Kindeswohl im Sport


Kinderschutz im Verein

Sportvereine dürfen bei Kindeswohlgefährdung nicht wegschauen, sondern sollen eine Kultur des Hinsehens leben. Das heisst, Kinderschutz ist im Verein verankert und es gibt ein gemeinsames Verständnis davon, wie für das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Verein gesorgt wird.
Der Verein ist in der Lage, Probleme wahrzunehmen und hat den Mut diese anzusprechen.
Konkret heißt das:

  • der Vorstand hat das Thema aufgenommen und eine geeignete Ansprechperson gefunden (innerhalb oder außerhalb des Vorstands).
  • diese Ansprechperson nimmt an einer Qualifizierungsmaßnahme teil und ist im Verein bekannt.
  • alle Übungsleiter/innen, Trainer/innen, Betreuer/innen haben sich mit diesem Thema befasst (Unterzeichnung eines Verhaltenskodexes, Verabschiedung vereinsinterner Verhaltensregeln, ggf. vereinsinterne Fortbildung, Besuch externer Fortbildungen).
  • der Vorstand klärt, für wen und welche Tätigkeitsbereiche ein erweitertes Führungszeugnisse einzuholen ist.
  • Ggf. wird der Kinderschutz in die Satzung aufgenommen.

Kindeswohlgefährdung im Sport - Definitionen
Kindeswohl im Sportverein - Grundhaltung für Trainer und Trainerinnen
Kindeswohl bei Freizeiten und Trainingslagern - Verhaltenshinweise für mehrtägige Veranstaltungen
Kindeswohl - Handlungsleitfaden bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Kindeswohl - Ansprechperson Kinderschutz
Kindeswohl - Beantragung Führungszeugnis
Kindeswohl - Vorlage Führungszeugnis
Kindeswohl - Aufnahme in Satzung


Verhaltenskodex und Verhaltensregeln

Alle Lizenzerwerber beim lsb h oder bei der Sportjugend Hessen unterzeichnen den Verhaltenskodex zum Kindeswohl.

Viele Verbände haben diese Regelung übernommen. Viele Vereine lassen sich den Verhaltenskodex von allen mit der Kinder- und Jugendarbeit beauftragten Personen unterzeichnen.

Dem Verhaltenskodex beigefügt sind Verhaltensregeln zum Kindeswohl. Diese geben konkrete Hinweise zum Verhalten im Trainingsalltag. Da die Rahmenbedingungen in den Vereinen sehr unterschiedlich sind, dürfen diese Verhaltensregeln an die konkreten Rahmenbedingungen im Verein angepasst werden; sie dürfen allerdings nicht im Widerspruch zu den Aussagen des Verhaltenskodexes stehen. Einige Sportverbände haben eigene Verhaltens- oder Ehrenkodizes entwickelt, die im Allgemenien ebenfalls anerkannt werden können.

Kindeswohl - Verhaltensregeln und Verhaltenskodex im Sport

Auch im Rahmen von Internationalen Jugendbegegnungen hilft die Vereinbarung von Verhaltensregeln mit den Gastfamilien das Kindeswohl der jungen Gast-Sportler/innen sicher zu stellen. Die Deutsche Sportjugend (dsj) hat Informationen und einen Muster-Ehrenkodex erarbeitet.


Führungszeugnisse

Das Einsehen der erweiterten Führungszeugnisse (nach § 30a Bundeszentralregistergesetz) wird vom Landessportbund Hessen und der Sportjugend Hessen nur von einem eingeschränkten Personenkreis erwartet.
Hierzu zählen:
- Hauptberufliche Trainerinnen und Trainern
- Personen, die einen Freiwilligendienst (Freiwilliges Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst) ableisten
- Ehren- und nebenamtliche Trainer, die Einzeltraining machen (ein Trainer und ein Sportler)

Bei Veranstaltungen mit Übernachtung wird erwartet, dass eine besondere Schulung für die Aufsichtspersonen erfolgt ist und Standards abgesprochen und eingehalten werden.
Zu diesen Standards gehören:
- Eins-zu-Eins-Situationen sind zu vermeiden; das gilt insbesondere für Übernachtungs- und Duschsituationen. Ausnahmen von dieser Regel haben gewichtige Gründe und werden im Team abgestimmt.
- Minderjährige werden immer durch ein Team von mindestens zwei Personen betreut.
- Private Verabredungen von Aufsichtspersonen mit einzelnen Minderjährigen haben zu unterbleiben. Weitere Verhaltensregeln werden vom Träger der Veranstaltung festgelegt, bzw. sind in den Verhaltensregeln des Landesportbundes und der Sportjugend Hessen zu finden (siehe Seite 2 des Verhaltenskodexes von Landessportbund und Sportjugend Hessen). 

Vorgaben der Kreisjugendämter und der kreisfreien Städte

Bezüglich einer Einsichtnahme in ein erweitertes Führungszeugnis, haben einige Kreisjugendämter deutlich engere Vorgaben gemacht. Einige erwarten diese Einsichtnahme von jeder Person, die eine Sportgruppe mit Kindern oder Jugendlichen im Verein beaufsichtigt; oft schon für Aufsichtspersonen ab einem Alter von 14 Jahren. Sie beziehen sich hier meist auf eine Mustervereinbarung der Kommunalen Spitzenverbände und des Hessischen Jugendrings.
Diese Vorgaben basieren auf einer Interpretation des Bundeskinderschutzgesetzes, die vom Landessportbund und von der Sportjugend Hessen nicht geteilt wird.
Solche Regelungen gelten deshalb nur für die Sportvereine, die eine Förderung des Kreisjugendamtes oder der kreisfreien Stadt in Anspruch nehmen.
Für Förderanträge (z. B. Vereinsförderfonds, Bezuschussung von Übungsleitern) beim Landessportbund Hessen und bei der Sportjugend Hessen gelten diese Regelungen nicht.


Qualifizierung

Alle Ausbildungen des Landessportbundes und der Sportjugend Hessen enthalten ein Seminarmodul zum Kinderschutz.

Für alle Vereine, Sportkreise und Verbände gibt es ein umfangreiches Qualifizierungsangebot, das auch vereinsinterne Schulungen ermöglicht.

Ziel ist es, die Lehrgangsteilnehmer/innen zu qualifizieren und zu sensibilisieren und ihre Bereitschaft zu stärken, Auffälligkeiten nach zu gehen, sich ggf. Rat zu holen und sich aktiv für das Wohl der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu einzusetzen.

Viele Ausbildungen der Fachverbände haben dieses Thema ebenfalls aufgenommen.

Für alle weiteren nichtlizenzierten engagierten Personen gibt es ein umfangreiches Qualifizierungsangebot, das auch vereinsinterne Schulungen ermöglicht.

Seminarmodule zur Aufsichtspflicht, Soziale Kompetenzen und zum Kindeswohl


Beratung

Sportvereine, Sportverbände und Eltern können sich jeder Zeit an die zuständigen Berater/innen wenden.
Auf Wunsch werden Personen- und Vereinsdaten vertraulich behandelt; d. h. der Name eines Informanten oder der Vereinsname muss nicht genannt werden, bzw. wird an niemanden weitergeleitet. Die Berater/innen sind pädagogisch, psychologisch und juristisch geschult und kooperieren mit externen Fachberatungsstellen.

Kindeswohl - sexuelle Gewalt-Handlungsleitfaden


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