In Hessen leben etwa 125.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren in armen Familien. Viele dieser Kinder und Jugendliche gehen nicht in den Sportverein: Sei es, weil der Familie das Geld fehlt; sei es, weil sie sich schämen. Dabei ist gerade der Sportverein ein zentraler Ort für Kinder und Jugendliche, der mehr bietet als Sport: Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit, stabile soziale Beziehungen, Vertrauen.
„Das Ziel der Sportjugend Hessen ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie, Sport in den hessischen Vereinen treiben können“, sagte Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen, beim
Hearing Kinderarmut und Sportvereine am 27. Juni 2010 in Wetzlar.
Daher hat die Sportjugend Hessen folgenden Maßnahmenplan beschlossen:
Seit Dezember 2010 läuft unsere
Spendenkampagne HAUTNAH, bei deren Vorbereitung uns auch zahlreiche Sportvereine unterstützt haben. Die über diese Kampagne eingenommenen Spendengelder fließen zielgenau in die Jugendarbeit im Sport und kommen Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien zu Gute .
Vereine und Sportkreise können sich um eine finanzielle Unterstützung für ihr Engagement und ihre Projekte gegen Kinderarmut bei der Sportjugend Hessen bewerben (
Informationen zum Förderprogramm).
Zahlreiche Sportvereine in Hessen sowie die jeweiligen Sportkreise und Verbände tragen bereits vorbildlich dafür Sorge, dass auch Kinder und Jugendliche aus armen Familien im Verein bleiben oder in den Verein kommen können. Gleichzeitig ist wahrzunehmen, dass der Sport dann eher selten eingebunden ist, wenn sich andere Akteure außerhalb des Sports zum Thema Kinderarmut engagieren, z.B. auf kommunaler Ebene. Die Sportjugend wird daher die Kooperation mit diesen Organisationen, Schulen und Kindergärten, Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren suchen bzw. fördern.