Die Zukunft im Blick

Der zweite Jugendhauptausschuss des Jahres beschäftigte sich intensiv mit den künftigen Aufgaben der Sportjugend

Zukunftswerkstatt: Während der Kritikphase.

Ende September fand der zweite Jugendhauptausschuss dieses Jahres in Mörfelden-Walldorf statt. Die Sportkreisjugend Groß-Gerau und die TSG Walldorf, der sein Vereinsgelände zur Verfügung stellte, unterstützten das Team der Sportjugend mit Leibeskräften bei den Vorbereitungen. Auf die Delegierten wartete ein straffes Programm, das vormittags mit einer Zukunftswerkstatt zu der Frage „Was können wir in unserem Sportverband, Sportkreis oder bei der Sportjugend Hessen machen, damit möglichst alle Menschen in ihrer Vielfalt am Sportteilhaben können und wollen?“ begann.

Zukunftswerkstatt – methodisches Arbeiten in drei Phasen

Das methodische Vorgehen der Zukunftswerkstatt teilte sich auf drei Phasen auf. Die erste Phase umfasste die Kritikphase. Aufgabe war es, in Kleingruppen Punkte aufzulisten, die für einen selbst entscheidend sind, warum nicht alle am Sport und seinen Strukturen teilhaben können. Nach dem Austausch im Plenum und der Einteilung der gesammelten Aspekte in übergeordnete Kategorien stand Phase zwei an: Formulierung einer positiven utopischen Forderung. Zur Kategorie „Leitbild“ z. B. hörte sich das so an: „Wir fordern ein Leitbild für uns alle, das elastisch alle miteinbezieht, alle Themen herauskitzelt, entgegen aller Unkenrufe nicht unnütz ist, stets flexibel ausgebaut werden kann und alle viel Spaß daran haben, weil der Prozess total witzig ist“.

Nach dem die Utopien aufgestellt waren, kam die Realisierungsphase ins Spiel. Aufgabe war es die ersten drei Schritte der Veränderung in der Sportjugend Hessen zu benennen, um den utopischen Forderungen näher zu kommen und um attraktiver für diejenigen zu werden, die bisher nicht bei uns sind.

Für das o. g. Beispiel war das Ergebnis die Gründung einer Initiative Leitbildentwicklung, die sich noch vor Weihnachten trifft und herausarbeitet, wer zum Thema Leitbild befragt wird und was gefragt wird. Bei einem zweiten Treffen der Initiative im Zuge der Vollversammlung werden die Fragen angepasst und sondiert. Der dritte Schritt wäre dann die Durchführung der Befragung.

Zukunftswerkstatt in Sportkreisen und Fachverbänden

Mit der Gestaltung des Vormittags verfolgte der Vorstand gleich zwei Ziele. Zum einen war er gespannt auf die Ergebnisse und die Anregungen, die er für seine Arbeit mitnehmen kann. Zum anderen wollte er den Delegierten mit dem Einblick in die Methode „Zukunftswerkstatt“ ein Instrument vorstellen, dass für die Arbeit in den Sportkreisen und Fachverbänden ein gutes Hilfsmittel sein kann, kreativ neue Ideen zu entwickeln und alle dabei einzubinden. Mit dieser Methode können Mitbestimmung sowie eigene Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten erlebbar gemacht und viele neue Mitstreiter gefunden werden.

Damit diese Methode auch weiterhin in den Sportkreisen und Fachverbänden angewendet wird, bietet die Sportjugend Hessen allen Interessierten eine Schulung an, in der sie zum Moderator/zur Moderatorin von Zukunftswerkstätten ausgebildet werden. Diese Qualifizierung wird vom 26. bis 28. Januar 2018 stattfinden. Eine entsprechende Ausschreibung werden die Mitgliedsorganisationen in Kürze erhalten.

Mitbestimmung ein wichtiges Recht

Nach dem Mittagessen ging es über in den parlamentarischen Teil des Jugendhauptausschusses, der der letzte in der laufenden Wahlperiode des Vorstandes war. Im nächsten Frühjahr starten die Sportkreise bereits mit Neuwahlen ihrer Jugendvertretungen und im Mai wird im Rahmen der Vollversammlung der Vorstand gewählt. Die Wahlen sowie die sonstigen Abstimmungen innerhalb des parlamentarischen Teils sind ein wichtiger Bestandteil der Mitbestimmung.

