Sport-Coaches erfolgreich qualifiziert

Landesprogramm "Sport und Flüchtlinge" zieht Halbjahresprogramm

Nach der gelungenen Auftaktveranstaltung für das Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ im Februar, gingen in den nachfolgenden Wochen zahlreiche Anträge der Kommunen ein. Am Ende beteiligen sich fast genauso viele Gemeinden und Sport-Coaches an dem Landesprogramm wie 2016. Durch den Qualitätsanspruch des Programms, jeden Sport-Coach an einem Tag für seine Tätigkeit zu qualifizieren, galt es zahlreiche Fortbildungsangebote zu koordinieren.

Koordinatoren und Vermittler
Für alle Neueinsteiger gab es wieder eine Basisqualifikation, in der die Grundlagen für die Tätigkeit als Sport-Coach vermittelt wurden. Die zentrale Frage „Was macht ein Sport-Coach?“ wurde sowohl theoretisch als auch praktisch beantwortet. Die eigene Rolle als Netzwerkkoordinator und Vermittler zwischen Sportvereinen, Flüchtlingen, Kommune u. a. wurde ebenso reflektiert, wie rechtliche Fragen und mögliche Verwendungszwecke der Fördergelder. Durch intensive Kleingruppenarbeit erhielten alle die Möglichkeit, sich über ihre Vorstellungen auszutauschen und bereits erste übergreifende Aktionen zu planen.

Weiterbildung und Erfahrungsaustausch
Aus vier unterschiedlichen Aufbauqualifikationen konnten diejenigen auswählen, die sich bereits 2016 als Sport-Coach engagiert haben. Eine Maßnahme wurde unter dem Titel „Vorurteile? Nicht mit uns“ angeboten und wurde durch das Demokratiezentrum Hessen durchgeführt. Da Sport-Coaches immer wieder auf Vorbehalte für ihre Tätigkeit, vor allem aber gegenüber den Geflüchteten selbst begegnen, wurde in diesem Workshop die eigene Handlungskompetenz gestärkt.
Ebenso präventiv angelegt war das Thema „Konfliktmanagement“. Die Sport-Coaches wurden darin geschult, Schwierigkeiten vor Ort zu erkennen, bevor daraus Konflikte werden. Dabei galt es zuerst die eigene Sensibilität zu schärfen, um dann professionell auf Entwicklungen in der Kommune reagieren zu können.
Etwas praxisorientierter war die Maßnahme „Vielfalt in Verein und Kommune“. Aufbauend auf den Erfahrungen der Fortbildung „Fit für die Vielfalt“ des Bundesprogramms Integration durch Sport wurden hier interkulturelle Kompetenzen der Teilnehmer gestärkt. Ziel war es, die Zugangswege zu den Angeboten für alle zu erleichtern. Dazu wurden Rahmenbedingen reflektiert und mögliche Hemmnisse untersucht. Mit praktischen Beispielen und Übungen wurde zusätzlich ein Perspektivwechsel vorgenommen, um Benachteiligungen wahrzunehmen.
Als letzte Option bot sich der gesteuerte Erfahrungsaustausch unter dem Schlagwort „Good Practice“ an. Hier haben die Sport-Coaches ihre eigenen Erfahrungen eingebracht und von den Erfahrungen der anderen Sport-Coaches profitiert. Das Wissen wurde somit multipliziert und gute Projekte und Erfahrungen stehen nun allen zur Verfügung.

Insgesamt gab es im ersten Halbjahr fünf Basisqualifikationen und 14 Aufbauqualifikationen. Im August werden  drei weitere Termine in Frankfurt, Wetzlar und Baunatal angeboten, damit alle Sport-Coaches, die bislang nicht teilnehmen konnten, noch zusätzliche Terminoptionen haben. Insgesamt blickt die Sportjugend Hessen zufrieden auf das erste Halbjahr zurück und freut sich auf die Regionaltreffen in den Sportkreisen, die ab Herbst hessenweit stattfinden.