In Hessen leben etwa 125.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren in armen Familien. Viele dieser Kinder und Jugendliche gehen nicht in den Sportverein: Sei es, weil der Familie das Geld fehlt; sei es, weil sie sich schämen. Dabei ist gerade der Sportverein ein zentraler Ort für Kinder und Jugendliche, der mehr bietet als Sport: Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit, stabile soziale Beziehungen, Vertrauen.
„Wenn in einem wohlhabenden Land einem bedeutenden Teil unserer Kinder und Jugendlichen als Folge von Armut die gleichberechtigte Teilhabe am Sport erschwert oder sogar unmöglich wird, empfindet die Sportjugend Hessen diesen Zustand als untragbar“, sagt Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen.
Um möglichst allen Kinder und Jugendlichen, unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie, Sport in den hessischen Vereinen zu ermöglichen, wurde daher das
Förderprogramm „Sport für alle Kinder“ ins Leben gerufen. Für die vierte Förderperiode (01.03.2013 - 31.12.29013) endet die Beantragungsfrist am 15.05.2013.
Von den früheren Förderprogrammen konnten bislang 44 Vereine und sechs Sportkreise profitieren. Wie ihre Hilfe für Kinder und Jugendliche konkret aussieht, zeigt die im Juni 2012 erschienene Broschüre
„Sport für alle Kinder!“.
Ganz neu ist das
Soforthilfeprogramm. Vereine, Sportkreise und Verbände können jederzeit Anträge stellen, um auch kurzfristig individuelle Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die von Armut betroffen sind, zu ermöglichen.
Finanziert werden diese Förderprogramme zum einen über unsere seit Dezember 2010 laufende
Spendenkampagne HAUTNAH. Die über diese Kampagne eingenommenen Spendengelder fließen zielgenau in die Jugendarbeit im Sport und kommen Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien zu Gute. Desweiteren unterstützt das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport das Engagement der Sportjugend Hessen gegen die Folgen von Kinder- und Jugendarmut.
Bei dieser Förderung geht es nicht nur um die Mitgliedsbeiträge, für die seit März 2011 auch Leistungen aus dem
Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung zur Verfügung stehen. Vielmehr wollen wir mit unserem
Förderprogramm Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien z.B. auch die Teilnahme an Trainingslagern und Vereinsfahrten ermöglichen, Hilfen bei der Anschaffung von Sportausrüstungen geben und pädagogische Zusatzangebote und Fördermaßnahmen der Sportvereine unterstützen.
Zahlreiche Sportvereine in Hessen sowie die jeweiligen Sportkreise und Verbände tragen bereits vorbildlich dafür Sorge, dass auch Kinder und Jugendliche aus armen Familien im Verein bleiben oder in den Verein kommen können. Erfolgreiche Praxisbeispiele aus dem hessischen Sport präsentieren wir in unserer
Projektdatenbank.
Die Sportjugend Hessen hat mit den
Bildungscamps ein eigenes Veranstaltungsformat entwickelt, das sich vornehmlich an Kinder aus einkommensschwachen und /oder eher bildungsfernen Familien richtet. Auch in den Sommer- und Herbstferien 2013 werden wir jeweils ein solches Camp veranstalten.
Wir setzen uns für eine verantwortungsvolle Bildungs- und Sozialpolitik ein, die an der Beseitigung der gesellschaftlichen Ursachen von Kinderarmut ansetzt. Ziel muss sein, allen Kindern die gleichen Chancen für ein gesundes Aufwachsen zu geben! In diese Richtung weist auch das
Positionspapier des Hessischen Jugendrings, das der Vorstand der Sportjugend Hessen unterstützt. Die Sportjugend Hessen ist Partner im Projekt „Augen auf!" des Hessischen Jugendrings, das sich für mehr Aufmerksamkeit für die Armut von Kindern und Jugendlichen einsetzt und in den kommenden Monaten verschiedene Aktionen durchführen wird. Mehr Informationen hierzu auf der Projektwebsite:
www.hessischer-jugendring.de/augen-auf.