen und im Sommer 2018 heißt es dann zum neunen Mal: Herzlich Willkommen beim Integrationsfestival.