In ihrem Grußwort an die Delegierten ging die Vorsitzende Juliane Kuhlmann, auch mit Blick auf die Bundestagswahl, ganz explizit auf die Wahlen im Jahr 2018 ein. „Unsere Arbeit in den ehrenamtlichen Vorständen und Jugendvertretungen ist durch Wahlen demokratisch legitimiert und deswegen sind wir – genauso wie die Politiker in Berlin oder Wiesbaden - darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die sich interessieren, mit ihrer Stimme mitgestalten oder aktiv mitarbeiten möchten. Unser und euer Engagement lebt auch davon, dass wir als die gewählten Vertreter einen so engen Kontakt zu unserer eigenen Basis haben, dass diese sich von uns vertreten fühlt und auch wir uns des Rückhalts unserer Basis sicher sein können.“, so Kuhlmann.

Berichte des Vorstands

Behzad Borhani stellte den aktuellen Stand im Projekt DemoS! – Sport stärkt Demokratie vor. Es haben sich sieben Modellvereine gefunden, die nun in den kommenden eineinhalb Jahren an einem dynamischen Leitbildprozess arbeiten. Der Analyseprozess hat begonnen und das erste von sechs Qualifizierungsmodulen hat stattgefunden.

Seit Juli 2017 darf die Sportjugend Hessen das Zertifikat „Geprüfte Weiterbildungseinrichtung Hessen“ des Weiterbildung Hessen e.V. verwenden, berichtete Max Kunzmann. Damit setzt die Sportjugend ein deutliches Zeichen hinsichtlich des hohen Stellenwertes, den Qualitätsmanagement und innovative Weiterentwicklung in ihrer Bildungsarbeit innehaben.

Über das Förderprogramm Ziel+ konnten im Jahr 2017 zahlreiche Maßnahmen zur Förderung von jungem Engagement für und mit jungen Menschen mit erschwerten Zugangsbedingungen zu den Strukturen des Sports durchgeführt werden, erläuterte Sadia Biladama. Noch im Oktober besteht die Möglichkeit Gelder für weitere Projekte abzufragen. Und auch im kommenden Jahr können für den Zeitraum vom 01.01.2018 – 30.10.2018 Anträge gestellt werden.

Projektmittel können auch noch über den Förderkatalog der Sportjugend abgerufen werden, berichtete Juliane Kuhlmann. Dieser ist für 2017 bisher nicht vollständig ausgeschöpft. Zudem informierte sie die Delegierten über die Auswirkungen des Positionspapiers zum Pakt für den Nachmittag, das die Delegierten auf dem Jugendhauptausschuss im Frühjahr verabschiedet hatten.

Anschließend stellte Juliane Kuhlmann das Konzept des Sportsfinderday Mini vor, das im Sommer an zwei Grundschulen getestet wurde. Die Mitgliedsorganisationen haben die Möglichkeit mit dem Erbringen eines Eigenanteils diesen Aktionstag zu buchen.

Zuletzt machte sie auf die verschiedenen Unterstützungsangebote für die Sportkreise aufmerksam, die vor, während und nach den Jugendvollversammlungen zum Einsatz kommen können. Das Angebot umfasst Infoveranstaltungen zur Gewinnung und Besetzung von Sportkreisjugendämtern, die Erstellung eines Image-Videos, die dreitägige Qualifikation zur Moderation einer Zukunftswerkstatt, die Moderation einer Zukunftswerkstatt, der Seminarbaustein „Eure Zukunft im Blick“ oder die Begleitung der Jugendvollversammlung. Nähere Informationen dazu können in der Geschäftsstelle beim MO-Team erfragt werden.

Schließlich konnten die Delegierten ihr Recht auf Mitbestimmung selbst ausüben. Es galt den Haushalt für 2018 zu verabschieden. Nach einer ausführlichen Diskussion diverser unklarer Punkte stimmten die Anwesenden dem vom Vorstand vorgelegten Entwurf zu.

Nach einem ebenso interessanten wie vielfältigem Tag verabschiedeten sich alle und sehen sich spätestens zur Vollversammlung vom 25.5.- 26.05.2018 im Sport-, Natur- und Erlebniscamp Edersee wieder.