DemoS! Qualifikation zum Prozessberater für Leitbildentwicklung gestartet

Das Projekt „DemoS! Sport stärkt Demokratie“ hat das Ziel, das Zusammenleben im Verein neu zu gestalten und engagierte junge Leute hierfür zu qualifizieren. Die angehenden Prozessberater für Leitbildentwicklung der sieben Modellvereine werden insgesamt sechs Qualifizierungsmodule durchlaufen. Die Planung der Inhalte und die Vorbereitung der einzelnen Module waren sehr intensiv. Das Ergebnis lässt sich jedoch sehen, denn es führt dazu, dass den Teilnehmenden ihren Bedürfnissen angepasste und qualitativ hochwertige Module angeboten werden können. Die gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (DeGeDe) war für diesen Erfolg elementar.

Junge Menschen als Multiplikatoren im Verein
Jeder der sieben DemoS! Modellvereine stellt mindestens zwei vereinsinterne Projektleiter/innen (VPL). Diese engagierten jungen Menschen haben sich dazu entschieden, in ihren Vereinen den Prozess der Leitbildentwicklung hauptverantwortlich zu gestalten. Zu ihren Aufgaben gehören beispielsweise die Durchführung einer Bedarfsanalyse in ihrem Verein und der Gemeinde sowie die Organisation von Veranstaltungen, wie etwa Informationsveranstaltungen oder AG-Treffen. Außerdem nehmen sie eine wichtige Rolle als Multiplikatoren für die Vereinsmitglieder ein.

Kinder- und Menschenrechte zentrales Element für die Leitbildentwicklung
Mitte September trafen sich die Teilnehmenden aus den Modellvereinen, das hauptamtliche Projektteam und die Vereinspaten zum zweitägigen Auftaktmodul in der Bildungsstätte Wetzlar.
In diesem ersten Modul ging es darum, Menschen in ihrer Vielfalt zu denken und anzusprechen, betroffenensensibel mit Diskriminierungen umzugehen und für Unsichtbares zu sensibilisieren.
Das war auch der Schwerpunkt des ersten Tages, an dem die Wahrnehmung der Teilnehmenden für Situationen, in denen Menschen ausgeschlossen sind, geschärft wurde. Thematisiert wurden zudem die Kinder- und Menschenrechte, die eine Grundlage für alle Handlungen und Entscheidungen im Zuge der Leitbildentwicklung sein können. Ein Aspekt, der die Teilnehmenden sehr zum Nachdenken anregte.
Der Ablauf des Moduls war sehr interaktiv. Abschnitte mit mehr Inhalten und Vorträgen, wechselten sich mit praktischen Momenten ab. Die Teilnehmenden brachten sich in vielen Diskussionen und Aushandlungsprozessen ein, so tauschten sie sich zu ihren Wünschen und Ideen für ein gutes Zusammenleben aus. Nebenbei erlernten sie praktische Methoden wie Mindmapping oder das aufsteigende Verfahren, die helfen, Diskussionen zu strukturieren oder geeignet zu dokumentieren. Diese Kenntnisse und deren praktischer Bezug sind auch im Berufs- und Vereinsalltag nützlich.

Ist-Analyse im Verein – ein erster wichtiger Schritt
Der zweite Modultag stand ganz im Sinne der Situations- und Ressourcenanalyse im Verein. Eine erste Stakeholde-Analyse wurde vorgenommen. Das heißt, die VPL erarbeiteten gemeinsam mit ihren Vereinspaten, wer in ihren Vereinen und in ihrer Gemeinde wie viel Einfluss auf den Verein und seine Entwicklung hat. Hierdurch erhielten alle Beteiligten einen umfassenden Einblick in das Vereinsleben und es wurde bewusst, an welchen Stellen noch Wissenslücken verortet sind. Somit wurde der Grundstein für die vereinsspezifische Analyse, die als Aufgabe für die VPL bis zum nächsten Modul Anfang Dezember ansteht, gelegt.
Nach dem Modul sind die VPL für ihre Aufgaben gewappnet und haben mehr Klarheit über ihre Rolle, die sie in ihren Vereinen spielen werden. Motiviert für ihre neue Aufgabe verließen alle Beteiligten die Bildungsstätte in Wetzlar.