Das Freiwillige Soziale Jahr erfreut sich nicht nur unter den Freiwilligen großer und immer weiter ansteigender Beliebtheit sondern auch unter den Einsatzstellen selbst.
Gewinn für Vereine
Angelegt als Vollzeittätigkeit mit durchschnittlich 38,5 Wochenstunden im Bereich der Betreuung von Kindern und Jugendlichen trifft das Konzept des FSJ genau in diejenige Lücke, die vielen Vereinen, Sportkreisen und Verbänden große Probleme bereitet. Gerade die Kinder- und Jugendarbeit bietet auf der einen Seite eine Fülle von sinnvollen Aufgaben und Aktivitäten. Auf der anderen Seite fehlt es häufig an Personal, welches diese Aufgaben zuverlässig, konstant und in dem erforderlichen Maß umsetzen könnte.
Hier bietet sich nun durch das FSJ die Gelegenheit, junge engagierte Menschen Vollzeit einzusetzen. Kommen die Freiwilligen häufig bereits aus einem Sportvereinshintergrund, ist ihnen dieses Tätigkeitsfeld durchaus bekannt. Sie kennen bereits die spezifischen Mechanismen und Anforderungen des organisierten Sports. Training und Betreuung auch zu ungewöhnlichen Zeiten wie abends und an Wochenenden sind ihnen durchaus vertraut. Ihr Einsatz vor Ort bedeutet eine entscheidende Erweiterung des Spielraumes im Personalbereich, welcher dem Verein bisher zur Verfügung stand. Erst dadurch wird die Umsetzung von Projekte möglich,
die zwar schon länger gewünscht und geplant waren, aber bisher aufgrund von fehlenden Personalressourcen nicht umsetzbar waren.
Betreuung notwendig
Bei aller Euphorie für diesen unvermittelt möglich werdenden Personalspielraum sollte jedoch bedacht werden, dass die jungen Freiwilligen gut betreut und gerade in der Anfangsphase behutsam bei ihren Aufgaben begleitet werden müssen. Es ist keineswegs davon auszugehen und auch nicht Sinn des FSJ als Bildungs- und Orientierungsjahres, dass nun von Anfang an auf ein voll einsatzfähiges und fertig ausgebildetes Personal zurückgegriffen werden kann. Freiwillige FSJ-ler/innen zu beschäftigen bedeutet immer auch, in Betreuung, Anbindung und manchmal auch in Erziehung investieren zu müssen. Es beinhaltet ein gegenseitiges aufeinander Zugehen und Zusammenarbeiten, jede Einseitigkeit ist zu vermeiden und bringt langfristig Nachteile mit sich. Den Einsatzstellen kommt somit eine hohe Verantwortung zu, die sie bisher vielleicht nicht in diesem Maß übernehmen mussten.
Insgesamt sollte das FSJ für beide Seiten ein Gewinn sein. Dies gelingt am Besten, wenn beide Partner im Team zusammen arbeiten und ihre Funktionen und Aufgaben ernst nehmen, ohne die zwanglose Freude an dieser erfüllenden Aufgabe zu vernachlässigen.