Erfolgreiche ProjekteErfolgreiche Projekte

Das Programm „Integration durch Sport“ arbeitet intensiv mit hessischen Sportvereinen zusammen, die vielfältig die Teilhabe aller jungen Menschen

am Sport und in der Gesellschaft fördern. Im Folgenden sind beispielhaft erfolgreiche Projekte aufgeführt:

  • Sport und Sprache
  • Gewaltprävention
  • Förderung der beruflichen Integration junger Menschen durch Sport
  • Gallus 1:1 für Ausbildung – Bolzplatz Gallus

Sport und Sprache

Der Sprachkursträger in Kassel bietet im Auftrag der Otto-Benecke-Stiftung einen besonderen Sprachkurs für Menschen mit gehobenem Bildungsabschluss an. Seit 2005 wird das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ den Teilnehmern der Akademiker-Sprachkurse in Kassel vorgestellt, um sie als eventuelle Multiplikatoren für den organisierten Sport zu gewinnen. Weiterhin wird an den Sprachkurs ein breitensportliches Angebot nach Interessenslage der Teilnehmer angedockt und durch einen Starthelfer des Programms angeboten. Die Teilnehmer werden nach ihrer sportlichen Vita und Interessenslage befragt und in entsprechende Vereine im Wohnumfeld vermittelt. Im Anschluss an die Sprachkursausbildung werden die Teilnehmer/innen durch die Kolleg/innen des Programms „Integration durch Sport“ in den weiteren Bundesländern in ihren Heimatkommunen weiter betreut und nach Möglichkeit in passende Vereine vermittelt.

Ein weiteres Projekt, das an den Spracherwerb angeknüpft wird, finden wir im Landkreis Bergstrasse unter der Führung des TSV Auerbach. In Kooperation mit der Migrationserstberatung konnte ein Integrationslotse eingestellt werden, der in den Sprachkursen des Landkreises über die sportlichen Möglichkeiten in den Wohngemeinden der Teilnehmer informiert. Hierbei versucht der Lotse die Interessenslage der teilnehmenden Personen zu erfragen und vermittelt diese dann in die entsprechenden Vereine. Hierbei spielt die persönliche Ansprache der Sprachkursteilnehmer durch den Lotsen eine besondere Rolle. Der Lotse bringt die Teilnehmer in die Vereine und hilft beim Erstkontakt. Somit sind die ersten Hürden für die Teilnehmer in einem Sportverein leichter zu überwinden. Das Projekt läuft nun seit einem Jahr und kann mit hohen Vermittlungszahlen aufwarten. Insgesamt 250 Personen wurden angesprochen und über 100 in Vereine vermittelt. Diese positive Resonanz hat dazu geführt, dass das Programm das Projekt in den kommenden drei Jahren auf weitere Kreise übertragen wird.

Gewaltprävention

Unter Gewaltprävention verstehen wir alle Maßnahmen, die der Vermeidung der Entstehung von Gewalt sowie der Verringerung von Gewalt dienen.

Allgemeine Ziele von Gewaltprävention sind:

  • Entwicklung positiver Lebenskonzepte
  • Förderung der Lebenskompetenz
  • Entwicklung von Konfliktfähigkeit
  • Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins

Ein Schwerpunkt der Gewaltprävention durch Sport ist im Bereich der primären Gewaltprävention anzusiedeln. Die primäre Gewaltprävention setzt vor dem Auftreten von Gewalt an, um gewaltförmige Einstellungen und Verhaltensweisen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Neben Schule und Jugendhilfe sowie Jugendarbeit kann Sport einen Beitrag zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen leisten. Wichtig ist hierbei die Vernetzung der verschiedenen Akteure. So arbeiten wir sehr intensiv mit Schulen und Jugendämtern zusammen.

Für die kommenden Jahre sind zunächst zwei Projekte geplant. Gewaltprävention durch Boxen mit dem BSV Kassel und Gewaltprävention durch Karate und Selbstbehauptung durch den GKV Lotus Eppertshausen.

