„Ganztagsschule“ und „Turboabi“ heißen die Schlagwörter, die viele Vereine verunsichern. Die aktuelle Schulentwicklung wird gravierende Auswirkungen auf den Vereinssport haben. Erste konkrete Anzeichen sind bereits sichtbar:
Schülermannschaften können nicht mehr unter der Woche spielen und verschärfen die Nutzung der Sportstätten am Wochenende. Schüler/innen können an Übungszeiten in den Nachmittagsstunden nicht mehr, oder nur bedingt leistungsfähig, teilnehmen. Der Vereinssport verschiebt sich dadurch weiter in die Abendstunden. Den Vereinen fehlen die Übungsleiter/innen, um Nachmittagssport in der Ganztagsbetreuung anbieten zu können. Schulsportstätten sind überlastet, Vereinssportstätten stehen dagegen nachmittags leer.
Für den organisierten Sport und die Sportvereine bedeuteten diese Veränderungen das Verfolgen von zwei parallelen Wegen.
Einerseits stellen sich die Sportvereine den neuen Herausforderungen und bieten sich als Kooperationspartner für die Zusammenarbeit mit den Schulen an. Hierzu hat die Sportjugend ein Paket von Tipps erstellt, mit denen den Sportvereinen Hilfen für die Kooperationsarbeit gegeben werden.
Dazu gehören auch eine Übersichtstabelle aller ganztägig arbeitenden Schulen in Hessen, die landwesweite Rahmenvereinbarung und ein Muster zu einem Kooperationsvertrag.
2007 startete die Sportjugend Hessen die Initiative „Sportvereine plus Schule“, ein Programm zur Beratung, Qualifizierung und finanziellen Förderung von Kooperationen.
Gleichzeitig gilt es, auf Landesebene die Entwicklung mitzugestalten. So haben der Landessportbund und die Sportjugend im Vorfeld der letzten hessischen Landtagswahl ein Positionspapier erstellt, was die Forderungen und Wünsche verdeutlicht, und weiterhin aktuell ist.
Des Weiteren bietet die Sportjugend ausgewählte Fortbildungen für Lehrer/innen an und schreibt jährlich mit dem Landessportbund Hessen den Pierre-de-Coubertin-Schulsportpreis aus.
Stephan Schulz-Algie
Referent
Tel: 0 69.67 89 403,
Schulz-Algie@sport- jugend-hessen.de