Ergebnisse der Arbeitsgruppe 4: Ergebnisse der Arbeitsgruppe 4:

Interkulturelle Kompetenz/Interpersonale Konfliktlösung

Leitung: Guido Francescon

Was gehört generell zu interkultureller Kompetenz?
Hier wurden verschiedene Aspekte zusammengetragen, die die inhaltliche

Voraussetzung für die Entwicklung eines Unterrichts-Bausteins „Interkulturelle Kompetenz im Sport“ herstellen.

  1. Schlüsselkompetenz: Aufgeschlossenheit, Akzeptanz, Verständnis Aufgeschlossenheit gegenüber einer (mir) fremden Kultur: Lust und Neugier auf das Neue und Andere entwickeln. Dies in Verbindung mit einer aktiven Haltung, die zur Folge hat, dass Personen offensiv mit ihren Fragen und ihrem Unverständnis auf fremde Personen zugehen. Dabei gilt es Nähe mit Behutsamkeit herzustellen und zunächst die „andere Grammatik“ des Denkens, Fühlens und Handelns der anderen Person zu akzeptieren. In diesem Kontext spielt auch die Fähigkeit zum Perspektivwechsel eine zentrale Rolle: So kann es geschehen, dass Einfühlen, Nachvollziehen und schließlich Verstehen des Fremden zu einem geklärten und wertschätzenden Kontakt führt.
  2. Als Basis dieser Schlüsselkompetenz gilt eine reflektierte Einstellung gegenüber der eigenen Kultur und Geschichte, den eigenen regionalen Borniertheiten. Erst wenn eine Person Kenntnisse und Wissen, Wertschätzung und Kritik der eigenen Kultur und Geschichte besitzt, ist sie in der Lage die Lebensgewohnheiten und Selbstverständlichkeiten der eigenen Herkunft zu relativieren, also nicht absolut zu setzen. Dazu gehört auch die Stärke, eigene Fehler zuzugeben und die Erwartung abzulegen, Fremde müssten sich vor allem den Gegebenheiten anpassen, um sich selbst zu integrieren (Assimilation). Ausgehend von einer positiven Einstellung gegenüber der eigenen Kultur und Geschichte sollte eine Person anfragbar und gegenüber Nachfragen offen sein.
  3. Interkulturelle Kompetenz kann als Teilbereich der Sozialen Kompetenz einer Person beschrieben werden. In der Begegnung mit fremden Personen gilt es (genauso wie in anderen sozialen Situationen) kritik- und kooperationsfähig zu sein, bewusst zu Kommunizieren und reflektiert mit den eigenen biographischen und geschlechtsspezifischen Voraussetzungen umzugehen.
  4. Berührungsängste und Grenzen zwischen Personen sollten nicht-verletzend, d.h. nicht persönlich oder kulturell herabsetzend, geäußert werden. Hier spielt die kommunikative Kompetenz eine entscheidende Rolle.
  5. Interkulturelle Kompetenz entsteht vor allem auf der Basis guter Erfahrungen. Sie wird deshalb dort entwickelt, wo Begegnung erfolgreich und für beide Seiten anregend und lohnend stattfindet.

Bezogen auf die Strukturen in Sportvereinen wurde im Anschluss darüber nachgedacht, welche Rolle einzelne Beteiligte mit ihrer interkulturellen Kompetenz einnehmen können.

Der Vereinsvorstand schafft den Rahmen und die Atmosphäre innerhalb des Vereins. Seine Mittel sind beispielsweise die Repräsentation von Migranten und Minderheiten im Vorstand, der Erlass von Statuten und Satzungen, die Migranten- und Minderheiten-Ausgrenzung ächten sowie die Durchführung entsprechender Sanktionen bei Missachtung.

Trainerinnen und Trainer sind als wesentliche Gestalter des „Gruppeninnenlebens“ einer Sportgruppe gefragt. Sie können ihre Leitungsrolle so ausfüllen, dass ein ehrliches und von gegenseitiger Akzeptanz getragenes Miteinander entsteht. Dabei geht es nicht um die Verdrängung von Konfliktpotentialen, sondern vielmehr um deren aktive Bewältigung. Grundsätzlich gehört dazu auch die Akzeptanz von Verschiedenheit – nicht elf Freunde sind das Ziel, sondern elf Personen, die miteinander Sport treiben können und dabei alle auf ihre jeweils subjektive Weise an Lebensqualität gewinnen.

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