Für beide Projekte gilt, dass ein Großteil der Ziele soziale und psychosoziale Lernziele sind, die auf eine Verhaltensänderung und Stärkung des Selbstvertrauens hinarbeiten.

Kleine Schritte auf dem Weg zu diesen umfassenden Zielen können zum Beispiel im Unterricht und in den Pausen beobachtet werden:

  • Verbesserung der allgemeinen Disziplin
  • Schülerinnen und Schüler erleben und verinnerlichen kontrollierten Angriff, somit erlangen sie eine persönliche Aggressionskontrolle.
  • Die Schülerinnen und Schüler üben Rücksicht, Fairness und Kooperation ein und können dies im Unterricht mit Unterstützung der Lehrkräfte weiterführen.
  • Anstrengungsbereitschaft und Ausdauer sowie Ehrgeiz lassen sich mittelfristig auch bei unterrichtsbezogenen Aufgaben verbessern.
  • Kondition, Koordination, Kraft und Körperwahrnehmung können durch die Übernahme des Fitness-Teils „Fit für die Schule“ mit den Lehrkräften regelmäßig trainiert und Verbesserungen beobachtet werden.
  • Lehrkräfte erfahren durch die ritualisierte und streng disziplinierte Arbeit eine Unterstützung für ihre alltägliche Arbeit, wie z.B. beim Aufbau der Gruppendisziplin und der gegenseitigen Rücksichtnahme, da im Projekt respektvolle Umgangsformen eingeübt werden. Körperliche Auseinandersetzungen in den Pausen reduzieren sich.

Neben der Vermittlung von Selbstverteidigungstechniken sollen die Schülerinnen und Schüler zum gewaltfreien Umgang miteinander erzogen werden und Fairness und Kooperation vermittelt bekommen.

Speziell für Karate gilt, dass Etikette und Zeremoniell des Karate gegenseitig Achtung und Respekt im Umgang miteinander symbolisieren. Bei den Partnerübungen des Karate müssen Angriffstechniken kontrolliert ausgeführt werden (das heißt, sie werden vor dem Ziel arretiert). Trefferwirkung ist ein Regelverstoß, der unbedingt vermieden werden muss. Den Jugendlichen soll die Verletzbarkeit des anderen bewusst werden und sie sollen die Verhältnismäßigkeit der zur Selbstverteidigung eingesetzten Karatetechniken einschätzen lernen.

Die eingesetzten Methoden und die konkreten Inhalte der einzelnen Übungsstunden werden mit dem jeweiligen Lehrerkollegium der betreffenden Schule reflektiert und besprochen. Die Lehrer/innen nutzen die Übungsstunden als Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler einmal aus einer anderen Perspektive erleben zu können, gleichzeitig profitieren sie von der Übungsauswahl in diesem Projekt als eine Art interner Fortbildung. Die eingesetzten Methoden können von den Lehrer/innen auch in anderen Klassenverbänden eingesetzt werden.

Konzeptionell ist das Projekt des BSV Kassel auf die gleichen Projektziele ausgerichtet.

In beiden Projekten wird sehr eng mit den Schulen und Jugendämtern vor Ort zusammengearbeitet.

Förderung der beruflichen Integration junger Menschen durch Sport

In diesen Sonderprogrammen haben wir vier Vereine gefunden, die sich in besonderem Maße um die berufliche Integration junger Menschen bemühen. Der Sport dient hier als Zugangsmedium, um die Jugendlichen überhaupt für eine solche Maßnahme zu gewinnen.

In dem Projekt JOB FIT des Sportfördervereins Langen werden Jugendliche durch einen Job-Lotsen betreut, der den Jugendlichen in Schulungsmaßnahme mit den beteiligten Vereinen die so genannten „soft skills“ vermittelt. Sollten sich die Jugendlichen bewähren, werden sie mit kooperierenden Unternehmen in Verbindung gebracht, um dort ein Praktikum abzuleisten und anschließend nach Möglichkeit eine Ausbildungsstelle zu erhalten. Die kooperierenden Firmen rekrutieren sich aus der Mitgliedschaft der Sportvereine, der Sponsoren oder durch die Vermittlung der Industrie- und Handwerkskammer. Dieses Netzwerk wird durch die Ehrenamtsagentur des Kreises Offenbach koordiniert.

Das Netzwerk „Future for Kids“ in Fulda ist ähnlich strukturiert und beim Deutsch-Amerikanischen Freundschafts-, Kultur- und Sportverein KONTAKT Fulda e.V. angesiedelt. Auch hier liegt das Hauptaugenmerk in der Vermittlung von Praktika und Ausbildungsplätzen für Jugendliche, die aufgrund sozialer/kultureller Benachteiligung, schulischer Defizite oder mangels entsprechender Schulabschlüsse auf normalem Weg keine Chance auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben.

Begleitend werden Hausaufgabenhilfe, Workshops, Bewerbungstraining und persönliches Coaching angeboten. Auch hier werden Ausbildungsplatzanbieter aus dem Umfeld des Vereins gewonnen. In diesem Netzwerk arbeiten neben dem DAFKS noch der Verein Schule ohne Gewalt (SMOG), das Polizeipräsidium Fulda und Streetwork Fulda. Die Jugendlichen werden bei Basketball-Mitternachtsveranstaltungen und über die Schulen angesprochen.

Das dritte Projekt wird durch die TGS Jügesheim getragen. Persönlichkeitsentwicklung über die Mitarbeit im Sportverein richtet sich an Jugendliche ohne Schulabschluss. Auch hier spielt die Vermittlung der „soft skills“ eine wichtige Rolle in der kontinuierlichen Arbeit im Verein. Als Helfer bei Übungsstunden, in der Verwaltung und bei leichten Hausmeistertätigkeiten können die Interessen der Jugendlichen gefördert werden. Eine Steigerung des Selbstwertgefühls durch die Übernahme von Verantwortung in diesem behüteten Raum spielt eine besondere Rolle. Die Jugendlichen werden durch die Geschäftsstelle des Vereins sowie eine Sozialpädagogin der Stadt Rodgau betreut. Auch hier werden Praktikumsplätze und Ausbildungsstellen im Umfeld des Vereins gesucht.
Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr begrenzt und wird durch die Berufswegebegleitung der Stadt Rodgau unterstützt.

 

Gallus 1:1 für Ausbildung – Bolzplatz Gallus

Im Frankfurter Stadtteil Gallus wurden gemeinsam mit dem Sportkreis Frankfurt e.V. und den verschiedenen Institutionen und Organisationen des Stadtteils (Schulen, Wohlfahrtsverbände, Migrantenorganisationen, Sportvereine, Betriebe, Volkshochschule usw.) Strukturen einer sportbezogenen und stadtteilorientierten Jugendsozialarbeit aufgebaut, innerhalb derer verschiedene Projekte (Fußballturniere, Berufsberatung, Filmprojekte) durchgeführt wurden.

Aktuell wird im Frankfurter Gallus ein Bolzplatz mit sozialpädagogischer Betreuung errichtet und außerdem hat der Sportkreis Frankfurt e.V. das Projekt 1:1 für Ausbildung gestartet, in dem neue Wege für Qualifizierung und Ausbildung von Jugendlichen gesucht und erprobt werden.
Allen Projekten liegt ein explizit interkultureller Ansatz zugrunde und insofern werden Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders angesprochen.

Filmbeiträge

Machen Sie sich ein genaueres Bild über die Filmbeiträge zum Projekt „Integration durch Sport“.

Impressionen

Sportjugend Hessen · D-60528 Frankfurt am Main · Tel: 0 69.67 89 2 70 · http://www.sportjugend-hessen.de